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  • „Ich bin überzeugt, dass etwa die Hälfte dessen, was erfolgreiche Unternehmer von nicht erfolgreichen unterscheidet, reine Ausdauer ist“ (Steve Jobs). Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Thomas Caduff, CEO der Fundplat GmbH in Zürich, über Frankfurt und Zürich, die Leidenschaft für Networking, seine Freude an Menschen und seinen gelegentlichen „Gedankenaustausch“ mit Haustieren. Ergänzt werden seine Ausführungen durch Informationen zu Themen wie Geschäftsmodell, Medien, Interviews, Newsletter und Heimatliebe. (Veranstaltungshinweis: Frankfurt – „Experten Lunch“ & Panel, 22.11.2022) Hill: Herr Caduff, wie sind Sie auf die Idee zu Ihrer ersten Veranstaltung in Frankfurt gekommen? Caduff: Ich kenne sehr gut gerade mal fünf Finanzplätze. Nebst Zürich sind dies Genf, Lugano, London und eben Frankfurt. Da wir die gleiche Sprache sprechen, hat es sich aufgedrängt, mit Events am Main Flagge zu zeigen. Zumal wir auch seit ewiger Zeit wöchentlich einen Newsletter für Deutschland publizieren. Hill: Sie sind sehr umtriebig, lieben den Austausch mit der Branche. Woher kommt diese Freude an Menschen? Caduff: Dies habe ich von meiner Mutter geerbt. Auch sie hatte mit allen Leuten über alles gesprochen. Ich finde jeden Menschen enorm interessant. So erfahre ich auch ganz viele spannende Geschichten. Sei es vom Zahnarzt oder vom Taxifahrer. Auch mit Tieren kann ich es sehr gut. Oftmals sind Hunde- oder Katzenhalter geradezu überrascht, wie ihr Haustier mit mir rasch und gut auskommt. Es tönt vielleicht etwas verrückt, aber ich spreche auch jeden Tag mit meinen Kakteen. Ein Kaktus in der Sammlung ist sehr gross, habe ihn vor 45 Jahren gekauft, da war er gerade mal zehn Zentimeter hoch. Markus Hill und Thomas Caduff, Fundplat GmbH – “Frankfurt & Shakehands 2022“ (FOTO / RECHTE: Thomas Caduff) Hill: Worin genau besteht Ihr Geschäftsmodell? Caduff: Wir haben ein einfaches Geschäftsmodell. Es ist aufgeteilt in Media und Events. Für beide Bereiche gibt es klar definierte Aktivitäten. Ich schaue auch laufend, ob wir etwas Neues auf den Markt bringen können. So sind uns jüngst zwei Media-Primeurs im DACH-Raum gelungen: die «Experten-Coffees» und die «Experten-Handshakes». Hill: Was steht bei Ihnen noch im 4. Quartal an Themen an? Caduff: Wir hatten in diesem Jahr noch ein paar «Experten-Lunches» und «Experten-Roundtables» im Programm, zum Beispiel: Genf, Zürich und natürlich in das «Mountain Talks» Summit in St. Moritz. Jeder Event ist auf seine Art und Weise anspruchsvoll. Gerade bereiten wir die nächste Veranstaltung in Frankfurt am Main vor. Wir wollen immer eine hervorragende Leistung abliefern. Es gibt auch viel zu tun im Bereich Media, beispielsweise jede Woche Interviews für die Newsletters. Hill: Womit beschäftigen Sie sich, wenn Sie gerade nicht Veranstaltungen planen, begleiten und moderieren? Caduff: Wir haben ein Chalet mit grossem Umschwung. Wenn man mit der Arbeit links fertig ist, beginnt rechts eine neue. Da es nicht weit von St. Moritz entfernt ist, fahre ich jede freie Minute ins Engadin. Hier bin ich glücklich. Nebst in Zürich natürlich, wo ich seit 40 Jahren lebe. Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Ihnen noch viele gute Gespräche bei Ihrem kommenden Frankfurt-Event! Quelle: www.finanzplatz-frankfurt.de Thomas J. Caduff ist CEO der Fundplat GmbH. Er ist seit über 40 Jahren in der Finanzindustrie tätig. Zu seinen beruflichen Stationen gehörten das Börsenkommissariat des Kantons Zürich, die Bank Vontobel, die Credit Suisse und die UBS. Thomas J. Caduff diente ferner drei Jahrzehnte lang in einer Division und mehreren Brigaden der Schweizer Armee als Kommunikations-/​Medienoffizier. FUNDPLAT – Veranstaltungsinformation – INVITATION ONLY – 22. November 2022, Frankfurt am Main – «Experten-Lunch» & Panel / Newsletter: www.fundplat.com Verwandte Beiträge: Family Offices, Fonds­boutiquen und der Finanz­platz Frankfurt (Interview – Markus Hill, Thomas Caduff, fundplat.com) – FondsboutiquenFONDSBOUTIQUEN & PRIVATE LABEL FONDS: Family Offices, Fonds­boutiquen und die Schweizer Expertise (Interview – Markus Hill, Thomas Caduff) – FondsboutiquenFamily Offices, Fonds­initia­toren und der Faktor „Brennende Leiden­schaft“ (Interview – Markus Hill, Thomas Caduff) – FondsboutiquenFONDSBOUTIQUEN & PRIVATE LABEL FONDS: Family Offices und Fonds­boutiquen besitzen viele Gemeinsamkeiten (Interview – Thomas Caduff, Markus Hill) – Fondsboutiquen

  • Frankfurt , Immobilien, Karriere & Coaching, Networking – Markus Hill (FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN) spricht mit Isabel Tannenberg, Kucera über eine Vielzahl von Themen, die das Leben, Arbeiten und den Gedankenaustausch in Frankfurt so interessant machen. Warum macht es soviel Freude, den Nachwuchs zu „coachen“? Immobilien und Steuern – Langeweile versus Leidenschaft? Was bewegt aktuell Anbieter und Investoren im Immobilienbereich? UND – ist die Party wirklich vorbei? (Isabel Tannenberg ist Partnerin, Rechtsanwältin und Steuerberaterin bei KUCERA Rechtsanswältin in Frankfurt am Main. – www.kucera.de) FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN & IMMOBILIEN (VERANSTALTUNGSHINWEIS – 26.9.2022): Aufziehende Gewitter in der Immobilienwirtschaft: Zinserhöhung, ESG-Auflagen, Energiekrise. Ist die Party nach Jahren immer neuer Superlative vorbei? – PODIUM: Jürgen H. Conzelmann Vorsitzender Vereinigung der Haus-, Grund- und Wohnungseigentümer Frankfurt am Main e.V. – Haus & Grund Frankfurt am Main / Dr. Dominik Benner, CEO der Benner Holding, Dominik Barton,Mananging Partner (CEO) der Barton Group / Dr. Stefan Kucera, Immobilienkanzlei KUCERA Rechtsanwälte INFORMATION / ANMELDUNG: www.montagsgesellschaft.de LINK ZUM YOUTUBE VIDEO:  https://www.youtube.com/watch?v=7QELGeGKtCI&t=935s Verwandte Beiträge: FONDSBOUTIQUEN & PRIVATE LABEL FONDS: „Finanzplatz Frankfurt meets Finanzplatz Schweiz – Fondsboutiquen & USA-Formel, High Yield, Value Investing, Rohstoffe“ (Veranstaltungsreihe – München, Stuttgart, Zürich, Frankfurt, Köln, Hamburg – FAM Frankfurt Asset Management AG & SIA Funds AG) – FondsboutiquenFRANKFURT, LUZERN & KNOWHOW: Blockchain, Startups, Behavioural Finance – Networking, Ökosysteme & Leidenschaft (INTERVIEW – Jan Carlos Janke, HSLU – Hochschule Luzern & Swiss Digital Finance Confererence – Veranstaltungshinweis) – FondsboutiquenFinanzplatz Frankfurt, Knowhow & Asset Management (fondsboutiquen.de)FINANZPLATZ FRANKFURT: ESG, digitale Infrastruktur, Innovation & „Ökosystem Frankfurt“ (Michael Jakobi, contagi Digital Impact Group) – Fondsboutiquen

  • Finanzplatz Frankfurt am Main meets Finanzplatz Schweiz „Abseits vom Mainstream: Hohe Returns mit High Yield Anleihen & Value- und Rohstoffaktien“ – 11.30 Uhr – 14.00 Uhr: Kurzintro „Fondsboutiquen und USA-Formel“ & Moderation (Markus Hill) – FAM Frankfurt Asset Management AG: High Yield (Ottmar Wolf) – SIA Funds AG: Value- und Rohstoffaktien (Prof. Dr. Carlos Jarillo, Alex J. Rauchenstein, Urs Marti, Marcos Hernandez) – Q&A – Lunchbuffet (INVITATION ONLY & INSTITUTIONELLE INVESTOREN – INFORMATION „ZIELGRUPPE“ / ANMELDUNG: info@markus-hill.com / a.rauchenstein@s-i-a.ch – INPUT , IDEEN, ANREGUNGEN ZUM THEMA „Fondsboutiquen & Private Label Fonds“ sind immer willkommen: www.fondsboutiquen.de)WEITERE TERMINE / ROADSHOW „DEUTSCHLAND & SCHWEIZ“: 14.9 – München, 15.9. – Stuttgart – 16.9. Zürich (SIA FUNDS AG – „Natural Resources Day“ – Peter Wiederholt), 22.9. – Frankfurt, 29.9. – Köln, 30.9. – Hamburg www.frankfurt-asset.com & www.s-i-a.ch Swiss Value Day & Fund Boutiques – Fireside chat on Value Investing (SIA & BWM) Moderated by Mark Dittli, Managing Director & Editor-in-Chief of The Market with Prof. J. Carlos Jarillo, Founding Partner SIA, Marcos Hernandez, Partner & CIO SIA and Georg von Wyss, Founding Partner & Portfolio Manager BWM LINK ZUM VIDEO: Swiss Value Day & Fund Boutiques – Fireside chat on Value Investing – YouTube Asset Manager Presentation 2022: High Yield Bonds mit Ottmar Wolf (FAM Frankfurt Asset Management) Es fällt in der aktuellen Situation nicht leicht, über vergleichsweise banal erscheinende Finanzthemen zu sprechen. Dennoch merken wir alle, dass sich viele Anlegerinnen und Anleger aufgrund der unruhigen Märkte Sorgen um ihre Altersvorsorge und Finanzplanung machen. Denn wir sind mittendrin in einem Krieg in Europa; wir sehen explodierende Energiepreise und in der Folge eine weiter steigende Inflation. Alles in allem also durchaus ein toxisches Gemisch, das sich da gerade zusammenbraut. Ist das Management von Rentenfonds vor diesem Hintergrund also die Quadratur des Kreises – oder einfach nur eine Frage der richtigen Strategie? Was machen die Finanzprofis in dieser Situation? DONNER & REUSCHEL hat im Rahmen der aktuellen Asset Manager Presentation zum Thema „…und es gibt doch einen Zins!“ sechs ausgewiesene Spezialisten eingeladen, um unter der Moderation von Andreas Franik über diese Strategien zu sprechen, hier mit Ottmar Wolf, Vorstand der FAM Frankfurt Asset Management AG und Fondsmanager des FAM Renten Spezial, zum Thema High Yield Bonds. LINK ZUM VIDEO: Asset Manager Presentation 2022: High Yield Bonds mit Ottmar Wolf (FAM Frankfurt Asset Management) – YouTube

  • Blockchain, Behavioral Finance, Frankfurt am Main, Luzern, Liebe und Leidenschaft für Networking -Markus Hill sprachh für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Jan Carlos Janke, Projektleiter der Swiss Digital F  und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HSLU (Informatik) über diese Themen sowie über die anstehende Konferenz in Luzern (21.9.2022) Hill: Sagen Sie mir bitte, wer Jan Carlos ist und was ihn ins Finanzwesen gebracht hat? Janke: Meine persönliche finanzielle Situation war nicht die beste, da sich meine Eltern trennten und mein Vater kurz darauf im Jahr 2004 starb. Zuvor war ich zu jung, um die tatsächliche finanzielle Situation meiner Familie zu verstehen, da mein Vater ein hervorragender Unternehmer im Bereich der Marktforschung war und es ihm an finanziellen Kenntnissen mangelte. Während meines Studiums an der Goethe-Universität in Frankfurt entdeckte ich meine Leidenschaft für Wirtschaft und Business, mit dem Schwerpunkt Finanzen und Vermögensverwaltung. Ich interessierte mich besonders für Behavioral Finance wie Overconfidence, worüber ich meine Bachelorarbeit schrieb.Ich begann meine Karriere bei der Deutschen Bank, im Investment Banking Center, wo ich miterlebte, wie Leute ihre ersten Vermögen für Autos oder Immobilien ausgaben. Das und eine Geschichte, die mir ein Freund damals erzählte, hat mich stark herausgefordert. Die Geschichte handelte davon, wie seine Großmutter sein Studium an einer wirklich beeindruckenden Privatuniversität in Barcelona, Spanien, bezahlte. Das Argument war das folgende: Autos verlieren durch die Abschreibung schnell an Wert und haben monatliche Kosten, monetär und Zeit. Immobilien sind zwar ein grundlegender Bestandteil eines Portfolios, aber es ist verständlich, wenn junge Leute noch diese Flexibilität, beispielsweise keine Familie und Kinder haben sind Lebenserfahrungenalles um das größte Wachstum zu erlangen. Neue Verbindungen, neue Kulturen, neue Perspektiven und das Verlassen der Komfortzone sind der Schlüssel für ein gutes Leben. Also habe ich meine gesamten Ersparnisse sowie die Unterstützung meiner Mutter und meines autistischen Bruders genutzt, um im Ausland zu studieren und diese wichtigen Erfahrungen zu machen. Nachdem ich meinen ersten internationalen Master in Finance abgeschlossen und anerkennende Empfehlungen aus akademischen und unternehmerischen Backround erhalten hatte, bekam ich die Möglichkeit, einen zweiten Master in Management zu machen. Ich arbeitete hart und bekam ein Stipendium, welches den zweiten Master komplett finanzierte. Pay one and get two. Ich bezahlte also für einen und erhielt schließlich zwei Abschlüsse. Es war wirklich eine tolle Erfahrung, bezeichne die Zeit als die elganteste die meine Person entwickelte und die harte Arbeit wert! Im zweiten Master habe ich mich mit Management, Finanzen und Digitalisierungsthemen beschäftigt. Ich habe in einer Private-Equity-Gesellschaft als Referent der Geschäftsleitung gearbeitet, bei dem ich mich passioniert ausleben durfte. Ich habe dann nicht nur quantitativ gearbeitet, wie bei meiner ersten Masterarbeit, die sich auf die Gründung eines Stiftungsfonds konzentrierte, sondern habe das Team und Organisation näher analysiert, Interviews geführt, somit qualitativ gearbeitet und die Grundlagen geschaffen, um Investitionsentschiedungen für verschiedene Akquisitionen aufzubereiten. Hill: Was hat Sie zur Blockchain gebracht und was hat dich dazu gebracht, zu bleiben? Jan Carlos Janke Janke: Später, während meiner Zeit im Family Office als rechte Hand der Geschäftsleitung, habe ich mich mit der Digitalisierung im Immobilienbereich beschäftigt, insbesondere mit BIM (Building Information Modeling). Hier war ich der BIM-Manager und habe die gesamte Struktur für einen HNWI im Backend umgesetzt, bis hin zu den Details wie z.B. die Verfliesung des Bodens. Hier kam ich tief in Kontakt mit der Tokenisierung von Immobilien. Vorher hatte ich nur von Bitcoin, Smart Contracts etc. und der Vision dahinter gehört. Ich sprach mit vielen Leuten und begann 2017 diesen einzigartigen Bereich zu beobachten und mir wurde klar, wie dies die Zukunft verändern wird, nicht nur im Backend von Börsen, Banken, sondern auch in der gesamten Vermögensverwaltungsbranche. Ich erkannte, dass die digitale Entwicklung selbst viel schneller war als die etablierte Welt. Aus diesem Grund wurde ich zur Premiere von Bank Banks Staffel 2 in die Paulskirche in Frankfurt eingeladen. Ich besuchte die Euro Finance Week, wo ich mit Herrn Penzel – Ex – CIO der EZB – in Kontakt kam. Er empfahl mir die EBS oder die Frankfurt School, um eine Promotion zu beginnen oder durch die Unterstützung von Projekten dort in die Gemeinschaft hineinzuwachsen. Ich werde nie seinen Eingangsvortrag über die morphologischen Kästen vergessen, in denen Unternehmen einfach zusammengesetzt werden können, um sich zu differenzieren. Hier habe ich Philipp Sandner zum ersten Mal persönlich getroffen, bei einer Schweizer Veranstaltung mit Großunternehmen auf der Messe. Dort habe ich Olaf Hannemann und anderen die Hand geschüttelt, worüber ich mich bis heute sehr freue. Später schloss ich mich Philipp Sandner und dem Frankfurt School Blockchain Center an und besuchte zuvor die Crypto Asset Conference, den Blocksize Capital Day, abonnierte den Newsletter und vieles mehr. Die Ökosysteme, in denen ich wuchs und diese umso mehr, waren einfach erstaunlich. Während meiner Zeit mit meinem Startup im Bereich Transparenz von Mietspiegeldaten von Immobilien, das private Vermögensberatung/ verwaltung, habe ich mich besonders darauf konzentriert. Ich wollte Transparenz und einfache Prozesse im Immobilienbereich in Kombination mit NFTs schaffen und glaube, dass KI den zukünftigen Prozess des Kaufs, Haltens und Verkaufens von Immobilien prägen wird. Nach kurzer Zeit entschied ich mich, mich voll und ganz den Potenzialen von Blockchain zu widmen, und so begann ich im März 2021 am Frankfurt School Blockchain Center und wuchs in alle Projekte und das Netzwerk hinein. Ich war voll und ganz begeistert von dem, was da kommt und die Zukunft gestaltet. Mich in das Gebiet einzuarbeiten und es für alle Generationen, Geschlechter und Berufe verständlich zu machen. An der Stelle an den Visionär und Macher Philipp Sandner, welcher nicht viel redet sondern macht. Er gibt jedem engagierten Menschen die Chance in die Ökosysteme, welche er gebaut hat hineinzuwachsen und an verschiedensten Projekten und Ökosystemen zu lernen. Hill: Was hat Sie dazu bewogen, einen Schritt weiter in Richtung Digital Finance zu gehen und für die HSLU zu arbeiten? Janke: Da Finanzen und Management meine absolute Leidenschaft sind, ist es ein wahrgewordener Traum, Themen aus beiden Bereichen zu kombinieren. Ich habe früher bei einem Projekt namens DEC Institute gearbeitet, bei dem die zukünftigen Digital Asset Analysten zertifiziert werden können. Es ist die neue Form des CFA in der neuen Welt. Schließlich

  • Was Musik am Freitag mit Social Selling zu tun hat? So einiges, findet Oliver S. Bauer, Social Selling Program Manager bei Allianz Global Investors in Frankfurt am Main.Ein Gespräch über Netzwerken 4.0, das Touchpoint-Puzzle, die Frage der Messbarkeit – und natürlich Musik. Aufgezeichnet von Markus Hill, Finanzplatz Frankfurt. Hill: Sie sind seit Ende der späten 1980er Jahre in der Finanzdienstleistungsindustrie tätig, seit Mitte der 1990er Jahre hatten Sie bei einigen Asset Managern am Finanzplatz Frankfurt verschiedene Positionen im Bereich Produkte und Marketing inne. Was verbindet Sie mit der Stadt Frankfurt und wie kamen Sie zur Finanzdienstleistung? Bauer: Frankfurt ist tatsächlich meine Geburtsstadt. Zunächst in Rödelheim, dann in Bornheim bin ich aufgewachsen und zur Schule gegangen. Bis Mitte 30 habe ich auch in der Stadt gewohnt.Mein Vater war zwar kein Banker, gleichwohl war er als Verwaltungschef bei einer Bank tätig. Oftmals arbeitete er auch am Wochenende und ich durfte ab und an mal mit. Sein Arbeitsplatz war bei der ADCA-Bank – nicht ADAC! –; deren Villa in der Lindenstraße 27 strahlte damals große Faszination auf mich aus. Lange Flure, knarrende Holzdielen, große Doppeltüren. Und eine Rohrpost. Der Inbegriff einer traditionellen Bank. Was ich damals nicht wusste, dass das Gebäude eine sehr wechselvolle Geschichte hat… so war es von 1940 bis 1945 Sitz der Gestapo. Das hätte mir wahrscheinlich eher Angst gemacht. Auch meine Mutter war bei einer Bank, „Personal Assistant“ – damals hieß das noch schlicht Sekretärin – des Leiters Handel/Wertpapiere bei der Frankfurter Volksbank. Ich kam also schon früh mit „Bank“ in Berührung. Ab der 6. Klasse war ich Klassenkassenwart, ein Praktikum in der 9. Klasse bei der Volksbank – es war früh klar: „Der Bub geht zur Bank.“ Oliver S. Bauer, Social Selling Program Manager bei Allianz Global Investors in Frankfurt am Main Hill: Und Sie sind Frankfurt – beruflich gesehen – auch immer treu geblieben… Bauer: Ja, das stimmt. Ich zwar 1991 bis 1993 für die Deutsche Bank knapp 3 Jahre in den damals sogenannten „neuen Bundesländern“, aber stimmt, ansonsten war ich nicht weg. Retrospektiv war das für die Karriere vielleicht nicht unbedingt von Vorteil, aber andererseits: Frankfurt war immer schon ein wunderbarer Ort um Familie, Freunde und den Beruf zu kombinieren. Ich war und bin gerne hier. Hill: Wenn man in Ihre Vita schaut, findet man Produktentwicklung- und management und Marketing. Alles eher bekannte, traditionelle Job-Bezeichnungen. Aber das was Sie heute machen, klingt dann doch etwas ungewöhnlich. Sie sind „Social Selling Progam Manager“. Wie kam es dazu? Bauer: Anfang 2015 fragte mich einer meiner Chefs, ob ich Lust hätte, ein Social Selling Projekt als Pilot aufzusetzen… Große Augen und die Frage „Social what?!?“ war meine Reaktion. Ich sagte zu ihm: „Ich bin weder Tekkie noch Digital Native. Ok, ich mag mein iPhone, aber das allein kann mich doch nicht qualifizieren?“ Er erwiderte darauf hin, und nach einer Zeit verstand ich ihn dann doch gut: „Nun, Social Selling ist nicht in erster Linie ein Technologie-Projekt, es geht um Menschen, um Marketing und Vertrieb, um Beziehungsmanagement, um Prozesse, um ein Verständnis für die Industrie, um das große Ganze, aber auch den Blick für Details. Außerdem geht es auch um regulatorische und rechtliche Fragen, man muss Leute begeistern und überzeugen können, es geht um Neugier und einen langen Atem – darum Du!“ So kam ich also dazu und tatsächlich gibt es am Finanzplatz Frankfurt beziehungsweise in unserer Branche noch nicht allzu viele „von uns“. Vielleicht erscheint der Begriff deshalb mitunter noch ein wenig exotisch. Wenngleich wir also vor über 7 Jahren „ahead of the curve“ waren, zwischenzeitlich ist mein Eindruck, dass „wir“ mehr werden! Hill: Was umfasst dieser Job? Sie kümmern sich um Werbung auf Social Media? Bauer: Nein, das machen bei uns im Haus andere Kolleg:innen. Ganz ehrlich, die Frage klingt leichter, als sie tatsächlich ist. Vielleicht liegt es am Begriff, der oft etwas in die Irre führt. Denn das was Sie in Ihrer Frage formuliert haben, genau das ist es eben nicht. Social Media Marketing und Social Selling sind tatsächlich zwei Paar Schuhe: Viele hören oder lesen manchmal nur „Social“ – und dann ist es unter „Irgendwas mit Social Media“ abgespeichert. Das ist auch nicht falsch, ja, es geht um die Sozialen Netzwerke. Aber wir reden nicht von Social Media Marketing oder Corporate Communications und es hat auch nicht in allererster Linie mit Content publizieren zu tun! Klar, das gehört dazu, aber es ist nicht der Kern. Und es geht auch nicht um die eigenen Kanäle des Unternehmens, sondern um die einzelner Mitarbeiter:innen. Hill: Diese Abgrenzung scheint wichtig, verstanden. Also geht es eher um das Netzwerken? Bauer: Eine Definition geht wie folgt: Social Selling ist eine Strategie, die soziale Medien nutzt, um ein Netzwerk auf- und auszubauen und dieses zu nutzen, Information zu sammeln, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen und zu stärken und Einfluss zu gewinnen, damit eine solide persönliche Marke zu schaffen und letztendlich einen besseren Job zu machen. Das klingt jetzt komplex, aber mal ehrlich, wenn man das auseinandernimmt, ist das nicht etwas, was gute, nachhaltig denkende Leute im Vertrieb schon immer ausgezeichnet hat? Netzwerken? Beziehungsmanagement? Persönlicher Einfluss? Ich finde: Alles, oder sagen wir fast alles, was man im realen Leben machen kann, kann man auch auf oder mit Hilfe von einem sozialen Netzwerk tun. Manchmal noch ein wenig mehr. In jedem Fall sehr effizient und sicher auch ein wenig anders. „Social Selling? Ein Teil des Touchpoint-Puzzles!“ Allerdings, das gehört auch zu Wahrheit: Es gibt auch Grenzen und wir müssen Social Selling de-mystifizieren, denn es ist auch nicht der heilige Gral. So löst es viele Dinge nicht ab, zumindest noch nicht, sondern ergänzt sie vielmehr. Man wird sich auch in Zukunft live treffen, bei Meetings, auf Veranstaltungen, zum Mittagessen. Letztlich ist Social Selling ein weiteres Teil im gesamten Touchpoint-Puzzle mit existierenden und potenziellen neuen Kunden. Asset Management ist seit jeher ein „people’s business“ und wird es auf absehbare Zeit in großen Teilen auch bleiben. Allerdings, es wäre naiv, gar töricht zu glauben, dass nun ausgerechnet unsere Branche die einzige sei, in welcher die Digitalisierung auch im B2B Vertrieb

  • Frankfurt, Immobilien, Karriere & Coaching, Networking – Markus Hill (FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN) spricht mit Isabel Tannenberg, Kucera über eine Vielzahl von Themen, die das Leben, Arbeiten und den Gedankenaustausch in Frankfurt so interessant machen. Warum macht es soviel Freude, den Nachwuchs zu „coachen“? Immobilien und Steuern – Langeweile versus Leidenschaft? Was bewegt aktuell Anbieter und Investoren im Immobilienbereich? UND – ist die Party wirklich vorbei? (Veranstaltunghinweis) (Isabel Tannenberg ist Partnerin, Rechtsanwältin und Steuerberaterin bei KUCERA Rechtsanswältin in Frankfurt am Main. – www.kucera.de) FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN & IMMOBILIEN (VERANSTALTUNGSHINWEIS – 26.9.2022): Aufziehende Gewitter in der Immobilienwirtschaft: Zinserhöhung, ESG-Auflagen, Energiekrise. Ist die Party nach Jahren immer neuer Superlative vorbei? – PODIUM: Jürgen H. Conzelmann Vorsitzender Vereinigung der Haus-, Grund- und Wohnungseigentümer Frankfurt am Main e.V. – Haus & Grund Frankfurt am Main / Dr. Dominik Benner, CEO der Benner Holding, Dominik Barton,Mananging Partner (CEO) der Barton Group / Dr. Stefan Kucera, Immobilienkanzlei KUCERA Rechtsanwälte INFORMATION / ANMELDUNG: www.montagsgesellschaft.de https://www.youtube.com/watch?v=7QELGeGKtCI

  • „Frankfurt ist laut THE ECONOMIST eine sehr lebenswerte Stadt, zudem macht hier der gepflegte fachliche Gedankenaustausch zu Asset-Management-Themen große Freude“ Finanzplatz Frankfurt, Knowhow, Asset Management & Social Media, Investor Education, Fondsboutiquen, Family Offices, Don Bosco, ESG und Impact Investing – IPE D.A.CH Chefredakteur Frank Schnattinger sprach mit Markus Hill über diese Themengebiete sowie über Fachdiskussionen vor Ort zu einer Investorenstudie von Telos & Artis und dem Consultant Day von Caceis. Zusätzlich wurden Themen wie „Schweizer in Deutschland“ und Frankfurter in Indien erörtert und Hinweise auf Aktivitäten im 2. Halbjahr 2022 gegeben. IPE D.ACH: Frankfurt gehört zu den 10 lebenswertesten Städten Deutschlands. Hat Sie dieses Ergebnis erstaunt?Hill: Frankfurt ist laut THE ECONOMIST eine sehr lebenswerte Stadt, zudem macht hier der gepflegte fachliche Gedankenaustausch zu Asset-Management-Themen große Freude. Sie haben recht mir Ihrer Formulierung, dem Erstaunen. Es kam für viele Fans und auch „Gegner“ der Stadt wohl sehr überraschend, unverhofft. Natürlich hat es mich überrascht. Ich habe die Stadt mittlerweile ins Herz geschlossen, kenne aber durchaus auch deren etwas unappetitlicheren Seiten. Übrigens, diese Betrachtung lässt sich auf viele Städte übertragen, auch auf meine ursprüngliche Heimat, Köln. Ich hatte zwei Meldungen zu diesem Ranking auf meinem „Finanzplatz Frankfurt am Main“-Kanal auf LinkedIn gepostet. Überwiegend gab es positive Rückmeldungen beim ersten Posting (Artikel: „Frankfurt ist so lebenswert wie nie.“, FRANKFURTER NEUE PRESSE) Beim zweiten, kritischen Posting (Artikel: „Frankfurt am Main: Waren die Entscheider auf Crack?!“, DIE ZEIT) gab es dann doch sehr interessante Reaktionen. Ich fand das sehr gut, zumal hier noch Optimierungspotenziale für die Stadt gezielt angesprochen wurden. Da ich neben meinem „Frankfurt-Promotion-Hobby“ ein paar fachlich orientierte Communities auf LinkedIn betreue (FONDSBOUTIQUEN, PRIVATE LABEL FONDS, FUNDS BOUTIQUES, CAT BONDS), verfolge ich die Kommunikations-Dynamik auf diesen verschiedenen Kanälen mit großem Interesse. Die Asset Management-Branche verhält sich im Durchschnitt betrachtet in Sachen Social Media & Asset Management meiner Ansicht nach immer noch etwas reserviert, suchend und durchaus auch unsicher. Interessant ist hier vor allen Dingen, dass es hier eine Lücke zwischen den Generationen zu geben scheint. Auf verschiedene Vertreter der traditionell orientierten „Print-Medien-Fraktion“ erscheint dieses Medium wohl noch etwas geheimnisvoll, vielleicht sogar als in Teilen „unseriös“. Ich hatte wohl das Glück, dass ich mich seit 2013 sehr aktiv mit diesem Themenfeld beschäftigt habe. Auch ich bin heute noch Lernender, mache meine Fehler – gerade junge Leute erscheinen diesbezüglich sozusagen fluider im Denken zu sein, sie arbeiten und leben teilweise sehr intensiv mit diesen Medien (LinkedIn, Xing, Instagram & Co.). Mit allen Vor- und Nachteilen, hier können die Alten noch viel von den Jungen lernen. Natürlich sollte man einen negativen Aspekt nicht vergessen – nur Social Media ohne analoge Welt sollte als Gefahr betrachtet werden. Bildung braucht Aufmerksamkeitspanne, Konzentrationsfähigkeit und Frustrationstoleranz, hier gibt es unbestreitbar sehr negative Auswirkungen dieser Medien. Übrigens, beim Thema Frankfurt geht es immer sehr leidenschaftlich zu – im Gegensatz zur rein fachlich orientierten Diskussion bei meinen anderen LinkedIn-Kanälen. Ich mag Frankfurt einfach sehr gerne, obwohl ich, in Bonn geboren, 1996 aus Köln dorthin gezogen bin. Als Rheinländer habe ich dieses „Dorf mit Wolkenkratzern“ tief ins Herz geschlossen! IPE D.ACH: Sie unterstützen, bewerben und organisieren auch ab und an Veranstaltungen vor Ort. Was macht die Location Frankfurt so interessant?Hill: Wie gesagt, wenn man sich stärker mit den Netzwerken vor Ort, neudeutsch „Ökosysteme“, beschäftigt, dann wird einem sehr klar, dass es eine Vielfalt von Meinungen, Knowhow, Nationalitäten, Freizeitangeboten und mehr gibt. Wie oben beschrieben, man kann geteilter Meinung sein. Unbestritten ist, dass der Finanzplatz Frankfurt in Hessen ein weites Einzugsgebiet hat. Wirtschaftlich gesehen kann man es zum Beispiel mit der Vernetzung und Ausdehnung des Ruhrgebietes vergleichen. Mit dem einen, entscheidenden Unterschied: Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt und Hessen als Bundesland – natürlich ist hier vor Ort die Wirtschaftskraft eine ganz andere. Hochschulen, Kooperationen, der Flughafen, die Internationalität, die unbestrittene Rolle als Finanzzentrum sind alles Punkte für Frankfurt. Dazu kommt die zentrale Lage in Deutschland – man ist schnell überall und ist für „Überall“ in Deutschland auch recht schnell erreichbar. Das Museumsufer, Eintracht Frankfurt, EZB, die einzigartige Skyline von Frankfurt – zu mindestens sehr viele Punkte, die diese Location bundesweit und international, nicht nur für Events und Gedankenaustausch, interessant machen. Und nein – ich habe keinen Vertrag mit dem Fremdenverkehrsamt in Frankfurt, bin aber zugegebenermaßen in meinen Ansichten etwas weniger neutral. Beeindruckt haben mich auch die Aktivitäten von Organisationen vor Ort wie zum Beispiel Frankfurt Main Finance, Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH und FrankfurtRheinMain GmbH International Marketing of the Region. Wie bei mir, kann man auch diesen Organisationen eine gewisse Befangenheit nicht absprechen. Fakt ist aber, dass diese und viele andere Organisationen dieses „Frankfurt-Fan-Netzwerkes“ auf exzellente Weise kooperieren, sich oft die Bälle vor Ort gegenseitig zuspielen. IPE D.ACH: Sie sind als Asset Management Consultant tätig. Welche Themen verfolgen Sie derzeit mit größerem Interesse?Hill: Value Investing, Rohstoffe, Dachfonds, Real Assets und ESG und Impact Investing. Diese Gebiete schaue ich mir seit langer Zeit genauer an. Hierbei sehe ich weniger auf die Produkthülle, die Verpackung. Publikumsfonds, Spezialfonds, Liquide versus Illiquide (AIF), Direktinvestments – interessanterweise wird es hier, wie so oft, an „den Rändern“ bei der Marktbeobachtung sehr interessant. Eine von vielen Gelegenheiten, sich zusätzlich zu diesen Bereichen auszutauschen hatte ich im ersten Halbjahr durch die Moderation verschiedener Panels beziehungsweise von Veranstaltungen mit Berührungspunkten zu diesen Themenkreisen. Auch hier hat Frankfurt als Veranstaltungsort wieder eine Rolle als hochwertiges Ökosystem unter Beweis gestellt. Zum Themenkreis Family Offices & Impact Investing konnte ich eine interessante Diskussion beim 5. Sustainable Investor Summit begleiten. Ein Schwerpunkt hier waren neben Due Diligence und der Bedeutung der NextGen als Investoren auch der Stand der aktuellen Diskussion zum Themenkreis „Sinnökononomie“. Die Diskussion hatte insofern auch einen persönlichen Bezug, da ich früher oft im Don Bosco-Club in Köln an Betreuung und Jugendfahrten teilnehmen konnte und es hier um Bildung, Don Bosco und Emission von Anleihen für Studenten ging. Bei der Markets Group hatte ich im Mai die Gelegenheit, eine Panel-Diskussion auf dem 4th Annual Germany Institutional Forum zu begleiten. Hier hatte sich mit Karg Stiftung, FERI und Mirabaud ein interessantes Gespräch zu Feldern wie Alternative Investments, Rohstoffe und Wandelanleihen ergeben.  Die Themen „Immobilien, Alternative Investments

  • „Family Office in a Box“, Stiftungen, Asset Allocation, Dachfonds, Fondsselektion und Fondsboutiquen – Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH, über diese Themen sowie über die Bedeutung von Kapitalmarktforschung für den eigenen Investmentprozess, 3-Jahres-Track Record sowie über die Freude am fachlichen Gedankenaustausch in Frankfurt am Main. Hill: Was genau bedeutet der Begriff „Family Office in a Box“ im Zusammenhang mit Ihrem Hause? Friedrich: Das ist eine wirklich interessante Frage. Ich verwende diesen Begriff manchmal, um den von mir initiierten Lansdowne Endowment Fund prägnant zu beschreiben. Die Bezeichnung passt gleich aus mehreren Gründen sehr gut: Erstens handelt es sich um ein klassisches Gesamtvermögenskonzept: Der Fonds ist in sich massiv diversifiziert, und dennoch über ein einziges Wertpapiergeschäft bequem investierbar. Zweitens implementieren viele hochvermögende Familien im Rahmen ihrer hauseigenen Vermögensverwaltung einen vergleichbaren Anlageprozess. Family Offices sind – genauso wie Endowments – institutionelle Anleger mit tiefen Taschen, und einem langfristig orientierten Anlageprozess. Wir teilen also ein und dieselbe Anlagephilosophie mit Family Offices, auch wenn in der konkreten Umsetzung regulatorisch bedingte Unterschiede existieren. Hill: Was genau steckt hinter dem Begriff „Endowment-Ansatz“ und in welchem Sinne genau besteht ein Zusammenhang zum allgemein bekannten Stiftungs-Begriff im deutschen Sprachraum? Friedrich: Nun, die wörtliche Übersetzung von Endowment ist wahrscheinlich sogar „Stiftung“. Endowments  sind in England seit hunderten von Jahren bekannt. Die Idee ist recht einfach: gemeinnützige Institutionen wie Hochschulen oder Spitäler mit einem Vermögen auszustatten, welches den Bestand der Institution sichert und damit gleichzeitig auch ihre Unabhängigkeit sicherstellt. Endowments tun dies, indem sie den Betrieb der begünstigten Institutionen subventionieren – im Fall der Universität Yale machen diese Beiträge rund ein Drittel des gesamten Budgets aus! So gesehen ist der Zweck der Vermögensanlage oftmals vergleichbar. Freilich gibt es auch Unterschiede, insbesondere in der Regulatorik und der Ausgestaltung der Anlagepolitik. In Deutschland hat sich der Staat herausgenommen, die „Geschäfts-Gebahrung“ von Stiftungen sehr viel stärker zu beeinflussen, als dies bei US-amerikanischen Endowments der Fall ist. Hill: Wie sieht Ihr Investmentprozess konkret aus? Martin Friedrich Friedrich: Wir bieten unseren Anlegern einen Anlageprozess, wie er typisch für institutionelle Großanleger ist. Ich kann das mit Autorität sagen, weil ich im Laufe meiner schon fast 30-jährigen Karriere im Finanzmarkt mit vielen solchen Institutionen zu tun hatte. Ich habe dabei gelernt, dass natürlich jede Institution individuell ist. Trotzdem geben sich solche Vermögen eigentlich immer eine strategische Vermögensstruktur, welche dann natürlich implementiert werden muss. Im Fall von Endowments werden dafür fast immer Mandate an externe Manager vergeben. Somit sind strategische Allokation und Manager Selektion elementare Basis-Bausteine eines solches Investmentprozesses. Bei uns kommen dann noch taktische Allokation und Overlay-Strategien dazu. Auch diese Prozessschritte finden sich häufig bei institutionellen Akteuren, auch wenn Umfang und Ausgestaltung in der Praxis stark variieren; hier scheiden sich die Geister, ganz klar. Aber das Prinzip, seinen Investmentprozess in eine Wertekette mehrerer aufeinander folgender Schritte zu gliedern, steht außer Debatte. Hill: Welche Bedeutung hat hier die Kapitalmarktforschung für Sie? Friedrich: Nun, wir haben noch nicht über die Investmenterfolge unserer Identitäts-Spender gesprochen. Tatsächlich aber sind speziell die Endowments US-amerikanischen Eliteuniversitäten wie Yale, Harvard oder Stanford wirklich interessante Vorbilder. Ein Grund dafür ist, dass diese Anstalten ab etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts hochspezialisierte, mit Experten besetze Investmentbüros geschaffen haben. Diese Einheiten haben dann von der Nähe zur Kapitalmarktforschung profitiert, welche an ebendiesen Universitäten betrieben wurde und wird. Im Ergebnis hat das Endowment von Yale seit 1998 jährliche Erträge von über 12% abgeliefert – in einem Zeiraum, in dem Aktien 4,5% und Anleihen 4,7% geliefert haben. Der Lansdowne Endowment Fund macht sich diese Beobachtung zunutze, indem wir in der Konzeptionierung und bei unseren Optimierungsprozessen immer wieder auf wissenschaftlich abgesicherte Methoden zurückgreifen. Ebenso arbeiten wir laufend mit wissenschaftlichen Methoden an der Weiterentwicklung unserer Modelle. Hill: Sie sind Dachfondsmanager. Wie identifizieren Sie exzellente Fondsmanager? Friedrich: Genauso wie andere institutionelle Anleger auch: durch Datenbanken, Suchaufträge und durch persönliche Gespräche. Die Kriterien bei der Auswahl sind immer dieselben: erstens, die Qualität der Menschen hinter den Fonds. Zweitens, die Qualifikation der Akteure. Drittens versuchen wir ihre Motivation zu verstehen: welche Anreize werden den Entscheidungsträgern durch die sie umgebende Organisation gesetzt. Im Investment-Management existieren immer so genannte Prinzipal-Agenten Konflikte; je nach Ausgestaltung der Anreiz-Systeme können diese weitgehend mitigiert oder aber verstärkt werden. Zuletzt müssen wir den Investmentprozess unserer Zielfonds natürlich so gut wie möglich verstehen. Wir haben dabei vielleicht einen kleinen Vorteil, weil wir selbst taktische Modelle für die Anlageklassen des Endowment Funds betreiben. Das zwingt uns, die Ertragstreiber und Risiken der einzelnen Kapitalmarktsegmente wirklich sehr gut zu verstehen. Mit diesem Wissen ausgestattet, können wir mit unseren Managern auf Augenhöhe diskutieren. Ich hoffe, dass wir so gute Entscheidungen bei der Auswahl treffen. Hill: Welche Rolle spielen Fondsboutiquen in diesem Prozess? Friedrich: Boutiquen spielen eine wichtige Rolle in unserem Fonds. Im Asset Management ist ein größeres Team nicht immer besser. Kleine Einheiten die effizient geführt sind und kurze Entscheidungswege haben, können oft sehr erfolgreich agieren. Ihre Unabhängigkeit hilft ihnen dabei, stil-treu zu bleiben. Allerdings müssen wir von Fall zu Fall abschätzen, ob das Team für seine Aufgabe auch alle nötigen Ressourcen verfügbar hat. Hill: Sie weisen ja mittlerweile einen 3-jährigen Track Record für Ihren Fonds aus. Wie hat sich der Fonds in dieser Zeit entwickelt? Friedrich: Ich habe mir unlängst eine alte Präsentation aus dem Jahr 2019 herausgesucht. Zum Zeitpunkt der Lancierung des Fonds hatten wir die Erwartung formuliert, mit unseren speziellen Vermögensstruktur einen Ertrag von durchschnittlich 3,91% über sieben Jahre erwirtschaften zu können. Mir wurde damals gesagt, das sei zu wenig. Heute liegen wir mit einem Gesamtertrag von 13,1% bei exakt 4,1% jährlicher Rendite, und damit erstaunlich nahe an unserer damaligen Modellrechnung. Spannend wird es allerdings, wenn wir den Endowment Fund gegen die investierbaren Alternativen stellen: denn da stellen Sie fest, dass sich der Fonds in den Top 10% der Peergruppe wiederfindet. Wir konnten einige großen Namen hinter uns lassen. Hill: Wenn Sie das gegenwärtige makroökonomische Umfeld betrachten, wie sieht hier Ihr „Weltbild“ für die nächsten Jahre aus? Friedrich: Bevor ich diese Frage beantworte, möchte ich vorausschicken, dass wir im Rahmen unserer Investmentaktivitäten keine Prognosen für makroökonomische Variablen wie Wirtschaftswachstum, Inflation oder ähnliches erstellen. Unsere Positionen sind daher auch nicht von einem bestimmten „Weltbild“

  • Single Family Office, Knowhow, Netzwerke und die gemeinsame Klammer «Ökosystem» – Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Markus Schwingshackl, Centro LAW, über Themen wie Gedankenaustausch, Positionierung sowie Professionalisierung in den Bereichen Asset Allocation und Asset Management. Club Deal, «Investment Club», Private Equity, Immobilien und Family Office-Konferenzen waren ebenso Themen des Gespräches wie auch «Geben & Nehmen», Kunst und Blockchain. Hill: Wie sehen Single Family Office Ökosysteme aus? Schwingshackl: Single Family Offices sind Wealth Management Dienstleister für eine Familie, die in den seltensten Fällen sämtliche Dienstleistungen intern erbringen können. Das Family Office ist zwangsläufig Teil eines Ökosystems, in dem es mit Spezialisten, Beratern und anderen Marktteilnehmern zusammenarbeitet, ohne seine Unabhängigkeit zu verlieren. Es gib hierzu keine Plug and Play Plattformen, denen man sich einfach anschliessen kann. Vielmehr gilt es bereits in der Planungsphase zu verstehen und zu definieren, wie ein Single Family Office sich positionieren, die Ausrichtung umsetzen und mit anderen Teilnehmern eines Ökosystems interagieren kann. Das Family Office bezieht in einer solchen Umgebung nicht nur einseitig Dienstleistungen, sondern zielt insbesondere auch auf positive Netzwerkeffekte und Partnerschaften ab, die beispielsweise in den Bereichen Investitionen oder Administration entstehen können. Partnerschaften waren immer schon wichtig für Family Offices, haben aber durch die fortschreitende Professionalisierung der Industrie einen noch höheren Stellenwert erhalten. So öffnen sich Single Family Offices immer mehr, um ihr Dienstleistungsspektrum zu verfeinern und mit weiteren Marktteilnehmern zusammen zu arbeiten, sodass der Zweck und Nutzen eines Ökosystems weit über das herkömmliche Outsourcing hinaus geht. Hill: Wie entstehen solche Ökosysteme in der Praxis? Schwingshackl: Viele Familien erkennen den Mehrwert von Partnerschaften und Netzwerken in ihrer geschäftlichen Tätigkeit. Für ihr Family Office bleibt er Ihnen allerdings manchmal verborgen, da sie von einem intransparenten Umfeld ausgehen. Oft sind es dann die Führungspersonen des Single Family Offices, die informell Kontakte zu anderen Markteilnehmern knüpfen, um Erfahrungen auszutauschen. Auch können Berater hier den Anstoss geben, indem sie gleichgesinnte Family Offices in Kontakt bringen. Darüber hinaus kann die Positionierung der Anlagen, z.B. Impact Investing, den Zugang zu Ökosystemen ermöglichen, in denen unterschiedliche Akteure zum Erreichen übergeordneter Ziele zusammenarbeiten. Idealerweise werden Ökosysteme und ihr Nutzen schon in die Planung des Family Offices mit einbezogen. Am Beginn des Assessments steht die Entflechtung der gesamten Wertschöpfungskette in ihre einzelnen Komponenten (Unbundling), um dann mittels Technologie als Zentrum und Drehscheibe eine Neubündelung mit internen und externen Kapazitäten vorzunehmen (Rebundling). Intern ist es hilfreich, wenn der anfängliche Fokus auf den Hauptkapazitäten liegt und man erst dann zu einem nachfolgenden modularen Ausbau übergeht. Eine weitere Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an Ökosystemen ist ein klarer interner Governance Rahmen mit dazugehörigen Richtlinien und Prozessen, um Schnittstellen effizient gestalten zu können. Externe Agilität ermöglicht es zudem, neue und sich verändernde Bedürfnisse schnell und effektiv zu bedienen, ohne interne Abläufe jeweils neu definieren zu müssen. Die zentrale Steuerung aller Aktivitäten verhindert dabei einen allenfalls ausufernden Opportunismus oder Aktivismus, um der festgelegten Ausrichtung treu zu bleiben. Abgerundet wird der Rahmen mit der strategischen Vorgabe hinsichtlich Partnerschaften mit gleichgesinnten Marktteilnehmern, die sich an gemeinsamen Werten und Überzeugungen orientieren. Markus Schwingshackl, Centro LAW Hill: Gibt es hierbei Grundsätze, die man befolgen sollte? Schwingshackl: Die Bedürfnisse der Familie stehen im Vordergrund, um die Ausrichtung zu definieren. Zudem ist Klarheit in der Planung und Umsetzung erforderlich. Familien wollen ihr Family Office optimal einsetzen und nutzen, wobei jede Familie und Situation ihre eigenen Herausforderungen mit sich bringen. Einen Grundsatz würde ich bei Family Offices generell beachten: Investment Management und Kontrolle sollten nicht unter demselben Dach erfolgen. Natürlich sind Ausnahmen möglich, erfordern dann aber sehr strikte Kontrollmechanismen mit allenfalls externer Unterstützung, um eine aktive und effektive Steuerung und Überwachung sicherzustellen. Die Abstimmung der Werte und Überzeugungen ist ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor, der mit jedem Teil des Ökosystems gegeben sein muss. Zudem sollten Abhängigkeiten durch eine klare Definition der extern bezogenen Dienstleistungen und entsprechende Nachfolgeregelungen vermieden werden. Je stärker die Familie und das Family Office nach innen blicken, um ihre Werte und Motivationen zu erfassen, desto einfacher werden sie die Aussenwirkung steuern können, die letztendlich die Qualität des jeweiligen Ökosystems beeinflussen wird. Hill: Welche weiteren Optionen haben Single Family Offices, um ihr Ökosystem zu erweitern? Schwingshackl: Ideal sind der Austausch und die Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Single Family Offices, sowohl regional und als auch international. Es erstaunt mich manchmal, wie einsam Family Offices Herausforderungen gegenüberstehen, die man in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren effizient lösen könnte. Dabei sind Co-Investments mit anderen Family Offices ein guter erster Schritt, der von spezialisierten Investment Boutiquen und Brokern begleitet werden kann. Für grössere Family Offices können sich auch Club Deal Strukturen anbieten, die von anderen Family Offices oder Private Equity Firmen geführt werden. Ausschlaggebend für die Qualität solcher Ökosysteme ist stets der partnerschaftliche Gedanke, d.h. wer nur einen Investitionsvorteil für sich selbst sucht, wird lediglich oberflächlich vom positiven Netzwerkeffekt profitieren. Man muss sich bewusst sein, dass ein aktiver Beitrag zum Ökosystem notwendig ist und auch von den anderen Teilnehmern gefordert wird. Dem Sweetspot nähert man sich an, wenn die Bereitschaft zur Partnerschaft und die Beitragskapazität in grösstmöglichem Umfang gegeben sind. Für den Markteintritt in neue Regionen sind ein entsprechendes Netzwerk und Partnerschaften ebenfalls essenziell. Dabei kann das Ökosystem organisch wachsen oder gezielt ausgebaut werden, um Gemeinschaft, Vertrauen und nachhaltige Beziehungen zu fördern. In der Praxis sehe ich aktuell eine erhöhte Nachfrage nach Veranstaltungen, die einen vertrauten Rahmen zum Austausch, Teilen von Erfahrungen und zur Anbahnung von Partnerschaften bieten. Als Konferenz getarnte Sales Events ziehen immer weniger Single Family Offices an. Mittlerweile gibt es auch weltweit Family Office Vereinigungen und Zusammenschlüsse, in denen Mitglieder bewährte Vorgangsweisen teilen und gemeinsam Investitionen tätigen. Hill: In welchen Bereichen sehen Sie für Single Family Offices noch Nachholbedarf? Schwingshackl: Im Bereich Vermögensverwaltung hat man mittlerweile ein sehr hohes Niveau erreicht und insbesondere in der Governance umfassende Richtlinien zur Asset Allocation, der Kontrolle und dem Investmentprozess implementiert. Damit ist man langfristig auf den Erhalt des Familienvermögens ausgerichtet. Viele Single Family Offices vernachlässigen allerdings die Einbindung der nächsten Generation sowie das Estate Planning und die Nachfolgeregelung. Diese Bereiche sind meines Erachtens mindestens genauso wichtig, um Vermögen über Generationen

  • „Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu“ (Danny Kaye). Real Assets werden auch in den kommenden Jahren auf ein ausgeprägtes Interesse bei institutionellen Investoren stoßen – Stichworte: Private Debt, Infrastruktur Equity und Immobilien. Markus Hill* sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Alexander Scholz, Telos GmbH, über die Ergebnisse der aktuell erschienen Telos-Studie zu diesem Themengebiet und über die Bedeutung von ESG-Kriterien und Impact Investing in diesem Segment. Zusätzliche Themen des Gespräches waren das Rating von Kryptofonds und die Allokation von Krypto-Assets, die Ankündigung eines Webcasts zum Thema der Real Asset-Studie sowie ein kurzer Ausblick auf die Themen des aktuell anstehenden 13. Wiesbadener Investorentags. Hill: Herr Scholz, in unserem letzten Meeting hatten Sie über reale Assets und digitale Welten gesprochen. Was hat sich seitdem bei TELOS getan? Scholz: Eigentlich könnten wir jetzt das ganze umdrehen und von digitalen Assets und realen Welten reden. Hill: Wie meinen Sie das? Scholz: Vor etwa einem Jahr sind wir mit der Distributed Ledger Consulting GmbH (DLC) eine strategische Kooperation im Bereich von Kryptofonds-Ratings eingegangen. DLC als Beratungsgesellschaft und Experte rund um Distributed Ledger Technologien (DLT) wie beispielsweise Blockchains sowie allen mit Digital Assets assoziierten Themen im Finanzmarktumfeld und TELOS als etablierte Ratingagentur für qualitative Analysen von Asset Management Prozessen stellen somit quasi die Verbindung zweier Welten – der des klassischen Asset Managements und der des Digital Asset Managements – her. Hill: Das bedeutet, TELOS betritt nun auch die digitale Welt des Asset Managements? Scholz: So kann man es ausdrücken. Wir sehen eine zunehmende Institutionalisierung des Themas Digital- und Krypto Assets. Dies wird nicht zuletzt durch die Finanzaufsicht und die EU unterstützt. Für institutionelle Anleger besonders hervorzuheben ist die richtungsweise Entscheidung des Gesetzgebers, Spezial-AIF gemäß §282 KAGB eine Allokation in Kryptowerten von bis zu 20% zu gestatten. Auch eine Initiative auf EU-Ebene (Entwurf EU-verordnung für Krypto-Märkte – MiCA), die Krypto-Assets faktisch klassischen Assets gleichstellt, unterstützt diese Entwicklung. Alexander Scholz, TELOS GmbH Hill: Sie gehen also davon aus, dass sich institutionelle Investoren zunehmend stärker mit den sog. Digital und Krypto Assets auseinandersetzen werden? Scholz: Erwarten wir nun einen „Run“ auf Krypto Assets durch institutionelle Investoren? Nein! Aber wir sehen durchaus ein steigendes Interesse bei dieser Anlegergruppe an dem Thema. Bei unserer letztjährigen Wiesbadener Alternative Konferenz hat TOBAM einen Vortrag zum Thema Bitcoin im Kontext einer Gesamt-Asset-Allokation gehalten. Dieser stieß auf großes Interesse bei den anwesenden Investoren. Auch die Ergebnisse unserer diesjährigen Spezialfondsmarktstudie belegen diesen Trend. In den USA sind die institutionellen Anleger schon einige Schritte weiter und haben Krypto Assets bereits als Baustein in ihre Asset Allokation integriert. Bestärkt wird dieses Vorgehen durch mehrere Studien, die einen positiven Einflusses einer gewissen Allokation von Kryptowerten in unterschiedlichen Portfoliokonstruktionen auf die Sharpe Ratio aufzeigen. Hill: Gibt es denn schon konkrete Ratingprojekte in diesem Bereich? Scholz: Auch wenn die Krypto Asset Fonds nicht wie Pilze aus dem Boden sprießen, so gibt es durchaus erste Angebote in diesem Bereich. Wir stehen aktuell kurz vor Abschluss des ersten Krypto-Fondsratings, das wir zusammen mit unserem Kooperationspartner DLC durchführen. Das Ratingergebnis werden wir in Kürze veröffentlichen. Auch mit anderen Fondsinitiatoren sind wir diesbezüglich im Austausch. Es dürften also weitere Ratings folgen. Hill: Bewegt sich TELOS auch noch in der realen Welt? Scholz: Nachdem ich ja beim letzten Mal ein Plädoyer für das „echte“ Leben gehalten habe, wäre es fatal, wenn ich nun nur noch über virtuelle Dinge reden würde. Spaß beiseite, aktuell sind wir in der finalen Vorbereitung unserer Investorenkonferenz am 23. Juni. Nachdem es in den letzten Jahren Corona-bedingt herausfordernd war, eine Präsenzveranstaltung zu planen und durchzuführen, können wir dieses Jahr entspannter sein, auch wenn wir nicht so stark betroffen waren wie andere große Veranstaltungen wie zum Beispiel der Institutional Money Kongress. Da hatten wir es mit unserem eher familiäreren Format leichter. Wir konnten mit etwas kreativer Zeitplanung und einer Portion Glück auch in 2020 und 2021 unseren Investorentag als Präsenzveranstaltung abhalten. Hill: Steht die Veranstaltung unter einem bestimmten Thema? Scholz: Da haben wir diesmal voll ins Schwarze getroffen. Mit dem Titel „Kreative Lösungsansätze in volatilen Zeiten – Verschuldung, Zinsniveau, Politik 2.0“ sprechen wir alle aktuellen Themen an, die derzeit Investoren bewegen. Zum Thema Inflation haben wir zudem mit Prof. Dr. Thomas Mayer vom Flossbach von Storch Research Institut einen anerkannten Experten als Keynote-Speaker gewinnen können. In den weiteren Fachvorträgen kommen Kapitalanlageexperten von nationalen und internationalen Assetmanagement-Gesellschaften zu Wort – darunter auch einige Vertreter Ihres Spezialgebietes „Fondsboutiquen“. Hill: Sie haben kürzlich zusammen mit artis Institutional Capital Management eine umfangreiche Studie zum Anlageverhalten institutioneller Anleger im Bereich der Alternativen Investments veröffentlicht. Können Sie uns ein paar Highlights verraten? Scholz: Zunächst gilt hier der Dank den vielen Teilnehmern, ohne deren Mitwirken die Studie nicht möglich gewesen wäre. Insgesamt haben mehr als 60 Investoren mit einem Anlagevolumen von rund 1,2 Billionen Euro die Fragen unserer Studie zu den Investment-Themen Immobilien, Alternative Assets und ESG beantwortet. Insofern sind die Ergebnisse absolut repräsentativ. Immobilien sind weiterhin eine bei institutionellen Investoren beliebte Anlageklasse, wenngleich die Wachstumsdynamik hier rückläufig zu sein scheint. Dies ist nicht zuletzt auf eine gewisse Sättigung bei den Investmentquoten zurückzuführen – viele Investoren haben ihre Maximalquoten erreicht. Neue Nutzungsarten sind nur noch bedingt gefragt. Private Debt und Infrastructure Equity dürften die neuen Stars in den kommenden Jahren werden. Hier sind massive Aufstockungen seitens der institutionellen Investoren vorgesehen. Insbesondere Energiethemen werden bei Infrastructure und Private Debt bevorzugt. Bei Erstinvestitionen in die Assetklasse Private Debt stehen Real Estate-Themen im Fokus der institutionellen Investoren. Das Thema Nachhaltigkeit hat weiter an Bedeutung gewonnen – sowohl exogen durch aufsichtsrechtliche Vorgaben ausgelöst, aber insbesondere auch in der internen Wahrnehmung seitens der institutionellen Investoren sowie der Berücksichtigung von ESG Aspekten bei Investitionen in Alternative Assets. Auch das Thema Impact Investing stößt auf zunehmendes Interesse seitens der Investoren. Die Erkenntnisse aus der Studie haben wir auch in einem kurzweiligen Web-Cast diskutiert, das in Kürze „viral“ gehen wird – eigentlich eine schöne Kombination aus realen Werten und virtueller Kommunikation. Vielen Dank übrigens an dieser Stelle für Ihre Moderation der Diskussionsrunde. Jeder der „Panelisten“ in der Runde hatte Freude an

  • Die Blockchain-Industrie rüttelt am traditionellen Finanzsystem und bringt unzählige neue Produkte und Lösungen auf den Markt. Es gibt jedoch noch immer viele Herausforderungen zu lösen. Unternehmen nehmen deshalb die Herausforderungen selbst in die Hand, gestalten die Industrie neu und entwerfen neue Erfolgsmodelle. Das Frankfurt School Blockchain Center sieht sich hier in der Aufgabe, motivierten Unternehmern, Führungskräften und Young Professionals ein breites Spektrum an Bildungsangeboten, Beratung, Events und Industry Insights anzubieten, damit diese Interessierten mit dem richtigen Know-How die Industrie mitgestalten können und so die Digitalisierung in Europa voranzutreiben. Autoren: Jan Carlos Janke, Philipp Sandner Einleitung Die Krypto-Industrie und deren Innovationen schreiten stetig voran. Es gibt mittlerweile spannende globale Entwicklungen, wie am Beispiel der Vorreiterrolle El Salvadors, wo Bitcoin als Landeswährung eingeführt wurde, ersichtlich wird. Nun folgen weitere Länder, wie die Zentralafrikanische Republik und Panama, die auch Bitcoin als legale Währung einführen. Zusätzlich steigt die Zahl an Unternehmensgründungen in der Krypto-Industrie sowie an Investitionen im Bereich Decentralized Ledger Technologies (DLT) und in Decentralized Finance DeFi stetig. Neuerdings sind auch Themen wie Non-Fungible-Tokens (NFT) sehr im Gespräch, da sie die Konzepte des digitalen Ausdrucks, der Kultur und des Eigentums neu definieren. Jedoch ist auch zu beobachten, dass das  schnell entwickelnde Ökosystem vielen schwer macht inhaltlich auf dem Laufenden zu bleiben. Je weiter die Industrie voranschreitet, desto öfter stößt man auf Herausforderungen, die es gemeinsam zu lösen gilt. Derzeitige Herausforderungen der Industrie sind mitunter Resistenz gegen Hacks und Sicherheitslücken,klare Richtlinien für die KYC/AML-Berichterstattung unter Wahrung der Privatsphäre,die einheitliche Klärung von Steuervorschriften auf EU-Ebene,zuverlässige Kandidaten für offene Jobs in der Industrie,klare Regeln wie DAOs als Rechtsform durchzusetzen sind undeine zuverlässige Interoperabilität zwischen Layer 1 Ökosystemen und realen Vermögenswerten herzustellen. Die Herausforderung bezüglich Web 3.0 und Kryptowährungen in Deutschland besteht darin, die digitale Sozialisierung voranzutreiben und Expertise zu entwickeln. Die Gestaltung des technologischen Fortschritts ist wesentlich für den wirtschaftlichen Standort Frankfurt am Main, für Deutschland und für Europa. Das Frankfurt School Blockchain Center trägt dazu bei, indem wir eine Plattform für Manager, Start-Ups, Technologie- und Industrieexperten bereitstellen und uns dort über neue Erkenntnisse und Best Practices austauschen. Mit unseren Partnern arbeiten wir an innovativen Konzepten bezüglich Decentral Finance (DeFi), Central Bank Digital Currencies (CBDC) und digitale Transformation. Das Portfolio des FSBC erstreckt sich über Forschung, Beratung, Bildung und Events. Philipp Sandner: “Die Zukunft ist dezentral: Blockchain wird unsere Gesellschaft verändern, Unternehmen und den Finanzsektor auf den Kopf stellen und auch die Art und Weise, wie wir mit Vielfalt in Führung und Technologie umgehen und sie leben. Es ist nun an jedem von uns Teil dieses Wandels zu sein.“ Jan Carlos Janke: “Blockchain, speziell digitale Identitäten und DeFi unter Berücksichtigung von NFTs und DAOs werden die Zukunft dramatisch verändern. Entweder wird sich auf eine immer schneller werdende Veränderung von Geschäftsfeldern eingestellt oder Disruption ist unausweichlich. Das Frankfurt School Blockchain Center verfolgt dementsprechend das Ziel, die Industrie aktiv mitzugestalten.” Ziele und Projekte des Frankfurt School Blockchain Centers Was ist das Frankfurt School Blockchain Center? Das FSBC ist ein Think-Tank und Forschungszentrum, welches sich in erster Linie auf die Erforschung der Auswirkungen der Blockchain-Technologie konzentriert. Neben der allgemeinen Forschung und der Entwicklung von Prototypen organisiert das FSBC zahlreiche Bildungsangebote für Studierende und Führungskräfte, darunter Kurse auf dem Campus, Workshops und Konferenzen. Was ist der Schwerpunkt? Derzeit konzentriert sich das FSBC auf Krypto-Assets, digitale Wertpapiere, den digitalen Euro, Tokenisierung von Vermögenswerten, Decentralized Finance (DeFi) und Non Fungible Tokens (NFTs). Welche Projekte? Im Einzelnen veranstalten wir die Crypto Assets Conference (CAC), das DLT Talents-Programm zur Ausbildung von Frauen im Blockchain-Bereich, das DeFi Talents-Programm und das NFT Talents Programm, welches im Juni 2022 startet.. Darüber hinaus haben wir die Digital Euro Association (DEA), die International Token Standardization Association (ITSA), das Beratungsunternehmen  INTAS.tech für den Bereich der digitalen Vermögenswerte und das DEC Institute als Organisation, die das Blockchain-Wissen von Führungskräften zertifiziert, mitgegründet. Im Folgenden werden einige Initiativen des FSBCs vorgestellt: Der Master in Blockchain & Digital Assets erklärt zunächst, wie die Blockchain-Technologie die grundlegende Infrastruktur für die Finanz- und Kapitalmärkte der Zukunft sein kann. Dazu gehören auch Krypto-Assets und DLT-Lösungen für Unternehmen. Die Studierenden werden die notwendigen Kompetenzen und technischen Grundlagen erwerben, um zielgerichtete und IT-gesteuerte Organisationen zu führen, die eine finanzielle, digitale und strategische Transformation durchlaufen. Das Programm ist deshalb speziell auf die Bedürfnisse von Managern oder Fachleuten zugeschnitten, die während ihres Studiums voll berufstätig bleiben und gleichzeitig Fachwissen erwerben wollen, um ihr Unternehmen weiterzuentwickeln. DieBlockchain Academy ist das Knowledge Hub des Frankfurt School Blockchain Centers und beinhaltet einen kostenfreien Zugang zu vielen Videos aus den Konferenzen und Veranstaltungen mit unseren Partnern und ist die perfekte Ergänzung für einen Karriereboost: Ein umfassender 12-stündiger Kurs, der die drei entscheidenden Aspekte erfolgreicher Blockchain-Projekte im Detail beleuchtet. Technologie, Anwendung und Implementierung sind in der Blockchain Masterclass in 13 Abschnitte und 65 Themen unterteilt und stellt den ersten wichtigen Schritt in die Welt der Blockchain mit anschließender Zertifizierung dar. Die Crypto Asset Conference ist eine führende europäische Krypto-Konferenz zum Aufbauen von professionellen Netzwerken. Auf dieser Konferenz trifft ein breites Spektrum an Branchenexperten und Vordenkern aufeinander, um in Vorträgen, Diskussionen und Pitches aktuelle Trends in den Bereichen DLT, Blockchain und Krypto-Assets auf höchstem Niveau zu diskutieren. Diese haben in den letzten Jahren sowohl auf privater als auch auf institutioneller Ebene einen deutlichen Popularitätsschub erfahren. Die Panel-Diskussionen umfasst ein breites Spektrum an Krypto-Themen, wie Bitcoin, dezentrales Finanzwesen, digitale Wertpapiere und deren Infrastruktur, sowie den digitalen Euro und die digitale Identität in dezentralen Netzwerken. Das Programm “DLT Talents” fördert ambitionierte Frauen für Führungsaufgaben im Blockchain-Bereich, denn die Blockchain Community ist zu 90 % männlich geprägt und das Programm zielt darauf ab, dies zu ändern. Das Programm ist für die Teilnehmerinnen kostenfrei. Unter diesem Link kann man sich für eine Teilnahme bewerben. Das Programm “DeFi Talents” ist jüngst gestartet und fördert junge und innovative Talente im Bereich Decentralized Finance (DeFi). Das Programm befähigt Motivierte, in die Blockchain-Technologie und insbesondere in DeFi einzutauchen und mitzuwirken. So erreichen die Teilnehmer die Grundlage für eine erfolgreiche Karriere in der Blockchain-Industrie. Das Programm ist für die Teilnehmer kostenfrei. Bei Interesse an einer Teilnahme,

  • „Gib das, was dir wichtig ist, nicht auf, nur weil es nicht einfach ist“ (Albert Einstein). Impact Investing, Asset Allocation, Financial Education – Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Peter Brock, 4L Capital AG, über die aktuellen Herausforderungen für Investoren im Bereich Impact Investing. Themen wie Greenwashing, Single Family Offices, Bundesinitiative Impact Investing (BII) und „Diversity & Connecting the Dots“ wurden ebenso angesprochen wie Radrennen und Musik. Hill: Welche Bedeutung wird Impact Investing im Asset Management gewinnen? Brock: Impact Investing sollte generell das „New Normal“ für alle Investoren werden. Die wichtigen Probleme der Erde, der Klimawandel, aber auch Themen wie das voranschreitende Bevölkerungswachstum und die Migration, müssen auch mit Kapital einer Lösung zugeführt werden – es ist bekannterweise schon 5 vor 12, wenn nicht schon später. Die 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, SDGs, mit Ihren jeweiligen Unterzielen definieren diese Finanzierungslücken ja sehr genau. Nur Impact Investing kann einen echten positiven Beitrag zur Lösung dieser Ziele in der Realwirtschaft leisten. ESG Investing ist eindeutig nicht genug. Es vermeidet zwar ein paar „schädigende Geschäftspraktiken“, leistet alleine jedoch nicht einen positiven ökologischen oder sozialen Beitrag zur Verbesserung der Welt. Impact Investing wird meiner Ansicht nach also vermehrt zunehmen und – nach einer Phase des vielfach auftretenden Green- oder Impact-Washing – am Ende hoffentlich von allen Marktteilnehmenden wirklich ernsthaft betrieben werden. Ich betone an dieser Stelle nochmals besonders, dass wir, die 4L Impact Family, Green- und Impact-Washing verurteilen. Als 100% Impact Investor ist das Family Office 4L Vision GmbH und auch die Impact-Vermögensverwaltung 4L Capital AG die Speerspitze im „Deep“ Impact Investing – Als Family Office können wir uns das erlauben und wollen bewirken, dass mehr privates (natürlich auch institutionelles) Kapital in die richtige Richtung fließt. Wir selber schätzen Transparenz und unterstützen auch den öffentlichen Diskurs zum Thema mit dem Impact Investing Magazin (www.impactinvestings.de). Im Family Office-Bereich findet man oft ein engagiertes Diskutieren, wie man am besten konkrete Impact Investments eingehen kann, die den hohen Anspruch nach Rendite und gleichzeitiger Wirkung erfüllen. Wir sind hier eindeutig positioniert und werben aufgrund unserer Expertise auch für unser spezielles Knowhow und für unsere Produkte/Dienstleistungen im „Verbund“. Mit der 4L Capital AG bieten wir den Zugang für Interessierte zu Impact Investing Anlagen in allen Assetklassen – von liquiden Aktienportfolien, über unseren globalen 4L Capital Impact Aktienfonds (ein Art. 9- Fonds) bis hin zu illiquiden Unternehmens- und Venture-Beteiligungen oder Impact Venture Fonds. Hill: Wie betrachten Sie generell gegenwärtig das Thema Impact Investing, wo kann hier die Reise hingehen? Brock: Impact Investing ist im Anlgo-Amerikanischen Raum wesentlich stärker verbreitet. Das hat viele Gründe, vor allem ist der Sozialstaat anders aufgestellt und auch anders finanziert. In Deutschland hat Philanthropie mit einer sehr breiten Stiftungslandschaft einen ganz besonderen Stellenwert. Bei uns muss weiterhin Überzeugungsarbeit für echtes Impact Investing geleistet werden und das Ökosystem gilt es noch zu stärken. Marktteilnehmenden wie die 4L Impact Family, aber beispielsweise auch die Bundesinitiative Impact Investing (BII), machen viel dafür, damit Angebot und Nachfrage mit professionellen Intermediären verbunden werden. Ich selber leite den Arbeitskreis Family Office der BII, um auch dort mehr Leuchtturmprojekte aufzusetzen und einen Marktplatz für Impact Investing zu befördern. In diesem Fall beschäftige ich mich hier vorrangig mit Venture Capital-Themen, die sicherlich grundsätzlich den höchsten Impact ermöglichen. Wo geht die Reise hin, hier möchte ich einmal für uns, nicht für die Gesamtbranche, sprechen. Mit der 4L Capital und weiteren Partnern überlegen wir aktuell einen Impact Venture Fund-of-Funds aufzulegen, um den Zugang auch für Impact Venture Fonds zu erleichtern, zu diversifizieren und professionelle Standards im Impact Bereich zunehmend durchzusetzen. Nicht zuletzt, damit das Impact-Washing mal aufhört! Peter Brock, Managing Director bei 4l Capital Hill: Welche Bedeutung hat im Segment Impact Investing der Bereich Financial Education? Brock: Die Financial Education ist meiner Ansicht nach grundsätzlich in der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen stark vernachlässigt. Interessanterweise lernt man weder an Schulen noch an Universitäten kaum, wie man mit seinem (privaten) Vermögen umgeht. – Financial Education ist daher sehr wichtig, um private, unternehmerische Vermögen nachhaltig auf die nächste Generation zu übertragen. Es ist heute von der NextGen mehr denn je gefordert, das Kapital nicht mit „schlechten“ Geschäftspraktiken zu verdienen, um es dann am Ende philanthropisch wieder der Gesellschaft zu einem kleinen Teil zurückzugeben. Viele NextGens verfolgen einen grundsätzlich nachhaltigen Ansatz bezüglich des „Geldverdienens“ aber auch des Spendens. Dem Impact Investing kommt diesbezüglich eine besondere Bedeutung zu. Im Rahmen eines strategischen Philanthropie-Ansatzes ermöglichen Investments mit Kapitalerhalt und sogar einer finanziellen Rendite im Unterschied zu Spenden, dass das Kapital dauerhaft zur Unterstützung nachhaltiger Projekte investiert werden kann. Spenden hingegen – die sicherlich weiterhin in vielen Situationen ihre Berechtigung haben, sind nur einmal einsetzbar. Das Impact Investing verfolgt typischerweise langfristige auch geschäftlich nachhaltig erfolgreiche Projekte oder Unternehmungen, die sich im Laufe der Zeit selbst tragen und somit eine dauerhafte Wirkung erzielen. Ich bitte hier an dieser Stelle nochmals darum, die Werbung in eigener Sache zu entschuldigen, natürlich gibt es auch viele andere, interessante Akteure in der Bildungslandschaft „Finanzen“. Mein eigenes Start-up (www.BeeWyzer.com) hat sich dem Thema verschrieben, den nächsten Generationen von vermögenden Unternehmerfamilien aufzuzeigen, wie man größere Vermögen erfolgreich strukturieren und nachhaltig auf die nächste Generation übertragen kann. In dem man das gesamte Vermögen (Familienunternehmen, Privates Kapital, aber auch Human- und Sozialkapital sowie den „Family Value“) anschaut und unter Anwendung von Best Practices strukturiert und steuert. Hill: Diversity ist ja ein großes Schlagwort heute, dies kann man auch auf Interessen beziehen. Sie selbst sind ja in vielen Feldern tätig. In welchen Bereichen sind Sie aktiv und wo genau laufen alle diese Aktivitäten zusammen? Brock: Seit meiner über 25-jährigen Karriere in großen Finanzinstituten in Großbritannien und Deutschland, zuletzt auch bei EY Ernst & Young, bin ich seit ca. vier Jahren freiberuflich tätig. Meine Freiberuflichkeit außerhalb großer Organisation ermöglich es, „viele Bälle in der Luft“ zu haben, die mir großen Spaß bereiten und die Karriere außerhalb fester Leitplanken fortsetzen. In meinem Fall bedeutet dies, sich vor allem auf das Thema Family Offices zu fokussieren – indem ich beispielsweise dem Investment Committee eines Schweizer Family Offices vorstehe. Hauptberuflich bin ich in

  • INSTITUTIONAL INVESTORS ONLY – Additional Information / Registration: info@markus-hill.com INFORMATION: www.s-i-a.ch Strategic Investment Advisors (SIA) and BWM Value Investing (BWM) invite you to the first “Swiss Value Day” on Friday, June 10th in the Zunfthaus zur Meise, Zurich.Building on the popular “Natural Resources Day” held since 2018 by SIA, the managers of Switzerland’s two oldest value funds invite you to the Swiss Value Day. The agenda will be the following: 08.45   Registration09.00   Welcome by Alex Rauchenstein, CEO & Partner SIA and Urban Müller, Client Relations BWM09.10   “Intrinsic Values and Discounts” by Georg von Wyss, Founding Partner & Portfolio Manager BWM09.25   “Strategic Value Investing” by Marcos Hernandez, Partner & CIO SIA09.40   Fireside chat on Value Investing moderated by Mark Dittli, Managing Director & Editor-in-Chief of The Market with Prof. J. Carlos Jarillo, Founding Partner SIA, Marcos Hernandez, Partner & CIO SIA and Georg von Wyss, Founding Partner & Portfolio Manager BWM 10.30   Coffee break 10.45   Investment Case Buzzi Cement by Pietro Buzzi, Chief Executive Finance Buzzi11.30   Investment Case Devro by Rutger Helbing, CEO Devro12.15   Investment Case Fossil by Sunil Doshi, CFO Fossil The event will close with a buffet lunch.Please confirm your attendance by registering (info@markus-hill.com). Kindly note that we have limited space available and registration is handled on a first come, first served basis.We are looking forward to your participation.With best regardsSIA Team SIA Funds: www.s-i-a.chBWM Value Investing: www.bwm.ch Verwandte Beiträge: Value Investing, Rohstoffe und Inflation – Sharing Alpha & Ray Dalio (Interview – Alex Rauchenstein, SIA Funds AG)Finanzplatz Schweiz und Rohstoffe – „THE WORLD FOR SALE – Money, Power and the Traders Who Barter the Earth’s Resources“ (Buchbesprechung – Urs Marti, SIA Funds AG)Finanzplatz Schweiz & Frankfurt, Asset Management, Value Investing, Rohstoffe & Networking – Zürich, Rohstofftag, MainNizza und Wirtschaftsgeschichte (Interview & Veranstaltungshinweise – Alex Rauchenstein, SIA Funds AG) Foto: www.istock.com/zhuzhu

  • Video Call on Thursday, May 5th at 10.00 AM CETThe purpose of this call is to inform you on the development of our funds since the beginning of the year as well as to give you an outlook for the remaining part of the year.   The following people will present: Prof. J. Carlos Jarillo, Founding PartnerMarcos Hernandez, CIO/PartnerUrs Marti, PartnerAlex Rauchenstein, CEO/Partner Save the Date: First Swiss Value Day on June 10th in ZurichStrategic Investment Advisors (SIA) and BWM Value Investing (BWM) invite you to the first “Swiss Value Day” on June 10th in the Zunfthaus zur Meise, Zurich. Building on the popular “SIA Natural Resources Day” held since 2018 by SIA, the managers of Switzerland’s two oldest value funds invite you to the Swiss Value Day.The program features senior management from three attractive companies, Buzzi Unicem, Devro and Fossil being interviewed by our lead analysts, Marc Dittli, editor in chief of The Market, as well as the respective portfolio managers, Prof. Dr. J. Carlos Jarillo and Marcos Hernandez of SIA and Georg von Wyss of BWM.The event will close with a buffet lunch.Don’t hesitate to contact us for any request that you may have. With best regardsSIA Team  Informationen zur Anmeldung: k.ruettimann@s-i-a.ch SIA-Funds: www.s-i-a.ch Verwandte Beiträge: Finanzplatz Schweiz und Rohstoffe – „THE WORLD FOR SALE – Money, Power and the Traders Who Barter the Earth’s Resources“ (Buchbesprechung – Urs Marti, SIA Funds AG)Value Investing, Rohstoffe, ESG – China, Öl, Kernenergie & General Patton (Interview – Urs Marti, SIA Funds AG)China, Geopolitik, Rohstoffe, Value Investing und Südtirol (Interview – Urs Marti, SIA Funds AG)Öl, ETFs, Lager, negative Preise, Handel und Nassim Thaleb (Urs Marti)Rohstoffe, Value Investing, Family Offices und Hugo Stinnes (Interview – Urs Marti, SIA Funds)Value versus Growth, Rohstoffe, Indien, Jugend und die innere Ruhe (Interview – Alex Rauchenstein, SIA Funds AG) Foto: www.istock.com/heyengel

  • Stiftungen, Asset Management, „Virtueller Tag für das Stiftungsvermögen“ – Markus Hill* sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Tobias Karow, stiftungsmarktplatz.eu, über aktuelle Herausforderungen für Stiftungen in der Vermögensverwaltung und über die Bedeutung von Fondsboutiquen in diesem Bereich. Zusätzlich angesprochen wurden auch Themen wie Stiftungsrechtreform, Vaterschaft und Kino sowie die Entstehungsgeschichte des eigenen Veranstaltungsformats. (Veranstaltungshinweis „3. Virtueller Tag für das Stiftungvermögen“, 27.4.2022: www.vtfds.de) Hill: Wie ist bei Ihnen die Idee zu der Veranstaltungsreihe „Virtueller Tage des Stiftungsvermögens“ entstanden? Karow: Ich bin seit mehr als 10 Jahren im Stiftungssektor unterwegs, habe hunderte Veranstaltungen moderiert und begleitet. Was es aber in dieser Zeit nie gab ist ein Kongress rund um das Verwalten des Stiftungsvermögens. Für alle Kapitalsammelstellen gibt es so etwas, aber nicht für Stiftungen. Irgendwie hat sich da keiner rangetraut, selbst de großen Stiftungsevents setzen nicht nur auf das Thema Stiftungsvermögen. Als wir mit unserer Plattform stiftungsmarktplatz.eu dann mit der Frage konfrontiert waren, ob wir als Online-Company vielleicht Online-Events machen sollten, war das Reinhören in den Markt ernüchternd.  Das war im November 2019. 6 Monate später gab des den Virtuellen Tag für das Stiftungsvermögen, als vorproduzierten Video-Stream, im vergangenen Jahr haben wir dann gemeinsam mit Stifter-TV und RenditeWerk eine richtige TV-Sendung daraus gemacht. Wir machen jetzt das erste Frühstücksfernsehen rund um Stiftungsvermögen, wenn Sie so wollen. Hill: Welche Themen stehen in diesem Jahr im Vordergrund? Karow: Unabhängig von den geopolitischen Herausforderungen, die wir irgendwie alle nicht so richtig haben kommen sehen, sind aus Stiftungssicht andere grundlegende Fragestellungen entscheidend. Denn der Druck, ordentliche Erträge zu erzielen, ist enorm, wir sprechen ja über 200, 300 oder gar 400 Mrd. EUR Stiftungsvermögen, und wenn sich das alles mit Null verzinst, gibt’s auch kein Geld für die Stiftungszwecke. Schaffen wir es aber, dass diese Vermögensmasse 1% mehr abwirft an Ertrag, dann stehen für das Lösen gesellschaftlicher Probleme 2, 3 oder 4 Mrd. EUR mehr zu Verfügung. Und das treibt mich an, wenn ich die Themen zusammenstelle. Wir befassen uns entsprechend damit, wie Stiftungsvermögen sein wirtschaftliches Stehvermögen verbessern kann, wie Stiftungsvermögen mit Blick auf 2030 angelegt werden soll, auch um sich vom aktuell temperierten Umfeld etwas zu lösen. Auch befassen wir uns mit der Stiftungsrechtsreform, die 2021 beschlossen und 2023 in Kraft tritt, denn diese kann für Stiftungen ein echter Gamechanger sein. Tobias Karow, stiftungsmarktplatz.eu Hill: Welche Rolle spielen unabhängige Vermögensverwalter (Fondsboutiquen) bei der Asset Manager-Auswahl bei Stiftungen? Karow: Wenn eine Stiftung einen externen Sparringspartner braucht, dann können Fondsboutiquen eine extrem wichtige Rolle spielen. Das Pfund der unabhängigen Vermögensverwalter ist deren Unabhängigkeit, die Freiheit im Denken und dann auch im Feedbackgeben, und diesen ist es ob dessen auch am ehesten in die Wiege gelegt, dass sie die bei Stiftungen vorhandene Skepsis gegenüber Beratern überwinden helfen. Leider verlieren sich Vermögensverwalter zu gerne in Allgemeinplätzen was die Verwaltung von Stiftungsvermögen anbelangt, eine Stiftung weiß oft nicht, für welche Lösung der Aufgabe „Verwaltung des Stiftungsvermögens“ der Verwalter steht. Dass er vertrauensvoll mit dem Stiftungsvermögen umgeht, das ist keine Information, sondern eine Selbstverständlichkeit. Hill: Stiftungen sind ein interessantes Themengebiet. Was beschäftigt Sie darüber hinaus aktuell intensiver? Karow: Mich treibt schon um, in welcher Welt wir künftig leben. Als junger Vater umso mehr. Wird es eine Welt sein, in der wir für demokratische Werte einstehen, in der wir die Freiheit hochhalten, oder wird dies künftig anders sein. Auch wie sich das Arbeitsumfeld künftig darstellt, beschäftigt mich, als Online-Plattform ist man ja sehr fluid aufgestellt, kann in vielen Umständen sehr gut funktionieren, aber können das produzierende Unternehmen auch noch? Im nächsten Lockdown? Und ewig alles retten zu wollen, das wird auch nicht funktionieren, das halten wir als Gesellschaft ja gar nicht durch. Und was mir fehlt ist ein optimistisches Bild der Zukunft. Wissen Sie was aktuell im Kino läuft? Irgendwas mit Dumbledore und dem Ende der Welt, das ist nicht meins. Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Veranstaltungshinweis (27.4.2022) – Virtueller Tag für das Stiftungsvermögen: www.vtfds.de Verwandte Beiträge: Stiftungen, Volkswirtschaft, Digitalisierung & ESG – Frankfurt als Center of Competence (Interview – Tobias Karow, STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU)Stiftungen, Asset Management, ESG – „Krimi, Rollski & Gin“ – Virtueller Tag für das Stiftungsvermögen – 12.5.2021 (Interview – Tobias Karow, STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU)Family Offices, Fonds­boutiquen und der Finanz­platz Frankfurt (Interview – Markus Hill, Thomas Caduff, fundplat.com) Quelle: www.institutional-investment.de


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