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  • Family Office-Themen haben in den vergangenen Jahren deutlich an Breite gewonnen. Neben klassischen Fragen der Vermögensanlage rücken Governance, Nachfolge, Unternehmensbeteiligungen, internationale Strukturen und die professionelle Koordination unterschiedlicher Experten stärker in den Mittelpunkt. Im Vorfeld der Jahrestagung Family Office 2026 sprach Markus Hill Finanzplatz Frankfurt am Main mit Dr. Sigrid Mulas, Geschäftsführerin der Fachseminare von Fürstenberg, über die Weiterentwicklung der Veranstaltung, die Neukonzeption des Lehrgangs „Zertifizierter Family Officer (FvF)“ und die Frage, welche Kompetenzen Family Officers heute benötigen. Besonders interessant war dabei der Blick auf die Schnittstellen: Family Office-Arbeit erschöpft sich nicht in einzelnen Fachdisziplinen. Entscheidend ist vielmehr, wie rechtliche, steuerliche, finanzielle, familiäre und Governance-Fragen in der Praxis zusammengeführt werden. Das Gespräch gab zugleich Einblicke in die Schwerpunkte der Jahrestagung 2026 in Bad Neuenahr sowie in die Entwicklung eines Fach- und Netzwerkumfelds rund um die Ausbildung zum Zertifizierten Family Officer. Dr. Sigrid Mulas, Geschäftsführerin der Fachseminare von Fürstenberg Hill: Frau Dr. Mulas, die Jahrestagung Family Office 2026 steht vor einigen Veränderungen. Was ist neu?Mulas: Wir entwickeln die Jahrestagung 2026 sichtbar weiter. Zum einen findet sie nach fünf Jahren dieses Jahr in Bad Neuenahr statt. Zum anderen übernimmt Dr. Florian Oppel zusammen mit Dr. Henning Schröer die Tagungsleitung. Damit setzen wir auch inhaltlich einen neuen Akzent. Die Jahrestagung soll noch stärker der Ort werden, an dem aktuelle Family Office-Fragen nicht nur vorgestellt, sondern fachlich eingeordnet und offen diskutiert werden.Hill: Was unterscheidet Ihre Jahrestagung von klassischen Wealth-Management-, Private-Banking- oder Investmentkonferenzen?Mulas: Viele Veranstaltungen in diesem Umfeld betrachten Family Offices vor allem als Investoren oder Produktzielgruppe. Das ist uns zu eng. Bei uns geht es um die Gesamtarchitektur komplexer Familienvermögen: Familie, Unternehmen, Vermögen, Governance, Nachfolge, Risiko, Recht, Steuern und Kapitalanlage. Investmentthemen spielen eine Rolle, aber nicht isoliert. Entscheidend ist die Frage: Was muss ein Family Office verstehen, koordinieren und beurteilen können, damit Familienvermögen langfristig professionell begleitet wird?Hill: Können Sie schon etwas zum Programm 2026 sagen?Mulas: Ja, das Programm ist inzwischen veröffentlicht und zeigt sehr gut, wohin sich die Jahrestagung entwickelt. Wir beginnen mit der Frage, wie Familienvermögen in Krisenzeiten strategisch gesichert werden kann, und spannen den Bogen dann über Nachfolge- und Strukturmaßnahmen, Immobilien, strategische Asset Allocation, Private Debt und Minderheitsbeteiligungen in Familienunternehmen. Am zweiten Tag stehen stärker die operativen und governancebezogenen Fragen im Mittelpunkt: KI im Family Office, Family Office-Governance, der Beirat sowie Kommunikation und Reputation von Unternehmerfamilien. Damit bildet die Tagung genau die Breite ab, die moderne Family Office-Arbeit heute verlangt: Vermögen, Familie, Unternehmen, Governance, Investments und Risiko müssen zusammengedacht werden. Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN Hill: Gibt es Programmpunkte, auf die Sie besonders hinweisen würden?Mulas: Alle Vorträge versprechen spannende Insights, weil sie unterschiedliche Perspektiven auf die Praxis professioneller Family Offices eröffnen. Für ihre Leser dürften aber zwei Themen vielleicht besonders interessant sein: erstens die Strategische Asset Allocation für Unternehmerpersönlichkeiten und Unternehmerfamilien, weil hier Kapitalanlage nicht abstrakt, sondern aus der Denk- und Entscheidungslogik von Prinzipalen betrachtet wird. Zweitens Private Debt, da diese Anlageklasse für Family Offices und andere professionelle Investoren zunehmend relevant wird und eine disziplinierte Einordnung von Rendite, Risiko, Segmenten und Auswahlkriterien verlangt. Ergänzend ist auch der Vortrag zu Minority Investments in Familienunternehmen spannend, weil er Family Equity, langfristige Partnerschaften und Governance-Fragen verbindet. Wichtig bleibt aber: Die Jahrestagung ist nicht nur Vortragsprogramm. Das exklusive Alumni-Treffen der Zertifizierten Family Officer (FvF) und das gemeinsame Abendessen schaffen den Rahmen, in dem die Themen vertraulich weitergedacht werden können.Hill: Netzwerk ist ein häufiges Versprechen in der Weiterbildungsbranche. Wann wird daraus aus Ihrer Sicht tatsächlich ein fachlicher Mehrwert?Mulas: Wenn ein Netzwerk nicht beliebig offen ist und auf einer gemeinsamen fachlichen Grundlage beruht. Genau das ist bei unseren Absolventinnen und Absolventen der Fall. Sie haben denselben Lehrgang durchlaufen, teilen ein Grundverständnis professioneller Family Office-Arbeit und begegnen sich anschließend auf der Jahrestagung oder bei Stammtischen wieder. Dadurch entsteht nicht nur Kontakt, sondern Vertrauen – und Vertrauen ist in diesem Bereich eine echte Arbeitsgrundlage.Hill: Wie groß ist dieser Kreis inzwischen?Mulas: Seit dem Start des Lehrgangs im Jahr 2017 haben rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Abschluss Zertifizierter Family Officer (FvF) erworben. Das ist kein Massenformat, sondern ein bewusst gewachsener Kreis. 2026 haben wir den Lehrgang neu konzipiert, weil sich die Anforderungen an Family Officers verändert haben.Hill: Was war an der bisherigen Konzeption nicht mehr ausreichend?Mulas: Die Anforderungen an Family Officers haben sich deutlich weiterentwickelt, und wir haben in den vergangenen fast zehn Jahren viel Feedback erhalten und weitere Expertise entwickelt. In der Praxis zeigt sich heute noch stärker, dass professionelle Family Office-Arbeit nicht an fehlendem Fachwissen scheitert, sondern an fehlender Integration: Recht, Steuern, Vermögen, Familie, Governance und Risiko müssen zusammen gedacht werden. Die Themen Wertschöpfung und auch die internationalen Bezüge sind von imminenter Bedeutung. Deshalb haben wir den Lehrgang 2026 grundlegend neu konzipiert – auf Basis vieler Lehrgänge, Rückmeldungen von Teilnehmern und der gewachsenen fachlichen Perspektiven. Ziel ist nicht mehr Wissenssammlung, sondern die systematische Entwicklung professioneller Handlungskompetenz.Hill: Was hat sich durch die Neukonzeption konkret verändert?Mulas: Wir haben den Lehrgang stärker entlang der Entscheidungsrealität im Family Office aufgebaut. Die Module folgen nicht einfach einzelnen Fachgebieten, sondern verbinden die zentralen Kompetenzfelder: Rolle und Organisation des Family Officers, Recht und Steuern, Unternehmens- und Vermögensnachfolge, Asset Allocation und Reporting sowie liquide, immobilienbezogene und illiquide Investments. Neu ist vor allem die stärkere Lernlogik: Ausgangslagen erfassen, Strukturen durchdringen, Entscheidungen verantwortungsvoll abwägen und langfristig umsetzen. Damit wird aus Fachwissen ein professionelles Gesamtverständnis.Hill: Welche Themen gehören heute zwingend in eine Family Office-Ausbildung, obwohl sie früher eher randständig behandelt wurden?Mulas: Neben den klassischen Feldern Recht, Steuern und Vermögensstrukturierung gehören heute vor allem Governance, Organisation, Nachfolgeprozesse, Risikofragen, internationale Aspekte, Asset Allocation, Reporting, Investment-Governance und illiquide Anlagen dazu. Gerade die Schnittstellen sind entscheidend: Eine steuerlich sinnvolle Struktur kann familiär schwer vermittelbar sein; eine Investmententscheidung kann Governance- oder Haftungsfragen auslösen; externe Beraterkompetenz muss integriert werden, ohne Entscheidungsverantwortung zu delegieren. Genau diese Bruchstellen prägen moderne Family Office-Arbeit.Hill: Wie verhindern Sie, dass Interdisziplinarität nur ein anderes Wort für thematische Breite bleibt?Mulas: Indem wir konsequent an Schnittstellen arbeiten. Ein Beispiel: Eine Immobilienentscheidung ist nie nur eine Immobilienentscheidung. Sie kann steuerliche, rechtliche, familiäre, finanzielle und governancebezogene Folgen haben. Ähnlich ist es bei Nachfolge, Beteiligungen oder …

  • Institutionelle Investoren bleiben bei Immobilien engagiert, doch der Appetit auf Neuinvestitionen ist deutlich gesunken. Gleichzeitig rücken Infrastruktur und ausgewählte Segmente von Private Debt stärker in den Fokus. Die zum sechsten Mal durchgeführte Studie „Präferenzen institutioneller Anleger bei Immobilien und Alternativen Investments“ zeichnet damit ein differenziertes Bild: hohe Immobilienquoten treffen auf wachsende Zurückhaltung, während Energie-, Verkehrs-, Digital- und Sozialinfrastruktur an Attraktivität gewinnen. Erstmals beleuchtet die Untersuchung zudem, wie institutionelle Anleger Künstliche Intelligenz und Tokenisierung einschätzen. Sebastian Thürmer erläutert im Gespräch mit Markus Hill die zentralen Ergebnisse der Befragung von 51 Investoren, die zusammen ein Anlagevolumen von 1,074 Billionen Euro verantworten (Teil 1 von 2). Hill: Herr Thürmer, können Sie uns kurz und knapp die wichtigsten Ergebnisse Ihrer nun zum sechsten Mal durchgeführten Studie „Präferenzen institutioneller Anleger bei Immobilien und Alternativen Investments“ nennen? Sebastian Thürmer, Artis Institutional Capital & Markus Hill, Finanzplatz Frankfurt am Main Thürmer: Für die Studie haben wir 51 institutionelle Investoren zu ihren bisherigen Investments und künftigen Überlegungen in den Bereichen Immobilien und Alternative Investments befragt. Weitere Themen waren Nachhaltigkeit sowie erstmals auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Tokenisierung. Insgesamt verantworten die befragten Teilnehmer ein Anlagevolumen von 1,074 Billionen Euro. Fast 60 Prozent der Teilnehmer sind Versicherungsunternehmen oder Altersvorsorgeeinrichtungen. Damit ist der Anteil klassischer institutioneller Investoren sehr hoch. Weitere Anlegergruppen sind unter anderem Family Offices, Stiftungen, Banken, Sparkassen und Industrieunternehmen. Bei Immobilien scheint die kurze Umkehrbewegung des Jahres 2025 bereits wieder beendet zu sein. Der Appetit auf Neuinvestitionen ist derzeit gering. Gründe dürften konjunkturelle Probleme, steigende Zinsen und die neue Konkurrenz durch Infrastrukturprojekte sein. Die Immobilienquoten bleiben hoch, werden aber nicht weiter ausgebaut. Bei den Alternativen Investments sieht es besser aus. Gefragt sind Infrastrukturanlagen in den Bereichen Energie, Verkehr, Digitales und Soziales. Auch Teilbereiche von Private Debt, insbesondere Corporate Debt und Infrastructure Debt, dürften aufgestockt werden. Bei den Themen Nachhaltigkeit sowie erstmals KI und Tokenisierung erhielten wir ebenfalls spannende Antworten. Hill: Kommen wir zur Einschätzung der Assetklasse Immobilien. Sie sprechen von einem nachlassenden Interesse an Betongold. Sind Immobilienanlagen überhaupt noch eine präferierte Assetklasse für institutionelle Investoren? Thürmer: Immobilien bleiben sicherlich eine präferierte Assetklasse. Immerhin halten 60 Prozent der befragten Anleger zwischen fünf und 15 Prozent ihrer Assets in Immobilien. Weitere 40 Prozent weisen Immobilienquoten von 15 bis über 30 Prozent auf. In den Jahren 2010 bis 2020 hat sich die Immobilienquote aus unterschiedlichen Gründen verdoppelt. Derzeit erleben wir daher eine marktbedingte Bereinigung bei der Asset-Klasse Immobilien, die möglicherweise noch längere Zeit anhalten wird. Aufstockungen planen nur noch acht Prozent der befragten Investoren. 68 Prozent sehen keine Änderungen vor, während 24 Prozent Bestandsreduzierungen erwägen. Letzterer Anteil ist im Vergleich zu den Vorjahren relativ hoch. Hill: Das hört sich eher pessimistisch an! Thürmer: Die Märkte befinden sich tatsächlich im Krisenmodus. Der Trend geht klar in Richtung Core-Immobilien, nachdem die Wertberichtigungen in den vergangenen Jahren stark zugenommen haben. Insbesondere strukturelle Risiken, etwa in Regionen mit hohem Industrieanteil, werden inzwischen kritischer beurteilt. Neu bei der Risikobewertung heimischer Immobilienmärkte ist außerdem die Sensibilität für politische und konjunkturelle Risiken. Viele Investoren sehen Tendenzen einer Deindustrialisierung und damit einhergehend rückläufige Immobilienmärkte. Steigende Baukosten infolge höherer Rohstoffpreise, der Klimawandel, neue Bauvorschriften und weiter steigende Finanzierungskosten belasten diese Assetklasse überproportional. Hinzu kommen neue Wettbewerber im Segment der illiquiden Anlagen, beispielsweise Infrastrukturinvestments. Hill: Welche Nutzungsarten werden nachgefragt? Thürmer: Interesse besteht an Sozial- und Gesundheitsimmobilien, also tendenziell an „sozialer Infrastruktur“. Auch Wohnen als konjunkturresistente Nutzungsart und Logistik werden positiv gesehen. Gewerbeimmobilien wie Büro und Handel spielen bei Neuanlagen dagegen kaum noch eine Rolle. Hill: Wie planen institutionelle Investoren mit Bestandsimmobilien umzugehen, die energetisch noch nicht auf dem neuesten Stand sind? Thürmer: 47 Prozent wollen ihre Bestandsimmobilien energetisch sanieren oder haben dies bereits getan. 22 Prozent planen den Verkauf von Beständen. 26 Prozent denken zunächst nicht über konkrete Maßnahmen nach. Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den Anlegergruppen. Vorbildlich agieren Kirchen und Versicherer. Auch Banken, Sparkassen und Altersvorsorgeeinrichtungen sind aktiv. Dennoch werden energetische Sanierungen von vielen Anlegern als kostenträchtiger Hemmschuh betrachtet. Hill: Planen Anleger künftig noch Zukäufe bei nicht energetisch sanierten Liegenschaften? Thürmer: 18 Prozent der befragten Investoren planen solche Zukäufe. 27 Prozent schließen Käufe nicht energetisch sanierter Liegenschaften aus. Die Mehrheit von 56 Prozent hat sich bei diesem Thema noch nicht festgelegt. Hill: Wie wirken sich die veränderten Zins- und Finanzierungsbedingungen auf die Investitionsentscheidungen institutioneller Investoren aus? Thürmer: Das derzeitige Zinsumfeld führt zu zurückhaltenden Zins- und Renditeprognosen. Anleger müssen wachsende Finanzierungskosten einkalkulieren. Im Laufe der Zeit dürfte dies zu geringeren Fremdkapitalquoten führen. Im Immobilienbereich ist diese Entwicklung bereits spürbar. Nachhaltige, energieeffiziente und zukunftsfähige Immobilienkonzepte erhalten inzwischen besseren und günstigeren Zugang zu Fremdkapital als nicht energetisch sanierte Liegenschaften. Hill: Mit welchen Kriterien bei der Fondsselektion beziehungsweise der Auswahl eines Fondsmanagers beschäftigen sich institutionelle Investoren im Vorfeld einer Investmententscheidung? Thürmer: Institutionelle Investoren erwarten ein überzeugendes Konzept, einen starken Track Record und belastbaren Dealflow sowie gegebenenfalls ein zeitnah umsetzbares Startportfolio. Hinzu kommen professionelles Controlling, aussagekräftiges Reporting, Transparenz und eine laufende Kommunikation während der gesamten Investmentperiode. Hill: Sie haben 2026 Ihr Frageuniversum um Bereiche wie KI und Tokenisierung erweitert. In welchen Aufgabenfeldern wird KI eingesetzt, und inwiefern beeinflusst sie bereits die Anlageentscheidungen institutioneller Investoren? Thürmer: KI wird hauptsächlich in Research und Finanzanalyse (21 Prozent), im Risikomanagement (17 Prozent) sowie in der Compliance (15 Prozent) eingesetzt. Bei Allokationsfragen, im Währungsmanagement und in der Portfoliokonstruktion spielt sie bislang eine geringere Rolle. Nur vier Prozent geben an, dass KI unmittelbar zur Anlageentscheidung beiträgt. 43 Prozent lassen KI-Ergebnisse in ihre Überlegungen einfließen, während 53 Prozent KI bislang nicht einbinden. Hill: In welchen Bereichen sehen institutionelle Investoren den größten Nutzen der Tokenisierung, und wie beurteilen sie deren Bedeutung für die kommenden fünf Jahre? Thürmer: Grundsätzlich dürfte Tokenisierung Vorteile bei niedrigeren Einstiegshürden, der Effizienz von Abwicklung und Settlement sowie bei Transparenz und Reporting bieten. Zum heutigen Zeitpunkt messen allerdings nur rund 18 Prozent der Befragten der Tokenisierung eine hohe oder sehr hohe Bedeutung bei. 82 Prozent betrachten sie eher als Nischenanwendung oder schreiben ihr nur eine geringe Bedeutung zu. Hill: Vielen Dank für das Gespräch. LINK ZUR PANELDISKUSSION / VIDEO „„Präferenzen institutioneller Anleger bei Immobilien und Alternativen Investments““: …

  • Finanzplatz Frankfurt am Main tauscht sich mit Markus Schwingshackl von PRIVATE KEY NETWORK in Zürich aus und empfiehlt den Gedankenaustausch mit einem interessanten Netzwerker aus Zürich. Gerne haben wir den Ball aufgenommen. Business Jets, Yachten, Kunst, Immobilien, Edelmetalle und Wealth Management wirken auf den ersten Blick wie getrennte Welten. Tatsächlich treffen sie bei Unternehmerfamilien, Private Clients und UHNWIs häufig auf dieselben Fragen: Wem kann man vertrauen? Wer versteht komplexe Vermögenswerte? Und wo findet ein fachlich belastbarer Austausch jenseits klassischer Branchengrenzen statt? Tobias Heining kennt sowohl die Welt internationaler Großkanzleien als auch die besonderen Anforderungen rund um hochwertige mobile Vermögenswerte. Mit den High Value Assets Roundtables bringt er Experten, Anbieter und Multiplikatoren verschiedener Asset-Klassen zusammen. Im Gespräch mit Markus Hill erläutert er seinen ungewöhnlichen Karriereweg, die Arbeit von Martyn Fiddler und warum ein gutes Netzwerk nicht vom Sammeln, sondern vom Teilen lebt. Hill: Vom Geschichtsstudium über die Welt der Großkanzleien bis hin zu Business Jets und Yachten – ein Lebenslauf, den man sich kaum ausdenken könnte. Wer ist der Mensch dahinter und was macht ihn aus? Tobias Heining, Martin Fiddler Aviation Heining: Als ich 2001 meinen Masterabschluss in der Tasche hatte, begann ich bei einer PR-Agentur, die unter anderem große Rechtsanwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Fragen der Öffentlichkeitsarbeit beriet. Das war damals noch ein relativ exotisches, aber spannendes und anspruchsvolles Tätigkeitsfeld. Von dort führte mich mein Weg auf die Kundenseite zu US-amerikanischen, britischen und deutschen Großkanzleien. Dort übernahm ich verschiedene Positionen bis hin zur Leitung großer Teams mit entsprechender Budgetverantwortung in den Bereichen Geschäftsentwicklung, Marketing und Kommunikation. Von der Geschäftsentwicklung und strategischen Positionierung ist der gedankliche Weg zu Innovation, neuen Geschäftsmodellen sowie effizienteren Abläufen und Administrationsbereichen nicht weit. Als Führungskraft möchte ich Märkte, Strukturen und Prozesse verstehen und Dinge vorantreiben, um ein Unternehmen zukunftsfähig zu gestalten. In Zeiten künstlicher Intelligenz ist das wahrscheinlich eine der zentralen Herausforderungen. Genau das motiviert mich: Ich sehe mich als Strategen, Netzwerker und Innovator. Bei aller Freude an Veränderung sind mir ein menschliches Verständnis und die Wahrung meiner persönlichen Integrität wichtig geblieben. Das mag auf den ersten Blick nicht immer vollständig vereinbar erscheinen. Der Wechsel in die Business Aviation und das Yachting kam auch für mich überraschend. Er hat sich jedoch als besonders erfrischende und bereichernde Erfahrung erwiesen. Die DNA dieser Branchen ist im Kern kooperativ und von einem hohen Maß an Pragmatismus und Offenheit geprägt. Das verlangt viel geistige Mobilität – und genau das gefällt mir. Markus Hill, Finanzplatz Frankfurt & Tobias Heining, Martin Fiddler Aviation Hill: Business Aviation und Yachting klingen spannend, aber auch ein wenig nebulös. Was genau macht das Unternehmen, für das Du tätig bist? Heining: Nebulös ist in diesem Zusammenhang ein schönes Wort. Wir helfen unseren Kunden dabei, sicher durch einige Untiefen der Business Aviation und des Yachtings zu navigieren. Martyn Fiddler ist seit mehr als 40 Jahren eine Boutique für maßgeschneiderte internationale Lösungen – insbesondere für Eigentümer und Betreiber komplexer mobiler Vermögenswerte wie Business Jets, Helikopter und Yachten. Im Kern ist Martyn Fiddler ein Corporate Service Provider, also Anbieter und Administrator von Zweckgesellschaften. Darüber hinaus bieten wir spezialisierte Steuerberatung und Unterstützung bei sämtlichen zollbezogenen Themen, beispielsweise beim Import und Export der Assets. Zudem pflegen wir ein weltweites Ökosystem enger Kooperationspartner und Kontakte. So können wir unseren Kunden auch bei praktischen Fragen jenseits unseres eigenen Leistungsportfolios Orientierung geben und geeignete professionelle Ansprechpartner vermitteln. Markus Hill, Finanzplatz Frankfurt & Markus Schwingshackl, Centro LAW Hill: Du hast Dir in unterschiedlichen Marktsegmenten den Ruf als Vordenker, Pionier und Netzwerker erworben – etwa im Rechtsmarkt durch die frühe Besetzung des Themas Legal Technology. Nun engagierst Du Dich im Bereich Business Jets und Yachten. Was treibt Dich zur Innovation, und wie entstand die Idee zu den High Value Assets Roundtables? Heining: Ich glaube fest an die Kraft eines konstruktiven Austauschs und Erfahrungstransfers. Der Ausgangspunkt einer Netzwerkidee ist für mich deshalb immer ein Kommunikationsdefizit zwischen bestimmten Menschen oder Gruppen. Wenn dessen Überwindung gegenseitige Vorteile und Synergien verspricht, entsteht daraus eine echte Chance. So war es bei der Gründung der European Legal Technology Association, kurz ELTA, vor zehn Jahren – und so war es auch bei den High Value Assets Roundtables. Der von mir 2014 initiierte Aufbau der ersten Legal-Tech-Abteilung einer deutschen Großkanzlei war für mich der Startschuss, über den deutschen Markt hinauszublicken. Doch wie so häufig in Europa wusste man in Deutschland nur wenig über die Entwicklungen in Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden oder Mittel- und Osteuropa – und umgekehrt. In Großbritannien nahm man die Entwicklungen jenseits des Ärmelkanals ebenfalls nur eingeschränkt wahr. Mit der ELTA wollten wir die unterschiedlichen Innovatoren und Innovationszentren zusammenbringen und eine grenzüberschreitende Plattform für den Erfahrungsaustausch schaffen. Als ich 2023 in die Business Aviation und das Yachting wechselte, stellte ich schnell fest: Obwohl sich die Zielgruppen stark überschneiden und die operativen sowie marktbezogenen Herausforderungen ähnlich sind, gab es keinen strukturierten Dialog zwischen den Vertretern verschiedener Asset-Klassen, Anbietern und Dienstleistern im Luxus-, Private-Clients- und UHNWI-Bereich. Auch in der DACH-Region fehlte eine entsprechende Plattform. Mit den High Value Assets Roundtables wollte ich diese Lücke schließen. Ich halte das für einen fruchtbaren Ansatz für alle Beteiligten. Hill: Worum geht es konkret, und was macht das High Value Assets Netzwerk interessant? Heining: Die Netzwerkplattform startete im vergangenen Jahr mit zwei Veranstaltungen im Mai und Oktober 2025 in Berlin. In diesem Jahr folgten bereits zwei weitere Events: im April in Deutschland und im Juni 2026 in Österreich. Unsere kommende Veranstaltung am 10. September in Zürich rundet die Roundtable-Aktivitäten in der DACH-Region für dieses Jahr ab. Die Plattform soll den professionellen Austausch zwischen Vertretern verschiedener Asset-Klassen sowie Anbietern und Dienstleistern im Luxus-, Private-Clients- und UHNWI-Bereich ermöglichen und fördern. Wir alle leben von der Stärke, Breite und Tiefe unserer Netzwerke. Zugleich sind wir auf vertrauenswürdige Multiplikatoren mit Zugang zu den relevanten Zielgruppen angewiesen. Bei den bisherigen High Value Assets Roundtables waren Gäste aus den Bereichen Business Aviation, Yachting, Immobilien, Automotive, Edelsteine und Edelmetalle, Wealth Management, Kunst und Kultur, Private Client Services, Finanzierung, Versicherung, Recht und Steuern sowie Sicherheitsarchitektur vertreten. Neben relevanten Zielgruppenthemen geht es immer wieder um die Besonderheiten und Marktspezifika der verschiedenen Asset-Klassen. …

  • Swiss Digital Finance Conference 2026, Digital Sovereignty Index, E-ID und Digital Trust: Künstliche Intelligenz, Blockchain, digitale Identitäten, Quantencomputing und neue Dateninfrastrukturen werden häufig als voneinander getrennte Technologietrends betrachtet. In der Praxis beginnen diese Entwicklungen jedoch zunehmend miteinander zu verschmelzen. Genau hier setzt die Swiss Digital Finance Conference 2026 der Hochschule Luzern am 24. September 2026 in Rotkreuz an. Unter dem Leitthema «Technology Convergence – Redefining the Financial Architecture» diskutieren Vertreterinnen und Vertreter aus Finanzwirtschaft, Technologie, Wissenschaft und Praxis, was passiert, wenn aus einzelnen Innovationen eine neue digitale Architektur entsteht. Doch mit zunehmender technologischer Vernetzung rückt eine weitere Frage in den Mittelpunkt: Wie souverän sind Unternehmen innerhalb dieser neuen digitalen Strukturen überhaupt noch? Diese Frage führt direkt zur nächsten Initiative der Hochschule Luzern: dem Digital Sovereignty Index 2026, dessen Ergebnisse am 6. Oktober 2026 in Rotkreuz vorgestellt und mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft diskutiert werden. Über die Verbindung dieser Themen spricht Markus Hill mit Jan Carlos Janke, Dozent im Themenfeld Digital Business & Innovation der Hochschule Luzern – Informatik, Projektleiter der Swiss Digital Finance Conference, Co-Leiter des Digital Sovereignty Index sowie Co-Programmleiter des neuen CAS Digital Identity & Trust. Jan Carlos Janke, Hochschule Luzern Hill: Herr Janke, warum braucht es aus Ihrer Sicht überhaupt eine Swiss Digital Finance Conference? Es gibt doch bereits zahlreiche Banking-, FinTech- und Technologiekonferenzen. Janke: Gerade deshalb. Viele Veranstaltungen betrachten einzelne Ausschnitte: AI, Blockchain, Digital Assets, Cyber Security, FinTech oder Regulierung. Unsere Grundannahme ist eine andere: Die eigentlich relevanten Veränderungen entstehen zunehmend an den Schnittstellen dieser Technologien. Die Finanzbranche befindet sich nicht einfach in einer weiteren Digitalisierungswelle. Wir sehen eine Kombination aus künstlicher Intelligenz, hochautomatisierten Prozessen, Blockchain- und Distributed-Ledger-Infrastrukturen, digitalen Identitäten, neuen Formen digitaler Assets und perspektivisch Quantum Computing. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr nur: Welche Technologie setzt sich durch? Sondern: Was geschieht, wenn diese Technologien miteinander interagieren und dadurch neue Geschäftsmodelle, Prozesse und Marktstrukturen ermöglichen? Genau diesen Blick möchten wir mit der Swiss Digital Finance Conference ermöglichen. Hill: Deshalb lautet das Thema 2026 «Technology Convergence – Redefining the Financial Architecture»? Janke: Genau. Wir möchten Technologie nicht als Selbstzweck diskutieren. AI kann beispielsweise Prozesse automatisieren, Informationen analysieren und Entscheidungen vorbereiten. Blockchain und Distributed-Ledger-Technologien können neue Transaktions- und Eigentumsstrukturen schaffen. Digitale Identitäten und verifizierbare Nachweise können wiederum klären, wer oder was innerhalb digitaler Prozesse tatsächlich handelt und mit welcher Berechtigung. Wenn künftig zusätzlich autonome AI Agents Transaktionen auslösen oder Geschäftsprozesse eigenständig durchführen, werden diese Fragen noch wichtiger. Damit kommen wir sehr schnell von der einzelnen Technologie zur Architektur: Wie gestalten wir Finanzsysteme, in denen Daten, Identitäten, Assets und automatisierte Akteure sicher und vertrauenswürdig miteinander interagieren können? Markus Hill, Finanzplatz Frankfurt am Main & Jan Carlos Janke, Hochschule Luzern Hill: Mit Damir Bogdan haben Sie einen Experten für Business Transformation, AI und Quantum Computing als Keynote Speaker gewonnen. Was erwarten Sie von seinem Beitrag? Janke: Seine Keynote «Technology Convergence – AI, Quantum Computing and the Race for Execution» bringt eine für uns wichtige Perspektive ein: Technologische Möglichkeiten allein schaffen noch keinen Wettbewerbsvorteil. Entscheidend wird zunehmend die Fähigkeit von Organisationen, unterschiedliche Technologien sinnvoll miteinander zu verbinden und in skalierbare Geschäftsmodelle und Prozesse zu übersetzen. Aus meiner Sicht verschiebt sich damit auch die Managementfrage. Es reicht nicht, zu wissen, welche Technologien relevant werden könnten. Unternehmen müssen entscheiden können, wo sie investieren, welche Fähigkeiten sie selbst kontrollieren möchten, welche Ökosysteme sie nutzen und an welchen Stellen Abhängigkeiten vertretbar sind. Und damit sind wir bereits beim Thema digitale Souveränität. Hill: Ist das die Verbindung zum Digital Sovereignty Index? Janke: Ja – und genau deshalb sehe ich die beiden Veranstaltungen nicht isoliert voneinander. Die Swiss Digital Finance Conference fragt zunächst: Wie verändert technologische Konvergenz die Architektur des Finanzsystems? Der Digital Sovereignty Index stellt wenige Tage später die Anschlussfrage: Wie handlungsfähig und selbstbestimmt sind Unternehmen innerhalb dieser zunehmend komplexen digitalen Architektur? Gemeinsam mit unserem Praxispartner ti&m untersucht die Hochschule Luzern mit dem Digital Sovereignty Index, wie Schweizer Organisationen digitale Souveränität einschätzen und welche Fähigkeiten dafür notwendig sind. Dabei geht es unter anderem um strategische und technologische Abhängigkeiten, Daten, Infrastruktur, Governance und die Fähigkeit von Organisationen, ihre digitale Transformation selbstbestimmt zu gestalten. Am 6. Oktober 2026 werden wir die Ergebnisse erstmals öffentlich vorstellen und gemeinsam mit Fachpersonen aus Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft diskutieren. Unser Ziel ist dabei keine abstrakte Debatte über technologische Unabhängigkeit. Unternehmen werden auch künftig internationale Technologieanbieter, Cloud-Infrastrukturen, Plattformen und spezialisierte Software nutzen. Die entscheidende Frage ist vielmehr: Wo entsteht aus effizienter Arbeitsteilung eine strategisch problematische Abhängigkeit – und besitzt eine Organisation noch ausreichend Wahlmöglichkeiten, Kompetenzen und Steuerungsfähigkeit, um selbstbestimmt handeln zu können? Hill: Welche Rolle spielen digitale Identitäten dabei? Janke: Eine sehr zentrale. Wir bewegen uns in Richtung digitaler Ökosysteme, in denen nicht mehr nur Menschen miteinander interagieren. Unternehmen, Behörden, Plattformen, Maschinen und zunehmend auch AI Agents müssen Rollen, Berechtigungen und Nachweise besitzen. Digitale Identität bedeutet deshalb weit mehr als Login oder Authentifizierung. Mit der Schweizer E-ID, der swiyu Wallet, der Vertrauensinfrastruktur des Bundes und Verifiable Credentials entsteht gerade eine Infrastruktur, auf deren Basis vertrauenswürdige digitale Interaktionen wesentlich einfacher und stärker automatisiert werden können. Diese Entwicklung beschäftigt uns sowohl in der Forschung als auch in verschiedenen Ökosystemen, unter anderem im Umfeld von DIDAS – Digital Identity and Data Sovereignty Association und dem DIDAS Launchpad for the swiyu Ecosystem. Die grundlegende Idee dahinter ist wichtig: Menschen und Organisationen sollen digitale Nachweise vertrauenswürdig nutzen können, ohne bei jeder Interaktion wieder vollständige Datenbestände austauschen oder zentrale Plattformen als alleinige Vertrauensinstanz benötigen zu müssen. Für mich ist das ein gutes Beispiel dafür, dass digitale Souveränität nicht bedeutet, sich technologisch abzuschotten. Im Gegenteil: Souveränität entsteht durch Wahlmöglichkeiten, Interoperabilität und bewusst gestaltete digitale Ökosysteme. Hill: Sie übertragen diese Themen inzwischen auch in die Weiterbildung der Hochschule Luzern. Janke: Ja. Genau hier schliesst sich für mich der Kreis zwischen Forschung, Praxis und Weiterbildung. Im Themenfeld Digital Business & Innovation der Hochschule Luzern beschäftigen wir uns mit der Frage, wie digitale Technologien Geschäftsmodelle, Prozesse und ganze Organisationen verändern – und wie Unternehmen diese Transformation aktiv gestalten können. Dabei geht es bewusst nicht nur um einzelne Technologien. Wir betrachten das Zusammenspiel von Technologie, Geschäftsmodellen, Innovation, Organisation und digitalen Ökosystemen. Ein neuer Baustein innerhalb dieses Themenfelds ist der CAS Digital Identity & Trust, den ich gemeinsam mit Prof. Dr. Oliver Gilbert leite. Hier betrachten wir digitale Identitäten, E-ID, Wallets und Verifiable Credentials nicht nur technologisch. …

  • Der Fondsplatz Liechtenstein wächst – Markus Hill sprach für FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN mit David Gamper, Geschäftsführer des Liechtensteinischen Anlagefondsverbands (LAFV), über die Spezialisierung auf Private-Label-Fonds, die Rolle einer dialogorientierten Aufsicht und die noch immer größte Wachstumsbremse: die internationale Bekanntheit. Weitere Themen sind die jüngste Roadshow in London und die Frage, weshalb der britische Markt für Liechtenstein langfristig besonders interessant ist. Am 10. November 2026 setzt der LAFV den Dialog in Frankfurt fort. Hill: Wie entwickelt sich die liechtensteinische Fondsbranche in diesem Jahr?Gamper: Wir können mit dem ersten Halbjahr sehr zufrieden sein. Die Assets under Management sind um rund 9% gestiegen. Etwas mehr als ein Drittel dieses Wachstums ist auf Nettomittelzuflüsse zurückzuführen, der übrige Anstieg auf Kurs- und Währungsgewinne. Auch die Zahl der Fondsneugründungen liegt über dem Vorjahresniveau. Das hat uns durchaus überrascht, denn viele unserer Mitglieder waren gleichzeitig stark mit der Umsetzung der AIFMD II beschäftigt. Diese regulatorischen Anpassungen haben erhebliche personelle und organisatorische Ressourcen gebunden. Umso erfreulicher ist es, dass die Branche ihre Wachstumsdynamik dennoch beibehalten konnte. David Gamper, LAFV, Liechstensnischer Anlagefondsverband Hill: Sie waren gerade auf Roadshow in London – nicht zum ersten Mal. Spüren Sie in Großbritannien inzwischen eine Veränderung?Gamper: Ja, wir sehen eine sehr erfreuliche Entwicklung. Das Fondsdomizil Liechtenstein war in Großbritannien bis vor wenigen Jahren praktisch unbekannt. Wir mussten daher zunächst Grundlagenarbeit leisten und überhaupt ein Bewusstsein für den Standort schaffen. Die gezielte Marktbearbeitung haben wir erst vor wenigen Jahren aufgenommen; gemessen an der Größe des britischen Marktes arbeiten wir nach wie vor mit einem vergleichsweise bescheidenen Budget. Umso erfreulicher ist es, dass unsere Aktivitäten zunehmend Früchte tragen. Die Zahl der Teilnehmenden an unseren Roadshows wächst von Veranstaltung zu Veranstaltung. Wir führen deutlich mehr vertiefte Gespräche mit Asset Managern und Dienstleistern und verzeichnen mehr konkrete Anfragen. Inzwischen zeigt sich das auch in einer wachsenden Zahl von Fondsgründungen britischer Asset Manager in Liechtenstein. Der britische Markt gehört zu den größten und internationalsten Fonds- und Asset-Management-Märkten Europas. Bekanntheit und Vertrauen entstehen dort nicht über Nacht. Die bisherige Entwicklung zeigt jedoch, dass Liechtenstein mit kurzen Entscheidungswegen, hoher regulatorischer Qualität und Zugang zum europäischen Binnenmarkt auf ein zunehmendes Interesse stößt. Wir sind überzeugt: In Großbritannien stehen wir erst am Anfang und verfügen noch über erhebliches Wachstumspotenzial. Hill: Liechtenstein gilt als wichtiger Standort für Private-Label-Fonds. Worin liegt die besondere Stärke?Gamper: Liechtenstein hat sich in den vergangenen Jahren ganz bewusst als Kompetenzzentrum für Private-Label-Fonds positioniert. Während große Fondsdomizile wie Luxemburg oder Irland vor allem internationale Asset Manager mit sehr hohen Fondsvolumina adressieren und ihre Strukturen auf Skaleneffekte ausrichten, konzentriert sich Liechtenstein auf ein anderes Marktsegment. Private-Label-Fonds sind bei uns kein Nischenprodukt, sondern der Kern des Fondsmarktes. Deshalb haben alle Beteiligten – Fondsleitungen, Depotbanken, spezialisierte Dienstleister und Finanzmarktaufsicht – ein gemeinsames Interesse daran, die Rahmenbedingungen für Fondsinitiatoren kontinuierlich zu verbessern und Prozesse effizient zu gestalten. Gerade unabhängige Vermögensverwalter, Family Offices, Banken und spezialisierte Asset Manager profitieren von dieser besonderen Positionierung des Fondsplatzes Liechtenstein. Sie finden Ansprechpartner, die ihr Geschäftsmodell verstehen, kurze Entscheidungswege sowie ein regulatorisches Umfeld, das Innovation ermöglicht und zugleich hohe Qualitäts- und Compliance-Standards gewährleistet. Diese Spezialisierung ist ein echter Wettbewerbsvorteil: Fondsinitiatoren sind in Liechtenstein nicht einer von vielen Kunden, sondern stehen im Mittelpunkt. Das ermöglicht eine enge Zusammenarbeit, individuelle Lösungen und eine hohe Servicequalität – Faktoren, die im Private-Label-Geschäft entscheidend sind. Markus Hill, Finanzplatz Frankfurt am Main Hill: Welche Rolle spielt die Finanzmarktaufsicht für die Attraktivität des Standorts?Gamper: Die Finanzmarktaufsicht ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Ein attraktiver Fondsplatz braucht hohe regulatorische Standards und Rechtssicherheit, aber ebenso eine Aufsicht, die den Dialog mit den Marktteilnehmern sucht und effiziente Prozesse ermöglicht. Genau diese Kombination zeichnet Liechtenstein aus. Ein besonderer Vorteil ist die enge und direkte Kommunikation. Jede Fondsgesellschaft verfügt über einen persönlichen Ansprechpartner bei der Finanzmarktaufsicht. Der regelmäßige Austausch ist nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht. Das ist vor allem bei komplexeren Fondsstrukturen oder innovativen Anlageklassen hilfreich: Ein frühzeitiger Dialog klärt regulatorische Fragen und bereitet den Bewilligungsprozess effizient vor. Die Rollenverteilung bleibt dabei klar. Die Finanzmarktaufsicht übernimmt keine Beratungsfunktion, versteht sich aber als zugängliche und dialogorientierte Behörde. Verena Schlömer von der Finanzmarktaufsicht hat dies kürzlich vor Fondsinitiatoren treffend formuliert: «Wir sind keine Berater, beraten aber gerne mit Ihnen.» Dieser Satz bringt den liechtensteinischen Ansatz sehr gut auf den Punkt: frühzeitig miteinander sprechen, gegenseitiges Verständnis schaffen und Lösungen innerhalb des regulatorischen Rahmens finden. Kurze Wege, feste Ansprechpartner und ein konstruktiver Austausch schaffen Planungssicherheit. So lassen sich auch anspruchsvolle Fondsprojekte effizient umsetzen. Diesen Unterschied schätzen viele Marktteilnehmer im internationalen Vergleich besonders. Hill: Wie wirkt sich die europäische Regulierung auf einen kleinen Fondsstandort wie Liechtenstein aus?Gamper: Die europäische Regulierung hat für einen kleinen Fondsstandort natürlich spürbare Auswirkungen. Für kleine und mittelgroße Unternehmen, wie sie hierzulande typisch sind, bedeutet die Umsetzung neuer Anforderungen häufig erheblichen Aufwand und zusätzliche Ressourcen. Gleichzeitig besitzt Liechtenstein einen wichtigen Vorteil: Der Regulator setzt die europäischen Vorgaben zielgerichtet um und vermeidet – anders als manche andere Fondsstandorte – zusätzliche Verschärfungen über die Brüsseler Vorgaben hinaus. Diese pragmatische Herangehensweise schafft ein ausgewogenes Verhältnis zwischen notwendiger Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit. Davon profitieren die ansässigen Unternehmen ebenso wie die Fondsinitiatoren. Sie erhalten einen verlässlichen regulatorischen Rahmen, ohne unnötige zusätzliche Hürden. Für einen kleinen Fondsstandort ist es entscheidend, effizient zu bleiben und gleichzeitig die hohen europäischen Standards zu erfüllen. Hill: Was ist derzeit das größte Hemmnis für weiteres Wachstum?Gamper: Das größte Hemmnis ist aus unserer Sicht nicht die Qualität des Standorts, sondern seine Bekanntheit. Wer den Fondsstandort Liechtenstein näher kennenlernt, ist in der Regel von den Rahmenbedingungen und der Leistungsfähigkeit des Ökosystems überzeugt. Viele fragen sich dann, weshalb das Wachstum nicht noch stärker ausfällt – und gelangen meist zum gleichen Schluss: Die Stärken Liechtensteins sind international noch immer zu wenig bekannt. Luxemburg und Irland sind seit Jahrzehnten als Fondsdomizile etabliert und investieren erhebliche Mittel in ihre internationale Vermarktung. Unser Verband arbeitet mit einem vergleichsweise begrenzten Budget daran, die Bekanntheit Schritt für Schritt zu erhöhen – mit Roadshows, Social Media und dem direkten Austausch mit Fondsinitiatoren wie Asset Managern, Vermögensverwaltern und Family Offices. Ich bin überzeugt: Je mehr potenzielle Fondsinitiatoren Liechtenstein kennenlernen, desto stärker wird das Wachstum ausfallen. Unsere Aufgabe besteht daher darin, die Sichtbarkeit weiter zu erhöhen und …

  • ndien, Deutschland und Europa rücken wirtschaftlich, technologisch und kulturell zunehmend näher zusammen. Frankfurt am Main spielt dabei als internationaler Finanzplatz, Verkehrsdrehscheibe und Standort einer großen indischen Community eine besondere Rolle. Auch in diesem Jahr findet der India-Europe Business Day wieder statt. Am 13.6.2026 ergibt sich die Gelegenheit zum Gedankenaustausch in der Mainmetropole. Im Gespräch mit Markus Hill erläutert Ajit Ranade, INDIA EUROPE BUSINESS DESK, warum er sich seit Jahren für die Verbindung zwischen Indien und Deutschland engagiert, welche Branchen in Zukunft besonders interessant werden und weshalb Frankfurt für viele indische Unternehmer, Fachkräfte und Studierende ein natürliches Sprungbrett nach Deutschland ist. Hill: Warum engagieren Sie sich sehr intensiv für die Kooperation von Indien und Deutschland? Ranade: Persönlich bin ich davon überzeugt, dass Indien und Deutschland natürliche Partner und Freunde sind. Beide Länder teilen viele Werte, ergänzen sich in ihren Stärken und haben über viele Jahre hinweg voneinander gelernt. Ich lebe seit mehr als einem Jahrzehnt in Deutschland und Europa und war in dieser Zeit in verschiedenen sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Initiativen aktiv. Zudem habe ich zahlreiche Veranstaltungen organisiert und mich in der Vergangenheit auch in der Frankfurter Stadtpolitik engagiert. Durch all diese sämtlichen Erfahrungen habe ich immer wieder wahrgenommen, dass Indien und Deutschland eine starke, positive Beziehung verbindet – geprägt von gegenseitigem Respekt, Vertrauen und Interesse aneinander. Auch aus wirtschaftlicher Sicht sind die Chancen enorm. Die Zahl indischer Fachkräfte und Studierender in Deutschland wächst kontinuierlich. Gleichzeitig haben beide Länder einander viel zu bieten – bei Handel, Investitionen, Innovation und beim Austausch zwischen Menschen, Unternehmen und Institutionen. Genau aus dieser Überzeugung heraus unterstütze ich Plattformen wie den India-Europe Business Day. Ziel ist es, Unternehmen, Fachleute, politische Entscheider und Vertreter der Community zusammenzubringen und Verbindungen zu schaffen, aus denen langfristige Kooperationen entstehen können. Auch persönlich gibt es für mich eine besondere Verbindung: Ich komme aus Pune, einer Stadt, die oft als „deutsche Hauptstadt Indiens“ bezeichnet wird. Pune pflegt seit langer Zeit enge Beziehungen zu Deutschland. Der Deutschunterricht begann dort bereits vor mehr als hundert Jahren, und heute sind in der Region zahlreiche deutsche und europäische Unternehmen vertreten. Während meiner beruflichen Laufbahn in Pune, insbesondere zwischen 2005 und 2012, konnte ich aus nächster Nähe beobachten, wie deutsche Global Capability Centers und deutsche Investitionen in Indien gewachsen sind. Diese Erfahrungen haben meine Wertschätzung für die indisch-deutsche Partnerschaft stark geprägt. Sie motivieren mich bis heute, meinen kleinen Beitrag dazu zu leisten, diese Beziehung durch wirtschaftliches, kulturelles und gesellschaftliches Engagement weiter zu stärken. Ajit Ranade, India Europe Business Desk, Frankfurt & Markus Hill, Finanzplatz Frankfurt am Main Hill: Auf welchen Feldern sehen Sie in den nächsten Jahren das größte Potenzial für die Zusammenarbeit von Indien und Deutschland? Ranade: Die klassischen Sektoren wie Automobilindustrie, Automobilzulieferer, Pharma, Life Sciences, Maschinenbau, Engineering und industrielle Ausrüstung bilden seit vielen Jahren das Rückgrat der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland. In diesen Bereichen gibt es bereits ein starkes Fundament, das über Jahrzehnte gewachsen ist. Gleichzeitig sehe ich auch dort weiterhin erhebliches Potenzial für Wachstum, Vertiefung und neue Formen der Zusammenarbeit. Ein besonders interessantes Feld ist aus meiner Sicht der Verteidigungssektor. Indien und Deutschland haben in den vergangenen Jahren begonnen, in diesem Bereich enger zusammenzuarbeiten. Wir sehen bereits wichtige Vereinbarungen und strategische Partnerschaften zwischen Unternehmen und Institutionen beider Länder. Dieser Bereich kann in Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen. Ein weiteres Feld mit großem Potenzial sind Textilien und Leder. Indien ist weltweit für Qualität, Skalierung und Leistungsfähigkeit seiner Textilindustrie bekannt. Länder wie Deutschland und Italien verfügen wiederum über hochentwickelte Fertigungstechnologien. Gerade technische Textilien bieten daher große Chancen: Hier können indische Produktionskompetenz und europäische Technologie- und Innovationsstärke sehr sinnvoll zusammenkommen. Auch die Lederindustrie bietet Möglichkeiten für Wissenstransfer, technologische Modernisierung und verbesserten Marktzugang auf beiden Seiten. Darüber hinaus sehe ich sehr große Chancen bei Start-ups und innovationsgetriebenen Unternehmen. Deutsche und indische Start-ups können viel voneinander lernen. Deutschland steht für Ingenieurskunst, Forschung, Präzision und industrielle Qualität. Indien bringt enorme Stärken bei Skalierung, digitaler Innovation und Unternehmertum mit. Wenn diese Fähigkeiten zusammengeführt werden, können Lösungen entstehen, die international wettbewerbsfähig sind und für beide Seiten Nutzen stiften. Weitere wichtige Zukunftsfelder sind Halbleiter, Energie, Nachhaltigkeit, Advanced Manufacturing und technologische Innovation. Insgesamt liegt die Zukunft der indisch-deutschen Zusammenarbeit nicht nur darin, traditionelle Industrien weiter zu stärken, sondern auch, neue Sektoren wie Verteidigung, technische Textilien, nachhaltige Technologien, Start-ups und innovationsorientierte Geschäftsmodelle systematisch auszubauen. Hill: Welche Bedeutung hat Frankfurt als Brücke zwischen Indien und Deutschland? Ranade: Frankfurt ist eine sehr interessante Stadt. Obwohl Frankfurt nur die fünftgrößte Stadt Deutschlands ist, spielt sie eine außerordentlich wichtige Rolle – als Sitz der Europäischen Zentralbank, als Standort vieler internationaler Banken und als einer der bedeutendsten Finanzplätze Europas. Die Stadt ist seit Jahrzehnten Heimat einer großen indischen Community. Frankfurt gilt zudem als sehr offen und einladend, gerade für Expats. Viele Menschen fühlen sich hier sicher, willkommen und gut eingebunden. Im Unterschied zu manchen traditionelleren deutschen Städten ist Frankfurt sehr international geprägt. Menschen aus vielen Nationen leben und arbeiten hier, es werden zahlreiche Sprachen gesprochen, und diese kulturelle Vielfalt macht die Stadt lebendig, dynamisch und global. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Konnektivität. Der Frankfurter Flughafen gehört zu den wichtigsten Passagier- und Frachtflughäfen Europas. Für viele Inder ist Frankfurt der erste Ankunftsort in Deutschland. Ein erheblicher Teil der Reisenden aus Indien kommt über Frankfurt nach Deutschland. Durch die guten Flugverbindungen sind wichtige indische Metropolen wie Mumbai oder Delhi in etwa acht bis neun Stunden erreichbar. Das schafft eine besondere Nähe zu Indien, die viele Menschen sehr schätzen. Hinzu kommt die zentrale Lage innerhalb Deutschlands und Europas. Ob man nach Norden, Süden, Osten oder Westen reist – viele Ziele sind von Frankfurt aus gut und schnell erreichbar. Diese Kombination aus Internationalität, wirtschaftlicher Bedeutung, starker Infrastruktur, guter Erreichbarkeit und einer offenen Atmosphäre macht Frankfurt zu einem besonderen Ort, um zu leben, zu arbeiten und Verbindungen zwischen Indien und Deutschland aufzubauen. Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Gerne unterstützen wir vom FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN und auch INVESTING IN INDIA Ihr interessantes Format. Einen Extra-Dank noch an Andreas Heuberger an dieser Stelle, er hatte uns auf Ihr Format aufmerksam gemacht. …

  • Private Debt ist in der institutionellen Kapitalanlage längst kein Randthema mehr. Gerade im aktuellen Marktumfeld wird jedoch genauer hingeschaut: Welche Segmente bieten noch attraktive risikoadjustierte Renditen? Wo entstehen Spätzyklus-Signale? Und wie unterscheiden sich US Direct Lending und europäische Corporate-Credit-Strategien in Struktur, Wettbewerb, Covenants und Nähe zum Kreditnehmer? Markus Hill sprach für FINANZPLATZ FRANKFURT mit Mario Almer und Florian Wegmann, DANEO Partners AG, über die zunehmende Differenzierung innerhalb der Anlageklasse, über Chancen im europäischen und DACH-fokussierten Mittelstand sowie über die Fragen, die institutionelle Investoren in Deutschland und der Schweiz derzeit besonders beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht Marketing-Schlagworte, sondern Kreditqualität, Selektion, Besicherung, Monitoring und die Frage, wo Private Debt im Portfolio langfristig sinnvoll eingesetzt werden kann. Hill: Gegenwärtig wird in der Fachpresse häufig das Thema „US Direct Lending versus Private Debt in Europa“ kritisch diskutiert. Was gibt es hier zu beachten, was sind die wesentlichen Unterschiede bei dieser Betrachtung aus Ihrer Perspektive?Wegmann: US Direct Lending und europäisches Private Debt laufen zwar unter dem gleichen Begriff – sind aber strukturell zwei verschiedene Märkte. Das wird von vielen Investoren aktuell erst richtig wahrgenommen. Der US-Markt ist tiefer, reifer und standardisierter. Genau das ist heute aber auch sein Problem: Der Wettbewerb ist massiv gestiegen, Spreads haben sich komprimiert, Covenants wurden aufgeweicht und Leverage-Niveaus sind gestiegen. Ein Großteil des Kapitals fließt in große, sponsor-getriebene Transaktionen (also von Private-Equity-Fonds gehaltene Firmen) mit aggressiven EBITDA-Adjustments und zunehmenden Payment-in-Kind-Strukturen – Mechanismen, die wirtschaftliche Schwäche beim Kreditnehmer verschleiern können. Bereinigt man die Ausfallraten um diese Instrumente, liegt die sogenannte ‘Shadow Default Rate’ im US-Markt mittlerweile bei rund 5–6% – deutlich höher als die offiziell kommunizierten Zahlen und ein klassisches Zeichen später Kreditzyklen.Europa ist fragmentierter, weniger effizient – und genau deshalb aus unserer Sicht heute attraktiver. Banken dominieren noch immer einen Großteil der Unternehmensfinanzierung, ziehen sich aber regulierungsbedingt zunehmend zurück – Basel IV beschleunigt diesen Trend. In der Schweiz kommt ein weiterer struktureller Faktor hinzu: Mit dem Wegfall der Credit Suisse ist ein bedeutender Kreditgeber im mittleren Marktsegment verschwunden. Das spüren Unternehmen und Intermediäre im Markt direkt und schafft Raum für spezialisierte Private-Credit-Anbieter, insbesondere im Lower Mid Market Bereich. Europäische Transaktionen weisen typischerweise konservativere Leverage-Niveaus, stärkere Covenants und attraktivere risikoadjustierte Spreads auf – und für Euro-Investoren entfällt das Währungsabsicherungsproblem, das einen vermeintlichen US-Renditevorteil häufig neutralisiert. Genau hier finden wir Situationen, die wir direkt mit den Eigentümern und Unternehmern aushandeln und maßgeschneidert strukturieren können – meist erstrangig besichert, mit starken Covenants und attraktivem Pricing, abseits des Gedränges im US-dominierten Direct-Lending-Markt.Almer: Was ich in Gesprächen mit institutionellen Investoren ergänzen würde: Auch in Europa muss man differenzieren. Große (Private-Equity-)Sponsor-getriebene Deals im Upper Mid Market zeigen nach unserer Einschätzung zunehmend dieselben Tendenzen wie in den USA. Entscheidend sind Selektion und der Fokus auf das richtige Segment. Wir bei Daneo Partners sind seit 2018 ausschließlich im europäischen, DACH-fokussierten Mittelstand aktiv – im Finanzierungssegment zwischen 10-75 Mio. Euro, wo große angelsächsische Plattformen nicht effizient skalieren können und lokale Banken zu klein oder zu reguliert sind. Florian Wegmann, DANEO Partners AG Hill: Welche Rolle sollte Private Debt bei der Allokation generell bei institutionellen Investoren einnehmen?Almer: Private Debt hat sich auch in Europa von einer Nischenstrategie zu einer etablierten Anlageklasse entwickelt. Insbesondere in Deutschland wird Private Debt mittlerweile bei vielen institutionellen Investoren als Kernbaustein in einem gut diversifizierten Portfolio betrachtet. Senior besicherte Direktkredite kombinieren dabei geringe Volatilität mit Renditen, die mit eigenkapitalähnlichen Erträgen konkurrieren können. Für Pensionskassen und Vorsorgewerke ist zudem entscheidend, was Public Credit strukturell nicht leisten kann: direkte Vertragsbeziehung zum Kreditnehmer, aktives Monitoring und die Möglichkeit, frühzeitig zu intervenieren und Einfluss zu nehmen, wenn sich eine Situation verändert. Dies bietet eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Public-Credit-Allokationen. Die Allokation sollte strategisch erfolgen – mit klarem Fokus auf Qualität des Managers und der Strukturen. Wir beobachten zudem ein steigendes Interesse europäischer institutioneller Investoren an europäischen Managern, mit dem Ziel, Exposure aus dem US-Markt in die hiesigen Märkte umzuschichten. Das bestätigt uns in der Überzeugung, dass wir mit unserer Strategie richtig aufgestellt sind. Hill: Als Schweizer Fondsboutique stehen Sie im Dialog mit institutionellen Investoren in der gesamten DACH-Region. Welche Themen stehen hier im Vordergrund?Almer: Die Gespräche mit institutionellen Investoren drehen sich momentan stark um Risiken und weniger um Rendite. Drei Themen dominieren klar. Dominant ist aktuell die kritische Berichterstattung rund um Private Debt in den USA: Investoren haben selber substantiellen USA-Exposure oder lesen die Presse, nehmen die Warnsignale wahr und fragen gezielt nach, wie wir uns von diesen Entwicklungen abgrenzen – Stichworte Covenant-lite, hohe Leverage, Payment-in-Kind.Zweitens das makroökonomische und geopolitische Umfeld: Wie resilient ist das Portfolio bei einer weiteren konjunkturellen Eintrübung? Was passiert bei einem Workout? Wie schnell kann man reagieren, und welchen Schutz bieten die Strukturen?Drittens das Thema Bewertung und Leverage: Viele Investoren machen sich Sorgen um Exposure in stark überbezahlten, hochverschuldeten Unternehmen – oft in großen Sponsor-Deals (Thema US Sponsored SaaS Firmen). Die Frage, ob und wie man dort investiert ist, und wie man das Thema sieht, wird zunehmend kritisch beurteilt. Mario Almer, DANEO Partners AG Wegmann: Speziell bei deutschen Investoren kommt ein weiteres Thema hinzu: Viele haben in den vergangenen Jahren unter dem Label „Private Credit“ insbesondere in immobilienbesicherte Finanzierungen – Mezzanine, Whole Loans – in Deutschland investiert und dabei schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Das hat das Vertrauen in die Anlageklasse teilweise belastet und führt zu berechtigten Fragen rund um Abgrenzung und Strukturqualität. Wir erklären dann gerne unsere Corporate Credit Strategie: mittelständische Unternehmen in der DACH-Region, erstrangig besichert, ohne exzessiven Leverage und mit direktem Zugang zum Management. Hill: Sie vertiefen aktuell den Dialog mit Investoren in Deutschland. Gibt es hier Unterschiede bei der Betrachtung von Private Debt, Finanzplatz Deutschland versus Finanzplatz Schweiz?Almer: Ja, durchaus. In Deutschland ist die strategische Allokation institutioneller Investoren in Private Credit bereits deutlich weiter fortgeschritten, als in der Schweiz. Deutsche Pensionskassen und Versorgungswerke haben die Anlageklasse früher und breiter in ihre Portfolios integriert. Laut dem aktuellen Investor Survey des Bundesverbands Alternative Investments (BAI) liegt die durchschnittliche strategische Allokation in Private Debt bereits bei 3,3%. In der Schweiz ist die Durchdringung noch geringer – das Thema gewann aber die letzten Jahre klar an Dynamik. Inhaltlich unterscheiden sich die Fragen kaum: Beide Märkte interessieren …

  • „Unser Ziel ist es, ein dauerhaftes Netzwerk im Bereich Digitale Assets aufzubauen, das auf Vertrauen, Expertise und Zusammenarbeit über Länder- und Fachgrenzen hinweg basiert“ Die Schnittstellen zwischen klassischem Wealth Management, Digitale Assets und internationaler Vermögensstrukturierung gewinnen weiter an Bedeutung. Gerade Unternehmer, Family Offices und Vermögensinhaber, deren Vermögen ganz oder teilweise aus dem Bereich digitaler Assets stammt, stehen vor Fragen, die weit über reine Portfolioallokation hinausgehen: Regulierung, Verwahrung, Asset Protection, Liquidität, Nachfolge und die Wahl eines verlässlichen Finanzplatzes rücken stärker in den Vordergrund. Im Gespräch für FINANZPLATZ FRANKFURT mit Markus Hill erläutert Markus Schwingshackl, Rechtsanwalt und Gründer von Centro LAW in Zürich, weshalb der Finanzplatz Schweiz in diesem Umfeld eine besondere Rolle einnimmt. Es geht um die Verbindung von Innovationskraft und Rechtssicherheit, um die Anforderungen neuer Vermögensgenerationen sowie um das Private Key Network (PKN), das Experten aus Private Wealth, Digitalen Assets und künstlicher Intelligenz international zusammenbringen möchte. Ein Dialog über Finanzplätze, Vertrauen, Spezialwissen und neue Formen der Zusammenarbeit im Wealth Management. Markus Hill & Markus Schwingshackl, Centro LAW Hill: Wofür steht der Schweizer Finanzplatz im Bereich digitaler Assets?Schwingshackl: Der Finanzplatz Schweiz steht im Bereich Digitaler Assets für spezialisiertes Wealth Management in einem institutionell verlässlichen Rahmen. Über die Jahre hat sich ein umfassendes Serviceangebot entwickelt, da man frühzeitig erkannt hat, dass Digitale Assets für eine wachsende Zahl von Unternehmern und Investoren nicht nur eine Portfolioallokation sind, sondern häufig den Ursprung ihres Vermögens bilden.Trading, Custody, Lending und Staking werden weltweit in unterschiedlichsten Ausprägungen angeboten – die Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen variiert jedoch ebenso. Genau hier setzt die Schweiz an, indem sie Innovation mit Rechtssicherheit verbindet.Neben der Sicherheit spielen auch die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft der Infrastruktur, die Transaktionsabwicklung sowie die Generierung von Liquidität und Erträgen eine Rolle bei der Frage, wo Wealth Management Strategien umgesetzt werden. Die Schweiz kann dabei auf ihr führendes Know-how in der internationalen Vermögensverwaltung zurückgreifen. Ergänzt wird dies durch eine langfristige Perspektive, insbesondere durch die Einbeziehung der Vermögensübertragung an die nächste Generation, die mit Digitalen Assets als dauerhafter Bestandteil des Vermögens zunehmend an Bedeutung gewinnt.So entsteht eine Verbindung aus klassischem und modernem Wealth Management, die den besonderen Volatilitäts- und Liquiditätsaspekten Rechnung trägt. Zusätzlich zeichnet sich der Finanzplatz Schweiz durch die enge und nahtlose Zusammenarbeit der verschiedenen Dienstleister aus – ein entscheidender Faktor, um auch in Nischenbereichen komplexe, kundenspezifische Probleme zu lösen.Hill: Wo liegen die besonderen Herausforderungen für Vermögensinhaber bei Digitalen Vermögenswerten?Schwingshackl: Das zentrale Thema bleibt die Regulierung. Trotz der Fortschritte der letzten Jahre sind Unternehmer in diesem Bereich weiterhin erheblichen Risiken ausgesetzt. Für Vermögensinhaber sind der Ort der Verwahrung und die eingesetzte Eigentümerstruktur wesentliche Elemente, die auch aus regulatorischer Sicht zu berücksichtigen sind, um die Sicherheit digitaler Vermögenswerte zu gewährleisten. Entsprechend steht Asset Protection für beide Gruppen regelmäßig weit oben auf der Agenda der Vermögensplanung.Darüber hinaus ähneln einige der Herausforderungen denen traditioneller Vermögensinhaber. Die aktuelle makroökonomische Lage scheint eine Suche nach Stabilität auszulösen, um Risiken zu steuern. Auch die internationale Mobilität hat an Bedeutung gewonnen und man bereitet sich bewusst auf mögliche Entwicklungen wie Handelskonflikte, geopolitische Spannungen, steigende Inflation oder eine Rezession vor. Im derzeitigen Umfeld werden zudem die Korrelationen zwischen Assetklassen neu bewertet und die strategische Ausrichtung überprüft.Letztlich lässt es sich so zusammenfassen: Ob traditionell oder digital – Unternehmer und Vermögensinhaber wollen ihr Vermögen erhalten und schützen. Die Geschwindigkeit des Wandels erfordert von allen Beteiligten Agilität und neue Herangehensweisen im Wealth Management.Hill: Apropos neue Herangehensweisen im Wealth Management. Sie haben ein Netzwerk im Bereich Digitaler Assets gegründet. Was hat es damit auf sich?Schwingshackl: Das Private Key Network ist ein Zusammenschluss von Experten im Bereich Private Wealth mit Fokus auf Digitale Assets und Künstliche Intelligenz. Über die Jahre haben sich die Wege internationaler Spezialisten in dieser Nische immer wieder gekreuzt. Gemeinsam mit meinen Mitgründern fördern wir gezielt den Austausch und die Zusammenarbeit, um neue Ansätze im Wealth Management zu entwickeln.Weltweit besitzen bereits mehrere hundert Millionen Menschen direkt oder indirekt Digitale Assets. Ein wachsender Teil dieser Menschen gilt als vermögend. Genau diese Gruppe benötigt verlässliche, grenzüberschreitende Wealth Management Lösungen, wie sie unsere Mitglieder erarbeiten.Unser Ziel ist es, ein dauerhaftes Netzwerk im Bereich Digitale Assets aufzubauen, das auf Vertrauen, Expertise und Zusammenarbeit über Länder- und Fachgrenzen hinweg basiert. Wir hatten kürzlich unser erstes Treffen in London und planen die nächste Veranstaltung im Juni in Zürich. Den Teilnehmerkreis halten wir bewusst klein, denn nicht die Grösse, sondern die Relevanz steht im Vordergrund. Auf diese Weise treffen Perspektiven aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, um konkrete Fragestellungen zu beantworten.Nach dem erfolgreichen Start in Europa wollen wir mittelfristig auch weitere Regionen, insbesondere die USA, einbeziehen. Wer fundiertes Fachwissen, eine kollaborative Haltung und Innovationsfreude mitbringt, kann sich gerne bei uns melden.Hill: Ich freue mich auf unser Wiedersehen bei Ihrer zweiten PKN-Veranstaltung am 1. Juni in Zürich und auf den Vortrag von Adam Hayes von der HSLU Hochschule Luzern. Vielen Dank für das Gespräch. Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“) 25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“ (Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital) 26.2.2026, Frankfurt – „Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV)“ Redaktion – Themenspecial „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement & Digital Assets“ (Interviews / Gastbeiträge, “Support” & MORE: info: markus-hill.com) 17.3.2026, Frankfurt – Private Markets Excellence Forum – „Private Markets, Family Offices & Stiftungen – Due Diligence & Ausblick 2026” (Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Geschäftsführer, VIRATIO GmbH) Interview mit Christian Hommens – SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS Frühjahr 2026: Investorenstudie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien & Alternative Investments“ (Markus Hill – Moderation, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Beispiel 2025) 16.4.2026 – „köln let’s talk“ – Bettina Timmler – Immobilien & Dialog (Medienpartnerschaft) 12.5.2026, Frankfurt: „Value Investing & Rohstoffe & MORE“ (Markus Hill – Moderation & Kurzintro „Fondsboutiquen & USA-Formel“ – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG – FINANZPLATZ SCHWEIZ) 17.6.2026, Zürich: Insights – “Family Offices & Fondsboutiquen” – The Mountain Talks Summit – FUNDPLAT (Vortrag – Markus Hill) 10.11.2026, Frankfurt: „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Finanzplatz …

  • Die Asset-Management-Branche betrachtet sich als kreativ. Neue Strategien, Spezialisierungen, Datenquellen, regulatorische Anforderungen und technologische Möglichkeiten haben das Angebot so breit und differenziert gemacht wie selten zuvor. Nach vielen Gesprächen mit Investoren bleibt oft ein Eindruck bestehen: Der Markt wird für diese nicht automatisch besser, nur weil er immer neue Produkte hervorbringt. Das Leben für Fondsboutiquen wird nicht leichter beim Ringen um Aufmerksamkeit. Markus Hil, Finanzplatz Frankfurt am Main Vielleicht verwechselt die Branche Innovation aber zu oft mit Verpackung. Neue Begriffe, neue Etiketten, neue Präsentationen, neue Buzzwords – doch nicht immer entsteht daraus ein echter Fortschritt für den Investor.Asset Management, Künstliche Intelligenz & Information OverflowInvestoren leiden heute nicht unter einem Mangel an Auswahl, sondern eher unter einem Übermaß an Information. Die Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz wirkt zusätzlich als „Brandbeschleuniger“. Wie unterscheidet man Relevantes von Irrelevantem?Asset Management ist eben nicht nur Produktgeschäft. Es ist immer auch Vertrauensgeschäft und zunehmend Übersetzungsarbeit. Denn was nützt die beste Strategie, wenn sie vom Gegenüber nicht in dessen Entscheidungsrahmen eingeordnet werden kann? Was nützt eine hoch spezialisierte Investmentlösung, wenn sie nicht anschlussfähig ist an die reale Denk- und Arbeitswelt derjenigen, die Kapital allokieren?Authentisches Interesse an Langfristbeziehung versus „Schnelles Ticket“Gute Allokationsentscheidungen entstehen nur selten durch Produktpräsentationen allein. Sie entstehen im Dialog. Nicht als Small Talk, sondern als ernsthafter Austausch über Ziele, Restriktionen, Governance, Risikoverständnis, Liquiditätsanforderungen, Zeithorizonte und die Rolle einer Strategie im Gesamtportfolio. Investoren suchen keine Folienkaskaden.Der Markt ist komplexer geworden. Viele Anbieter reagieren darauf mit noch stärkerer Spezialisierung. Das ist nachvollziehbar und oft sinnvoll. Aber Spezialisierung allein reicht nicht. Wer heute überzeugen will, muss komplexe Sachverhalte nicht nur beherrschen, sondern auch verständlich machen. Die Fähigkeit zur Einordnung wird damit fast so wichtig wie die Fähigkeit des Produktmanagements.Das gilt besonders bei erklärungsbedürftigen Themen wie zum Beispiel Private Markets – Stichworte: Infrastruktur, Private Debt, ESG, Impact Investing, Real Assets oder Digital Assets. In all diesen Bereichen entscheidet nicht allein die Qualität des Konzepts über den Markterfolg, sondern auch die Qualität des Dialogs. Wer lediglich sendet, wird leicht überhört.„Trusted Advisor“, Partnerschaft & MarathonAus vielen Gesprächen, nicht nur am Finanzplatz Frankfurt, nehme ich genau diese Entwicklung wahr. Investoren reagieren sensibel auf standardisierte Vertriebsroutinen und austauschbare Produktbotschaften. Sichtbarkeit allein reicht nicht. Wiedererkennbarkeit entsteht erst dann, wenn Kompetenz, „Haltung“ und Kommunikationsstil zusammenpassen. Vertrauen entsteht nicht durch Lautstärke, sondern durch Konsistenz. Gerade dann zeigt sich, wer Produkte anbietet – und wer mit Orientierung, Einordnung und Haltung Mehrwert schafft. Thema hier ist Vertrieb, nicht PR.Die entscheidende Frage lautet daher nicht: Welches Produkt ist neu? Sondern: Wer hilft Investoren wirklich, Relevantes von Irrelevantem zu unterscheiden? Wer kann Komplexität reduzieren, ohne Inhalte zu vereinfachen? Eine Kernfrage für Sales: Nimmt man sich Zeit für Vertrauensaufbau mit dem Investor („Trusted Advisor“) oder möchte ich bei der Ansprache nur eruieren, ob kurzfristig die Wahrscheinlichkeit für ein Ticket besteht?Asset Management braucht diesen Dialog – nicht als weiche Ergänzung, sondern als harten Erfolgsfaktor. Am Ende wird nicht der lauteste Anbieter gewinnen, sondern derjenige, dem es gelingt, Kompetenz, Verständlichkeit und Vertrauen glaubwürdig miteinander zu verbinden: Marathon versus Sprint! Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“) 25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“ (Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital) 26.2.2026, Frankfurt – „Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV)“ Redaktion – Themenspecial „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement & Digital Assets“ (Interviews / Gastbeiträge, “Support” & MORE: info: markus-hill.com) 17.3.2026, Frankfurt – Private Markets Excellence Forum – „Private Markets, Family Offices & Stiftungen – Due Diligence & Ausblick 2026” (Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Geschäftsführer, VIRATIO GmbH) Interview mit Christian Hommens – SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS Frühjahr 2026: Investorenstudie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien & Alternative Investments“ (Markus Hill – Moderation, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Beispiel 2025) 16.4.2026 – „köln let’s talk“ – Bettina Timmler – Immobilien & Dialog (Medienpartnerschaft) 12.5.2026, Frankfurt: „Value Investing & Rohstoffe & MORE“ (Markus Hill – Moderation & Kurzintro „Fondsboutiquen & USA-Formel“ – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG – FINANZPLATZ SCHWEIZ) 17.6.2026, Zürich: Insights – “Family Offices & Fondsboutiquen” – The Mountain Talks Summit – FUNDPLAT (Vortrag – Markus Hill) 10.11.2026, Frankfurt: „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Finanzplatz Liechtenstein“ (Markus Hill – Moderation – LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband: Panel & Vorträge) Input, Ideen & Anregungen zu den oben genannten Themen sind willkommen: info@markus-hill.com / +49 (0) 163 4616 179 Foto: Finanzplatz Frankfurt am Main QUELLE: IPE D.A.CH

  • „Es ist das Wesentliche eines gut ausbalancierten Portfolios, dass eigentlich keine einzelne Assetklasse den Charakter des Vehikels prägt“ „Die Tugend ist die Mitte zwischen zwei Extremen (Aristoteles)“. Stiftungen, Family Offices und andere langfristig orientierte Investoren stehen vor einer anspruchsvollen Gemengelage: höhere Ausschüttungserwartungen, veränderte Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen, Konzentrationsrisiken in den globalen Aktienmärkten und die Frage, wie echte Diversifikation heute noch hergestellt werden kann. Der sogenannte Endowment-Ansatz, bekannt aus dem Umfeld großer US-Universitätsstiftungen, liefert hierfür seit Jahren wichtige Denkanstöße – nicht als modisches Produktetikett, sondern als disziplinierte Kombination aus strategischer Asset Allocation, Risikobudgetierung, Rebalancing und Managerselektion. Markus Hill sprach für FINANZPLATZ FRANKFURT mit Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH, über die jüngsten Ergebnisse der NACUBO Commonfund Study of Endowments, über Stärken und Grenzen des Endowment-Ansatzes, über Katastrophenanleihen, Schwellen- und Frontiermärkte, Private Equity, künstliche Intelligenz und die Herausforderungen, vor denen Stiftungen und Family Offices im Jahr 2026 stehen. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die kurzfristige Marktmeinung als vielmehr die Frage, wie institutionelle Anleger langfristige Robustheit, ausreichende Ertragskraft und echte Diversifikation miteinander verbinden können. Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria Hill: Wie beurteilen Sie die Ergebnisse der 2025 NACUBO Commonfund Study of Endowments?Friedrich: Die NACUBO ist die Dachorganisation und Interessensvertretung der US-amerikanischen Universitäten. Deren Stiftungen – besser als Endowments bekannt – sind strategisch wichtige Kapitalreserven, welche zugleich Wertsicherung für künftige Generationen und Ausschüttungen für den laufenden Hochschulbetrieb bereitstellen. Die jährliche Umfrage hinsichtlich der Investmenterträge und -strategien dieser Bildungseinrichtungen ist vor allem im eigenen Interesse der über 650 Mitglieder dieser Vereinigung. Sie ermöglicht ein unabhängiges Benchmarking der Investmentresultate und zeigt Trends in der Industrie auf. Dies ist auch für uns wichtig, denn wir versuchen, die Alleinstellungsmerkmale dieses in Europa sonst nicht zugänglichen Anlagestils mit liquiden Instrumenten nachzubilden.Die jüngste, im Februar veröffentlichte Studie zeigt drei interessante Entwicklungen auf. Zum einen haben die großen und größten Endowments wieder den Spitzenplatz in der Hackordnung der Erträge zurückgewonnen, nachdem die extreme Aktienrallye in den beiden Vorjahren kleineren Endowments, welche höhere Anteile am S&P 500 halten, einen vorübergehenden Vorteil verschafft hatte.Zweitens zeigt sich, dass Private-Equity-Allokationen bei den größten Institutionen auf hohem Niveau stagnieren, bei mittleren und kleinen Endowments jedoch wieder abnehmen. Drittens finden wir es bemerkenswert, dass Zuwendungen um rund 9% zurückgegangen sind, was jedoch ausschließlich auf die großen Endowments zurückzuführen ist. Einrichtungen mit einem Vermögen unter 1 Mrd. US-Dollar verzeichneten nämlich eine weitere Zunahme der Spendentätigkeit. Über die Gründe für diese Entwicklung können wir nur spekulieren; es könnte aber zum Beispiel sein, dass die politischen Attacken der aktuellen Regierung auf einige Universitäten manche Spender scheu gemacht haben.Im Ergebnis können wir zusammenfassen, dass in einer Zeit, wo die Kosten der Universitäten rascher steigen als die Einnahmen, die Abhängigkeit von den eigenen Kapitalreserven noch weiter zunimmt. Deshalb überrascht es nicht, dass die durchschnittlichen Ausschüttungen weiter erhöht wurden und mittlerweile einen Wert von jährlich fast 5,0% erreicht haben. Dies bedeutet wiederum, dass die Leistungsfähigkeit der Investmentstrategien in den kommenden Jahren auf eine harte Probe gestellt wird.Hill: Welche Rolle spielt bei Ihrem Ansatz die strategische Asset Allocation im Vergleich zu taktischen Entscheidungen? Wo entsteht der eigentliche Mehrwert?Friedrich: Es mag sie überraschen, aber beim Anlagestil von Großinvestoren wie Stiftungen stehen taktische Wetten nicht im Fokus. Es geht vielmehr darum, erstens ausreichend Risiko zu nehmen, um langfristig die angestrebten Erträge darstellen zu können – und zweitens, durch Diversifikation ein Maximum an Portfolioeffizienz darzustellen. Das schaffen Sie vor allem durch strategische Asset Allokation in Kombination mit rigorosem Risikomanagement.Auch in unserer Strategie entsteht der hauptsächliche Mehrwert in der langfristigen Asset Allokation, welche im zeitlichen Verlauf monatlich rebalanciert und dadurch stabil gehalten wird. Dabei stellen wir zusätzlich taktische Neigungen in das Portfolio, welche zwar ebenfalls Zusatzerträge liefern, aber im Gesamtkontext eine untergeordnete Rolle spielen. Wichtiger als die Taktik ist hingegen die Umsetzung im Portfolio: Denn die strategische Allokation wird mit Hilfe von Assetklassen-Indizes errechnet, welche direkt nicht investierbar sind. Zudem sind nicht in allen Anlageklassen passive Strategien verfügbar. Wir verbringen deshalb sehr viel Zeit mit der richtigen Auswahl und Kombination von aktiven Fondsprodukten, mit dem Ergebnis, dass wir auch durch die Managerselektion einen zusätzlichen Mehrwert für unsere Investoren schaffen.Hill: Auf der anderen Seite, worin bestehen die Nachteile des Endowment Ansatzes?Friedrich: Ein wesentlicher Eckpfeiler der von Endowments verfolgten Strategie besteht darin, Kapitalmarktrisiken bewusst zu akzeptieren, um dadurch langfristig ausreichend hohe Erträge zu erwirtschaften. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, auch in unvorteilhaftem Umfeld – also in Verlustphasen – investiert zu bleiben. Unsere Investmentphilosophie verwendet aus diesem Grund keine Stop-Loss-Limits und investiert in keinerlei kapitalgarantierte Produkte. Auch bei der Berechnung von Risikoparametern fokussieren wir bewusst auf längerfristige Kennzahlen. Obwohl die starke Diversifikation von Endowment-Portfolios die Verlustneigung mittel- und langfristig reduziert, können bei plötzlichen Einbrüchen dadurch auch die Benchmark überschießende Verluste entstehen. Dies ist zum Beispiel im März 2020 geschehen. Um es klar zu nennen: Es handelte sich um vorübergehende Verluste. Aber kurzfristig sind natürlich auch solche Episoden stets schmerzhaft. Markus Hill, Finanzplatz Frankfurt am Main Hill: Welche Assetklassen stehen für Sie aktuell im Vordergrund des Interesses?Friedrich: Es ist das Wesentliche eines gut ausbalancierten Portfolios, dass eigentlich keine einzelne Assetklasse den Charakter des Vehikels prägt. Wir verfolgen ein mittleres Risikoprofil, welches durch einen hälftig aus Aktien und Anleihen entwickelter Märkte zusammengesetzten Index approximiert werden kann.Aufgrund der von uns ermittelten Ertrags- und Risikoeigenschaften der 17 im Einsatz stehenden Assetklassen ergibt sich ein Ergebnisportfolio, welches sehr international geprägt ist. Aktien der Eurozone finden sich zum Beispiel nur mit einer niedrigen einstelligen Allokation wieder. Dafür finden sich durchgerechnet rund 150 Länder im Portfolio repräsentiert. Rund 30% des Portfolios sind auf diese Art in Schwellen- und Frontiermärkten angesiedelt, wobei sich in diesem Teil unseres Fonds doppelt so viele Anleihen- wie Aktienfonds befinden.Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sind Katastrophenanleihen, welche mit einer Allokation von 10-15% einen nicht unwesentlichen Portfoliobestandteil darstellen. Es handelt sich um eine ertragsstarke und dekorrelierte Anlageform, welche allerdings von vielen Anlegern gemieden wird. Der Grund dafür sind unregelmäßig auftretende, aber sehr plötzliche Verluste, welche heftig sein können und deshalb Unbehagen bereiten. Für uns ergibt sich daraus eine Chance.Hill: Vor welchen Herausforderungen stehen Stiftungen und Family Offices in diesem Jahr?Friedrich: Für 2026 sehen wir sowohl Chancen als auch Risiken. In Summe überwiegen wahrscheinlich letztere, weshalb …

  • „Gemeinsam werden wir aktuelle Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die Perspektiven des Value Investing beleuchten“ Value Investing galt lange Zeit als anstrengende Disziplin in einem Marktumfeld, das stark von Wachstumstiteln, Liquidität und kurzfristigen Modethemen geprägt war. Inzwischen rücken Substanz, Bewertungsdisziplin und reale Vermögenswerte wieder stärker in den Fokus vieler Investoren. Beim Fondskongress in Mannheim zeigte sich nach Einschätzung von Alex Rauchenstein (SIA Asset Management) erneut ein wachsendes Interesse an Value-Strategien und Rohstoffaktien – insbesondere bei Family Offices, unabhängigen Vermögensverwaltern und Investoren, die frei von strukturellen Zwängen entscheiden können. Im Gespräch mit Markus Hill erläutert Rauchenstein für FINANZPLATZ FRANKFURT, warum der direkte Dialog mit Investoren für SIA zentral bleibt, welche Rolle Energie- und Rohstoffaktien im aktuellen geopolitischen Umfeld spielen und welche Themen beim Swiss Value Day am 11. Juni in Zürich sowie bei weiteren Veranstaltungen im Jahr 2026 im Mittelpunkt stehen. Alex Rauchenstein, SIA Asset Management Hill: Beim Fondskongress in Mannheim ergaben sich zahlreiche spannende Diskussionen rund um Value Investing und Rohstoffe. Welche Themen standen aus Ihrer Sicht im besonderen Fokus der Fondsselektoren vor Ort?Rauchenstein: Der Fondskongress in Mannheim war erneut ein voller Erfolg. Seit vielen Jahren veranstalten wir gemeinsam mit der Frankfurt Asset Management (FAM) am ersten Kongresstag eine Mittagspräsentation. Dabei konnten wir feststellen, dass beide unsere Anlagethemen Value- und Rohstoffaktien wieder auf deutlich gestiegenes Interesse stoßen – insbesondere bei Investoren, die unabhängig und ohne strukturelle Einschränkungen Anlageentscheidungen für ihre Kunden treffen können. Ein wesentlicher Grund dafür ist die überzeugende Entwicklung unserer Strategien: Seit nunmehr fast sechs Jahren erzielen unsere beiden Fonds der SIA LTIF Classic und der SIA LTIF Natural Resources eine signifikante Outperformance gegenüber dem globalen Aktienmarkt und bieten dadurch eine attraktive Diversifikationsmöglichkeit. Auch im aktuellen geopolitischen Umfeld hat sich daran nichts geändert. Unsere konsequente Positionierung im Energiesektor, insbesondere in Ölunternehmen, hat sich weiterhin bewährt und konnte die jüngsten Korrekturen an den Aktienmärkten spürbar abfedern. Darüber hinaus profitiert unser Fonds SIA LTIF Natural Resources davon, dass Investoren verstärkt nach einer soliden Basisanlage im Rohstoffsektor suchen, die zugleich aktiv und konsequent nach Value-Kriterien gemanagt wird. Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN Hill: Ein kurzes Stimmungsbild von Ihrer Seite: Sind Family Offices nach wie vor die idealen Investoren für Value Investing?Rauchenstein: Ja, diese Einschätzung gilt weiterhin. Wie bereits erwähnt, stoßen unsere Ansätze insbesondere bei Investoren auf Interesse, die frei von strukturellen Zwängen eigenständig Anlageentscheidungen für ihre Kunden treffen können. Dies trifft in besonderem Maße auf Family Offices sowie unabhängige Vermögensverwalter zu. Anders formuliert: Je näher wir am tatsächlichen Investor sind, desto besser wird unser unternehmerisch geprägter Investmentansatz verstanden und konsequent mitgetragen.Hill: Welche Themen stehen in diesem Jahr beim Swiss Value Day im Vordergrund?Rauchenstein: Am 11. Juni findet in Zürich die fünfte Ausgabe des Swiss Value Day statt. Vor rund sechs Jahren entstand die Idee zu dieser Veranstaltung vor dem Hintergrund, dass Value Investing vielerorts bereits als überholt galt. Gemeinsam mit einem Mitbewerber haben wir uns damals bewusst dafür entschieden, diesem Trend entgegenzuwirken und eine Plattform zu schaffen, die die Relevanz von Value-Strategien wieder stärker in den Fokus rückt. Inzwischen konnten wir aufzeigen, dass es sich weiterhin – oder aus unserer Sicht heute mehr denn je – lohnt, konsequent an Value-Strategien festzuhalten. Auch in diesem Jahr setzen wir auf hochkarätige externe Referenten: Neben Mark Dittli von „The Market“ begrüßen wir Kim Shannon, Gründerin von Sionna Capital in Toronto, sowie den renommierten Wirtschaftshistoriker Edward Chancellor, der Anfang dieses Jahres sein neuestes Buch veröffentlicht hat. Gemeinsam werden wir aktuelle Entwicklungen an den Kapitalmärkten und die Perspektiven des Value Investing beleuchten.Hill: Welche Themen stehen zusätzlich im Jahr 2026 bei Ihnen auf der Agenda?Rauchenstein: Neben unseren inhaltlichen Schwerpunkten stehen auch in diesem Jahr zahlreiche Veranstaltungen im Mittelpunkt, bei denen wir den direkten Austausch mit Investoren pflegen. Am 12. Mai steht unsere Veranstaltung im MainNizza in Frankfurt an. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen vor Ort, vorab vielen Dank für die Moderation. Wie vorher erwähnt, der Swiss Value Day steht dann im Juni vor der Tür, wir freuen uns auf den Gedankenaustausch in Zürich. Ein weiteres Highlight wird auch im Herbst wieder der Natural Resources Day sein, dieser findet ebenfalls in Zürich am 10. September statt. Zusätzlich finden noch verschiedene Veranstaltungen mit Stockwaves und der FFB in Deutschland statt. Wir sind übrigens am 12. November nochmals in Frankfurt (FFB), vielleicht sehen wir uns ja auch dort wieder. Diese Termine unterstreichen unseren Anspruch, im engen Dialog mit unseren Investoren zu bleiben und unsere Anlagestrategien kontinuierlich zu erläutern und weiterzuentwickeln.Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“) 25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“ (Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital) 26.2.2026, Frankfurt – „Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV)“ Redaktion – Themenspecial „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement & Digital Assets“ (Interviews / Gastbeiträge, “Support” & MORE: info: markus-hill.com) 17.3.2026, Frankfurt – Private Markets Excellence Forum – „Private Markets, Family Offices & Stiftungen – Due Diligence & Ausblick 2026” (Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Geschäftsführer, VIRATIO GmbH) Interview mit Christian Hommens – SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS Frühjahr 2026: Investorenstudie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien & Alternative Investments“ (Markus Hill – Moderation, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Beispiel 2025) 16.4.2026 – „köln let’s talk“ – Bettina Timmler – Immobilien & Dialog (Medienpartnerschaft) 12.5.2026, Frankfurt: „Value Investing & Rohstoffe & MORE“ (Markus Hill – Moderation & Kurzintro „Fondsboutiquen & USA-Formel“ – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG – FINANZPLATZ SCHWEIZ) 17.6.2026, Zürich: Insights – “Family Offices & Fondsboutiquen” – The Mountain Talks Summit – FUNDPLAT (Vortrag – Markus Hill) 10.11.2026, Frankfurt: „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Finanzplatz Liechtenstein“ (Markus Hill – Moderation – LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband: Panel & Vorträge) Input, Ideen & Anregungen zu den oben genannten Themen sind willkommen: info@markus-hill.com / +49 (0) 163 4616 179 Foto: Finanzplatz Frankfurt am Main

  • LinkedIn hat sich auch im institutionellen Fondsvertrieb vom reinen Karrierenetzwerk zu einem sichtbaren Resonanzraum der Branche entwickelt. Asset Manager, Fondsselektoren, Vermögensverwalter, Family Offices und Berater beobachten dort Themen, Personen und Positionierungen – mal aktiv, oft aber eher leise, aufmerksam und mit professioneller Distanz. Gleichzeitig wächst der Markt für LinkedIn-Dienstleistungen rund um den Fondsvertrieb deutlich. Versprochen werden Sichtbarkeit, Reichweite, digitale Leads und neue Investorenkontakte. Doch nicht alles, was modern klingt, überzeugt auch inhaltlich. Gerade Investoren und Fondsselektoren berichten immer wieder von unpassenden Kontaktanfragen, standardisierten Botschaften und Beiträgen, die eher nach Vertriebsaktionismus als nach fachlicher Substanz wirken. Damit stellt sich eine naheliegende Frage: Ist LinkedIn im institutionellen Umfeld tatsächlich ein seriöses Instrument für Sichtbarkeit, Positionierung und Vertriebsanbahnung – oder wird der Kanal in Teilen überschätzt? Markus Hill spricht mit Susanne Schönefuß, die mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Fondsbranche mit digitaler LinkedIn- und KI-Expertise verbindet, über Chancen, Grenzen und typische Fehlannahmen. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht nicht die Frage, wie man möglichst laut wird, sondern wie digitale Kommunikation im Fondsvertrieb sinnvoll, glaubwürdig und investorenorientiert eingesetzt werden kann. LinkedIn im institutionellen Kontext Hill: Viele Fondsanbieter fragen sich, ob LinkedIn im institutionellen Umfeld überhaupt eine Rolle spielt. Wie ordnen Sie das ein? Schönefuß: LinkedIn ersetzt keine persönlichen Kontakte. Aber es ist inzwischen ein sichtbarer digitaler Treffpunkt der Branche. Vermögensverwalter, Fondsselektoren, Family Offices – sie alle sind dort präsent. Nicht zwingend mit eigenen Beiträgen, aber sehr häufig als aufmerksame Beobachter. Man sieht, wer sich mit welchen Themen beschäftigt, welche Diskussionen geführt werden und wer sich in welchem Netzwerk bewegt. Wer Kapital einwerben möchte, muss diesen Raum nicht permanent bespielen – er sollte ihn aber verstehen. Frankfurt & Zagreb: „Digitaler Gedankenaustausch“ – Markus Hill & Susanne Schönefuß LinkedIn – Marketing oder Vertrieb? Hill: Viele Fondsanbieter sehen LinkedIn vor allem als Marketing-Kanal. Performanceberichte werden gepostet, Pressemitteilungen geteilt oder Inhalte vom Unternehmensprofil repostet. Warum sollte sich ein Portfoliomanager oder Vertriebsverantwortlicher damit überhaupt beschäftigen? Schönefuß: Weil LinkedIn eben mehr sein kann als Marketing oder PR. Richtig eingesetzt, ist es ein strategisches Vertriebsinstrument. Man kann relevante Zielinvestoren identifizieren, Kontakte systematisch aufbauen und Schritt für Schritt einen belastbaren digitalen Erstkontakt herstellen – lange bevor es zu einem persönlichen Gespräch kommt. Genau darin liegt der Unterschied. Wer LinkedIn nur als Content-Bühne versteht, nutzt das Potenzial des Kanals nur sehr begrenzt. Wer es dagegen als Teil eines strukturierten Vertriebsprozesses begreift, kann deutlich gezielter arbeiten. Warum viele Initiativen scheitern Hill: Gleichzeitig hört man von Investoren, dass sie von LinkedIn-Anfragen eher genervt sind. Schönefuß: Das liegt meist nicht am Kanal selbst, sondern an der Art der Ansprache. Viele Nachrichten wirken wie Massenmails. Andere landen bei Personen, die für den betreffenden Fonds gar nicht als Investor infrage kommen. Im Fondsvertrieb geht es aber nicht um schnelle Reichweite, sondern um Vertrauen. Und Vertrauen entsteht nicht durch Standardansprache, sondern durch Relevanz, Timing und mehrere glaubwürdige Anknüpfungspunkte vor dem ersten Gespräch. Bevor man jemanden kontaktiert, sollte man sich eine einfache, aber entscheidende Frage stellen: Warum sollte sich genau dieser Investor mit unserem Fonds beschäftigen? Wer darauf keine gute Antwort hat und einfach drauflos postet oder anschreibt, produziert eher Ablehnung als Gesprächsbereitschaft. Hill: Trotzdem hört man oft den Einwand, LinkedIn bestehe vor allem aus Selbstdarstellung und oberflächlichen Kommentaren. Ist das nicht ein berechtigter Vorbehalt? Schönefuß: Teilweise schon – aber man darf den eigenen Feed nicht mit einem objektiven Gesamtbild der Branche verwechseln. LinkedIn zeigt verstärkt Inhalte, mit denen man interagiert. Wer vor allem Gratulationen, Selbstdarstellung oder oberflächliche Beiträge anklickt, bekommt davon mehr. Wer sich dagegen bewusst mit fachlich hochwertigen Inhalten beschäftigt, trainiert den Algorithmus in eine andere Richtung. Mit der Zeit entsteht so ein individuell kuratierter Fachfeed. Das heißt: Die Qualität dessen, was man auf LinkedIn wahrnimmt, hängt auch stark vom eigenen Nutzungsverhalten ab. Was LinkedIn realistisch leisten kann Hill: Wenn man es nüchtern betrachtet – welchen Beitrag kann LinkedIn dann tatsächlich leisten? Schönefuß: LinkedIn kann helfen, ein erstes Bild vom Portfoliomanager zu vermitteln und einen Vertrauensraum zu öffnen. Ein Investor schaut nicht nur auf Zahlen, sondern auch darauf, wie die Person denkt, die seine Investition verantwortet. Welche Marktmeinung vertritt sie? Wie argumentiert sie? Welche Themen setzt sie? Welche Haltung zeigt sie in schwierigen Marktphasen? Natürlich ersetzt das keine Due Diligence. Aber es schafft Orientierung. Und genau das kann gerade in frühen Phasen eines Kennenlernprozesses sehr wertvoll sein. Zudem kann LinkedIn den Vertrieb dabei unterstützen, systematisch neue Kontakte im relevanten Zielinvestorenkreis aufzubauen – nicht als einmalige Aktion, sondern als fortlaufenden Vertriebsprozess. Ein Praxisbeispiel Hill: Können Sie das bitte konkretisieren? Schönefuß: Gern. Eine Privatbank wollte ihre Investorenbasis gezielt verbreitern. Statt wahllos Kontakte aufzubauen, haben wir zunächst gemeinsam definiert, welche Investorengruppe überhaupt realistisch infrage kommt. In diesem Fall lag der Fokus auf Family Offices mit klarer Anlagestruktur und professionellem Due-Diligence-Prozess. Entscheidend war nicht die Zahl der Kontakte, sondern die Passung zwischen Fondsprofil und Investmentlogik der Zielinvestoren. Auf dieser Grundlage wurde das Netzwerk systematisch erweitert. Parallel dazu wurde das persönliche LinkedIn-Profil des Portfoliomanagers geschärft – nicht werblich, sondern fachlich. Zusätzlich haben wir die inhaltliche Ausrichtung seiner Beiträge begleitet. Ziel war keine Verkaufsrhetorik, sondern eine sachliche, fundierte Einordnung der eigenen Investmentüberzeugungen. Das Ergebnis waren mehrere hundert relevante Family-Office-Kontakte und eine deutlich höhere Sichtbarkeit im passenden Investorenkreis. Daraus entstanden qualifizierte Gespräche, die ohne diese gezielte Vorarbeit wahrscheinlich nicht zustande gekommen wären. Woran seriöse Ansätze erkennbar sind Hill: Wie erkennen Fondsboutiquen, ob ein digitaler Ansatz seriös ist? Schönefuß: Ein seriöser Ansatz beginnt nicht mit Content-Planung oder Posting-Frequenz, sondern mit der Frage: Wen wollen wir eigentlich erreichen? Im Fondsvertrieb stehen nicht Reichweite oder Interaktionszahlen im Mittelpunkt, sondern Investorenselektion und Produktpassung. Genau dort muss die Arbeit beginnen. Wenn im ersten Gespräch über Impressionen, Likes oder Posting-Rhythmen gesprochen wird, aber nicht über Zielinvestoren, Investmentlogik, Vertriebsprozess oder regulatorische Rahmenbedingungen, sollte man genau hinschauen. LinkedIn ist kein Selbstzweck. Es ist ein Instrument im Vertrieb. Technologie – auch KI – kann Prozesse strukturieren und effizienter machen. Sie ersetzt jedoch kein Marktverständnis, keine Erfahrung und kein Gespür für die richtige Ansprache. Hill: Hat sich Ihr Blick auf den Fondsvertrieb durch Ihre internationale Arbeit bzw. Ihren Standortwechsel verändert? Schönefüß: Ja, definitiv. Gerade …

  • Input, Ideen & Anregungen: Welche Themen könnten auf den beiden Panel-Diskussionen zusätzlich angesprochen werden? Frankfurt stellt ein interessantes Ökosystem für Family Offices, Vermögensverwaltungen, Startups und Fondsboutiquen im liquiden und nicht-liquiden Bereich da (Alternative Investments). FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN unterstützt auch in diesem Jahr wieder das „Forum für digitale Vermögenswerte“ (FDV – Manuel Müller & Samir Zakaria) im Bereich Kommunikation und in der fachlichen Begleitung von zwei Panel-Formaten. „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealth Management“ (25.2.2026) Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Event am Vorabend des „Forum für digitale Vermögenswerte“. Im letzten Jahr hatten wir uns mit dem Thema „Family Offices, Asset Allocation & Financial Education“ beschäftigt. Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bei den damaligen Panelisten für den interessanten Gedankenaustausch in Frankfurt: Dr. Henning Schöer (FIDUBONUM), Peter Preller (HQ Trust) und Reiner Konrad (Focam AG). Am 25.Februar wollen wir diesmal etwas stärker mit dem Themenbereich „Family Offices, Vermögensverwaltung, Next Gen sowie Startups & Venture Capital – Ökosystem Hessen & Europa“ beschäftigen. Warum ist dieses Thema so interessant und schlägt auch in andere Gebiete interessante Brücken? Viele Family Offices und Vermögensverwalter (konzerngebunden / unabhängig – „Boutiquen“) beschäftigen sich bei der Betreuung vermögender Kunden intensiv mit dem Thema NexGen (Next Generation, Nachfolge, Digital Affluents & MORE). Diese junge Generation spricht in der Regel eine völlig andere Sprache als die traditionelle Klientel im Wealth Management: „Gesetzt, senior, gealtert und nicht unbedingt digital-affin“ (Zitat eines Family Officers aus Frankfurt, der an dieser Stelle nicht namentlich genannt werden wollte). In den Fokus bei der Betreuung größerer Vermögen geraten hier zunehmend auch Kunden im Bereich Nachfolge „TRADITIONELL“ oder auch aus dem Segment „SELFMADE“. Welche Themen könnten angesprochen werden an diesem Abend? Einige Dinge wurden oben schon eingangs erwähnt. Natürlich werden Christian Neuhaus (Finvia) und Sven Karkossa (Capitell AG) aus der Sicht des Wealth Management berichten. Interessant ist, dass natürlich auch im Bereich der Family Offices (SFO & MFO) mittlerweile ein Generationswechsel eintritt. Auch diese Häuser stellen sich neu auf, ebenso wie es mittlerweile viele unabhängige Vermögensverwalter gibt, die um den jungen Nachwuchs werben. Next Gen, Startups, Venture Capital & Ökosysteme – hier wird Noel Zeh (Wunderland Capital) als VC-Dachfondsmanager mit „Startup-Seeding“ einer hessischen Volksbank zusätzliche Impulse im Gespräch geben: Wie verkauft man ein Startup? Welche Erwartungen haben junge Unternehmer mit Technologie-Affinität an die Finanzindustrie? Was ist bei der Due Diligence von Venture Capital Fonds zu beachten? Warum sollte Deutschland sich der eigenen Stärken im Bereich Technologie & Investments bewusst werden? Wer sollte mit wem in welchem Ökosystem sprechen? Was verbindet Deutschland im Zusammenhang mit Seeding von Technologie mit Europa, im Gegensatz zu den USA? etc. Die Diskussion möchte zum Nachdenken anregen, im Vorfeld entstehen oft die interessantesten Gedanken: Wo steht die Vermögensverwaltung? Welche Investments sind interessant in den nächsten Jahren? Was bringt die Nex Gen ein für den Standort Frankfurt, Hessen und Europa? Wer müsste eigentlich mit wem sprechen, nicht nur am Finanzplatz Frankfurt? Input, Ideen & Anregungen sind immer willkommen: info@markus-hill.com / +49 (0) 1634616 179 Manuel Müller (FDV) & Markus Hill (Finanzplatz Frankfurt) Information zur Veranstaltung „Forum für digitale Vermögenswerte“ (FDV) PS: Aus der langjährigen Zusammenarbeit mit einem Schweizer Asset Manager im Bereich „Value Investing & Rohstoffe“ wissen wir, dass das Thema PROZYLKLISCHES & ANTIZYLKLISCHES INVESTIEREN immer zu spannenden Gesprächen führt – wir freuen uns auf hier auf ein spannendes Panel am 26.2.2026. Auch dieses Thema wird nochmals vertieft erörtert. Vielleicht in dem Themen-Special „FINANZPLATZ FRANKFURT meets WEALTH MANAGEMENT & DIGITAL ASSETS“. Natürlich sind auch hier Input, Ideen & Anregungen immer willkommen.Es könnte ja sein, dass sich auch zwischen beiden Panel-Themen fachlich durchaus Bezüge herstellen lassen. PPS: Das Thema Family Offices schlägt oft auch Brücken in andere Bereiche. Wir freuen uns auch auf den Fireside Chat am 17. März zum Thema „Private Markets, Family Offices, Stiftungen – Due Diligence & Herausforderungen für 2026“ bei der Veranstaltung von Christian Hommens (Smart Bridges GmbH). In dem Gespräch mit J. Paulo M.dos Santos (VIRATIO) wird es auch um den Einsatz von Alternative Investments bei Stiftungen gehen, ebenso wie um die Bedeutung von Asset Manager-Selection und Anlagerichtlinien (Case Study). Auf der Veranstaltung PRIVATEMARKETS_ONE war Lukas Bennmann, ein Kollege von Noel Zeh (Wunderland Capital), am 2.2.2026 Moderator bei einem Panel, bei dem FERI, KfW, Joachim Hert Stiftung und eine Sparkasse jeweils Panelisten waren. Auch hier entstand der Eindruck, das der Bereich Venture Capital sehr viel mit Knowhow, Geduld & auch Moderation von Erwartungen gegenüber der Investorenseite erfordert. Information zur Veranstaltung „PRIVATE MARKETS EXCELLENCE FORUM“ Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“) 25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“ (Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital) 26.2.2026, Frankfurt – „Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV)“ Redaktion – Themenspecial „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement & Digital Assets“ (Interviews / Gastbeiträge, “Support” & MORE: info: markus-hill.com) 17.3.2026, Frankfurt – Private Markets Excellence Forum – „Private Markets, Family Offices & Stiftungen – Due Diligence & Ausblick 2026” (Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Geschäftsführer, VIRATIO GmbH) Interview mit Christian Hommens – SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS Frühjahr 2026: Investorenstudie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien & Alternative Investments“ (Markus Hill – Moderation, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Beispiel 2025) 16.4.2026 – „köln let’s talk“ – Bettina Timmler – Immobilien & Dialog (Medienpartnerschaft) 12.5.2026, Frankfurt: „Value Investing & Rohstoffe & MORE“ (Markus Hill – Moderation & Kurzintro „Fondsboutiquen & USA-Formel“ – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG – FINANZPLATZ SCHWEIZ) 17.6.2026, Zürich: Insights – “Family Offices & Fondsboutiquen” – The Mountain Talks Summit – FUNDPLAT (Vortrag – Markus Hill) 10.11.2026, Frankfurt: „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Finanzplatz Liechtenstein“ (Markus Hill – Moderation – LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband: Panel & Vorträge) Input, Ideen & Anregungen zu den oben genannten Themen sind willkommen: info@markus-hill.com / +49 (0) 163 4616 179 FOTO: Marcus Kieser

  • In Deutschland herrscht oft die Angst vor dem Ende vor. In anderen Kulturen eher der Zauber, der in jedem Anfang liegt. Bei dem Thema KI ist das ein entscheidender Unterschied. Markus Hill im Gespräch für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Jürgen Büschges, einem seit Jahrzehnten an den internationalen Kapitalmärkten aktiven Asset-Management-Experten, geht es um mehr als nur neue Tools und Buzzwords. Wie verändern KI, Cloud-Plattformen und Agentensysteme die tägliche Praxis im Asset Management – von der Analyse über die Regulatorik bis hin zu Vertrieb, Kundenbetreuung, Telefonagenten und Investmentkonzepten? Und wie sieht eine Welt aus, in der eine Asset-Management-Gesellschaft weitgehend KI-basiert arbeitet, während der Mensch strategisch, kommunikativ und ethisch das Steuer behält? HILL: Welche Erfahrung bringst du für das Thema mit? BÜSCHGES: Ich blicke auf über 30 Jahre Erfahrung im Asset Management zurück – seit den 1990er-Jahren aktiv an internationalen Kapitalmärkten, von klassischen Fundamentalanalysen über Multi-Asset-Strategien bis hin zu alternativen Investments. Schon früh hat mich das Potenzial von KI und quantitativen Modellen fasziniert: erste Anwendungen etwa mit BARRA-Systemen, später verstärkt datengetriebene Strategien. Heute verbinde ich diese Welten – menschliche Intuition, Erfahrung und die Arbeit mit modernsten KI-Systemen – zu einem zeitgemäßen, zukunftsorientierten Investmentansatz. Jürgen Büschges, JB Convest HILL: Was hat sich durch KI im Asset Management grundsätzlich verändert? BÜSCHGES: Das Asset Management ist heute schneller, datenbasierter und transparenter als je zuvor. Entscheidungen entstehen nicht mehr aus „Bauchgefühl und Excel“, sondern aus KI-gestützten Analysen, die in der Cloud laufen, nachvollziehbar und skalierbar sind. Während Routineprozesse automatisiert werden, bleibt mehr Raum für Kundenarbeit, strategische Fragen und kreative Marktinterpretation – KI ist damit nicht der Autopilot, sondern der verlässliche Copilot. HILL: Wo liegt der wichtigste praktische Nutzen von KI – für Asset Manager und Kunden? BÜSCHGES: Der größte Mehrwert liegt in der Informationsqualität. KI wertet riesige Datenmengen aus – Finanzkennzahlen, Nachrichten, ESG-Berichte, Risikoprofile oder Marktstimmungen – und verdichtet sie in Echtzeit zu klaren Entscheidungsgrundlagen. Das führt zu schnelleren, individuelleren Empfehlungen und einer präziseren Beratung. Kunden erleben mehr Transparenz und Verlässlichkeit, während Asset Manager Effizienz und Risikokontrolle gewinnen – und zugleich mehr Zeit für den persönlichen Austausch haben. HILL: Womit arbeiten Asset Manager konkret – von Cloud-Modellen bis Agentensystemen? BÜSCHGES: Die meisten führenden Häuser nutzen heute Cloud-Infrastrukturen wie Google Cloud mit Vertex AI oder AWS mit Services wie SageMaker und Bedrock. Dort stehen spezialisierte Modelle für Zeitreihenprognosen, Textanalyse und generative KI bereit, die sich direkt mit eigenen Daten trainieren und in standardisierte Pipelines einbinden lassen – von der Datenaufbereitung bis zum produktiven Einsatz. Besonders spannend sind Multi-Agenten-Systeme: spezialisierte KI-Instanzen, die Analyse, Beratung, Vertrieb oder Compliance verzahnt steuern, voneinander lernen und Prozesse kontinuierlich optimieren – wie ein digitales Team aus Kollegen, das rund um die Uhr arbeitet.HILL: Wie verändert KI die Arbeit und die Rolle des Menschen im Asset Management? BÜSCHGES: Standardaufgaben verschwinden, dafür entstehen neue Schlüsselrollen: Data Scientists, KI-Spezialisten, Strategen mit technologischem Wissen und Verantwortliche für KI-Governance. Menschen interpretieren, kontrollieren und geben Kontext zu dem, was KI liefert. Im Kundenkontakt wird es sogar noch wichtiger, komplexe Ergebnisse verständlich zu vermitteln und Vertrauen zu schaffen – KI nimmt Arbeit ab, erhöht aber gleichzeitig den Anspruch an Kommunikation und Verantwortung.HILL: Welche Rolle spielt KI bei Regulatorik und Governance? BÜSCHGES: Regulatorik wird zunehmend selbst zum Einsatzfeld von KI. Systeme prüfen automatisch regulatorische Vorgaben, dokumentieren Audit-Trails, erkennen Compliance-Risiken und erzeugen Berichte für Aufsicht und interne Revision. Mit dem EU AI Act kommt hinzu, dass viele Asset-Management-Anwendungen als Hochrisiko-Systeme gelten dürften und damit strenge Anforderungen an Dokumentation, Monitoring und Governance erfüllen müssen – inklusive eines klaren Blicks auf die eingesetzten allgemeinen KI-Modelle und deren Anbieter. KI wirkt damit nicht nur als Werkzeug zur Regulierungsein-haltung, sondern gestaltet Governance-Prozesse und Transparenzstrukturen aktiv mit – ein fundamentaler Wandel für die Branche und die Aufsichtsbehörden. HILL: Wie stark werden Agentensysteme künftig Kapitalmarkt und Asset Management prägen?BÜSCHGES: Sehr stark. Agentensysteme übernehmen zunehmend Aufgaben in Beratung, Marketing, Vertrieb oder Reporting – und das weitgehend autonom. Im Kundenkontakt werden sie Anfragen kanalübergreifend bearbeiten, Leads qualifizieren, Angebote vorbereiten und Standardfälle direkt lösen; nur komplexe Themen gehen noch an menschliche Experten. Im Investmentprozess überwachen Agenten kontinuierlich Research, News, ESG-Informationen und Portfoliodaten, erkennen Anomalien und Regelverstöße und spielen dem Portfoliomanagement konkrete Handlungsvorschläge zu. In wenigen Jahren werden sie zentrale Teile des Asset Managements eigenständig steuern und Marktmechanismen über effizientere Informationsverarbeitung spürbar beeinflussen. HILL: Wo liegen die Grenzen – bleibt Asset Management trotz KI unsicher? BÜSCHGES: Absolut. KI erkennt Muster und Risiken früher, aber sie ersetzt weder Urteilskraft, Erfahrung noch ethische Reflexion. Märkte bleiben komplexe soziale Systeme – sie reagieren auf Daten, aber genauso auf Emotionen, Narrative und politische Entscheidungen. KI reduziert Unsicherheit, sie eliminiert sie nicht. HILL: Wie sieht der Jobmarkt der Branche in den nächsten zehn Jahren aus? BÜSCHGES: Der Wandel wird tiefgreifend. Klassische Analystenrollen, die hauptsächlich Daten zusammentragen und auswerten, werden seltener, dafür entstehen interdisziplinäre Profile, die KI-Modelle verstehen, Ergebnisse einordnen und Kunden begleiten können. Neue Rollen wie AI Product Owner, KI-Compliance-Experten oder Responsible-AI-Verantwortliche werden zur Schnittstelle zwischen Fachbereich, IT und Regulatorik. Teams werden flacher, agiler und stärker vernetzt – Asset Management wird zur Kooperation von Mensch, Maschine und Kunde auf Augenhöhe. HILL: Und wie arbeitet man 2035 idealtypisch mit KI? BÜSCHGES: 2035 orchestrieren wir Netzwerke spezialisierter KI-Agenten. Einige simulieren Märkte, andere analysieren Portfolios, weitere überwachen regulatorische Vorgaben, entwickeln neue Investmentkonzepte oder steuern vollautomatisiert den Vertrieb – inklusive direkter Kundenbetreuung per Chat und Telefon. Vertrieb, Reporting und Beratung laufen weitgehend datengetrieben, personalisiert und in Echtzeit. Die KI-basierte Asset-Management-Gesellschaft kann damit fast alle Kernprozesse aus Investment, Kundenbetreuung und Governance autark abbilden – während menschliche Entscheider Strategie, Werte und die letztendliche Verantwortung tragen. Um es zusammenzufassen: KI verändert das Asset Management grundlegend – von der Analyse über Regulierung und Vertrieb bis zur Kundenkommunikation. Die Branche bewegt sich in Richtung weitgehend KI-basierter Organisationen, in denen Automatisierung und Personalisierung Hand in Hand gehen. Der Mensch bleibt jedoch der entscheidende Faktor: als Stratege, Kommunikator und Träger von Verantwortung. HILL: Vielen dank für das Gespräch. Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“) 25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“ (Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven …

  • Impact Investing ist mehr als ein Etikett. Gerade in den Private Markets wird Wirkung zunehmend zur strategischen Kategorie – für Family Offices ebenso wie für institutionelle Investoren. Markus Hill spricht für FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE mit Christians Hommens über die kritischen Erfolgsfaktoren in diesem Investmentsegment und über die Bedeutung des fachlichen Dialogs zwischen Experten. Impact Messung, Impact Infrastructure, Private Equity, Sustainibility & Investing, Private Debt – diese und andere Themen bilden die Grundlage für den Gedankenaustausch im März im Rahmen einer Fachkonferenz (SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS). Unterstrichen wird die Bedeutung des Ökosystems Frankfurt für Themen wie Investment, Entscheidung und Regulierung in diesen Bereichen. Hill: Impact Investing gilt oft als „nice to have“. Wo sehen Sie heute einen echten strukturellen Wandel – gerade in den Private Markets? Christian Hommens, Smart Bridges GmbH & Markus Hill Finanzplatz Frankfurt Hommens: Impact Investing entwickelt sich klar vom Zusatzthema zur strategischen Kernfrage. In den Private Markets erkennen Family Offices und institutionelle Investoren zunehmend, dass langfristige Rendite, Resilienz und Wirkung zusammengehören. Infrastruktur, Private Equity oder Private Credit ermöglichen es, Kapital gezielt einzusetzen – mit messbarem Impact und gleichzeitigem Wertschöpfungspotenzial. Wirkung wird damit zum Qualitätsmerkmal, nicht zum Kompromiss. Hill: Wo scheitern Investoren in der Praxis – und warum lohnt sich der Austausch bei Smart Bridges? Hommens: Schwer zu sagen, aber drei Punkte sehen wir immer wieder: fehlende Impact-Messbarkeit, unklare Governance-Strukturen und begrenzter Zugang zu überzeugendem Dealflow. Genau hier setzt unser Forum an. Wir bringen Investoren, Praktiker und Lösungsanbieter zusammen – nicht theoretisch, sondern praxisnah, interaktiv und auf Augenhöhe. Hill: Welche Themen stehen konkret im Fokus der beiden Tage? Hommens: Von Impact-Messung über soziale Wirkung bis hin zu Impact Infrastructure. Und natürlich werden Private Equity und Sustainable Portfolio Design genauer betrachtet – ergänzt durch Themen wie Private Credit, Infrastruktur, regulatorische Anforderungen und neue Strukturierungsmodelle. Immer mit Blick auf die Frage: Wie lässt sich Wirkung sinnvoll in Portfolios integrieren, ohne die Performance aus dem Blick zu verlieren? Hill: Warum ist Frankfurt/Hessen der richtige Ort – und warum gerade jetzt? Hommens: Frankfurt und Hessen vereinen Kapital, Entscheidungskompetenz und regulatorische Nähe. In einem Umfeld zunehmender Unsicherheit suchen Investoren nach Orientierung und langfristigen Lösungen. Die Verbindung von Impact Investing und Private Markets ist dafür hochrelevant – und unsere Region der ideale Ort für diesen Dialog. Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Ich freue mich auf den Fireside Chat am 17.2.2026 („Family Offices & Stiftungen“, Impact Investing) und auf die Gespräche vor Ort. Information zur Veranstaltung: SMART IMPACT INVESTING EXCELLENCE FORUM Information zur Veranstaltung: „PRIVATE MARKETS EXCELLENCE FORUM“ Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“) 25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“ (Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital) 26.2.2026, Frankfurt – „Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV)“ Redaktion – Themenspecial „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement & Digital Assets“ (Interviews / Gastbeiträge, “Support” & MORE: info: markus-hill.com) 17.3.2026, Frankfurt – Private Markets Excellence Forum – „Private Markets, Family Offices & Stiftungen – Due Diligence & Ausblick 2026” (Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Geschäftsführer, VIRATIO GmbH) Interview mit Christian Hommens – SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS Frühjahr 2026: Investorenstudie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien & Alternative Investments“ (Markus Hill – Moderation, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Beispiel 2025) 16.4.2026 – „köln let’s talk“ – Bettina Timmler – Immobilien & Dialog (Medienpartnerschaft) 12.5.2026, Frankfurt: „Value Investing & Rohstoffe & MORE“ (Markus Hill – Moderation & Kurzintro „Fondsboutiquen & USA-Formel“ – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG – FINANZPLATZ SCHWEIZ) 17.6.2026, Zürich: Insights – “Family Offices & Fondsboutiquen” – The Mountain Talks Summit – FUNDPLAT (Vortrag – Markus Hill) 10.11.2026, Frankfurt: „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Finanzplatz Liechtenstein“ (Markus Hill – Moderation – LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband: Panel & Vorträge) Input, Ideen & Anregungen zu den oben genannten Themen sind willkommen: info@markus-hill.com / +49 (0) 163 4616 179 Foto: Pixabay


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