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  • Wagner & Florack bietet mit seinem Unternehmerfonds Zugang zu „robusten Gewinnmaschinen“, die stark und verlässlich wachsen, selbst in Krisenzeiten! Tresides setzt ohne Indexvorgaben auf dividenden- und wachstumsstarke Unternehmen, um sowohl von steigenden Aktienkursen als auch von laufenden Erträgen zu profitieren. Long Term Value evaluiert Qualitätsunternehmen mit attraktiven Bewertungsparametern und nachweislich hoher Managementqualität für werthaltige, profitable Investments.   www.ampega.de Dividenden, Value versus Growth, Stiftungen und „Asia 2030“ (Interview – Bernd Maisch, TRESIDES)Quant & ESG – Singularitätentheorie, Fondsselektion, Seed Money & „Spiegel des Licht“ (Dr. Oliver Klehn, Interview & Literaturhinweis)Künstliche Intelligenz, Asset Management 4.0 & Hockey (Harald Schnorrenberg, GET Capital)Value Investing, Aristoteles, Fondsselektion & Ownership Approach (Interview & Webinar, 23.4.2020 – Dominikus Wagner) Foto: www.iStock.com/querbeet

  • In der deutschen Literatur der Romantik, die um das Jahr 1800 beginnt und sich in ihren Ausläufern bis weit ins 19. Jahrhundert hinein parallel zu anderen kulturgeschichtlichen Strömungen erstreckt, wird erstmals in nennenswertem Umfang der Themenkomplex Ökonomie und Vermögen diskutiert. Zuvor hatten Diskurse über die Bedeutung und Funktion von Reichtum und Vermögen und die Darstellung ökonomischen Wissens wenig bis keinen Raum. Dies verändert sich in der deutschen Romantik, in der unter anderem die Antithese von Kunst und Ökonomie aufgeworfen wird. Exemplarisch lassen sich die Funktionen von monetärem Reichtum und Fragen von Wirtschaft und Wohlstand an drei beispielhaften Texten von Joseph von Eichendorff, Ludwig Tieck und Richard Wagner zeigen. Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts Joseph von Eichendorffs Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts gehört zu den bekanntesten und wertvollsten Texten der deutschen Romantik. Der Taugenichts ist der eher arbeitsscheue Sohn eines Müllers, der hinaus in die Welt geschickt wird. Er fällt als Romantiker und (Lebens-)Künstler auf, der optimistisch und mutig in die Zukunft blickt, das Leben wander- und abenteuerlustig auf sich zukommen lässt und am Ende trotzdem sein Glück findet. Diese Haltung hat er mit anderen Figuren der Romantik gemein und strebt dabei nach Individualität und Freiheit und distanziert sich von den vorgegebenen Verhaltensmustern der arbeitenden bürgerlichen Gesellschaft. Er versucht seine ‚romantische‘ Haltung im Alltag umzusetzen und sich von den Fesseln einer auf Erwerbsstreben, Ökonomisierung und Absicherung eines bürgerlichen Lebensstils konzentrierten Gesellschaft zu lösen (vgl. Peters, 2020, 106). Zwar träumt der Taugenichts von einer bürgerlichen Existenz, „Geld zu sparen wie die anderen, und es mit der Zeit gewiß zu etwas Großem in der Welt zu bringen“ (Eichendorff, 2007, S. 469), jedoch taugt seine charakterliche Disposition nicht dazu. Der Taugenichts offenbart eklatante Schwächen im Umgang mit Zahlen und der ihm anvertrauten Verantwortung; mangelnde kaufmännische beziehungsweise ökonomische Kompetenz erschweren ihm den dauerhaften Eintritt in die bürgerliche Erwerbswelt. Seine romantische Grundhaltung steht im völligen Gegensatz zu den Erwartungen und Ansprüchen der sich ökonomisierenden Gesellschaft, ökonomisches Wissen lässt sich nicht mit dem Charakter des Romantikers vereinbaren. Welchen Funktionen werden also ökonomischem Besitz und Wissen zugesprochen? Zunächst erscheint es als ausgemacht, dass diese Eigenschaften als originär für die bürgerliche Sphäre angesehen werden. Der Taugenichts als ausgemachter romantischer Charakter scheint selbst mit den einfachsten Berechnungen überfordert, weil er sich allzu leicht von den Zahlen ablenken lässt. Diesen spricht er gänzlich andere Eigenschaften zu, als sie mathematisch-kaufmännisch haben. Aus den Zeichen für bestimmte Werte und ökonomische Größen werden ulkige Symbole und Personifizierungen, um die Sache erträglich zu gestalten. Ihren ursprünglichen Sinn haben sie völlig eingebüßt, ihre Bedeutung für ökonomische und kaufmännische Vorgänge wird völlig genommen. Die Entökonomisierung der Zahlen steht für die romantische Grundhaltung des Taugenichts und dessen Unmöglichkeit, sich in der bürgerlichen Welt zurecht zu finden. Der Umgang mit Zahlen und Besitz wird als unvereinbar mit der romantischen Lebensart empfunden. Ludwig Tieck: Der Runenberg In Der Runenberg (1812) von Eichendorffs Zeitgenossen Ludwig Tieck wird ein junger Mann durch fremdes Gold verdorben und verfällt dem Wahnsinn und Verfolgungswahn. Zunächst gelingt der Hauptfigur Christian alles in der Geldanlage (ökonomische Kompetenz!), die Familie wird reich und angesehen. Aber Christian gerät zunehmend in einen negativen Strudel. Er spricht „irre, vorzüglich des Nachts, er träume schwer, gehe oft im Schlafe lange in der Stube herum, ohne es zu wissen, und erzähle wunderbare Dinge“, spricht immer von dem „Fremden“ und traut sich nicht mehr auf Feld und in den Garten hinaus. Christians einzige Sorge ist, dass der Fremde, der ihm das Gold hinterlassen hat, sein Geld zurückfordern könnte, und auf der Suche nach mehr Reichtum verschwindet Christian im titelgebenden Runenberg. Zwar kommt er später noch einmal zurück, aber nach dem letzten Abschied verliert sich seine Spur. Seine Familie und das Vermögen gehen daran zugrunde. Der Runenberg ist unter wirtschaftspsychologischen beziehungsweise wirtschaftspsychiatrischen Gesichtspunkten sehr interessant. Wie Othmar Hill (2011, S. 182) schreibt: „Es heißt: Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Wir wissen aber aus der Glücksforschung, dass dem gar nicht so ist. Viele unter uns verwechseln in dieser Frage Ursache und Wirkung. Wer Geld besitzt, verliert keinesfalls seine Existenzängste, sondern umgekehrt: Wer Ängste akkumuliert, dessen Lebensgier steigert sich und er/sie verlangt nach immer mehr Geld. Dieses beruhigt nicht, weil Geld keine therapeutische Wirkung hat, sondern nur als Symptom-Pflaster wirkt. Aus diesem Blickwinkel kann es schlicht und einfach nicht stimmen, dass ein Mangel an Geld die Ursache für all unser Unglück sein soll.“ Man findet diese Einschätzung bei Ludwig Tieck im Runenberg wieder. Aus dem Erwerb des Goldes erwachsen große Verlustängste, sodass Christian nach immer mehr Gold strebt, um diesen Sorgen zu begegnen. Dass dies nicht gelingt, sondern Held und Familie in den Untergang führt, zeigt das Märchen eindrücklich. Christian erscheint als pathologischer Fall, der an seiner „Lebensgier“ (Hill, 2011, S. 189) völlig untergeht! Die Funktion des Geldes ist also die der psychologischen Erschütterung. Tieck macht das neu erworbene Gold zur Ursache allen Übels, das eine freundliche, kleinbürgerliche Familie in ihren Grundfesten erschüttert und nach einer kurzen Phase an der gesellschaftlichen Spitze in den Abgrund führt. Vermögen hat keine positive Rolle, es verspricht kein Glück, sondern ist der Katalysator des Schlechten, denn aus dem eigentlich romantischen Charakter Christians wird ein völlig gebrochener, aber vom Gold bis zuletzt berauschter. Die romantische Lebenswelt wird durch das erworbene Vermögen völlig aus den Fugen gehoben. Wie im Taugenichts ist materieller Besitz der Widerspruch schlechthin zum romantischen Ideal. Der Autor: Prof. Dr. Patrick Peters Richard Wagners Tetralogie Ring des Nibelungen verbindet die mittelalterliche Nibelungensage mit der nordischen Mythensammlung Edda und hat die Nibelungensage zum deutschen Nationalepos gemacht. Im ersten Teil Das Rheingold eröffnet Wagner den Diskurs über die korrumpierende Macht des Reichtums: Der Ring des Nibelungen ist Teil eines legendären Schatzes, der nur Unheil und Verderben für alle Beteiligten mit sich bringt und letztlich die gesamte Handlung bestimmt. Die Gold-Thematik beeinflusst alle handelnden Personen in Das Rheingold direkt oder indirekt. Die Rheintöchter Wellgunde, Woglinde und Floßhild bewachen das legendäre Rheingold. Sie weisen den Zwerg Alberich ab, der um sie wirbt, sodass Alberich der Liebe abschwört und mit dem Rheingold einen Ring zur Unterwerfung der Welt

  • Finanzplatz Liechtenstein – Asset Management, Fondsauflage und der Liechtenstein Weg. Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit David Gamper, LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband, über Themen wie Diversifikation, Digitalisierung, ESG, Family Offices, Kryptoassets, CAT Bonds, Immobilien und Mezzanine-Finanzierungen. Interessant waren zusätzlich die Informationen zu Innovationskraft und Rating des Standortes, abgerundet wurde das Gespräch durch einen interessanten Hinweis zu Liechtenstein, Ernährung und Wandern. Hill: In welchen Assetklassen werden in Liechtenstein derzeit besonders viele Fonds aufgelegt? Gamper: Im Gegensatz zu den Domizilen Luxemburg und Irland, wo die grossen Asset Manager dominieren, ist der Fondsplatz Liechtenstein auf Private Label Fonds spezialisiert. Das gesamte Ökosystem ist darauf ausgerichtet und auch beim Verband ist es das Hauptthema. Ganz typisch dafür ist, dass es keine besonderen Schwerpunkte gibt, sondern die Assetklassen sehr breit gestreut sind. Es ist eben ein Standort für Boutiquenfonds. Eines ist allerdings sehr auffällig, es werden viele nachhaltige Fonds aufgelegt. Immer mehr Fondsinitiatoren legen Wert darauf, dass Ihre Produkte als sogenannte hellgrüne (Art. 8 Offenlegungsverordnung) oder dunkelgrüne Produkte (Art. 9 Offenlegungsverordnung) eingestuft werden. Es wird immer deutlicher erkennbar, dass Nachhaltigkeit keine Nische mehr ist, sondern Mainstream. Das ist gut für die heimische Fondsbranche, denn Liechtenstein ist aus meiner Sicht in Bezug auf Nachhaltigkeit schon relativ weit fortgeschritten. Ich denke da z.B. an den Vermögensmanager-Test der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz im letzten Jahr, oder die führende Stellung des Landes bei der Solarenergie und Bio-Anbaufläche sowie die vielen nachhaltigen Projekte. David Gamper, Geschäftsführer des LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband Hill: Wodurch erklären Sie sich diese breite Diversifizierung bei den Assetklassen? Gamper: Ausgangspunkt für die breite Diversifizierung bei den Assetklassen ist das breitgefächerte Know-how. Es gibt in Liechtenstein sehr viele Family Offices und Stiftungen, die sich seit Jahrzehnten mit der Verwaltung und Strukturierung der verschiedensten Assetklassen auf allen Kontinenten beschäftigen. Dieses Wissen ist natürlich auch in den anderen Finanzsektoren und bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) vorhanden. Dazu kommt, dass man sich auch mit neuen Assetklassen beschäftigt, wenn das vom Kunden gewünscht wird. Das gilt sowohl für die Marktteilnehmer als auch für den Regulator. Gerade individuelle Lösungen sind eine Stärke des Finanzplatzes. Als Beispiel seien hier nur die Kryptoassets genannt. Immerhin wurde der erste Fonds dieser Art vor über drei Jahren in Liechtenstein gegründet und es gibt schon ein sehr gut ausgebildetes Ökosystem für diese Fondskategorie. Es gibt auch bereits Fondsanteile auf Tokenbasis.Auch bei anderen Assetklassen, die eher Randthemen sind, aber oft eine niedrige Korrelation zu den traditionellen Anlageprodukten haben, sind viele Fondsinitiatoren erstaunt, mit welchem Fachwissen an gewisse Themen herangegangen wird, weil die Erfahrung bereits vorhanden ist.Ein markantes Merkmal Liechtensteins ist generell die liberale Grundeinstellung. Auch bei der FMA ist man im Gegensatz zu der restriktiven Einstellung anderer Länder offen für Neues, aber verbunden mit der notwendigen Sorgfalt. Ein Fondsinitiator hat es einmal folgendermassen ausgedrückt: «Liechtenstein als Fondsstandort ist aus unserer Sicht sehr innovationsfreudig, gleichzeitig aber sehr solide aufgestellt. Diese Kombination haben wir gesucht.»Die Kombination aus Innovation, Erfahrung und liberaler Einstellung führt dazu, dass hier auch Fondsprojekte umgesetzt werden, die nicht alltäglich sind. Dazu gehören unter anderem Kryptoassets und Trendfolgestrategien auf Kryptoassets, CAT Bonds, Physische Edelmetalle sowie Mezzanine-Finanzierungen. Letztere stellen eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital dar und dienen als Eigenkapitalersatz für Immobilienentwickler. Setzt dieser neben seinem Eigenkapital auch Mezzanin-Kapital ein, so kann er seinen Eigenkapitaleinsatz reduzieren und mit den freiwerdenden Mitteln weitere Projekte finanzieren. Hill: Welche anderen Themen beschäftigen den Verband derzeit? Gamper: Eine möglichst kurze Time to Market ist eine zunehmende Anforderung von Fondsinitiatoren und gleichzeitig eine der grössten Stärken des Fondsdomizils Liechtenstein. Kürzlich hat mir ein Fondsinitiator mitgeteilt, bei ihm hätte der ganze Prozess vom Erstkontakt bei der Fondsgesellschaft, bis zum zugelassenen Fonds, einen Monat gedauert. Das ist schon extrem schnell, da hat die Fondsgesellschaft mit Höchstgeschwindigkeit gearbeitet, was sicher nicht immer möglich ist. Aber nichtsdestotrotz ist die Time to Market in Liechtenstein für einen regulierten Fonds sogar kürzer als bei unregulierten Fonds in anderen Jurisdiktionen. Allerdings arbeiten wir auch laufend an der Optimierung der Prozesse.Als Verband informieren wir über den Finanz- und Fondsplatz Liechtenstein. Für den Herbst planen wir mit den Bankenverband und dem Verein unabhängiger Vermögensverwalter Roundtable Gespräche in Düsseldorf und München. Neben den Möglichkeiten am Finanzplatz informieren wir immer wieder darüber, dass Liechtenstein europäisches Recht und somit auch Fondsrecht übernimmt, bezüglich Steuerkonformität und Transparenz seit 2015 die gleiche Einstufung wie Deutschland hat und die FMA Liechtenstein Vollmitglied in den europäischen Aufsichtsbehörden ist. Fakten, die oftmals noch nicht bekannt sind. Nächstes Jahr ist dann, sofern es die Lage zulässt, ein grösseres Event in Frankfurt geplant.Immer aktuell ist das Thema Steuern. So haben wir kürzlich ein Steuerinformationsblatt für deutsche, österreichische und Schweizer Anleger in liechtensteinische Fonds erstellen lassen.Wir investieren auch in die Weiterbildung im Fondssektor. Die Schwerpunkte liegen derzeit im Bereich von Nachhaltigkeit und Compliance. Neben der Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung war die Einhaltung internationaler Sanktionen Thema der letzten Workshops. Gerade der letzte Punkt ist im Fondsbereich viel tiefgründiger als es auf den ersten Blick zu sein scheint.Wir sind gerade in der Startphase eines Digitalisierungsprojektes, um die Datenlieferung und Datenaufbereitung für unsere Fonds zu optimieren. Einer der Gründe ist die steigende Nachfrage von Datenprovidern, da das Interesse an liechtensteinischen Fonds zunimmt. In Liechtenstein haben wir die einmalige Situation, dass der Interessenverband per gesetzlichem Auftrag, das offizielle Publikationsorgan ist. Somit findet man alle relevanten Informationen über die hier ansässigen Fonds auf der Webseite des LAFV. Hill: Jenseits der Fondsbranche – gibt es andere Felder, bei denen sich in Liechtenstein viele interessante Dinge entwickeln? Gamper: Einer der aktivsten Bereiche ist wohl die Blockchain Technologie. Liechtenstein hat (ja) als erstes Land umfassende gesetzliche Regelungen und damit Rechtssicherheit geschaffen. Das zieht Unternehmen und Dienstleister an, die sich mit dem Thema beschäftigen. Die Stabstelle für Finanzplatzinnovation (SFI) der Regierung organisiert regelmässig das Blockchain & Innovation Circle (BIC). In den derzeit virtuellen Vorträgen werden nicht nur neueste Entwicklungen vorgestellt, sondern auch Themen wie Steuerliche Behandlung, Sorgfaltspflichten und Rechtsvorschriften. Die Uni Liechtenstein organisiert die Veranstaltungsreihe Blockchain in Finance und bietet einen Zertifikatsstudiengang Blockchain und FinTech an.Ganz aktuell hat die internationale Ratingagentur S&P Global in ihrem Research Update vom 31. Mai 2021 das liechtensteinische

  • “Las Vegas is busy every day, so we know that not everyone is rational.” – Charles Ellis Eine Frage, die uns herumtreibt seit es Börsen gibt, ist das Zustandekommen der Entscheidungen am Kapitalmarkt. Der Rationalismus brachte einige unserer zentralen Größen hervor und stellt eine zentrale Strömung der Philosophie dar. Vereinfacht betrachtet soll der Mensch sich zur Entscheidungsfindung seines Verstandes bedienen und somit ausschließlich rationale Entscheidungen treffen. Der Aspekt der „perfekten Rationalität“ sowie die Lehre des homo oeconomicus wurde bereits durch Adam Smith 1776 aufgegriffen und findet bis heute breite Anerkennung in der Literatur (Standard Finance), auch wenn es dem Praktiker bei dem Gedanken an einen ausschließlich rational denkenden Menschen die Haare sträuben mag.Wo sich nun die Lehre vom homo oeconomicus und dem „Märchen“ von der perfekten Rationalität erschöpft, kommt die Behavioral Finance und Neuronal Finance ins Spiel. Behavioral finance führt die Entscheidungsfindung auf psychologische, kognitive, kulturelle und soziale Faktoren zurück (siehe Abbildung 1) und erweist sich dadurch als wesentlich praxisnäher. Diese Einflüsse auf unsere Entscheidungsfindung sind evolutionär bedingt, haben sich über Jahrtausende bewährt und unter anderem zum Überleben der Menschen beigetragen. Abbildung 1Quelle: Victor Ricciardi, Helen K. Simon (2000). „What is Behavioral Finance“ Business, Education and Technology Journal Fall Zwar können diese Einflüsse auf den Finanzmarktakteur nicht ausgeschaltet werden, dennoch erweist es sich als vorteilhaft, mit den Einflüssen auf die Entscheidungsfindung vertraut zu sein. Denn unsere Entscheidungsfindung ist ganz elementar von der Wahrnehmung und Bewertung von Chancen & Risiken sowie vom Umgang mit Verlusten, aber auch Gewinnen beeinflusst. Der Mensch tendiert dazu, sich und seine persönlichen Fähigkeiten sowie seine Aussichten auf Gewinne höher einzuschätzen, als diese tatsächlich sind. Dies führt zu einer verzerrten und teilweise falschen Wahrnehmung von Risiken. Insbesondere Männer unterliegen dem Phänomen der „Overconfidence“. So zeigen zahlreiche Untersuchungen, dass Männer eine höhere Risikobereitschaft aufweisen sowie statistisch betrachtet deutlich häufiger traden. “Overconfidence is a very serious problem. If you don’t think it affects you, that’s probably because you’re overconfident.” – Carl Richards Hand in Hand mit Overconfidence geht das Phänomen der Confirmation Bias. Confirmation Bias ist die Neigung, Informationen zu ignorieren oder geringer zu gewichten, die nicht zur Meinung oder Entscheidung des Händlers passen. Beispiel: Kaufen wir eine Aktie suchen und selektieren wir vor allem solche Informationen, die die Kaufentscheidung der Aktie unterstützen. Denn Menschen suchen stets nach Konsistenz in ihrem Verhalten – zeigt sich eine Inkonsistenz bzw. Dissonanz, probieren wir diese zu reduzieren. Die Lösung bei aufkommender Dissonanz ist daher eine selektive und verzerrte Wahrnehmung und Gewichtung von Informationen („Subtraktion“).Dies kann sogar so weit gehen, dass ganze Handels- und Investmentstrategien, denen der Anleger sich ursprünglich unterworfen hatte, aufgegeben werden, um die getroffene Investmententscheidung im Nachgang zu rechtfertigen (Financial Cognitive Dissonance). Verluste wiegen schwerer als Gewinne „Trade out of a fucking position” ist eine der grundlegenden Faustregeln, die jeder Händler kennt. Und dennoch stellt sich bei schlecht laufenden Positionen regelmäßig erneut die Frage: verkaufen oder doch halten? Aber warum fällt uns diese Entscheidung eigentlich jedes Mal auf‘s neue so unglaublich schwer? Vor mehr als 35 Jahren fanden Kahnemann (Nobelpreisträger 2002) und Tsversky im Rahmen ihrer Prospect Theory heraus, dass die Bewertung von Verlusten und Gewinnen unter Unsicherheit nicht rational oder linear erfolgen und damit wesentlich von ma­­thematischen Modellen abweichen. Denn: Verluste wiegen schwerer als Gewinne und haben mit zunehmender Größe abnehmende Grenzerträge der Bewertung (siehe Abbildung 2). Abbildung 2Quelle: Wikimedia Commons Man sollte meinen, dass die Bewertung der Szenarios „gewinne 50€“ der Bewertung des Szenarios „gewinne 100€, verliere 50€“ entsprechen sollte, da das Ergebnis, also ein Gewinn von 50€, den gleichen Wert hat. Verluste wiegen aber zwei bis dreimal so schwer wie Gewinne, weshalb sich Szenario 2 statistisch schlechter anfühlt. Wir tendieren also dazu, unsere Verluste nicht rational in Geldeinheiten zu bemessen, sondern in Bedauern („Regret)“. Je größer der (Buch-)Verlust desto größer der Regret. Je größer der Regret ausfällt, desto schwieriger wird die Verkaufsentscheidung fallen. Durch den Konflikt zwischen Verkaufen oder Halten entsteht ein innerer Konflikt, den wir als Individuum nach Möglichkeit vermeiden möchten. Die Lösung: Das Halten von sehr schlechten Positionen zur Vermeidung von Regret, sodass im Ergebnis im Portfolio besonders schlecht laufende Positionen gehalten werden.Zusätzlich bedeutet der Verkauf einer schlecht gelaufenen Position die Realisierung von Verlusten und gleichzeitig das Eingeständnis einer schlechten Investmententscheidung in Verbindung mit einem möglichen Reputationsverlust innerhalb des sozialen Umfelds (Herding). Diesen hohen emotionalen Schwellen beim Verkauf schlechter Positionen führen zu einer Asymmetrie innerhalb der Portfolios (disposition effect). Entgegen der Theorie werden Gewinner zu früh verkauft während Verlierer zu lange gehalten werden. Was bedeutet das für die Finanzwelt? Nach diesem Exkurs in die Psychologie und Soziologie müssen wir also feststellen, dass menschliche Entscheidungen stark von vielen nicht kontrollierbaren Parametern abhängig sind und sicherlich nicht rational sind – die Entscheidungsfindung ist folglich anfällig für Fehler, unabhängig ob Fondsmanager oder Privatanleger. Der heutige Erkenntnistand zeigt, dass die Fehlerteufel der Behavioral Finance reduziert oder vermieden werden können, wenn feststehende Handelsprozesse etabliert werden oder Algorithmen, KI oder weitere technische Hilfsmittel den Entscheidungsprozess begleiten. “The investor’s chief problem – and even his worst enemy – is likely to be himself.” – Benjamin Graham Bereits heute gibt es einige Fondsboutiquen, die neuartige Ansätze für sich entdeckt haben. Gerade Fondsboutiquen mit ihrer vergleichsweise großen Agilität und Affinität für Zukunftstrends ermöglichen Institutionellen- wie auch privaten Anlegern Zugang zu Finanzprodukten, die dazu geeignet sind, die Einflüsse der Behavioral Finance zu minimieren. Gerade bei Privatanlegern zeigen diverse Studien, dass diese Gruppe ganz besonders den Einflüssen der Behavioral Finance und anderen Heuristiken unterliegt – insbesondere problematisch in einer zunehmend demokratisierten Finanzwelt, die im Zuge der Coronakrise immer mehr Privatanleger für sich entdecken. Lösung gibt es nur eine: Finanzbildung, und zwar bereits im frühen Jugendalter. Deshalb liegt uns die Finanzbildung auch ganz persönlich am Herzen, sodass wir versuchen, innerhalb unseres persönlichen Netzwerks unseren Beitrag zu leisten. Die beiden Autoren Mats und Matti Wolk befinden sich jeweils kurz vor Abschluss ihres Studiums der Betriebswirtschaftslehre bzw. des Wirtschaftsrechts und besitzen ein großes Interesse für alle Themen rund um die Finanzmärkte und der Finanzbildung.Seit Beginn des Jahres unterstützen sie Vater Norbert Wolk, der Anfang 21‘ mit dem Barbarossa

  • „In einer Stadt wie Frankfurt befindet man sich in einer wunderlichen Lage, immer sich kreuzende Fremde deuten nach allen Weltgegenden hin und erwecken Reiselust“ (Johann Wolfgang von Goethe). Wien – Frankfurt – Wien: Markus Hill sprach für FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE mit Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH, über seine privaten und beruflichen Eindrücke aus 16 Jahren Frankfurt-Aufenthalt. Weltoffenheit, Investmentbanking, Family Office, Fondsmanagement und Schnitzel sind zur einige Stichworte des Gedankenaustausches. (Veranstaltungsmitteilung SCOPE & FUND FORUM INTERNATIONAL – 8.6. & 16.6.2021). Hill: Herr Friedrich, Sie sind Österreicher und leben in Wien, kennen aber auch Frankfurt sehr gut. Woher kommt das? Friedrich: Nun, ich habe die meiste Zeit meines Berufslebens in Frankfurt verbracht. Ich bin 2002 nach Deutschland gekommen und habe fast 16 Jahre lang am Finanzplatz Rhein/Main gearbeitet. In dieser Zeit hat sich die Stadt sehr entwickelt. Als meine Frau und ich 2002 hierherzogen, war Deutschland so stark von der internationalen Wirtschaftsflaute betroffen, dass es als der „kranke Mann Europas“ galt. Ich erinnere mich noch daran, dass es anfangs praktisch unmöglich war, am Wochenende etwas zu kaufen, da die meisten Geschäfte samstags gegen Mittag schlossen. Selbst Restaurants waren oftmals am Sonntag geschlossen. Heute ist Frankfurt eine ganz andere Stadt. Es ist wesentlich weltoffener geworden, und wir haben Freunde gefunden, die wirklich aus aller Welt kommen. Leider ist ja im Moment alles zu, aber vor dem Lock-down habe ich gerne am Leben in Frankfurt teilgenommen, und nicht nur die Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung, sondern auch das Sport- und Freizeitangebot sehr geschätzt. Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH Hill: Warum sind Sie ursprünglich nach Frankfurt gekommen? Was hat Sie später zurück in die Heimat gezogen? Friedrich: Bevor ich nach Frankfurt kam, hatte ich in London gearbeitet, für die US-amerikanische Investmentbank Morgan Stanley. Der unmittelbare Anlass für meinen Umzug war rein beruflich bedingt: Damals wurde entschieden, dass meine Beschäftigung, die Betreuung von Fondsmanagern in Deutschland, besser von Frankfurt aus erledigt werden konnte. Ich bin also quasi meiner Arbeitsstelle gefolgt. Die Situation war dem Brexit nicht unähnlich, sie fand nur 20 Jahre früher statt. Nach meiner Tätigkeit bei Morgan Stanley habe ich bei einem Multi Family Office in Bad Homburg, HQ Trust, gearbeitet. Die angenehme Zeit dort zähle ich natürlich auch zu meinen Frankfurter Jahren, zumal sie auch professionell gesehen eine gute Vorbereitung für den Wechsel nach Wien war. Der Anlass war wieder beruflich: Lansdowne Partners Austria bot mir die Möglichkeit, meinen eigenen Fonds auf Basis der von mir entwickelten Anlagestrategie aufzulegen. Hill: Wo haben Sie sich in Frankfurt am liebsten aufgehalten? Welche sind Ihre schönsten Erinnerungen? Friedrich: Drei Orte fallen mir spontan ein: zum ersten haben wir natürlich das Angebot an guten Restaurants sehr genossen; an einem schönen Sommerabend saßen wir zum Beispiel gerne auf der Terrasse der Alten Oper. Auch im Restaurant Salzkammer in der Weißadlergasse waren wir oft – es ist nur einen Steinwurf vom Goethe-Haus entfernt und bietet ausgezeichnete österreichische Küche! Am Wochenende sind wir dann häufig auf den Feldberg gewandert; als Österreicher zieht es uns ganz automatisch in die Berge, wie es scheint. Ich erinnere mich, dass es einmal in jedem Winter ein Hundeschlittenrennen rund um den Feldberg gab. Das fand ich sehr schön. Letzlich will ich nicht verschweigen, dass ich ein leidenschaftlicher Golfspieler bin. Und der Frankfurter Golfclub – der 2013 hundert Jahre alt geworden ist – ist wirklich ein Juwel. Dort am 18. Abschlag zu stehen und den Blick auf die Skyline zu genießen, ist für mich immer etwas Besonderes gewesen.  Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Quelle: www.finanzplatz-frankfurt-main.de Quelle: LinkedIn VERANSTALTUNGSHINWEISE (8.6. & 16.6.2021) ScopeExplorer Manager Conferences“Nach der Rallye der vergangenen 12 Monate liegt der Fokus vieler Investoren auf Aktien. Keine Zweifel: Aktien gehören in jedes Multi Asset Portfolio. Aber welche Assetklassen gehören noch hinein? Und vor allem: Wie viel davon? Multi-Asset Stratege und Portfoliomanager Martin Friedrich erklärt im Gespräch mit André Haertel, warum der Lansdowne Endowment Fund neben Aktien noch in über 15 andere Assetklassen investiert, und wie Rendite- und Risiko-Aspekte dabei bestmöglichst austariert werden.“ (ZITAT: Scope Group, Lansdowne Partners – ZUSÄTZLICHE INFORMATION: LINK)Fund Forum International VirtualAlternative markets outlook in choppy waters – Macro updates, demands and megatrends: what can we expect from global and Europe’s alternative markets ahead of 2021? Economic shifts and key trends that could impact the industry and asset allocations. Moderator: Martin Friedrich, Head of Economic and Market Research and Portfolio Manager, Lansdowne Partners, Austria  Randall Kroszner, Deputy Dean for Executive Programs and Norman R. Bobins Professor of Economics, The University of Chicago Booth School of Business LINK: Fund Forum International Virtual – 16th June, CET 14:00 – 14:30) Verwandte Beiträge: Finanzmärkte, Volatilität & Spekulation – Emerging Markets ante portas! (Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)Inflation & Fiskalpolitik – Simbabwe ante portas? (Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)Behavioural Finance & Cat Bonds (Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)Family Offices, Cat Bonds, Fondsselektion & „In Nature’s Casino“ (Interview – Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH) Inflation, Asset Allocation, „SPACs & Neuer Markt“, Simbabwe (Interview – Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)Family Offices, Think Tanks, Ökonomie & „Manias, Panics, and Crashes“ (Interview – Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)Family Offices, Managerauswahl, Inkubatoren & „Evolution statt Revolution“ (Interview – Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)

  • Die Schweiz wird oft als das Center of Competence im CAT Bond-Segment betrachtet. «Big is ugly» – Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Dirk Schmelzer, Plenum Investments AG, über strategische Erfolgsfaktoren für Asset Manager in diesem «Nischenmarkt». Der Marktanteil von Naturkatastrophenrisiken im CAT Bond-Markt beträgt ungefähr USD 33 Mrd. beziehungsweise 68% gemessen am Gesamtmarkt (USD 48 Mrd.). Der CAT Bond-Fondsmarkt (UCITS) hält CAT Bonds im Wert von USD 8 Mrd., wobei die drei grössten Fonds USD 6 Mrd. auf sich vereinen. Es stellt sich die Frage nach der optimalen beziehungsweise maximalen Fondsgrösse. Hill: Ist der CAT-Bond-Fondsmarkt Ihrer Meinung nach optimal diversifiziert? Schmelzer: Zwar weist der CAT-Bond-Markt durch die Vielzahl der verfügbaren unabhängigen Risiken einen hohen Diversifikationsgrad auf, jedoch besteht durch den starken Fokus auf US-Risiken, die wiederum durch Konzentration in wenigen Regionen geprägt sind, ein stark einseitiges Risikoprofil, welches Investoren insbesondere zu US-Hurrikanrisiken exponiert. Während eine Diversifikation weg von Hurrikanrisiken nur beschränkt umsetzbar ist, da das Angebot an diversifizierenden Risiken nicht ausreichend ist, ist eine Risikostreuung innerhalb des US-Hurrikan-Segments sehr wohl möglich und auch geboten. Hill: Inwieweit treibt die Risiko-Ertragspositionierung eines Fonds seine maximale Anlagekapazität? Schmelzer: Grundsätzlich lässt sich mit CAT-Bond-Anlagen ein sehr breites Spektrum an unterschiedlichen Risiko-/Ertragspositionierungen umsetzen. Sehr konservative, aber auch sehr dynamisch orientierte Risiko-/Renditeziele führen aber unweigerlich zu einer Einschränkung des investierbaren Universums. Liegt der Fokus darüber hinaus auf der Vermeidung von Risikokonzentrationen und der damit einhergehenden Reduktion von potentiellen Verlusten bei Extremereignissen (Tail-Risikoreduktion), so verkleinert sich das Anlageuniversum nochmals, da CAT Bonds mit einem hohen Grad an Risikoüberlappung ausgeschlossen, oder zumindest stark reduziert allokiert werden müssen. Solche selektiv investierende CAT-Bond-Strategien sind nur mit einer Limitierung des Anlagevolumens umsetzbar. Dirk Schmelzer, Plenum Investments AG Hill: Wie groß ist das Risiko von Verwässerung, wenn man die optimale Fondsgröße überschreitet? Schmelzer: Performanceseitig ist das Risiko der Verwässerung relativ klein, wir erachten die Implikationen auf das Risikomanagement als schwerwiegender. Es besteht die Gefahr, dass CAT Bonds mit hoher Korrelation zu bestehenden Positionen gekauft werden müssen, um das Anlagevolumen zu platzieren. Dies führt zu unerwünschten Risikokonzentrationen im Portfolio. Hill: Welche Anlagekapazität sehen Sie bei Anlagefonds, die den Markt replizieren? Schmelzer: Hier stellt sich die Frage vor allem in Bezug auf die Liquidität, die Investoren in solchen Vehikeln angeboten wird. Letztlich ist auch die Zusammensetzung der Fondsinvestoren ein wichtiger Faktor. Die Frage lässt sich also nicht allgemein beantworten, aber aus unserer Sicht sollten solche Fonds ein Anlagevolumen von ca. 5% des ausstehenden CAT Bond-Marktes nicht überschreiten. Mit anderen Worten liegt das derzeitige kritische Fondsvolumen bei ca. 1,5 Mrd. US-Dollar. Hill: Wie beeinträchtigt die Fondsgröße das Diversifikationsverhalten? Schmelzer: Je größer ein Fonds, desto größer ist der Druck in alle ausstehenden CAT Bonds investieren zu müssen, um die Kundengelder zu platzieren. Damit sind hohe Risikokorrelationen in diesem stark auf US-Risiken fokussierten Markt kaum zu vermeiden, was die Verlustrisiken bei US-Schadensereignissen ansteigen lässt. Hill: Ist der Broker nicht in einer besseren Situation, wenn er weiß, dass große Fonds innerhalb kurzer Frist nachzeichnen müssen, da sie aufgrund der wiederkehrenden Erneuerungsrunde rund ein Drittel pro Jahr nachkaufen müssen? Schmelzer: Ich denke, hier reden wir über gegenseitige Abhängigkeiten. Zwar ist der Fondsmanager darauf angewiesen, dass er entsprechende Zuteilungen erhält, um seinen Anlagebedarf zu decken. Aber auch der Broker ist darauf angewiesen, dass er seine Neuemissionen platzieren kann, dabei nehmen Großinvestoren eine wichtige Rolle ein. Der Platzierungsdruck bei großen Fonds ist daher stärker ausgeprägt als bei kleineren Fonds. Hill: Welche Optimierungen stehen im Raum, wenn man marktähnliche Renditen anpeilt? Schmelzer: Da der Naturkatastrophenmarkt an sich nicht effizient diversifiziert ist, stellt sich die Frage, wie man Effizienzgewinne realisieren kann. Diese Frage spiegelt sich in unserem „Quality-Concept“ wider. Der Effizienzgewinn basiert auf dem Fokus der Pro-Ereignis Deckungen (per occurrence), also der Vermeidung von sogenannten „All natural perils“-Deckungen auf schadensaggregierender Basis und hoher regionaler und globaler Diversifikation bei geringer Überlappung der pro Bond versicherten Risikoregionen. Wir gewichten dadurch tiefrentierliche Bonds mit geringem Diversifikationsnutzen unter, die bei großen Ereignissen ebenso ausfallen, wie höherrentierliche Anlagealternativen. Dies ermöglicht es, den durchschnittlichen Expected Loss und damit die absolute Risikoentschädigung anzuheben, ohne das Risiko großer Ausfälle (Tailrisiko) zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir auf strikte Selektion und eine Beschränkung auf wenige, jedoch untereinander schwächer korrelierte Einzelpositionen. Da diese Einzelpositionen näher am Risiko sind, steigt ihre Sensitivität gegenüber kleineren Versicherungsschäden. Dies gilt insbesondere für schadensaggregierende und zu so genannten Sekundärgefahren exponierte Transaktionen. Wir legen daher im Selektionsprozess einen starken Fokus auf Pro-Ereignis-Deckungen und reduzieren substanziell schadensaggregierenden Strukturen für meteorologische Risiken. Kurzum: Wir sollten das ähnliche Tail-Risikoverhalten erhalten wie der Index bei erhöhter Rendite. Hill: Welchen Einfluss hat das „Quality-Concept“ auf das optimale Fondsvolumen? Schmelzer: Die Aufrechterhaltung der Qualität von Fonds, welche marktähnliche Renditen anpeilen, bedingt eine wesentliche Beschränkung der Anlagekapazitäten, um das begrenzte Angebot an geeigneten Positionen im CAT-Bond-Markt nutzen zu können. Es ist somit kein Trick, sondern lediglich die logische Konsequenz. Denn wer in eine Anlagenische, zu der CAT Bonds eindeutig zuzuordnen sind, investiert, sollte sich, was das „Fassungsvermögen“ eines CAT-Bond-Fonds anbetrifft, selbstbeschränken, es sei denn, man möchte ein Marktportfolio aufbauen, welches aus unserer Sicht nicht effizient ist. Die Kapazitätsfrage verschärft sich zusätzlich, wenn einem aufgrund der gesetzten Anlageziele nicht das gesamte Anlageuniversum zur Verfügung steht. Lange Rede, kurzer Sinn: Aus heutiger Sicht sehen wir für das „Quality Concept“ eine maximale Anlagekapazität von 400 Mio. US-Dollar. Kurz und knapp ausgedrückt: Big is ugly – die Anlagekapazitäten im CAT Bond-Fondssegment stellen einen kritischen Erfolgsfaktor dar! Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Dirk Schmelzer ist seit 2010 bei Plenum Investments als Senior Portfolio Manager für Insurance-Linked Securities (ILS) angestellt. Von 2005 bis 2010 war er verantwortlicher Leiter des Bereichs ILS bei der Falcon Private Bank (ehemals AIG Private Bank), Zürich und verantwortlicher Portfoliomanager für ILS Fondsprodukte und Vermögensverwaltungsmandate. Zuvor war er stellvertretender Leiter des Fondsresearchs des VZ VermögensZentrums. Herr Schmelzer hat einen Hochschulabschluss als Diplom-Wirtschaftsingenieur der Technischen Universität Braunschweig und hält die Titel als Chartered Alternative Investment Analyst (CAIA) und Hedgefunds-Advisor (EBS/BAI). Link zu Plenum Investments AG: www.plenum.ch Quelle: LinkedIn Verwandte Beiträge: Insurance-Linked Securities – Versicherungsnachränge, Expertise, Chancen & «Langeweile» (Interview – Rötger Franz, Plenum Investments AG)ESG, SRI, „Blitze & Erleuchtung“ – Shareholders for Change, CAT Bonds und Amazonas (Interview – Tommy

  • Venture Capital (VC) als Anlageklasse ist in den letzten Jahren zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses verschiedenster Anleger gerückt. Im Jahr 2018 wurde alleine in der Schweiz erstmalig mehr als 1 Mrd. CHF, im Jahr 2019 sogar 2,3 Mrd. CHF in VC veranlagt. VC ist für Investoren attraktiv geworden, da mittels derartiger Anlagen Portfolios diversifiziert, das Risiko-/Ertragsprofil verbessert und direkt in Innovationen investiert werden kann. Um VC Investitionen erfolgreich umzusetzen gilt es jedoch, einige wichtige Punkte zu beachten und zu verstehen. Innovationstheorie Gemäß Schumpeters Innovationstheorie ist zwischen der Erfindung (Generierung von Ideen, Produkten oder Prozessen), der Innovation (Übersetzung dieser neuen Ideen in marktgängige Produkte oder Prozesse), der Verbreitung (weitverbreitete Annahme der Produkte und Prozesse im Markt) sowie der schöpferischen Zerstörung (Industrielle Transformation durch radikale Innovation) zu unterscheiden. Der besondere Reiz an Investitionen in VC liegt darin, dass die Einführung revolutionärer Produkte und Dienstleistungen wohl die grundlegende Antriebskraft für ein nachhaltiges und langfristiges Wirtschaftswachstum darstellt, aber gleichzeitig kurzfristig die Bedeutung und Macht fest etablierter Institutionen und Organisationen zerstören kann. Beherrschung der Innovationsdynamik Dies wurde unter anderem auch von James M. Utterback, Professor für technologische Innovation und Innovation am MIT, aufgezeigt. Er stellte fest, dass sich bestehende Organisationen konsequent von früheren Erfolgen verabschieden und der Innovation zuwenden müssen – auch wenn diese sogar ihre traditionellen Stärken untergräbt. Diesbezüglich wurden von Utterback drei Phasen von Innovation – Entstehung, Übergang und Reife – unterschieden. Der Innovationsgrad fällt in Bezug auf das Produkt über die Zeitachse kontinuierlich, während sich die Prozessinnovation dazu invers verhält. Die Schnittmenge stellt in der Regel das „Dominante Design“ dar. Hierzu wäre beispielsweise das Model T von Ford Anfang des letzten Jahrhunderts in Bezug auf die Automobile zu nennen. In der später folgenden Reifephase stellen hingegen Standardisierung, Integration und insbesondere Prozessoptimierungen die zentralen Elemente dar. Ralf Konrad, Liechtensteinischer Anlagefondsverband & VP Fund Solutions S-Kurven vs. Gauss Demzufolge denken VC Investoren auch nicht in Form der Gaussschen‘ Glockenverteilung, sondern vielmehr in S-Kurven, welche von Everett M. Rogers, dem Vater der Diffusionstheorie geprägt wurden. Mittels einer S-Kurve werden progressive Innovationen dargestellt, die erforderlich sind, um den erzielten Marktanteil angesichts des neu aufkeimenden Wettbewerbs zu halten, sobald die Glockenkurve ihren Höhepunkt erreicht und wieder zu fallen beginnt. Allgegenwärtige Disruption Viele Forscher, Autoren und Berater verwenden den Begriff Disruption, um jede Situation zu beschreiben, in der eine Branche erschüttert wird und zuvor erfolgreiche Marktteilnehmer beginnen zu straucheln. Disruption erklärt nicht Innovation oder Erfolge im Geschäftsbereich und wird dies auch niemals alleinstehend tun. Demnach müssen neue Produkte nicht zwingend disruptiv sein, um einen entsprechenden wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen. Bei erfolgreichen Investitionen sind viele verschiedene Kräfte im Spiel, von denen jede einzelne massgeblich ist – oftmals auch jene, die nicht auf den ersten Blick als entscheidend erscheinen mögen. Mit Venture Investments können attraktive Renditen erzielt werden In den vergangenen 15 Jahren konnten gemessen am CA Global Venture Capital Index mit VC Investments 11,8% Rendite p.a. erzielt werden. Mit Investments in den beiden oberen Quartilen der Vergleichsgruppe konnten sogar 18% p.a. generiert werden. Im gleichen Zeitraum konnte der S&P 500 Index hingegen „nur“ 8,8% p.a. zulegen. Darüber hinaus haben sich die Investitionsmöglichkeiten im VC Segment in den letzten Jahren bedeutend verbessert. Neuen Investmentmanagern gelingt es zunehmend Top Performance mit einer bemerkenswerten Konsistenz zu erzielen. Die Performancedispersion ist zwar weiterhin relativ hoch aber insgesamt im Vergleich zu früher bedeutend gefallen. Waren Venture Investments im Zeitraum von 1991 bis 2001 während der Tech Bubble zudem von einer hohen „Loss Ratio“ von 51,5% und einem „Impairment Ratio“ von 65,6% geprägt so haben sich diese Werte in der Phase 2002-2015 auf 20% bzw. 40,9% vermindert. (Quelle: Cambridge Associates LLC) Obwohl sich, wie geschildert, wichtige Kennzahlen bedeutend verbessert haben, brauchen VC Investoren aufgrund der Illiquidität der zugrundeliegenden Investments einen langen Atem und Geduld. Obgleich eine „Loss Ratio“ von 20% gegenüber früheren Zeiten eine bedeutende Verbesserung darstellt ist dies dennoch ein relativ hoher Wert. Im Globalen Private Equity Bereich liegt die „Loss Ratio“ z.B. bei nur 8,6%. Spannende Renditen gehen somit auch in diesem Fall mit einem höheren Risiko einher.    Insgesamt hat sich somit das Chance/Risiko Verhältnis für VC Investments in den letzten Jahren erheblich verbessert. Dadurch werden solche Anlagen auch für neue Anlegerkreise interessant, die aufgrund der Risiken VC früher nicht in Betracht gezogen haben. Da die Digitalisierung in vielen Geschäftsfeldern erst begonnen hat und gleichzeitig der Venture Bereich gemessen mit ca. USD 340 Mrd. weniger als 0,5% der globalen Aktienmarktkapitalisierung ausmacht, sollte es trotz grösserer Zuflüsse in diesem Segment für talentierte Investmentmanager weiterhin reichlich interessante Anlagechancen geben. Strukturierung und Abwicklung mittels Fonds Aufgrund des verbesserten Risiko/Ertragsprofils von VC Anlagen erfreuen sich diversifizierte Produkte, die in diese Anlageklasse investieren – namentlich Private Label Funds (PLFs) – zunehmender Beliebtheit bei Investoren. Neben der Diversifikation und Streuung der Risiken auf mehrere Anlagen und Investoren haben PLFs weitere, entscheidende Vorteile für die in der Fondskonstruktion beteiligten Parteien. Hierbei ist die professionelle Erbringung von Dienstleistungen von der Beratung hinsichtlich der Strukturen bis hin zur Unterstützung im Tagesgeschäft durch den AIFM zu nennen. Diese sind nach der erfolgten Selektion von Investitionen durch den Fondsmanager elementar für den Investitionserfolg bei der Veranlagung in VC. Abgesehen davon ermöglichen PLFs in Zusammenarbeit mit einem versierten und erfahrenen AIFM eine kosteneffiziente Erfüllung von Regulierungsvorgaben, um diese Anlagen für Investoren zugänglich zu machen. Ergänzend werden mittels PLFs grundlegende Investorenbedürfnisse wie Berichterstattung, Haftungsrisiken, eine effiziente Steuerverwaltung sowie die Partizipation an vorhandenem Wissen, Prozessen und Systemen ermöglicht. Die Dienstleistungen und Expertisen, welche durch PLFs für VC Investoren zugänglich gemacht werden, können somit einen signifikanten Mehrwert darstellen. Für den Erfolg ausschlaggebend sind in der Folge jedoch die Einbeziehung und vollständige Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse dieser speziellen Anlageklasse. Unter anderem sind unabhängige Geschäftsprozesse, eine gute Governance sowie eine verlässliche, flexible und erweiterbare Infrastruktur, die den aktuellsten Entwicklungen vollumfänglich Rechnung trägt, unerlässliche Erfolgsfaktoren im Bereich von VC. Fazit Innovation sollte aufgrund spannender Ertragsmöglichkeiten und verbesserter Risikokennzahlen ein Bestandteil bei der Vermögensanlage eines diversifizierten Portfolios sein. Nichtsdestotrotz gilt es jedoch zu verstehen, was Innovation ist, wie sie funktioniert und was erforderlich ist, um mit Investitionen in Innovation

  • Schweiz, Asset Management und Rohstoffe – der Finanzplatz bietet ein vielfältiges Angebot in Sachen „Center of Competence & Networking“. Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Alex Rauchenstein, SIA Funds AG, über Trends im Bereich Value Investing und Rohstoffe. Hintergrund der Ausführungen waren die eigene Eventreihe zu diesem Themenkreis im Mai diesen Jahres (Letzter Termin: 27.5.2021, 11.00 Uhr), bei denen unter anderem Punkte wie Inflation, „5-Sigma-Event“, ESG, Öl und Uran angesprochen wurden. Zusammen mit seinen Kollegen Prof. Dr. Carlos Jarillo, Urs Marti und Marcos Hernandez wird sein Team auch wieder in diesem Jahr einen Rohstofftag in der Schweiz (10.9.2021) durchführen und in Frankfurt am Main (14.9.2021) diesen Themenkreis mit institutionellen Investoren vor Ort diskutieren. (Ein aktueller Lesehinweis zu dem Themenkreis von Urs Marti: „The World for Sale“ – Autoren: Bloomberg-Journalisten, Javier Blas & Jack Farchy). Hill: Sie hatten letzte Woche mit Ihrem Kollegen ein Webinar zum Thema Value Investing & Rohstoffaktien. Was war das Feedback auf Ihre Veranstaltung, welche Themen sind auf besonderes Interesse gestoßen? Rauchenstein: Wir stellen ganz klar fest, dass die Investoren sich für das Rohstoffthema interessieren und dass sie ihre Portfolien gegen mögliche Inflationsrisiken schützen möchten. In unseren Augen gehört in ein gut diversifiziertes Portfolio auch ein Teil Rohstoffaktien, denn dies ermöglicht eine Erhaltung der Kaufkraft auch bei steigenden Preisen. Die Bewertungen vieler dieser Unternehmen sind so attraktiv, dass nicht einmal ein Rohstoffpreisanstieg nötig ist. Da wir aber aufgrund eines knapp bleibenden Angebots für viele Rohstoffe diesen Anstieg erwarten, betrachten wir Rohstoffaktien als sehr attraktiv. Anders formuliert: Mit einer Anlage in Rohstoffaktien hat man eine gute Absicherung gegen eine mögliche Inflation, diese Absicherung kann aber zudem auch sehr gewinnbringend sein. Alex Rauchenstein, SIA Funds AG Hill: Bei Ihrem Vortrag haben Sie einen interessanten Gedanken zum Thema Value Investing und „5-Sigma-Event“ dargestellt. Was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Rauchenstein: Vergleicht man das Ratio Value / Growth seit Lancierung dieser Indices 1975 und wertet diese ganz einfach statistisch mit dem Mittelwert und + / – 2 STD (Standardabweichungen, oder Sigma) aus, stellt man fest, dass vor dem Platzen der TMT-Blase dieses Ratio bei + 2 STD stand bevor eine Renaissance für Value Aktien begann. Im letzten Herbst stand dieses Ratio bei + 5 STD, ein absolutes Extremevent (siehe Chart unten). In unseren Augen spricht dies für eine Renaissance der Value Aktien. Hill: Diese Woche werden Sie und Ihr Team am 27.5. nochmals ein Webinar durchführen. Wer wird dieses Mal mit dabei sein und welche Themen werden zusätzlich besprochen an diesem Termin? Rauchenstein: Ja, am Donnerstag, 27.5. findet noch unser Kunden-Webinar in Englisch statt, an dem alle unsere Partner der SIA Funds AG teilnehmen werden – das heißt Prof. J. Carlos Jarillo, CIO Marcos Hernandez, Urs Marti und ich. An diesem Anlass werden wir zusätzlich im Detail auf die Entwicklung unserer Fonds, den Long Term Investment Funds Classic (Global Value) und den Long Term Investment Fund Natural Ressource eingehen. Hill: Jenseits der Webinar-Termine betrachtet – planen Sie derzeit bereits auch wieder „Live-Anlässe“ mit Ihren Investoren? Rauchenstein: Ja, wie im letzten Jahr gehen wir davon aus, dass im Herbst grundsätzlich wieder „Live-Anlässe“ möglich sein sollten. Entsprechend haben wir am Freitag, den 10. September, in Zürich unseren diesjährigen Rohstofftag geplant. Diesen führen wir bereits zum vierten Mal, auch mit externen Fachspezialisten von Einzelunternehmen in diesem Bereich, durch.Ebenso wird am Dienstag, den 14. September, unsere diesjährige Lunchpräsentation im MainNizza in Frankfurt bereits zum neunten Mal stattfinden. Unser ganzes Team freut sich bereits wieder sehr darauf auch Präsenzveranstaltungen durchzuführen. Es würde uns freuen, Sie wieder bei uns begrüßen zu dürfen. Hill: Vielen Dank für das Gespräch und Ihre Einladung. Auch im September wird sich bestimmt wieder eine Gelegenheit zu interessanten Gesprächen in Frankfurt ergeben. Zusatzinformation „Veranstaltungsreihe Rohstoffe 2021“: redaktion@fondsboutiquen.de Value Investing & Rohstoffaktien (Videoaufzeichnung) https://youtu.be/_gNvFM4KLp8 Value Investing & Rohstoffe (Abbildung: Frankfurt-Event 2020 – Team, SIA Funds AG, SAVE THE DATE: 14.9.2021 – ZUSATZINFORMATION FOLGT): SIA Funds AG: www.s-i-a.ch Quelle: LinkedIn Verwandte Beiträge: Value Investing und Rohstoffaktien, Schweiz & Asset Management – „It’s the energy, stupid!“, Öl, Metalle & G. E. Lessing (Webinar, 27.5.2021, 19.05. & 20.5.2021 – Alex Rauchenstein, Urs Marti, SIA Funds AG)Value Investing, Rohstoffe, ESG – China, Öl, Kernenergie & General Patton (Interview – Urs Marti, SIA Funds AG)China, Geopolitik, Rohstoffe, Value Investing und Südtirol (Interview – Urs Marti, SIA Funds AG)Rohstoffe, Value Investing, Family Offices und Hugo Stinnes (Interview – Urs Marti, SIA Funds)Value versus Growth, Rohstoffe, Indien, Jugend und die innere Ruhe (Interview – Alex Rauchenstein, SIA Funds AG)„Zu unseren treuesten Kunden zählen häufig Family Offices, dies ist uns über die Jahre immer stärker aufgefallen“ (Interview – Prof. Dr. J. Carlos Jarillo)„Die langfristige Unternehmensrentabilität steht im Vordergrund für die Investmententscheidung, nicht der täglich veröffentlichte Aktienkurs“ (Interview – Prof. Dr. J. Carlos Jarillo) Foto: www.iStock.com/bluejayphoto

  • »Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt« (Gotthold Ephraim Lessing). Viele konzernunabhängigen Fondsmanager (Fondsboutiquen) in den Bereichen Value Investing und Rohstoffe mussten in den letzten Jahren Geduld beweisen. Gerade diese unabhängigen Häuser haben bewiesen, dass man dem eigenen Stil treu bleiben kann und nicht nur aus Prinzip prozyklisch agiert. Natürlich, gegenwärtig gibt es „Rückenwind“ bei den institutionellen Investoren, diese Chance wird genutzt –  Stichworte: Niedriegzins-Szenario, „Anlagenotstand“, Inflation, Konjunktur und Diversifikation im Portfolio. In der Schweiz gibt es viele interessante unabhängige Asset Manager in diesen Segmenten. Die SIA Funds AG, Alex Rauchenstein und Urs Marti, laden zu einem Webinar am 27.5.2021 ein (INVITATION ONLY, INSTITUTIONELLE INVESTOREN) – Themen: Ausgangspunkte für Value- und RohstoffaktienDenken & Handeln wie ein EigentümerWas ist ein gutes UnternehmenPortfoliokonstruktion, erwartete Renditen und Eigentümer-ReportingMakroökonomische BetrachtungenAusgangslage für ÖlSIA Fonds AG & „Rohstoffaktien-Philosophie“ (Ansatz) Interviews: Value Investing, Rohstoffe, ESG – China, Öl, Kernenergie & General Patton (Interview – Urs Marti, SIA Funds AG)Value versus Growth, Rohstoffe, Indien, Jugend und die innere Ruhe (Interview – Alex Rauchenstein, SIA Funds AG) Datum: 19.5. & 20.5.2021Uhrzeit: 11.00 Uhr Datum: 27.5.2021Uhrzeit: 11.00 Uhr The purpose of this call is to inform you on the development of our funds since the beginning of the year.The following people will present: •             Prof. J. Carlos Jarillo, Founding Partner•             Marcos Hernandez, CIO/Partner•             Urs Marti, Partner•             Alex Rauchenstein, CEO/Partner Rückfragen zu der deutschsprachigen Veranstaltung (19.5. & 20.5., Einladung, Link zum Webinar – Zugangscode / Einwahldaten, Zusatzinformationen zu Folgeveranstaltungen – 27.5.2021: Einladung, Link zum Webinar, Zugangscode / Einwahldaten / SAVE THE DATE – Frankfurt am Main: 27.9.2021 etc.):  redaktion@fondsboutiquen.de Zusatzinformationen zur Folgeveranstaltung vom 27.5.2021 PS: Input, Ideen und Informationen zum Thema „Schweiz, Asset Management & Fondsboutiquen“ sind immer willkommen.  Urs Marti, SIA Funds AG Alex Rauchenstein, SIA Funds AG Information zu SIA Funds AG: www.s-i-a.ch FINANZPLATZ SCHWEIZ & ASSET MANAGEMENT: „Um der steigenden Bedeutung des Asset Managements Rechnung zu tragen, werden die Asset Management Plattform Schweiz und die Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA im Herbst 2020 zusammengeführt. Mit diesem Schritt wird die konsequente Ausrichtung auf das Asset Management noch stärker zum Tragen kommen und die volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Disziplin unterstrichen. Weiteres Ziel bleibt unverändert die Schaffung und Erhaltung eines günstigen politischen und regulatorischen Umfelds für die Branche in der Schweiz.“: www.am-switzerland.ch Quelle: LinkedIn Verwandte Artikel: Stiftungen, Volkswirtschaft, Digitalisierung & ESG – Frankfurt als Center of Competence (Interview – Tobias Karow, STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU)„Family Office Management vs. Private Wealth Management“, Asset Management, Trusted Advisor, Kunst, Mittelstand & Digitalisierung (Interview – Dr. Maximilian A. Werkmüller, LL.M., Professor für Finance und Family Office Management – Allensbach Hochschule)Family Offices, Fonds­boutiquen und die Schweizer Expertise (Interview – Markus Hill, Thomas Caduff)ESG, Cat Bonds, Branche & Kooperation, „Tail-Risks“ und Asset Management (Interview – Nico Rischmann, Plenum Investments AG) Foto: www.iStock.com/AleksandarGeorgiev

  • Deutscher Stiftungstag, MünchnerStiftungsTag, Virtueller Tag für das Stiftungsvermögen: Drei Veranstaltungen, bei denen auch der Finanzplatz Frankfurt wieder mit fachlicher Expertise vertreten ist (Beispiele: DEKA, HELABA, KfW, Stiftung Polytechnische Gesellschaft, DIE STIFTUNG etc.). Markus Hill sprach für FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE mit Tobias Karow, STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU, über Themen wie Diversifikation, Family Office, ESG, Digitalisierung und Reputationsmanagement. Auch das Thema Wissensmanagement, die Ausrichtung von Veranstaltungsformaten und die besondere Bedeutung des Bundesverband Deutscher Stiftungen als Center of Knowhow waren Thema des Gespräches. (Zusatzinfo / Veranstaltungshinweise: MünchnerStiftungsTag & Digitales – 1.7., 7.6. – 11.6. & 12.5.2021) Hill: Welche Themen werden bei Ihrer Veranstaltung behandelt? Karow: Wir kümmern uns um das Thema Stiftungsvermögen 2030, wie Stiftungen ihr Vermögen also heute für morgen anlegen. Das klingt auf den ersten Blick banal, aber viele Stiftungen müssen heute einfach die Weichen stellen, damit sie morgen nicht ohne ordentliche Erträge dastehen. Hier geben wir Anregungen, was in die Anlagerichtlinie hineingehört, was es mit dem Diversifikationsgebot auf sich hat und welche Rolle die Business Judgement Rule dabei spielen könnte. Hill: Was gehört Ihrer Meinung nach unbedingt ins Stiftungsvermögen, und was nicht? Karow: Lässt sich so pauschal nicht sagen, aber Eines zahlt aus Stiftungssicht besonders. Anlagen, die keinen ordentlichen Ertrag liefern, müssen bei Stiftungen einen schweren Stand haben. Denn es sind die ordentlichen Erträge, die Stiftungen ihre Zwecke verwirklichen lassen, der Kapitalerhalt ist dem schlichtweg nachgeordnet. Viele Stiftungen schauen aber zuerst auf genau diesen, weshalb viele Stiftungsvermögen schief allokiert sind, mit zu viel niedrig verzinslichen Anleihen, zu wenig Aktien und zu wenig Alternatives. Was Stiftungen zudem für sich sortieren müssen, ist das Thema Nachhaltigkeit bzw. der Themenkreis ESG. ESG ist aus Stiftungssicht Risikomanagement, und es ist Reputationsmanagement. Oder würden Sie künftig einer Stiftung noch Geld spenden die Ihnen nicht sagen kann, dass sie professionell mit ihrem Vermögen umgeht? Tobias Karow, STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU Hill: Gibt es auch einen Bezug zum Thema Family Offices bei Ihren Aktivitäten im Stiftungssegment? Karow: Die Brücke zu Family Offices sehe ich bei der Rolle, die Family Offices einnehmen, die auch eine passende für Stiftungen und deren Verantwortliche wäre: die des Portfoliokontrolleurs. Selber aktiv Geld zu managen, das werden viele Stiftungen mangels zeitlicher und fachlicher Ressourcen kaum schaffen, aber Asset Managern auf die Finger zu schauen, und dann gegebenenfalls den Manager zu wechseln, das lässt sich sauber aufsetzen. Hill: Der Deutsche Stiftungstag findet vom 7.6. – 11.6.2021 statt. Auch in diesem Jahr bietet er wieder ein sehr interessantes Programm, auch der Finanzplatz Frankfurt ist ja mit Ökonomie-Expertise vertreten (DEKA, HELABA, KfW etc.). Wo gibt es Überschneidungen bei Ihren Themenfeldern, wo ergänzt man sich in der Expertise? Karow: In der Tat, der Deutsche Stiftungstag (Bundesverband Deutscher Stiftungen) ist der größte Branchentreff in Europa, und es ist zurecht so, dass Stiftungen und Stiftungsexperten diesen als erstes ansteuern. Überschneidungen mit unserem Virtuellen Tag für das Stiftungsvermögen gibt es sicherlich, weil der Stiftungstag das Thema Stiftungsvermögen natürlich auch aufgreift, mit prominenten Köpfen. Unser #vtfds2021 ist sicherlich das weniger renommierte Format, wir setzen die Akzente beim Thema Stiftungsvermögen vielleicht etwas mehr auf der Mikroebene. Und natürlich ist unser Format ein kostenfreier Livestream. Hill: Welche anderen interessanten Formate in Sachen Wissensmanagement gibt es noch im Stiftungsbereich? Karow: An reinen Stiftungsveranstaltung ist es sicherlich der MünchnerStiftungsTag, der am 1. Juli stattfindet und der diesmal als digitale Veranstaltung stattfindet. Das Thema hier ist die Digitalisierung und wo Stiftungen hier aktuell Post-Corona stehen. Im März fand zudem der Digital Social Summit statt, auch ein tolles Event mit starkem Programm, das rund 1.000 Zuseher anlockte. Auch die Webinare unseres Veranstaltungspartners beim #vtfds2021, RenditeWerk, sind nach wie vor gut besucht, das mag hier damit zusammenhängen, dass das Format bereits existierte bevor die Pandemie kam und dies jetzt eben eine hohe Akzeptanz genießt. Hill: Danke für das Gespräch. MünchnerStiftungsTag (1.7.2021): www.muenchnerstiftungstag.de TOBIAS KAROW: „Schön, dass es ihn wieder gibt, den MünchnerStiftungsTag, er war die letzte Stiftungsveranstaltung, auf der wir 2020 zu Gast sein durften. Jetzt, am 1. Juli 2021, wird der MünchnerStiftungsTag digital stattfinden, und die Agenda hat auch die digitale Welt zum Thema. Es soll diskutiert werden, wie digitale die tägliche Stiftungspraxis tatsächlich schon ist und was bleiben wir. Wir haben vorab schon drei Digissentials gefunden.“https://stiftungsmarktplatz.eu/blog/wie-digital-ist-die-stiftungspraxis/embed/#?secret=byrNXVldgs Deutscher Stiftungstag (7.6. – 11.6.2021): www.programm.stiftungstag.org Virtueller Tag für das Stiftungsvermögen (12.5.2021): www.vtfds.de Quelle: www.finanzplatz-frankfurt-main.de Quelle: LinkedIn Verwandte Beiträge: Stiftungen, Asset Management, ESG – „Krimi, Rollski & Gin“ – Virtueller Tag für das Stiftungsvermögen – 12.5.2021 (Interview – Tobias Karow, STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU)Family Offices, Fonds­boutiquen und die Schweizer Expertise (Interview – Markus Hill, Thomas Caduff)ESG, Family Offices, Immobilien, Blockchain, AIFM – Liechtenstein, Schweiz & «Win-win-Faktor» (Interview – David Gamper, LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband)ESG, Cat Bonds, Branche & Kooperation, „Tail-Risks“ und Asset Management (Interview – Nico Rischmann, Plenum Investments AG) Foto: www.iStock.com/trabantos

  • „Fähigkeit ruhiger Erwägung — Anfang aller Weisheit, Quell aller Güte!“ (Marie von Ebner-Eschenbach). Aufgrund der Niedrigzinsphase werden von vielen Investoren Anlagealternativen gesucht, in den verschiedensten «Nischen», Stichworte: Insurance-Linked Securities, CAT Bonds, Nachranganleihen. Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Rötger Franz, Plenum Investments AG, über die besonderen Herausforderungen und Chancen, die sich für Portfoliomanager aktuell im Segment der Nachranganleihen von Versicherungsunternehmen ergeben. Themen wie die Größe des Marktes, Diversifizierung und die Tiefe der Expertise in der Analyse von Einzelwerten werden ebenso angesprochen wie Regulierung, Timing und der Faktor Langeweile. Hill: Warum sollten sich Investoren für Nachranganleihen von Versicherern interessieren? Was macht den Sektor so attraktiv? Franz: Wir leben in Zeiten von dauerhaft niedrigen Zinsen. Selbst optimistische Schätzungen erwarten nur moderate Zinserhöhungen. Nachranganleihen von Versicherern bieten in diesem Umfeld immer noch dauerhaft höhere Renditen als andere Sektoren. BBB-geratete Anleihen von Versicherungen bieten eine bis zu 100bp höhere Rendite. Dazu wies der Versicherungssektor in den letzten 40 Jahren die niedrigsten Ausfallraten aller Sektoren auf. In Zukunft dürfte sich diese sogar noch weiter verringern, da nach der Einführung des Solvency II Aufsichtsregimes in 2016 die Regulierung noch einmal deutlich verbessert wurde und weitere Länder dem gefolgt sind oder noch folgen werden.Des Weiteren erwarten wir stetiges Wachstum des restricted Tier 1 (rT1) Segments. Obwohl rT1 Emissionsvolumina bei weitem nicht an T2 heranreichen werden, so hat doch die Neuemission der Allianz gezeigt, dass es auch bei den bestens kapitalisierten Marktführern Interesse an dieser neuen Bondklasse gibt. Rötger Franz, Plenum Investments AG Hill: Was denken Sie, warum, handeln Nachranganleihen von Versicherungen zu einem Discount relativ zu anderen Sektoren? Franz: Es gibt eine Reihe von Gründen. Zum einen ist der Sektor relativ komplex und klassische Analysemethoden lassen sich nicht ohne weiteres auf Versicherer übertragen. Das bedeutet, dass Investoren Spezialwissen aufbauen und vorhalten müssen. Allerdings sind Nachranganleihen nur eine verhältnismäßig kleine Nische des Gesamtmarkts, sodass in der Vergangenheit nur sehr große Asset Manager oder Nischenplayer hier Spezialwissen hatten. Zum anderen hat der Kostendruck der letzten Jahre dazu geführt, dass gerade die großen und mittelgroßen Asset Manager und auch Investmentbanken sich aus solchen Nischen zurückgezogen haben. Auch verlassen sich die meisten Investoren zu sehr auf Ratings, obwohl diese in den allermeisten Fällen deutlich schlechter geratet sind als es die Solvenzquoten vermuten lassen. Dieser Wissensverlust fördert risikoaverses Verhalten der Investoren und damit zu weiteren Spreads. Hill: Werden Investments in Nachranganleihen von Versicherern nicht auch von anderen, breiter gestreuten Fonds abgedeckt? Franz: Sicherlich gibt es viele breit gestreute Fonds, die auch in Nachranganleihen von Versicherern investieren. Diese können zwar einen generellen «Sector Discount» realisieren, aber nicht Fehlbewertungen erkennen und das erhebliche Alphapotenzial auf Single Name Basis realisieren. Entweder bilden diese den Index nach oder untergewichten komplexere Sektoren wie den Versicherungssektor. Hill: Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um Nachranganleihen von Versicherern zu kaufen? Franz: Wir denken schon. Zwar sind die Spreads derzeit sehr eng, aber wir sehen noch deutliches Potenzial für weitere Kompression. Dazu haben sich in den letzten Wochen erneut einige Fehlbewertungen herausgebildet. Nicht zu vergessen ist auch, dass Versicherer – im Gegensatz zu anderen Sektoren – fundamental tendenziell von steigenden Zinsen profitieren werden. Hill: Es wird zurzeit viel über «grandfathered Perpetuals» gesprochen und das geplante Ende des «grandfathering» in 2026. Gibt es hier wirklich noch viele gute Investment Opportunities? Franz: «Grandfathering» und sein Ende in 2026 ist ein altes Thema, das weitestgehend eingepreist ist. Dazu kommt die äußerst hohe Call-Disziplin für institutionelle Anleihen von Versicherern. Ein blindes Kaufen von vor 2015 emittierten Bonds macht daher aus unserer Sicht keinen Sinn. Allerdings gibt es noch einige Opportunitäten im Bereich der Retailanleihen. Hier ist aber nicht die Frage, ob diese in 2026 gekündigt werden, sondern vorher. Eine solche Einschätzung erfordert aber eine tiefgehende Analyse der Kapitalisierung und der Capital Management Strategie des Emittenten. Hill: Bedeutet eine Allokation in rT1 nicht zu viel Risiko? Franz: Ein erhöhtes Risiko, das sich aus möglichen Couponausfällen und Umwandlung in Aktien bzw. Abschreibung ergibt, ist unstrittig. Aber es ist bei weitem nicht so hoch, wie es die Spreads vermuten lassen. Man muss dazu wissen, dass Versicherer im Durchschnitt fast das doppelte an Solvenzkapital halten wie vorgeschrieben. Dazu haben viele Versicherer klare Trigger definiert wie sie mit welchen Gegenmaßnahmen auf fallende Solvenzquoten reagieren. Diese Trigger sind in der Regel weit entfernt von einer regulatorischen Kapitalunterdeckung. Es ist auch zu beachten, dass in vielen Sparten wie zum Beispiel Rück- oder Industrieversicherung ein Financial Strength Rating von mindestens A- vorausgesetzt wird. Dadurch besteht ein zusätzliches Incentive für Versicherer eine gute Kapitalisierung zu bewahren. Wenn man dies in Relation zum zusätzlichen Spread für einen rT1 Bond setzt, kommt man zu dem eindeutigen Schluss, dass das zusätzliche Risiko eines rT1 Bonds nicht nur gut beherrschbar ist, sondern auch gut entlohnt wird. Hill: Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem Versicherungssektor. Wird Ihnen das nicht irgendwann einmal langweilig? Franz: Absolut nicht, wir hatten in dieser Zeit die Deregulierung in Europa, US Workers Comp Krise, Dotcom Bubble, 9/11, KRW, Great Financial Crisis, Nat Cat 2011, Sovereign Risk Crisis, stetig fallende Zinsen, 20 Jahre Solvency II Entwicklung und Einführung, 25 Jahre IFRS 17 Entwicklung und jetzt auch noch Covid-19. Es war immer viel los und das wird auch in Zukunft so sein. Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Rötger Franz (Portfoliomanager / Senior Insurance Analyst) verfügt über mehr als 20 Jahre internationale Erfahrung in der Coverage von Versicherungen. Herr Franz wurde als Sell Side Credit Analyst bei Societe Generale 10 Mal in Folge im Euromoney Fixed Income Research Survey als bester Versicherungsanalyst in Europa ausgezeichnet. Zuvor war er u.a. als Lead Analyst für die führenden Erst- und Rückversicherer bei der Ratingagentur A.M. Best tätig. Er verfügt über einen Abschluss der Universität zu Köln (Dipl.-Kfm.) mit Schwerpunkt Versicherungswissenschaft. Er stiess im April 2020 zur Plenum Investments AG und ist verantwortlich für Insurance Bonds. PLENUM INVESTMENTS AG: www.plenum.ch Quelle: LinkedIn Verwandte Beiträge: Family Offices, Hedgefonds, CAT Bonds & Nachranganleihen & Portfolio Manager-Due Diligence – VERANSTALTUNGSHINWEIS (Interview – Daniel Grieger, Plenum Investments AG)ESG, Cat Bonds, Branche & Kooperation, „Tail-Risks“ und Asset Management (Interview – Nico Rischmann, Plenum

  • „Sei höflich zu allen, aber freundschaftlich mit wenigen; und diese wenigen sollen sich bewähren, ehe du ihnen Vertrauen schenkst“ (George Washington). Family Offices, Kunstinvestments, Asset Management, Trusted Advisor, Studiengänge und mehr – Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Dr. Maximilian A. Werkmüller, LL.M., Professor für Finance und Family Office Management, Allensbach Hochschule, über das Berufsbild des Family Officers und die besonderen Herausforderungen und Trends in diesem Segment. Neben der Abgrenzung des speziellen Bereiches Family Office zum klassischen Private Wealthmanagement werden auch Themen wie „Single Family Office versus Multi Family Office“, Digitalisierung, Asset Allocation, Rechtsberatung sowie die Bedeutung familiengeführter Unternehmen angesprochen. Hill: Wie ist es zu der Idee für den Family Office Management-Studiengang gekommen?Werkmüller: Ich war ja seit dem Jahr 2000 an der EBS Finanzakademie als Dozent für die Fächer Stiftungs- und Steuerrecht sowie steueroptimierte Vermögensnachfolge tätig. Man konnte schon früh erkennen, dass die Themen der ganzheitlichen Vermögensplanung jedenfalls zum damaligen Zeitpunkt bei den Postgraduierten, d.h. bei den sich berufsbegleitend Fortbildenden, hoch im Kurs stand. Spätestens seit der Subprime-Krise im Jahr 2008 und den daran sich anschließenden Jahren war deutlich erkennbar, dass das Interesse von Studierenden am klassischen Banking nachgelassen hatte und insbesondere das Thema Family Office zunehmend in den Fokus des Interesses rückte. Die Idee, daraus ein Lehrfach zu machen und es im Rahmen eines Masterstudienganges anzubieten, ist allerdings erst gemeinsam mit der Allensbach Hochschule entstanden. Insoweit nehmen wir schon für uns in Anspruch, als Pionier auf einem Feld tätig zu sein, welches sich erst nach und nach für Studentinnen und Studenten in der akademischen Erstausbildung erschließt. Es ist unbestritten, dass sich inzwischen der Family Officer im Rahmen der anerkannten beratenden Berufsbilder etabliert hat. Auch die Zahl der Multi und Single Family Offices steigt seit Jahren kontinuierlich an. Daraus ergeben sich auch für Berufseinsteiger interessante Jobperspektiven. Wir sind ein wenig stolz darauf, dass wir als Allensbach Hochschule einen wertvollen Beitrag dafür leisten können, junge Menschen für dieses Berufsbild zu interessieren und mit Blick auf den Berufseinstieg zu motivieren. Dr. Maximilian A. Werkmüller, LL.M., Professor für Finance und Family Office Management, Allensbach Hochschule Hill: Welcher Bereich in dem Studiengang stößt derzeit auf verstärktes Interesse?Werkmüller: Das Thema Familie Office Management ist sehr facettenreich und bietet daher gute Möglichkeiten, eigene Schwerpunkte zu setzen. Da die meisten meiner Studentinnen und Studenten aus der klassischen betriebswirtschaftlichen Lehre kommen, stehen immer noch die kapitalmarktorientierten Themen im Vordergrund. Zahlreiche Bachelor-und Masterarbeiten widmen sich diesem Themenbereich. Ich betrachte es aber als meine Aufgabe als zuständiger Lehrkörper, dafür zu sorgen, dass dieser Scope erweitert wird und sich auf diejenigen Bereiche erstreckt, die nicht so stark im Fokus der wissenschaftlichen Forschung stehen. Hierzu gehören insbesondere die illiquiden Vermögensklassen, wie zum Beispiel Immobilien, Private Equity oder aber auch Investitionen in Kunstgegenstände oder in den Kunstmarkt. Insbesondere unsere letzte Veröffentlichung zum Thema Kunst und Kunstinvestments im Rahmen der Gesamtvermögensallokation hat großes Interesse in den sozialen Netzwerken hervorgerufen. Wir konnten hierzu auch eine hervorragende Masterarbeit beisteuern, in welcher sich einer unserer Studenten mit der Frage befasst hatte, ob und in welchem Umfang die Grundsätze der Portfoliotheorie auf Investments in Kunstwerke anwendbar sind. Gerade für Family Offices sind solche Fragestellungen und insbesondere die Antworten darauf von hohem Wert. Zahlreiche vermögende Familien haben seit Generationen zumindest einen Teil ihres Vermögens in Kunstwerke investiert. Die Performancemessung solcher Sammlungen ist ein bislang wissenschaftlich noch nicht abschließend diskutiertes Thema. Hill: Wie grenzen Sie das Segment Family Offices zum Segment Private Wealth Management ab? Werkmüller: Auch zu dieser Frage hatten wir unlängst einen Blogbeitrag veröffentlicht. Die Abgrenzung liegt insbesondere in der unterschiedlichen Perspektive, die ein Familie Officer und ein Private Wealth Manager einnehmen. Während ein Family Office als vertrauensvoller Ratgeber („trusted advisor“) ausschließlich die Interessen seiner Prinzipale vertritt und über seine eigene Vergütung hinaus keine eigenen Vermögensinteressen verfolgt, darf ein Wealth Manager, der beispielsweise bei einer Bank angestellt ist, ohne weitere Probleme dem Kunden auch eigene Hausprodukte verkaufen. Er muss in dieser Eigenschaft nicht zwingend als „trusted advisor“ auftreten, sondern darf und muss auch völlig legitim die profitorientierten Interessen seines Arbeitgebers verfolgen. Dies meine ich an dieser Stelle bewusst nicht abwertend. Es ist eben nur ein vollkommen anderer Ansatzpunkt. Die Kunden, die sich dem Private Wealth Management einer Bank anvertrauen, suchen kein Family Office und umgekehrt. Hill: Gibt es aktuell Trends im Family Office-Bereich, die sie wahrnehmen? Werkmüller: Um diese Frage zu beantworten, muss man zwischen den Single und den Multi Family Offices unterscheiden. Das Thema Impact Investing ist bei den Single Family Offices erkennbar auf dem Vormarsch. Ein weiterer Trend, der maßgeblich durch die Covid-19-Pandemie hervorgerufen beziehungsweise verstärkt wurde, ist die Digitalisierung der Dienstleistungen. Während Multi Family Offices hier aufgrund des bestehenden Wettbewerbs traditionell besser aufgestellt waren und teilweise noch immer sind, haben die Single Family Offices hier teilweise akuten Nachholbedarf, je nachdem in welchem Entwicklungsstadium sich das Office befindet. Mit Blick auf Investitionsstandorte kann man feststellen, dass inzwischen auch der Kontinent Afrika in den Fokus der Familie Offices getreten ist. Immer öfter investieren Familien einen Teil ihres Vermögens in den ostafrikanischen Staaten. Dies tun sie nicht nur, um eine angemessene Rendite zu erwirtschaften, sondern auch, um eben ein wirkungsvolles Investment zur Verbesserung der Infrastruktur vor Ort zu leisten. Ansonsten stehen Private Equity Investments immer noch im Fokus der Offices, unabhängig davon, ob es sich um Single- oder Multi Family Offices handelt. Das Thema „NextGen“ beschäftigt derzeit zahlreiche Familien, die ein eigenes Office errichtet haben. Die Ursache hierfür liegt in dem Umstand, dass bei vielen Unternehmerfamilien der Generationswechsel vollzogen wurde und die jüngere Generation natürlich andere Ansprüche an die Leistungen des Office stellt als die Generation der Übergeber und /oder Firmengründer. Zahlreiche Dienstleister haben sich auf diese veränderte Nachfrage bereits eingestellt und bieten teilweise speziell auf diesen Nachfragebedarf abgestellte Auskopplungen ihrer Leistungen an. Hill: Welche Themen beschäftigten Sie aktuell neben Ihrer Tätigkeit in der Hochschule? Werkmüller: Im Hauptberuf bin ich immer Rechtsanwalt gewesen. Und dort komme ich aus der „erbrechtlichen Ecke“, d.h., die Themen Erben, Schenken und Stiften und dies möglichst in steueroptimierter Form, war und ist bis heute mein eigentliches Betätigungsfeld. In dieser Spezialistenfunktion war ich

  • Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch, Bank für Kirche und Caritas eG (BKC), über seine persönliche Motivation für die Beschäftigung mit den Themen Nachhaltigkeit, Ratings, CAT Bonds und über die Aktivitäten der Bank im Rahmen der europäischen Investoren-Initiative „Shareholders for Change“ (SfC). Ein besonderes Engagement stellen in diesem Zusammenhang auch die aktuellen, gemeinsamen Aktivitäten des Instituts mit der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) und dem katholischen Klimaschutznetzwerk Global Catholic Climate Movement (GCCM) zum Schutz des Amazonas-Regenwalds dar. Hill: Seit wann und warum begeistern Sie sich für Nachhaltige Geldanlagen? Piemonte: Um das zu erklären, muss ich ganz an den Anfang zurückgehen, als ich zum ersten Mal von nachhaltigen Geldanlagen erfuhr. Nach meiner Ausbildung bei einer Sparkasse kam ich zur Deutschen Bank, wo ich unter anderem im Private Banking tätig war. Das ist jetzt über 20 Jahre her. Wenn ich auf mein damaliges Ich zurückblicke, würde ich sagen, dass ich der typische Banker der 90er Jahre war – im Vordergrund stand die Gewinnmaximierung für meine Kunden, die Erhöhung meines persönlichen Bonus und die Entwicklung meiner Karriere. Über positive und negative Nachhaltigkeitswirkungen der von mir vertriebenen Wertpapiere und Investmentprodukte habe ich mir keinerlei Gedanken gemacht. Schlimmer noch – ich hatte einen kompletten blinden Fleck was Externalitäten von Geldanlagen anging. Gleichzeitig hatte ich aber regelmäßig Zweifel an der tieferen Sinnhaftigkeit meiner Tätigkeit und war seit jeher an Umweltschutz und sozialen Fragestellungen interessiert. In dieser Gemengelage stieß ich vielleicht durch Zufall oder instinktiv auf einen der wenigen Nachhaltigkeitsfonds zu dieser Zeit, von denen es vielleicht eine Handvoll in Deutschland gab. Ich begann mich über das Konzept und die Hintergründe der Anwendung von Nachhaltigkeitsaspekten bei Fonds zu informieren. Und so kam es, dass auf einmal folgendes Zitat auf mich zutraf „Schon ein kleiner Blitz einer Erleuchtung bringt Klarheit in die Dunkelheit“. Von nun an war ich absolut davon überzeugt, dass die vollständige Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in die Finanzindustrie und den Finanzmarkt notwendig ist, damit sie zukünftig Teil der Lösung unserer globalen Herausforderungen und nicht länger Teil des Problems sind. Das war der Punkt, an dem mein Socially responsible investing (SRI)-Berufsweg begann. Ich kündigte meinen Job bei der Bank und begann ein Volkswirtschaftsstudium an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen. Nach dem Abschluss begann ich als Junior-Analyst bei der Nachhaltigkeits-Ratingagentur imug Rating, die noch heute Research- und Vertriebspartner der internationalen Nachhaltigkeits-Ratingagentur Vigeo Eiris ist. Ich blieb mehrere Jahre bei imug Rating und durchlief alle Karrierestufen, bis zum Leiter des imug Rating. Und seit nunmehr fünf Jahren bin ich bei der katholischen Kirchenbank Bank für Kirche und Caritas (BKC) in Paderborn als Leiter Nachhaltigkeitsresearch tätig. Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch, Bank für Kirche und Caritas eG (KBC) Hill: Was sind Ihre Tätigkeiten bei der Bank für Kirche und Caritas (BKC) und warum sind sie dorthin gewechselt? Piemonte: Die Arbeit bei einer Nachhaltigkeits-Ratingagentur ist spannend und abwechslungsreich und durch das gezielte Stellen von Fragen und bewerten der Nachhaltigkeitsleistungen von Unternehmen wurden sehr häufig Nachhaltigkeitsverbesserungen bei den Unternehmen angestoßen. Dieser letztgenannte Aspekt reizte mich besonders und ich war deshalb erst recht von der Wirkungskraft des sogenannten „Engagement“ überzeugt, das von Investoren und Asset Ownern betrieben wird. Unter Engagement versteht man gemeinhin die aktive Einflussnahme auf Investitionsobjekte. Ziel ist es dabei, beispielsweise Unternehmen zu motivieren, Verbesserungen in ihrem jeweiligen Nachhaltigkeitsmanagement zu realisieren oder bestehende kontroverse Vorfälle zum Anlass zu nehmen, entsprechende Konsequenzen und konkrete Präventionsmaßnahmen für die Zukunft abzuleiten. So kam es, dass ich das Angebot der BKC annahm, um dort zum einen die Weiterentwicklung und Überwachung der ethisch-nachhaltigen Anlagestrategie der Bank und ihrer Kunden zu verantworten, sowie den ethisch-nachhaltigen Anlageprozess zu professionalisieren und die Koordination des Research-Prozesses zu begleiten. Und zum anderen war es mein Wunsch das Thema Engagement ganzheitlich für die Bank aufzustellen. Hill: Wie sieht der Engagementannsatz der BKC aus und was ist das Besondere daran? Piemonte: Das so genannte „Engagement“ wird auf Deutsch oft als aktives Aktionärstum bezeichnet. Wir führen unsere Engagement-Aktivitäten jedoch nicht nur bei Aktienunternehmen durch, wie die Bezeichnung „aktives Aktionärstum“ vermuten lassen könnte, sondern auch bei Anleihen ausgebenden Unternehmen oder anderen Investitionsobjekten. Darüber hinaus betreiben wir auf einer übergeordneten Ebene bei Branchenverbänden, der Politik oder Finanzmarktakteuren eine aktive Einflussnahme für eine bessere Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in ihren Tätigkeitsfeldern. Unseren Einfluss als Investor machen wir über Stimmrechtsausübung bei Aktien („Vote“) und konstruktive Dialoge („Voice“) mit den Investitionsobjekten geltend. Vor allem der Dialog, der über eine schriftliche oder persönliche Kommunikation mit Unternehmensvertretern, über Redebeiträge auf Hauptversammlungen oder über die Teilnahme an öffentlichen Investorenkampagnen stattfindet, ist in unserer Engagementstrategie von besonderer Bedeutung, da wir ihm eine hohe Einflussnahme zurechnen. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch ein zielgerichtetes Engagement sowohl negative Nachhaltigkeitswirkungen von Investitionsobjekten verringern oder sogar verhindern können, als auch positive Nachhaltigkeitswirkungen fördern. Zudem kann unserer Meinung nach das Rendite-Risiko-Profil eines Investments durch Engagement positiv beeinflusst werden. Eine Besonderheit unserer Engagement-Aktivitäten ist, dass wir diese nicht nur auf unser ethisch-nachhaltiges Anlageportfolio beschränken, wie es bei dem am Finanzmarkt häufig anzutreffende Engagement-Konzept mit dem Namen „shareholder activism“ üblich ist. Das heißt, wir treten auch mit Unternehmen in einen aktiven Dialog, um sie zu einer Veränderung hin zu mehr Nachhaltigkeit zu motivieren, wenn sie gegen unsere Ausschlusskriterien verstoßen oder nicht zu unserer Zufriedenheit bei den von uns aufgestellten Positiv- und Negativkriterien abschneiden. Einziger Beweggrund dabei ist, dass wir aktiv eine Nachhaltigkeitsverbesserung sehen möchten. Dieses Engagement-Konzept bezeichnen wir als „shareholder criticism“. Der Unterschied in den Konzepten liegt darin, dass beim shareholder activism bei den Unternehmen Engagement-Aktivitäten durchgeführt werden, bei denen entweder bereits eine Investition erfolgt oder eine Investitionsabsicht vorhanden ist. Die Forderungen an das Unternehmen können in dem Fall auch die Motivation haben, durch die Verbesserung der Nachhaltigkeitswirkung beim Unternehmen ein verbessertes Rendite-Risiko-Profil des Investments z. B. durch die Senkung von Klage- oder Reputationsrisiken zu erreichen. Wohingegen beim shareholder criticism keine Rendite-Risiko-Überlegungen beim Investor mitschwingen. Um unserer aktiven Einflussnahme die größtmögliche und flächendeckende Schlagkraft und Effizienz zu verleihen, betreiben wir Engagement über insgesamt drei Kanäle. Zum einen haben wir für einen Teil unserer Eigenanlagen die Engagement-Aktivitäten an einen externen Dienstleister ausgelagert, der eine weitreichende Expertise

  • Stiftungen, Asset Management, Fondsfibel & ESG, vom Portfoliomanager zum passiven „Portfoliokontrolleur“ – Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Tobias Karow, STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU, über die aktuellen Herausforderungen für Stiftungsverantwortliche bei der Verwaltung des Stiftungsvermögens. Über die Bedeutung von Stifterwillen, Stiftungszweck und Anlagerichtlinie wurde ebenso gesprochen wie über Publikumsfonds, Krimi, Rollski und Gin (VERANSTALTUNGSHINWEIS: VIRTUELLER TAG FÜR DAS STIFTUNGSVERMÖGEN – 12.5.2021). Hill: Warum ist das Stiftungsvermögen eine Baustelle? Karow: Da kommen viele Dinge zusammen. Ich sage immer: „Das haben wir immer so gemacht meets Niedrigzins“, das erklärt dann eigentlich schon alles. Wir haben in Deutschland einfach eine lange Tradition, Stiftungsvermögen rein in Anleihen anzulegen, dank dieser Liebe zur Anleihe sind ja auch von den etwa 100.000 Stiftungen, die es anno 1914 hierzulande gab, etwa 90 % verschwunden bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Das wird gerne vergessen, und in praktisch allen Ländern, in denen es Stiftungen gibt, wird anders angelegt, nämlich breit und global gestreut, mit dem Fokus auf den ordentlichen Ertrag und nicht nur auf den Kapitalerhalt. Die Angst vor dem Verlust eint viele Stiftungsverantwortliche, aber das ist keine Angst, die zielführend ist. Ich habe meine erste Aktie mit 13 Jahren gekauft, und bis heute gab es einige Crashs und Korrekturen, aber jeder dieser Rücksetzer war vorübergehend, man musste nur am Portfolio immer wieder mal arbeiten. Der ordentliche Ertrag ist das wichtigste Ziel der Verwaltung von Stiftungsvermögen, und wenn er das ist, dann muss die Anlagepolitik einer Stiftung bei 0,0% Zinsen in der nächsten Dekade anders ausschauen als noch vor 10 oder 15 Jahren. Aber es ändert sich etwas, das ist schon abzusehen. Tobias Karow, STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU Hill: Welche Möglichkeiten haben Stiftungen in Ihren Augen? Karow: Naja, Stiftungen können es weiter selber machen, dafür müssen sie selbst, also ihre Verantwortlichen, ausreichende fachliche und zeitliche Ressourcen aufwenden, um eine sachgerechte Entscheidung zur Veranlagung des Stiftungsvermögens zu treffen. Dazu gehört auch, wie ein ordentlicher Kaufmann alle möglichen Informationen eingeholt zu haben, die diese Entscheidung unterfüttert. Schaffe ich das nicht, und bei der Kapitalanlage ist dies sehr wahrscheinlich, ist das Selbermachen nicht die erste Option, in meinen Augen jedenfalls. Stiftungen sollten daher den Weg der Delegation gehen, also die Aufgabe der Verwaltung des Stiftungsvermögens an Profis delegieren. Dadurch verändert sich die Rolle der Stiftungsverantwortlichen weg vom aktiven Portfoliomanager hin zum passiven Portfoliokontrolleur, und das passt für mich viel besser in die Zeit als das Herumdoktern mit ein paar Aktien hier und ein paar Anleihen dort. Bevor Stiftungsvorstände das machen, sollten sie lieber eine richtige und zeitgemäße Anlagerichtlinie schreiben, denn passt der Rahmen, ist der Handlungsspielraum dann maximal. Hill: Sie sind ein Freund der Fondsanlage für Stiftungen, betreiben hier die Plattform www.fondsfibel.de. Warum das? Karow: Wenn ich die Verwaltung des Stiftungsvermögen delegiere, dann ist die Fondsanlage bzw. das Zusammenstellen eines Fondsportfolios in meinen Augen aus vielen Punkten heraus vorteilhaft. Stiftungen müssen dem Diversifikationsgebot folgen, das können sie über Fonds wunderbar machen, indem sie in verschiedene Konzepte, Stile und Assetklassen investieren. Stiftungen müssen aber auch dem Stifterwillen folgen, das bedeutet, dass vor allem der Zweck verwirklicht werden muss. Entsprechend suche ich mir Fonds, die eine längere Ausschüttungshistorie haben bzw. bei denen Income im Fokus steht. Da zu Fonds zudem viele Informationen transparent vorhanden sind, ist eine sachgerechte Entscheidung auch gut zu treffen, und das Controlling auf Basis dieser Informationen lässt sich institutionalisieren. Außerdem sind fünf Fondsanteile und fünf Ausschüttungen buchhalterisch einfacher zu fassen als unzählige einzelne Aktien- und Anleihepositionen. Für mich ist die Fondsanlage aus diesen Gründen der für Stiftungen geeignetste Weg, vor allem aber lassen sich die individuellen Ziele der Stiftung mit Fonds für mich viel granularer abbilden. Hier gehört auch Nachhaltigkeit dazu, zu der jede Stiftung eine eigene Meinung hat, das muss ja dann auch im Portfolio abgebildet werden, was mit Fonds gut machbar ist. In der Anlagerichtlinie kann ja stehen, dass die Stiftung nur Artikel-9-Fonds kauft, das wird das Stiftungsportfolio anders aussehen lassen, definitiv. ESG selber zu machen, das halte ich für die allermeisten Stiftungen für nicht machbar. Hill: Wenn Sie nicht gerade virtuelle Tage für Stiftungen organisieren, was treibt Sie dann um? Karow: Als junger Vater ist mir Sport ziemlich wichtig, einfach als Ausgleich, ich fahre sehr gerne Rollski, ist eine schöne Alternative zum Laufen, wenn es schon mit dem richtigen Skilaufen derzeit nicht klappt. Und es wäre wieder mal Zeit für einen Krimi, das Schreiben fehlt, aber andererseits ist Unternehmer sein auch eine schöne Sache, wir bloggen jetzt halt. Und wir basteln gerade an einem stiftungsmarktplatz-Gin, den Namen haben wir schon.Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Quelle: www.finanzplatz-frankfurt-main.de 1. FRANKFURT & STIFTUNGEN (VERANSTALTUNGSHINWEIS – 12.5.2021 – PANEL / INFORMATION – AUSWAHL): Stiftungsvermögen 2030: Eine Diskussion mit Hans-Dieter Meisberger (DZ Privatbank), Thomas Meissner (Stiftung Polytechnische Gesellschaft), Arndt Funken (Aquila Capital) Öko und Grün ist nicht alles… Abschlussimpulse auf der Couch zur zeitgemäßen Verwaltung des Stiftungsvermögens von Harald Brockmann (Missionszentrale der Franziskaner), Immo Gatzweiler (AXA Investment Managers), Markus Hill (fondsboutiquen.de) ZUSATZINFORMATION / ANMELDUNG – VIRTUELLER TAG FÜR DAS STIFTUNGSVERMÖGEN: www.vtfds2021.de 2. FRANKFURT & STIFTUNGEN (INFORMATION – AUSWAHL): a) Frankfurter Stiftungsdatenbank (Zitat): „In Frankfurt am Main sind über 600 Stiftungen mit ihrem Sitz registriert. Stiftungen engagieren sich in unserer Stadt in vielen wichtigen gesellschaftlichen Bereichen: in Bildung und Ausbildung, in Wissenschaft und Technik, in Kunst und Kultur, in sozialen Fragen bis hin zur Altenhilfe sowie im Natur- und Umweltschutz.“ – ZUSATZINFORMATION: Stiftungsdatenbank | Stadt Frankfurt am Main b) Initiative Frankfurter Stiftungen (Zitat): Die Initiative Frankfurter Stiftung versteht sich als Netzwerk von Menschen, die Verantwortung für die Gestaltung des Stiftungswesens in und um Frankfurt tragen. Sie besteht seit 1993, seit 1997 schließlich als eingetragener Verein. Ihre Mitglieder stehen für die gesamte Bandbreite des Stiftungswesens und repräsentieren junge und alte, große und kleine, gemeinnützige Stiftungen bürgerlichen Rechts sowie Anstaltsträgerstiftungen. Die Mitglieder werden kooptiert. Die Mitgliedschaft ist namentlich.“ – ZUSATZINFORMATION: www.frankfurter-stiftungen.de VIRTUELLER TAG FÜR DAS STIFTUNGSVERMÖGEN (12.05.2021 – www.vtfds2021.de) Quelle: LinkedIn Ideelle Unterstützer: Mediapartner: Partner: Verwandte Artikel: Family Offices, Fonds­boutiquen und die Schweizer Expertise (Interview – Markus Hill, Thomas Caduff)ESG, Family Offices, Immobilien, Blockchain, AIFM – Liechtenstein, Schweiz & «Win-win-Faktor» (Interview – David Gamper, LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband)ESG, Cat Bonds, Branche

  • Die Themen Family Offices, Hedgefonds (Archegos) und Regulierung werden in Fachkreisen und Medien derzeit intensiv diskutiert. Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Daniel Grieger, Plenum Investments AG, über die Bedeutung von Risikomanagement und über die Stärken von Versicherungen gegenüber klassischen Hedgefonds in diesem Zusammenhang. Der Schwerpunkt des Gespräches stellten Themen wie Nachranganleihen im Versicherungsbereich und der spezielle Faktor Knowhow, Investmentprozess und CAT Bonds dar. Punkte wie Portfolio Management-Due Diligence und eine aktuelle Veranstaltung (21. & 22.4.2021) waren ebenso Inhalt dieses Austausches. Hill: Sie beschäftigen sich schon seit Jahren intensiv mit den Themenkreisen CAT Bonds (Insurance-Linked Securities) und Risikomanagement. Aktuell findet in den Medien der Skandal um den US-Hedgefonds Archegos große Aufmerksamkeit. Credit Suisse, Family Offices, Regulierung – die Ursachenforschung läuft. Was können Versicherer eigentlich besser als Hedgefonds? Grieger: Seit zwei Jahrzehnten beschäftige ich mich mit der Schnittmenge zwischen der Welt der Versicherungen und der Welt des Asset Managements. Mein Plenum Insurance Capital Fund, der bald ein Jahr Track Record haben wird, verkörpert in idealerweise was möglich ist, wenn man offen ist für Ideen, Versicherungen Kapital zur Verfügung zu stellen. Versicherungen werden in meinen Augen völlig unterschätzt was ihre Fähigkeit betrifft, Risiken zu analysieren. Dabei sind viele Methoden, Risiken zu analysieren in Versicherungen entstanden und wurden erst später von anderen Branchen, wie beispielsweise von Banken, übernommen. Hier gibt es sogar das Berufsbild des Aktuars (=Versicherungsmathematiker), was zeigt, dass man sich seit sehr langer Zeit mit Risiken beschäftigt.  Der aktuelle Fall des Untergangs eines „Family Offices“ (Archegos), das eher als Hedge Fund operierte, zeigt eindrücklich, was passieren kann, wenn man Risiken nicht im Griff hat. Und wenn ich Banken mit Versicherungen vergleiche gibt es einige Unterschiede, die offensichtlich sind. Versicherungen können häufig auf einen gewaltigen historischen Datenkatalog zurückgreifen. Für Erdbebenmodelle geht man beispielsweise mehrere Hundert Jahre zurück, um die Schadensintensität eines möglichen Erdbebens abzuschätzen. Zudem kommen Versicherungsschäden nicht unmittelbar zur Auszahlung. Anders als beim Untergang eines Hedge Funds sind die Gelder nicht unmittelbar weg. Versicherte Schäden kommen über längere Zeiträume zur Auszahlung. Die Liquidität für einen Schadensfall muss also nicht permanent vorgehalten werden. Bei größeren Schäden hat man auch die Zeit, sich am Kapitalmarkt weitere Mittel zu beschaffen. Dies bedeutet auch, dass ein Bank-Run wie 2007 bei Northern Rock bei Versicherern nicht möglich ist. Daniel Grieger, Partner und Fondsmanager, Plenum Investments AG Hill: Ihre spezielle Expertise stößt aufgrund der Niedrigzinsphase auf verstärktes Interesse, Anlagealternativen werden gesucht. Was ist das Besondere beim Investieren im Bereich CAT Bonds (Insurance-Linked Securities)? Grieger: Bei CAT Bonds nehmen wir die Position eines Rückversicherers ein. Wir decken Katastrophenrisiken – meist Stürme oder Erdbeben in Nordamerika oder Japan. Dies sind geographisch lokale Ereignisse, die in Portfolien diversifiziert werden können. Die Fonds, die wir verwalten, übernehmen diese Risiken und erhalten im Gegenzug die Couponzahlungen der CAT Bonds. Im Ereignisfall kann es einen Teilausfall bis hin zu einem Totalausfall alles geben. In den vergangenen Jahrzehnten haben CAT Bonds bewiesen, dass sie kaum auf Finanzmarktereignisse reagieren. CAT Bonds stellen damit eine wichtige Quelle für alternative Fixed-Income-Renditen. An dieser Stelle ist es mir übrigens wichtig zu betonen, dass ich auch den Bereich der Versicherungsnachränge zu diesem Anlagesegment zähle. Ob CAT Bond oder Nachranganleihe – die Art der Kapitalzuführung erscheint mir weniger relevant, am Schluss kann der Versicherer mehr Geschäft schreiben. Hill: Danke für das Stichwort. Sie haben gerade einen Fonds im Bereich Versicherungsnachränge aufgelegt. Viele Anleger kennen dieses Segment bei Banken. Wie kam es zu der Idee? Wo gibt es Unterschiede in der Betrachtung von Nachrängen bei Banken und Versicherungen?  Grieger: Versicherungsnachränge sind eine höchst attraktive Nische – die anscheinend kaum jemand versteht. Immer mehr Banken trennen sich von ihren Analysten. Ich habe gerade heute gehört, dass bei einer großen Londoner Investmentbank die Analyse der Versicherungen der Bankenanalyst macht. Da darf man von diesem Analysten aber nicht mehr viel Qualität erwarten. Wir können zeigen, dass mit dem MIFID-induzierten Abbau der Analysten – denn niemand zahlt mehr für Research – die Fehlbewertungen am Markt zunehmen. Und diese möchten wir mit dem neuen Plenum European Insurance Bond Fund ebenfalls ausnutzen. Zudem bezahlen Versicherungsnachränge seit Jahren eine Zusatzprämie gegenüber traditionellen Corporate Bonds. Hill: Wie sieht der Investmentprozess bei dem Fonds aus?  Grieger: Wir haben einmal den Schritt der Fundamentalanalyse auf dem Emittenten selbst. Unser Coverage Universe deckt ca. 60 Emittenten ab. Im ersten Schritt wird definiert, welche Emittenten in unserem Portfolio einen Platz finden. Im zweiten Schritt kommt die Prospektanalyse, wo wir die Attraktivität der einzelnen Anleihen und Kapitaltypen miteinander vergleichen. Ein wichtiger Faktor ist hier das Abschätzen des erwarteten Kündigungsdatums der Anleihe. Dies muss individuell erfolgen, da die Anleihen sehr unterschiedlich ausgestaltet sind. Erst ab Basis des erwarteten Kündigungsdatums können wir die erwartete Rendite einer Anleihe definieren und die Attraktivität der einzelnen Anleihen eines Emittenten miteinander vergleichen. Hill: Diese strukturierte Vorgehensweise erscheint sehr arbeitsintensiv. Wer deckt welche Bereiche bei Analyse und Portfoliomanagement in Ihrem Team ab, mit welcher Expertise? Grieger: Das Portfoliomanagement-Team besteht aus drei Mitarbeitern. Jeder hat seinen eigenen Fokus – aber die Koordination untereinander ist extrem eng. Rotger Franz betreibt seit 20 Jahren Kreditanalyse von Versicherungen in Europa, er war zehn Mal in Folge als bester Versicherungsanalyst von Euromoney ausgezeichnet worden. Beim Plenum European Insurance Bond Fund ist er der Lead PM. Ich selbst verwalte seit acht Jahren Portfolien mit Versicherungsnachrängen und fungiere als sein Deputy. Dirk Schmelzer ist der erfahrenste CAT Bond- Portfolio Manager im gesamten Markt – für ihn sind die Versicherungsnachränge noch relativ neu aber er wächst in die Aufgabe hinein.  Hill: Sie sagten oben, dass der Markt für Versicherungsnachränge sehr speziell ist, sehr knowhow-intensiv. Gibt es genügend Anleihen in dem Segment? Grieger: Wenn man das Segment der Nachränge von Financials anschaut, sind natürlich 90 % Anleihen von Banken. Dennoch sind die übrigen 10 % Versicherungsnachränge ein Markt von knapp unter 200 Mrd. Euro. Genügend Auswahl gibt es natürlich und das Segment ist dank der Modernisierung des Solvenzregimes in Europa (Stichwort Solvency II) stark gewachsen.  Hill: Womit beschäftigen Sie sich aktuell?  Grieger: Wir bereiten gerade das Webinar in der kommenden Woche vor. Das Thema sind natürlich Nachranganleihen von Versicherungen. Das Interesse


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