Hier finden Sie die bisher veröffentlichten Beiträge auf Fondboutiquen.de. Sie können nach beliebigen Stichworten suchen oder im Archiv sortiert nach Monat und Jahr die einzelnen Beiträge wählen.
Sie können nach beliebigen Stichworten suchen
Wählen Sie einzelne Beiträge aus dem Archiv
oder wählen Sie eines der folgenden Schlagworte
[st_tag_cloud]
Bisherige Artikel auf ![]()
Input, Ideen & Anregungen: Welche Themen könnten auf den beiden Panel-Diskussionen zusätzlich angesprochen werden? Frankfurt stellt ein interessantes Ökosystem für Family Offices, Vermögensverwaltungen, Startups und Fondsboutiquen im liquiden und nicht-liquiden Bereich da (Alternative Investments). FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN unterstützt auch in diesem Jahr wieder das „Forum für digitale Vermögenswerte“ (FDV – Manuel Müller & Samir Zakaria) im Bereich Kommunikation und in der fachlichen Begleitung von zwei Panel-Formaten. „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealth Management“ (25.2.2026) Auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Event am Vorabend des „Forum für digitale Vermögenswerte“. Im letzten Jahr hatten wir uns mit dem Thema „Family Offices, Asset Allocation & Financial Education“ beschäftigt. Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bei den damaligen Panelisten für den interessanten Gedankenaustausch in Frankfurt: Dr. Henning Schöer (FIDUBONUM), Peter Preller (HQ Trust) und Reiner Konrad (Focam AG). Am 25.Februar wollen wir diesmal etwas stärker mit dem Themenbereich „Family Offices, Vermögensverwaltung, Next Gen sowie Startups & Venture Capital – Ökosystem Hessen & Europa“ beschäftigen. Warum ist dieses Thema so interessant und schlägt auch in andere Gebiete interessante Brücken? Viele Family Offices und Vermögensverwalter (konzerngebunden / unabhängig – „Boutiquen“) beschäftigen sich bei der Betreuung vermögender Kunden intensiv mit dem Thema NexGen (Next Generation, Nachfolge, Digital Affluents & MORE). Diese junge Generation spricht in der Regel eine völlig andere Sprache als die traditionelle Klientel im Wealth Management: „Gesetzt, senior, gealtert und nicht unbedingt digital-affin“ (Zitat eines Family Officers aus Frankfurt, der an dieser Stelle nicht namentlich genannt werden wollte). In den Fokus bei der Betreuung größerer Vermögen geraten hier zunehmend auch Kunden im Bereich Nachfolge „TRADITIONELL“ oder auch aus dem Segment „SELFMADE“. Welche Themen könnten angesprochen werden an diesem Abend? Einige Dinge wurden oben schon eingangs erwähnt. Natürlich werden Christian Neuhaus (Finvia) und Sven Karkossa (Capitell AG) aus der Sicht des Wealth Management berichten. Interessant ist, dass natürlich auch im Bereich der Family Offices (SFO & MFO) mittlerweile ein Generationswechsel eintritt. Auch diese Häuser stellen sich neu auf, ebenso wie es mittlerweile viele unabhängige Vermögensverwalter gibt, die um den jungen Nachwuchs werben. Next Gen, Startups, Venture Capital & Ökosysteme – hier wird Noel Zeh (Wunderland Capital) als VC-Dachfondsmanager mit „Startup-Seeding“ einer hessischen Volksbank zusätzliche Impulse im Gespräch geben: Wie verkauft man ein Startup? Welche Erwartungen haben junge Unternehmer mit Technologie-Affinität an die Finanzindustrie? Was ist bei der Due Diligence von Venture Capital Fonds zu beachten? Warum sollte Deutschland sich der eigenen Stärken im Bereich Technologie & Investments bewusst werden? Wer sollte mit wem in welchem Ökosystem sprechen? Was verbindet Deutschland im Zusammenhang mit Seeding von Technologie mit Europa, im Gegensatz zu den USA? etc. Die Diskussion möchte zum Nachdenken anregen, im Vorfeld entstehen oft die interessantesten Gedanken: Wo steht die Vermögensverwaltung? Welche Investments sind interessant in den nächsten Jahren? Was bringt die Nex Gen ein für den Standort Frankfurt, Hessen und Europa? Wer müsste eigentlich mit wem sprechen, nicht nur am Finanzplatz Frankfurt? Input, Ideen & Anregungen sind immer willkommen: info@markus-hill.com / +49 (0) 1634616 179 Manuel Müller (FDV) & Markus Hill (Finanzplatz Frankfurt) Information zur Veranstaltung „Forum für digitale Vermögenswerte“ (FDV) PS: Aus der langjährigen Zusammenarbeit mit einem Schweizer Asset Manager im Bereich „Value Investing & Rohstoffe“ wissen wir, dass das Thema PROZYLKLISCHES & ANTIZYLKLISCHES INVESTIEREN immer zu spannenden Gesprächen führt – wir freuen uns auf hier auf ein spannendes Panel am 26.2.2026. Auch dieses Thema wird nochmals vertieft erörtert. Vielleicht in dem Themen-Special „FINANZPLATZ FRANKFURT meets WEALTH MANAGEMENT & DIGITAL ASSETS“. Natürlich sind auch hier Input, Ideen & Anregungen immer willkommen.Es könnte ja sein, dass sich auch zwischen beiden Panel-Themen fachlich durchaus Bezüge herstellen lassen. PPS: Das Thema Family Offices schlägt oft auch Brücken in andere Bereiche. Wir freuen uns auch auf den Fireside Chat am 17. März zum Thema „Private Markets, Family Offices, Stiftungen – Due Diligence & Herausforderungen für 2026“ bei der Veranstaltung von Christian Hommens (Smart Bridge). In dem Gespräch mit J. Paulo M.dos Santos (VIRATIO) wird es auch um den Einsatz von Alternative Investments bei Stiftungen gehen, ebenso wie um die Bedeutung von Asset Manager-Selection und Anlagerichtlinien (Case Study). Auf der Veranstaltung PRIVATEMARKETS_ONE war Lukas Bennmann, ein Kollege von Noel Zeh (Wunderland Capital), am 2.2.2026 Moderator bei einem Panel, bei dem FERI, KfW, Joachim Hert Stiftung und eine Sparkasse jeweils Panelisten waren. Auch hier entstand der Eindruck, das der Bereich Venture Capital sehr viel mit Knowhow, Geduld & auch Moderation von Erwartungen gegenüber der Investorenseite erfordert. Information zur Veranstaltung „PRIVATE MARKETS EXCELLENCE FORUM“ Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“) 25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“ (Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital) 26.2.2026, Frankfurt – „Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV)“ Redaktion – Themenspecial „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement & Digital Assets“ (Interviews / Gastbeiträge, “Support” & MORE: info: markus-hill.com) 17.3.2026, Frankfurt – Private Markets Excellence Forum – „Private Markets, Family Offices & Stiftungen – Due Diligence & Ausblick 2026” (Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Geschäftsführer, VIRATIO GmbH) Interview mit Christian Hommens – SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS Frühjahr 2026: Investorenstudie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien & Alternative Investments“ (Markus Hill – Moderation, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Beispiel 2025) 16.4.2026 – „köln let’s talk“ – Bettina Timmler – Immobilien & Dialog (Medienpartnerschaft) 12.5.2026, Frankfurt: „Value Investing & Rohstoffe & MORE“ (Markus Hill – Moderation & Kurzintro „Fondsboutiquen & USA-Formel“ – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG – FINANZPLATZ SCHWEIZ) 17.6.2026, Zürich: Insights – “Family Offices & Fondsboutiquen” – The Mountain Talks Summit – FUNDPLAT (Vortrag – Markus Hill) 10.11.2026, Frankfurt: „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Finanzplatz Liechtenstein“ (Markus Hill – Moderation – LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband: Panel & Vorträge) Input, Ideen & Anregungen zu den oben genannten Themen sind willkommen: info@markus-hill.com / +49 (0) 163 4616 179 FOTO: Marcus Kieser
In Deutschland herrscht oft die Angst vor dem Ende vor. In anderen Kulturen eher der Zauber, der in jedem Anfang liegt. Bei dem Thema KI ist das ein entscheidender Unterschied. Markus Hill im Gespräch für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Jürgen Büschges, einem seit Jahrzehnten an den internationalen Kapitalmärkten aktiven Asset-Management-Experten, geht es um mehr als nur neue Tools und Buzzwords. Wie verändern KI, Cloud-Plattformen und Agentensysteme die tägliche Praxis im Asset Management – von der Analyse über die Regulatorik bis hin zu Vertrieb, Kundenbetreuung, Telefonagenten und Investmentkonzepten? Und wie sieht eine Welt aus, in der eine Asset-Management-Gesellschaft weitgehend KI-basiert arbeitet, während der Mensch strategisch, kommunikativ und ethisch das Steuer behält? HILL: Welche Erfahrung bringst du für das Thema mit? BÜSCHGES: Ich blicke auf über 30 Jahre Erfahrung im Asset Management zurück – seit den 1990er-Jahren aktiv an internationalen Kapitalmärkten, von klassischen Fundamentalanalysen über Multi-Asset-Strategien bis hin zu alternativen Investments. Schon früh hat mich das Potenzial von KI und quantitativen Modellen fasziniert: erste Anwendungen etwa mit BARRA-Systemen, später verstärkt datengetriebene Strategien. Heute verbinde ich diese Welten – menschliche Intuition, Erfahrung und die Arbeit mit modernsten KI-Systemen – zu einem zeitgemäßen, zukunftsorientierten Investmentansatz. Jürgen Büschges, JB Convest HILL: Was hat sich durch KI im Asset Management grundsätzlich verändert? BÜSCHGES: Das Asset Management ist heute schneller, datenbasierter und transparenter als je zuvor. Entscheidungen entstehen nicht mehr aus „Bauchgefühl und Excel“, sondern aus KI-gestützten Analysen, die in der Cloud laufen, nachvollziehbar und skalierbar sind. Während Routineprozesse automatisiert werden, bleibt mehr Raum für Kundenarbeit, strategische Fragen und kreative Marktinterpretation – KI ist damit nicht der Autopilot, sondern der verlässliche Copilot. HILL: Wo liegt der wichtigste praktische Nutzen von KI – für Asset Manager und Kunden? BÜSCHGES: Der größte Mehrwert liegt in der Informationsqualität. KI wertet riesige Datenmengen aus – Finanzkennzahlen, Nachrichten, ESG-Berichte, Risikoprofile oder Marktstimmungen – und verdichtet sie in Echtzeit zu klaren Entscheidungsgrundlagen. Das führt zu schnelleren, individuelleren Empfehlungen und einer präziseren Beratung. Kunden erleben mehr Transparenz und Verlässlichkeit, während Asset Manager Effizienz und Risikokontrolle gewinnen – und zugleich mehr Zeit für den persönlichen Austausch haben. HILL: Womit arbeiten Asset Manager konkret – von Cloud-Modellen bis Agentensystemen? BÜSCHGES: Die meisten führenden Häuser nutzen heute Cloud-Infrastrukturen wie Google Cloud mit Vertex AI oder AWS mit Services wie SageMaker und Bedrock. Dort stehen spezialisierte Modelle für Zeitreihenprognosen, Textanalyse und generative KI bereit, die sich direkt mit eigenen Daten trainieren und in standardisierte Pipelines einbinden lassen – von der Datenaufbereitung bis zum produktiven Einsatz. Besonders spannend sind Multi-Agenten-Systeme: spezialisierte KI-Instanzen, die Analyse, Beratung, Vertrieb oder Compliance verzahnt steuern, voneinander lernen und Prozesse kontinuierlich optimieren – wie ein digitales Team aus Kollegen, das rund um die Uhr arbeitet.HILL: Wie verändert KI die Arbeit und die Rolle des Menschen im Asset Management? BÜSCHGES: Standardaufgaben verschwinden, dafür entstehen neue Schlüsselrollen: Data Scientists, KI-Spezialisten, Strategen mit technologischem Wissen und Verantwortliche für KI-Governance. Menschen interpretieren, kontrollieren und geben Kontext zu dem, was KI liefert. Im Kundenkontakt wird es sogar noch wichtiger, komplexe Ergebnisse verständlich zu vermitteln und Vertrauen zu schaffen – KI nimmt Arbeit ab, erhöht aber gleichzeitig den Anspruch an Kommunikation und Verantwortung.HILL: Welche Rolle spielt KI bei Regulatorik und Governance? BÜSCHGES: Regulatorik wird zunehmend selbst zum Einsatzfeld von KI. Systeme prüfen automatisch regulatorische Vorgaben, dokumentieren Audit-Trails, erkennen Compliance-Risiken und erzeugen Berichte für Aufsicht und interne Revision. Mit dem EU AI Act kommt hinzu, dass viele Asset-Management-Anwendungen als Hochrisiko-Systeme gelten dürften und damit strenge Anforderungen an Dokumentation, Monitoring und Governance erfüllen müssen – inklusive eines klaren Blicks auf die eingesetzten allgemeinen KI-Modelle und deren Anbieter. KI wirkt damit nicht nur als Werkzeug zur Regulierungsein-haltung, sondern gestaltet Governance-Prozesse und Transparenzstrukturen aktiv mit – ein fundamentaler Wandel für die Branche und die Aufsichtsbehörden. HILL: Wie stark werden Agentensysteme künftig Kapitalmarkt und Asset Management prägen?BÜSCHGES: Sehr stark. Agentensysteme übernehmen zunehmend Aufgaben in Beratung, Marketing, Vertrieb oder Reporting – und das weitgehend autonom. Im Kundenkontakt werden sie Anfragen kanalübergreifend bearbeiten, Leads qualifizieren, Angebote vorbereiten und Standardfälle direkt lösen; nur komplexe Themen gehen noch an menschliche Experten. Im Investmentprozess überwachen Agenten kontinuierlich Research, News, ESG-Informationen und Portfoliodaten, erkennen Anomalien und Regelverstöße und spielen dem Portfoliomanagement konkrete Handlungsvorschläge zu. In wenigen Jahren werden sie zentrale Teile des Asset Managements eigenständig steuern und Marktmechanismen über effizientere Informationsverarbeitung spürbar beeinflussen. HILL: Wo liegen die Grenzen – bleibt Asset Management trotz KI unsicher? BÜSCHGES: Absolut. KI erkennt Muster und Risiken früher, aber sie ersetzt weder Urteilskraft, Erfahrung noch ethische Reflexion. Märkte bleiben komplexe soziale Systeme – sie reagieren auf Daten, aber genauso auf Emotionen, Narrative und politische Entscheidungen. KI reduziert Unsicherheit, sie eliminiert sie nicht. HILL: Wie sieht der Jobmarkt der Branche in den nächsten zehn Jahren aus? BÜSCHGES: Der Wandel wird tiefgreifend. Klassische Analystenrollen, die hauptsächlich Daten zusammentragen und auswerten, werden seltener, dafür entstehen interdisziplinäre Profile, die KI-Modelle verstehen, Ergebnisse einordnen und Kunden begleiten können. Neue Rollen wie AI Product Owner, KI-Compliance-Experten oder Responsible-AI-Verantwortliche werden zur Schnittstelle zwischen Fachbereich, IT und Regulatorik. Teams werden flacher, agiler und stärker vernetzt – Asset Management wird zur Kooperation von Mensch, Maschine und Kunde auf Augenhöhe. HILL: Und wie arbeitet man 2035 idealtypisch mit KI? BÜSCHGES: 2035 orchestrieren wir Netzwerke spezialisierter KI-Agenten. Einige simulieren Märkte, andere analysieren Portfolios, weitere überwachen regulatorische Vorgaben, entwickeln neue Investmentkonzepte oder steuern vollautomatisiert den Vertrieb – inklusive direkter Kundenbetreuung per Chat und Telefon. Vertrieb, Reporting und Beratung laufen weitgehend datengetrieben, personalisiert und in Echtzeit. Die KI-basierte Asset-Management-Gesellschaft kann damit fast alle Kernprozesse aus Investment, Kundenbetreuung und Governance autark abbilden – während menschliche Entscheider Strategie, Werte und die letztendliche Verantwortung tragen. Um es zusammenzufassen: KI verändert das Asset Management grundlegend – von der Analyse über Regulierung und Vertrieb bis zur Kundenkommunikation. Die Branche bewegt sich in Richtung weitgehend KI-basierter Organisationen, in denen Automatisierung und Personalisierung Hand in Hand gehen. Der Mensch bleibt jedoch der entscheidende Faktor: als Stratege, Kommunikator und Träger von Verantwortung. HILL: Vielen dank für das Gespräch. Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“) 25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“ (Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven …
Impact Investing ist mehr als ein Etikett. Gerade in den Private Markets wird Wirkung zunehmend zur strategischen Kategorie – für Family Offices ebenso wie für institutionelle Investoren. Markus Hill spricht für FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE mit Christians Hommens über die kritischen Erfolgsfaktoren in diesem Investmentsegment und über die Bedeutung des fachlichen Dialogs zwischen Experten. Impact Messung, Impact Infrastructure, Private Equity, Sustainibility & Investing, Private Debt – diese und andere Themen bilden die Grundlage für den Gedankenaustausch im März im Rahmen einer Fachkonferenz (SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS). Unterstrichen wird die Bedeutung des Ökosystems Frankfurt für Themen wie Investment, Entscheidung und Regulierung in diesen Bereichen. Hill: Impact Investing gilt oft als „nice to have“. Wo sehen Sie heute einen echten strukturellen Wandel – gerade in den Private Markets? Christian Hommens, Smart Bridges GmbH & Markus Hill Finanzplatz Frankfurt Hommens: Impact Investing entwickelt sich klar vom Zusatzthema zur strategischen Kernfrage. In den Private Markets erkennen Family Offices und institutionelle Investoren zunehmend, dass langfristige Rendite, Resilienz und Wirkung zusammengehören. Infrastruktur, Private Equity oder Private Credit ermöglichen es, Kapital gezielt einzusetzen – mit messbarem Impact und gleichzeitigem Wertschöpfungspotenzial. Wirkung wird damit zum Qualitätsmerkmal, nicht zum Kompromiss. Hill: Wo scheitern Investoren in der Praxis – und warum lohnt sich der Austausch bei Smart Bridges? Hommens: Schwer zu sagen, aber drei Punkte sehen wir immer wieder: fehlende Impact-Messbarkeit, unklare Governance-Strukturen und begrenzter Zugang zu überzeugendem Dealflow. Genau hier setzt unser Forum an. Wir bringen Investoren, Praktiker und Lösungsanbieter zusammen – nicht theoretisch, sondern praxisnah, interaktiv und auf Augenhöhe. Hill: Welche Themen stehen konkret im Fokus der beiden Tage? Hommens: Von Impact-Messung über soziale Wirkung bis hin zu Impact Infrastructure. Und natürlich werden Private Equity und Sustainable Portfolio Design genauer betrachtet – ergänzt durch Themen wie Private Credit, Infrastruktur, regulatorische Anforderungen und neue Strukturierungsmodelle. Immer mit Blick auf die Frage: Wie lässt sich Wirkung sinnvoll in Portfolios integrieren, ohne die Performance aus dem Blick zu verlieren? Hill: Warum ist Frankfurt/Hessen der richtige Ort – und warum gerade jetzt? Hommens: Frankfurt und Hessen vereinen Kapital, Entscheidungskompetenz und regulatorische Nähe. In einem Umfeld zunehmender Unsicherheit suchen Investoren nach Orientierung und langfristigen Lösungen. Die Verbindung von Impact Investing und Private Markets ist dafür hochrelevant – und unsere Region der ideale Ort für diesen Dialog. Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Ich freue mich auf den Fireside Chat am 17.2.2026 („Family Offices & Stiftungen“, Impact Investing) und auf die Gespräche vor Ort. Information zur Veranstaltung: SMART IMPACT INVESTING EXCELLENCE FORUM Information zur Veranstaltung: „PRIVATE MARKETS EXCELLENCE FORUM“ Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE, DACHLI-Region & FONDSBOUTIQUEN.DE (2026) – Themen, Interessen, Dialog (Auswahl & „Snapshots“) 25.2.2026, Frankfurt – „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement“ (Markus Hill – Moderation: Christian Neuhaus – FINVIA, Sven Karkossa – Capitell Vermögens-Management AG, Noel Zeh – Wunderland Capital) 26.2.2026, Frankfurt – „Forum für Digitale Vermögenswerte (FDV)“ Redaktion – Themenspecial „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Wealthmanagement & Digital Assets“ (Interviews / Gastbeiträge, “Support” & MORE: info: markus-hill.com) 17.3.2026, Frankfurt – Private Markets Excellence Forum – „Private Markets, Family Offices & Stiftungen – Due Diligence & Ausblick 2026” (Markus Hill – Fireside Chat: J. Paulo Dos Santos – Geschäftsführer, VIRATIO GmbH) Interview mit Christian Hommens – SMART IMPACT INVESTING & PRIVATE MARKETS Frühjahr 2026: Investorenstudie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien & Alternative Investments“ (Markus Hill – Moderation, Podcast: Sebastian Thürmer, “artis & x” – Beispiel 2025) 16.4.2026 – „köln let’s talk“ – Bettina Timmler – Immobilien & Dialog (Medienpartnerschaft) 12.5.2026, Frankfurt: „Value Investing & Rohstoffe & MORE“ (Markus Hill – Moderation & Kurzintro „Fondsboutiquen & USA-Formel“ – Alex J. Rauschenstein & Urs Marti, SIA FUNDS AG – FINANZPLATZ SCHWEIZ) 17.6.2026, Zürich: Insights – “Family Offices & Fondsboutiquen” – The Mountain Talks Summit – FUNDPLAT (Vortrag – Markus Hill) 10.11.2026, Frankfurt: „Finanzplatz Frankfurt am Main meets Finanzplatz Liechtenstein“ (Markus Hill – Moderation – LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband: Panel & Vorträge) Input, Ideen & Anregungen zu den oben genannten Themen sind willkommen: info@markus-hill.com / +49 (0) 163 4616 179 Foto: Pixabay
Private Debt, Real Assets, Asset Allocation, Regulierung – im Gespräch mit Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT, geht Sebastian Thürmer, geschäftsführender Gesellschafter der artis Institutional Capital Management GmbH, auf die Marktverschiebungen, Wachstumssegmente und die Frage, wie sich institutionelle Anleger strategisch zwischen Private Debt, Infrastruktur und klassischen Anleiheinvestments positionieren sollten, ein. Hill: Private Debt steht in der Wahrnehmung vieler Marktteilnehmer eher im Schatten der boomenden Assetklasse Infrastruktur Equity. Sehen Sie Chancen für eine Trendumkehr?Thürmer: Beide Assetklassen erfreuen sich großer Beliebtheit, sind jedoch grundsätzlich nicht miteinander vergleichbar. Bei Infrastruktur Equity investieren institutionelle Anleger Eigenkapital mit langfristigem strategischem Fokus. Themen wie Nachhaltigkeit, Energiewende, öffentlicher Verkehr oder bezahlbarer Wohnraum stehen im Vordergrund. Private Debt hingegen umfasst kurz- bis langfristige Fremdkapitalfinanzierungen mit der Möglichkeit, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen. Ein wesentlicher Treiber sind regulatorische Veränderungen wie Basel III und Basel IV. Diese erhöhen den Druck auf Banken, höhere Eigenkapitalquoten vorzuhalten, was Margen reduziert und die klassische Kreditvergabe erschwert. Die Folge ist eine sinkende Kreditverfügbarkeit durch Banken und Sparkassen – und genau hier eröffnen sich Chancen für alternative Kreditgeber, wettbewerbsfähige Konditionen anzubieten. Für institutionelle Investoren entstehen dadurch attraktive Anlagemöglichkeiten in der Fremdfinanzierung von Immobilien, Unternehmen und Infrastrukturprojekten. Sebastian Thürmer, Artis Institutional Capital & Markus Hill Finanzplatz Frankfurt Hill: Inwieweit sehen Sie die Gefahr, dass Banken sich aus dem Finanzierungsbereich teilweise oder sogar vollständig zurückziehen?Thürmer: Banken und Sparkassen werden insbesondere in Deutschland auch künftig zentrale Ansprechpartner für Kreditfinanzierungen bleiben. Allerdings ist zu erwarten, dass sich Kreditinstitute stärker auf die Bindung von Bestandskunden konzentrieren – häufig zulasten des Neukundengeschäfts. Daraus ergibt sich eine klare Chance für Private-Debt-Fonds. Der Hausbankgedanke ist in Deutschland traditionell stärker ausgeprägt als etwa in den USA, Großbritannien oder den Benelux-Ländern. Dort finanzieren sich Unternehmen bereits heute zu einem deutlich höheren Anteil über Private-Debt-Strukturen.Hill: Gehen Sie daher in den kommenden Jahren weiterhin von einem starken Marktwachstum aus?Thürmer: Ja, eindeutig. Der Vermögensverwalter BlackRock kam in einer Studie aus dem Jahr 2025 zu dem Ergebnis, dass das weltweite Volumen von Private-Debt-Investments von aktuell rund 1,4 Billionen US-Dollar auf bis zu 3,5 Billionen US-Dollar anwachsen könnte. Dieses Wachstum wird auch Deutschland und Europa erfassen, wenngleich die Märkte hier traditionell bodenständiger strukturiert sind als in den USA. Bereits heute investieren insbesondere Versicherungsunternehmen in Deutschland stark in Private Debt und planen weitere Aufstockungen. Ein wesentlicher Faktor ist die regulatorische Behandlung: Unter Solvency II ist die Eigenkapitalunterlegung bei Fremdkapital deutlich niedriger als bei Eigenkapitalinvestments. Zusätzlich eröffnet die neu geschaffene Infrastrukturquote nun auch Altersvorsorgeeinrichtungen und weitere VAG-regulierten Investoren zusätzliche Spielräume für Fremdkapitalengagements.Hill: Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass institutionelle Investoren Mittel aus dem klassischen Anleihebereich in Private Debt umschichten, um Renditen zu optimieren?Thürmer: Renditeoptimierung allein darf kein Maßstab sein – entscheidend ist immer das Verhältnis von Risiko und Ertrag. In den vergangenen Jahren haben sich einige Investoren, insbesondere in bestimmten Teilsegmenten, durch steigende Zinsen und rückläufige Immobilienbewertungen in schwierige Situationen manövriert. Vorstellbar sind jedoch Umschichtungen von liquiden Hochzinsanleihen mit schwacher Bonität in Private-Debt-Investments. Dadurch lässt sich die Kreditqualität verbessern, da vergleichbare Renditen im Private-Debt-Bereich häufig auch mit Investment-Grade-Strukturen erzielt werden können – nicht zuletzt aufgrund der Illiquiditätsprämie. Hill: Wie positionieren sich aus Ihrer Sicht die Segmente Corporate Debt, Infrastructure Debt und Real Estate Debt in den kommenden Jahren?Thürmer: Im Bereich Real-Estate-Debt sind Abschreibungen und Wertberichtigungen weitgehend verarbeitet. Die Immobilienmärkte haben sich stabilisiert und dürften perspektivisch wieder zulegen. Bei Neuinvestitionen sollte der Fokus stärker auf Wohnimmobilienfinanzierungen liegen und weniger auf gewerblichen Objekten. Corporate Debt gewinnt zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Bereich der Mittelstandsfinanzierung. Großbanken ziehen sich hier teilweise selektiv zurück, was alternative Kreditgeber stärkt. Infrastructure Debt bleibt geprägt von der Finanzierung von Wind- und Solarparks. Gleichzeitig wird das Anlageuniversum durch neue Infrastrukturthemen weiter wachsen. Die Mehrheit der Investoren bevorzugt Senior Loans als etabliertes Finanzierungsinstrument, ergänzt durch Junior Loans zur gezielten Renditeoptimierung.Hill: Ihre jährlich durchgeführte Studie „Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien und alternativen Investments“ zeigte Anfang 2025, dass 36% der Befragten ihre Private-Debt-Allokation ausbauen wollen. Welche Tendenz erwarten Sie in der 2026er-Studie?Thürmer: Die Studie werden wir im Februar/März 2026 zum sechsten Mal durchführen. Prognosen möchten wir bewusst vermeiden, doch das Marktumfeld erscheint weiterhin stabil. Die strukturellen Treiber – Regulierung, Finanzierungsbedarf und Nachfrage nach planbaren Erträgen – sind unverändert intakt.Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL Foto: PIXABAY Quelle: www.institutional-investment.de
Finanzplatz Liechtenstein & Frankfurt, Fondsboutiquen, Family Offices, Fondsdomizil und Dialog in Deutschland – Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit David Gamper, Geschäftsführer LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband, über Themen wie Positionierung und Kooperation von Liechtenstein im europäischen Wettbewerb, Trends bei Alternative Investments und Regulierung. Zusätzlich gibt er aufgrund der aktuellen Bedeutung von Fondsauflagen bei Family Offices und Vermögensverwaltern noch einen kurzen Überblick über die weiteren Dialogangebote des Verbands am Finanzplatz Deutschland im Frühjahr 2026 und in London. Hill: Welche Rolle spielt der Fondsstandort Liechtenstein im europäischen Markt aktuell – eher Nische oder aufstrebender Fondszentrum?Gamper: Ich würde Liechtenstein als eine aufstrebende Nische bezeichnen. In Europa gibt es mit Luxemburg und Irland zwei große Fondszentren, die sich vor allem auf große, meist global tätige Asset Manager konzentrieren. White-Label-Fonds spielen dort, zumindest regulatorisch und auf Ebene der Aufsicht, eine untergeordnete Rolle. Genau hier setzt Liechtenstein an. Der Standort fokussiert sich auf optimale Rahmenbedingungen für Vermögensverwalter und Fondsboutiquen, die White-Label-Fonds auflegen möchten, sowie auf die Vermögensstrukturierung für wohlhabende Familien, häufig auch mit eigenen Family Offices. Das zeigt sich auch in der Statistik: Über 85% der in Liechtenstein domizilierten Fonds sind White-Label-Fonds – mit steigender Tendenz. David Gamper, LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband Hill: Legen Sie derzeit in Liechtenstein viele Fonds für Family Offices auf?Gamper: Ja, die Entwicklung in diesem Bereich war in der jüngsten Vergangenheit sehr positiv. Wir beobachten eine zunehmende Verunsicherung vermögender Personen, ausgelöst durch geopolitische Spannungen, hohe Staatsverschuldung in Europa und die Diskussionen um mögliche Steuererhöhungen. Liechtenstein hingegen weist keine Staatsschulden auf, hat die niedrigste Staatsquote Europas – also das Verhältnis von Staatsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt – und entsprechend keine Notwendigkeit, Steuern zu erhöhen. Zudem sind Investmentfonds vollständig steuerbefreit. Politische Kontinuität und das AAA-Rating stärken das Vertrauen zusätzlich und machen den Standort insbesondere für langfristige Vermögensstrukturen attraktiv. Hill: Wie entwickelt sich der Fondsstandort im Bereich alternativer Anlagen?Gamper: Der Bereich der alternativen Anlagen wächst sehr stark. Sieben von zehn neu gegründeten Fonds sind derzeit Alternative Investment Funds (AIF). Das liegt einerseits daran, dass Fonds zur Vermögensstrukturierung nahezu ausschließlich in dieser Form aufgelegt werden. Andererseits profitieren AIF in Liechtenstein von einer besonders flexiblen Regulierung. Liechtenstein hat die von der EU bewusst vorgesehenen Spielräume genutzt und auf sogenanntes „Goldplating“ verzichtet, das man in anderen Fondsdomizilen häufig sieht. Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Finanzmarktaufsicht Liechtenstein. Gerade bei komplexen AIF-Strukturen ist es für Fondsinitiatoren sehr wertvoll, frühzeitig in den Dialog mit der Aufsicht treten zu können. Diese kooperative Praxis wird sehr geschätzt und hat bereits zu mehreren Fondsgründungen geführt. Markus Hill, FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN Hill: Welche Risiken könnten den Fondsstandort Liechtenstein mittelfristig bremsen?Gamper: Wie alle Fondsplätze sind auch wir von geopolitischen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte abhängig. Darauf haben wir nur begrenzten Einfluss, müssen aber entsprechend vorbereitet sein. Ein weiteres Risiko liegt in der zunehmenden Regulierung auf europäischer Ebene. Umfangreiche Reportingpflichten und ständige Neuerungen in der Regulierung belasten kleinere Fondsgesellschaften, wie sie in Liechtenstein typisch sind, deutlich stärker als große internationale Anbieter. Wir stehen klar hinter sinnvoller Regulierung, die Anlegerschutz und Transparenz stärkt. In den vergangenen Jahren wurde hier jedoch teilweise über das Ziel hinausgeschossen. Wir hoffen daher, dass das angekündigte „Simplification Package“ wieder spürbare Entlastung bringt. Besonders wachsam müssen wir zudem in den Bereichen Geldwäscheprävention und Sanktionsumsetzung bleiben. Trotz sehr guter Ergebnisse bei den letzten Prüfungen arbeiten wir kontinuierlich an weiteren Verbesserungen, denn eine starke Reputation ist für einen kleinen Finanzplatz essenziell. Hill: Sehen Sie Fachkräftemangel als limitierenden Faktor?Gamper: Auch wir sind vom allgemeinen Arbeits- und Fachkräftemangel betroffen, von einem limitierenden Faktor kann jedoch nicht gesprochen werden. In anderen Finanzbranchen des Landes gibt es qualifiziertes Personal, das zunehmend auf die Fondsbranche aufmerksam wird, nicht zuletzt aufgrund ihres starken Wachstums. Zudem steigt das Interesse hochqualifizierter Fachkräfte aus dem nahegelegenen Finanzplatz Zürich sowie aus Deutschland. Insgesamt sehen wir derzeit eine ausgewogene Mischung aus Bedarf und verfügbaren Talenten. Hill: Wo steht der Fondsstandort Liechtenstein in fünf bis zehn Jahren?Gamper: Die Spezialisierung auf White-Label-Fonds war aus meiner Sicht der richtige strategische Schritt. Für diese Zielgruppe wurden optimale, teilweise sogar einzigartige Rahmenbedingungen geschaffen. Dass wir damit richtig liegen, zeigt auch das wachsende Interesse ausländischer Fondsgesellschaften. Nach der luxemburgischen Axxion hat auch Dirk Grosshans von Universal Investment an der Veranstaltung „Finanzplatz Frankfurt trifft Finanzplatz Liechtenstein“ am 18. November 2025 in Frankfurt angekündigt, ab dem ersten Quartal 2026 Fonds in Liechtenstein aufzulegen. Weitere Anbieter werden folgen. Ich bin daher überzeugt, dass Liechtenstein seinen Wachstumskurs in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht nur fortsetzen, sondern in den kommenden Jahren sogar beschleunigen wird. Es wird noch viel Positives zu berichten geben. Hill: Welche Veranstaltungen stehen demnächst an?Gamper: In Deutschland sind wir auf verschiedenen Veranstaltungen. Am 28. und 29. Januar 2026 laden wir wieder zum Dialog beim FONDS professionell KONGRESS in Mannheim ein. Interessierte können sich am Stand über den Fondsstandort informieren und mit Strukturierungsexperten über konkrete Fondsprojekte sprechen. Im Vortrag berichtet ein Fondsgründer über sein sehr erfolgreiches Fondsprojekt und seine positiven Erfahrungen in Liechtenstein. Am 21. und 28. April 2026 präsentieren wir uns wieder bei den Veranstaltungen des LAFV in München und Hamburg. Fondsgründer berichten über die einzigartigen Standortvorteile Liechtensteins und die steuerliche Komponente von liechtensteinischen Fonds wird beleuchtet. Verena Schlömer von der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein wird Einblicke in den Zulassungs- und Aufsichtspraxis bei Fonds gewähren. In London findet die nächste Veranstaltung am 25. Juni 2026 statt. Das detaillierte Programm wird noch bekannt gegeben, im Fokus stehen jedoch die Standortvorteile und aktuellen Entwicklungen des Fondsplatzes Liechtenstein. Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL Foto: PIXABAY Quelle: www.institutional-investment.de
Wenn du mir nichts Relevantes zu verkaufen hast, musst du es auch gar nicht erst versuchen Auch im Investmentbereich ist der Vertrieb der Klebstoff aller beteiligten Akteure und auch die Litfaßsäule teils überbordender aktueller Themen. Von Dieter Lange stammt der Satz (Buchtitel) „Gewinner erkennt man am Start, Verlierer auch“. Er selbst bezeichnet sich als Geschichtenerzähler. Mit seiner Art füllt er die großen Hallen und hat Zugang zu Spitzensportlern und Unternehmenslenker, die seinen Rat suchen. Wenn er vor Menschen spricht, braucht er sich nicht vorzubereiten. Wenn er kurz vor dem Auftritt sein Thema kennt, reicht das völlig aus. Jürgen Büschges, JB Convest Seine Lebenserfahrung und seine Grundhaltung zum Leben zeichnen Ihn aus. Man hört ihm gerne zu, weil er substanzielles, relevantes und unkonventionelles Wissen selbst erfahren hat und dieses auch so weitergibt. Der Satz „Alle Menschen werden als Unikat geboren, leider sterben viele als Kopie“ sagt viel über den scheinbar beruflich erfolgreichen Weg. Er hat halt „etwas zu verkaufen“. Dafür nimmt sich jeder interessierte Zuhörer gerne Zeit und ist bereit, wertvollen Gedanken zu folgen. Ich glaub, jeder kann das nachvollziehen. Der Mensch entscheidet emotional und begründet die Entscheidung nachträglich rational. Man darf im Vertrieb die Gremien nicht unterschätzen, die nur das Ergebnis der Entscheidung des Investors bewerten. Die künstliche Intelligenz hat keine eigenen Bedürfnisse, keine Kreativität für Wünsche. Laut Dr. Gerald Hüther fehlt ihr die Intentionalität. Ich finde diesen Hinweis wesentlich, weil aktuell viel darüber diskutiert wird, ob und gegebenfalls wie der Mensch im Wirtschaftsprozess oder generell als Mitglied einer Gesellschaft noch angebracht ist. Im Vertrieb von Investmentprodukten scheinbar nicht mehr als sogenannter “Prospekt Schubser“. Die Menge an quantitativen Informationen kann jeder an dem Prozess Beteiligten, perfekt individualisiert, von den persönlichen KI-Assistenten aufbereiten lassen. In nicht allzu ferner Zukunft wird dieser persönliche (Ro-)Bot die Aufgabe übernehmen, die Selektion der passenden Produkte mit dem Bot des Anbieters abzugleichen, bevor ein Gespräch stattfindet. Also scheint die absolute Transparenz des Angebots und der Nachfrage zukünftig zum Hygienestandart zu werden. Damit verändern sich die sogenannten Pull-Faktoren der Kaufentscheidung, da die Transparenz für Kontrollgremien jeder Art dazu führt, Gründe zu identifizieren, die zu der Entscheidung geführt haben. Das klingt nach Veränderung des Umfeldes. Vieles, was bisher gut funktioniert hat, wird zukünftig nicht mehr funktionieren. Wenn also das Vertriebsbudget transparent wird, Performance und Prozess ebenso, dann sind wir wieder bei der Emotion. Man muss als Mensch ein interessanter Gesprächspartner sein, weil man, nachdem die Bots auf beiden Seiten ihren Job erfolgreich erledigt haben, eine Gesprächsbasis hat, die für die Teilnehmer relevant sind. Das erreicht man nicht durch „Trainings und Coachings“. Um noch einmal mit Dieter Lange zu argumentieren: Jeder Mensch hat bestimmte Fähigkeiten, die ihn besonders machen. Vertriebler kann man nicht werden, Vertriebler muss man sein. Da bleibt nur noch die Aufforderung an alle Produzenten von Investmentvehikel: Es reicht nicht aus, wenn Dir Dein Produkt gefällt. Schon bei der Konzeption sollte man sich sehr darüber im Klaren sein, wofür es relevant ist, wer es brauchen soll und wie oft man es schon in dieser oder ähnlicher Form erwerben kann. Dann kann man versuchen dieses Produkt erfolgreich im Mark anzubieten. Durch Menschen, die auch persönlich „etwas zu verkaufen haben“. Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL Foto: Jürgen Büschges
„Die größten Anlagerisiken liegen nicht in der Wirtschaft, sondern im menschlichen Verhalten“ (Howard Marks). Stiftungen stehen heute vor einer doppelten Herausforderung: steigende operative Kosten auf der einen Seite und volatile Kapitalmärkte auf der anderen. Gleichzeitig wächst der Anspruch, gesellschaftliche Wirkung zu entfalten und langfristig handlungsfähig zu bleiben. Wie gelingt dieser Balanceakt zwischen Zweckorientierung, Risikomanagement und nachhaltiger Ertragskraft? Im Gespräch mit Stefan Sillmann, der seit Kurzem das Team des VIRIATO Family Office für Stiftungen im Bereich Investor Education & Relationship-Management (Executive Consultant) unterstützt, werfen wir einen differenzierten Blick auf die aktuellen Entwicklungen. Es geht um die Lehren aus der Zinswende, um Behavioral Finance als Entscheidungshelfer, um typische psychologische Muster in der Kapitalanlage – und um die Frage, wie Stiftungen auch in einem anspruchsvollen Umfeld ihre Rolle als „ruhige Hand“ behalten können, ohne in Untätigkeit zu verfallen. Ein Gespräch über Verantwortung, Struktur und die Kunst, emotionale Entscheidungen durch klare Prozesse zu ersetzen. Stefan Sillmann & John O’Donnell, VIRIATO FAMILY OFFICE für Stiftungen Hill: Herr Sillmann, viele Stiftungen blicken laut dem 15. Deutschen Stiftungsbarometer eher skeptisch in die Zukunft. Machen Ihnen diese Ergebnisse Sorgen? Sillmann: Sorgen vielleicht nicht, aber sie machen nachdenklich. Laut Umfrage konnten im vergangenen Jahr nur 18 Prozent der Stiftungen ihre geplanten Projekte nicht wie vorgesehen umsetzen – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Das ist keine positive Entwicklung für die Stiftungslandschaft. Hill: Worin sehen Sie die Hauptursachen für diese Entwicklung? Sillmann: Wir erleben Inflation, steigende Kosten bei Personal und Projekten. Gleichzeitig sind jedoch auch die Renditen in vielen Portfolios gestiegen – sowohl an den Aktienmärkten als auch im Rentenbereich. Das wird in der öffentlichen Wahrnehmung oft unterschätzt. Hill: Das heißt, die Erträge hätten eigentlich für viele Projekte reichen müssen? Sillmann: Das war zumindest unsere Erfahrung bei den Stiftungen, mit denen wir arbeiten. Voraussetzung war allerdings ein aktives Handeln. Als die Zinsen 2022 stark stiegen, waren viele Stiftungen noch im alten Anleihenmarkt investiert und scheuten Abschreibungen. Wir haben hier bewusst Umschichtungen vorgenommen – auch in Kauf von kurzfristigen Verlusten, um die Portfolios langfristig solide aufzustellen. Heute stehen viele Haushaltspläne wieder auf stabilen Beinen. Hill: Viele sprechen bei Stiftungen von der „ruhigen Hand“ in der Kapitalanlage. Gehen Umstrukturierungen trotzdem schnell genug? Sillmann: In besonderen Marktphasen ja. Die Zinswende 2022 war ein historisches Ereignis. In solchen Situationen muss man aktiv werden. Die „ruhige Hand“ ist wichtig, aber sie darf nicht zu Untätigkeit bei fundamentalen Veränderungen führen. Hill: Welche weiteren Erkenntnisse aus der Umfrage haben Sie besonders beschäftigt? Sillmann: Auffällig sind typische finanzpsychologische Muster. Viele Stiftungen planen, ihre Aktien- und ETF-Quoten nach starken Kursanstiegen zu erhöhen, während das Interesse an Anleihen sinkt – obwohl sich deren Rahmenbedingungen verbessert haben. Das ist klassisches „Chasing the Market“. Gleichzeitig wollen rund 30 Prozent ihre Diversifikation nicht verändern, obwohl sie höhere Erträge anstreben. Diese Widersprüche deuten auf Unsicherheit und Entscheidungshemmnisse hin. Hill: Sie sprechen Behavioral Finance an. Wo sehen Sie hier die größten Herausforderungen? Sillmann: Stiftungen tragen große Verantwortung, aber Kapitalanlage ist nicht ihr Kerngeschäft. Entscheidungen werden daher oft reaktiv getroffen – beeinflusst von Medien, Politik oder kurzfristigen Marktereignissen. Behavioral Finance hilft uns, diese Mechanismen sichtbar zu machen und Entscheidungsstrukturen zu schaffen, die emotionale Reflexe reduzieren. Das ist entscheidend für nachhaltige Stiftungsarbeit. Hill: Sie kennen John O’Donnell seit vielen Jahren. Welche Rolle spielt diese Verbindung für Ihre neue Aufgabe bei VIRIATO? Sillmann: Wir kennen uns aus früheren Stationen im Devisenhandel und aus unserer gemeinsamen Arbeit im Bereich Behavioral Finance. Als es darum ging, die Stiftungsaktivitäten von VIRIATO weiter auszubauen, haben wir wieder intensiv zusammengearbeitet. Mein Hintergrund in Business Development und Finanzpsychologie ergänzt die bestehende Expertise sehr gut. Hill: Wie verbinden Sie die Werteorientierung von Stiftungen mit den Anforderungen der Kapitalmärkte? Sillmann: Werte und Marktrealität schließen sich nicht aus. Wir entwickeln Strategien, die die individuellen Leitbilder der Stiftungen berücksichtigen und gleichzeitig Stabilität, Ausschüttungsfähigkeit und Risikomanagement sicherstellen. Das ist anspruchsvoll, aber unverzichtbar. Hill: Was motiviert Sie persönlich in diesem Arbeitsfeld besonders? Sillmann: Mich beeindruckt die Vielfalt und gesellschaftliche Relevanz der Stiftungsarbeit. Wenn wir dazu beitragen können, Stiftungen stabiler, handlungsfähiger und zukunftsfester zu machen, entsteht echter Mehrwert. Für mich ist das eine konsequente Weiterentwicklung meiner beruflichen Laufbahn. Hill: Vielen Dank für das Gespräch. www.viriato-family-office.de Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL Foto: Unsplash
„Reflexion“ Intellektuelle Neugier als Schlüssel „Das Wichtigste ist, nicht aufzuhören zu fragen.“ „Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.“ Albert Einsteins intellektuelle Neugier war eine treibende Kraft hinter seinen Leistungen. Sie förderte seine Vorstellungskraft, Kreativität und die Fähigkeit, auch unkonventionell zu denken. Die Freude am Schauen und Suchen war ihm wichtig. Hat intellektuelle Neugier auch am Finanzplatz Deutschland eine Bedeutung? (Finanzplatz-Akteure, Ökosysteme, Netzwerke und Initiativen = Banken, Versicherungen, Börse, Fonds, Fintechs, weitere Finanzdienstleister, Begleitung durch Wissenschaft, Ministerien, Bundesbank, Förderinstitute, Verbände, Kammern, Berater und Aufsichtsbehörden sowie branchenübergreifende Unternehmen.) Dieser Frage ist FINANZPLATZ DEUTSCHLAND in drei Beiträgen nachgegangen, die im Folgenden zusammen wiedergegeben werden. Der erste Teil befasst sich hier mit der ökonomischen Relevanz intellektueller Neugier. Weiter vertieft wird die intellektuelle Neugier als ökonomischer Schlüsselfaktor für Innovation, Transformation und Wettbewerbsfähigkeit. Anschließend folgt ein Beispiel: Warum die Grundsatzabteilung des Wirtschaftsministeriums für einen Ökonomen mit intellektueller Neigung ein „Place to be“ ist. Die ökonomische Relevanz intellektueller Neugier am Finanzplatz In einer Zeit tiefgreifender Transformationen gewinnen Fähigkeiten an Bedeutung, die über Fachwissen hinausgehen. Eine Schlüsselkompetenz ist die intellektuelle Neugier: die intrinsische Motivation, neue Informationen zu suchen, Wissen zu hinterfragen, Reflexion und Perspektiven zu erweitern. Doch trotz ihrer zentralen Rolle für Innovation, Anpassungsfähigkeit und lebenslanges Lernen ist sie unterbewertet. Intellektuelle Neugier beschreibt den Wunsch, Ungewissheiten zu beseitigen und kognitiv herausgefordert zu werden. Sie korreliert mit Offenheit für Erfahrungen – einem der „Big Five“ Persönlichkeitsmerkmale – und mit Lernfähigkeit, kreativem Denken und Problemlösungskompetenz. Diese Eigenschaften sind nicht nur individuell vorteilhaft, sondern besitzen hohe ökonomische Relevanz: Unternehmen, die auf Innovationsprozesse setzen, sind resilienter und anpassungsfähiger. Neugier fungiert als Motor für die Investition in Humankapital. Lebenslanges Lernen wird zur strategischen Notwendigkeit – sowohl für Individuen als auch für Organisationen. Neugier motiviert Menschen, sich weiterzubilden, selbstgesteuert Wissen aufzubauen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Sie ist damit der Antrieb zur Entwicklung von Kompetenzen, die in modernen Arbeitswelten gefragt sind: digitale Souveränität, interdisziplinäres Denken und kulturelle Anpassungsfähigkeit. Unternehmen erkennen zunehmend den Wert von Lernkulturen, in denen Exploration und Wissensaustausch gefördert werden. Hier geht es nicht nur um das Vermitteln von Fähigkeiten, sondern um die Etablierung einer Kultur, in der Fragen ebenso zählen wie Antworten. Besonders in Ökosystemen, in denen Innovationsprozesse kollaborativ verlaufen, ist die Fähigkeit, neue Informationen zu erschließen und Wissen zu teilen, ein Wettbewerbsvorteil. Auch individuell zeigt sich der ökonomische Nutzen. Menschen mit vielfältigen Bildungs- und Berufserfahrungen sind anpassungsfähiger, resilienter und erfolgreicher. Sie erschließen sich Chancen, weil sie bereit sind, Unbekanntes zu erkunden – durch Weiterbildung, Neuorientierung und Mobilität. Schließlich gewinnt Neugier gesellschaftspolitisch an Bedeutung: In Fragen der Digitalisierung und Gestaltung moderner Arbeitswelten ist sie eine unterschätzte Ressource. Wer neugierig bleibt, bleibt lernfähig – und trägt damit zur eigenen Entwicklung und zur Innovationskraft der Gesamtgesellschaft bei. Für die Finanzplatzstrategie sind die Stärkung der finanziellen Bildung und der Ausbau der intellektuellen Infrastruktur „ein Schlüssel, um Talente zu fördern und Innovationen voranzutreiben. Als Akteure am Finanzplatz können wir darauf einzahlen.“ Fazit Teil 1: Intellektuelle Neugier ist mehr als eine persönliche Eigenschaft – sie ist ein ökonomischer Erfolgsfaktor. Sie fördert individuelle Entwicklung, organisationales Lernen und gesellschaftlichen Fortschritt. Sie ist kein „weicher“ Wert, sondern als strategisches Potenzial zu begreifen und nachhaltig zu fördern. Intellektuelle Neugier als ökonomischer Schlüsselfaktor für Innovation, Transformation und Wettbewerbsfähigkeit In Anbetracht des technologischen Wandels, globaler Unsicherheiten und ökologischer Herausforderungen nehmen individuelle und organisationale Flexibilität zunehmend an Relevanz zu. Neben klassischen Produktionsfaktoren rückt ein oft unterschätzter Treiber ökonomischer Dynamik in den Fokus: die intellektuelle Neugier. Als Bereitschaft, sich mit Neuem, Komplexem oder Unbekanntem auseinanderzusetzen, fördert sie nicht nur individuelles Lernen und Wachsen, sondern entfaltet auch systemische Wirkung in Innovationsprozessen, Transformationsdynamiken und der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften. Intellektuelle Neugier und Innovation Innovation entsteht aus kognitiven Prozessen wie Problemerkennung, Lösungsorientierung, Hypothesenbildung und kreativem Denken. Studien zeigen, dass intellektuelle Neugier mit innovativem Verhalten korreliert. Neugierige Individuen sind eher bereit, bestehende Annahmen zu hinterfragen, interdisziplinäre Verbindungen herzustellen und unter Ungewissheit zu handeln – zentrale Voraussetzungen für Innovationen. Unternehmen mit einer ausgeprägter Lernkultur berichten über schnellere Weiterentwicklung, höhere F&E-Leistung und mehr Innovationen. Transformation und organisationale Resilienz In Transformationsprozessen – etwa im Zuge der Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder geopolitischer Verschiebungen – sind Offenheit für Neues und kognitive Flexibilität von entscheidender Bedeutung. Intellektuelle Neugier fungiert hier als psychologischer Hebel für Lernbereitschaft, Veränderungswillen und Selbstwirksamkeit. Organisationen, die diese Kompetenz fördern, zeigen sich resilienter und können Entwicklungen aktiver gestalten. Empirisch lässt sich ein Zusammenhang zwischen Organisationskultur, Mitarbeiterengagement und Innovationszyklen nachweisen. Ökonomische & politische Implikationen Ökonomisch betrachtet wirkt intellektuelle Neugier als immaterieller Produktionsfaktor mit hohem Multiplikatoreffekt. Auf Mikroebene stärkt sie die Innovationsfähigkeit von Unternehmen; auf Makroebene beeinflusst sie die Anpassungsgeschwindigkeit von Volkswirtschaften an technologische und gesellschaftliche Veränderungen. In einer wissensbasierten und vernetzten Wirtschaft ist sie somit nicht bloß eine „soft skill“, sondern ein strategischer Wettbewerbsfaktor. Die gezielte Förderung von Lernkultur, interdisziplinärem Denken und exploratives Arbeiten sollte Bestandteil zukunftsorientierter Politik sein. Fazit Teil 2 Intellektuelle Neugier ist mehr als eine persönliche Eigenschaft – sie ist eine ökonomisch relevante Ressource mit systemischer Wirkung. Ihre gezielte Förderung ist kein „nice to have“, sondern eine Voraussetzung für Wachstum, nachhaltige Innovationskraft, erfolgreiche Transformationen und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Gerade auch am Finanzplatz, z. B. bei der Begleitung technologieorientierter Startups und Fintechs. Warum die Grundsatzabteilung des Wirtschaftsministeriums für einen Ökonomen mit intellektueller Neugier ein „Place to be“ ist Für einen Ökonomen, der intellektuelle Neugier, vernetztes Denken und konzeptionelle Aufgaben schätzt, ist die Grundsatzabteilung „Wirtschaftspolitik“ des Wirtschaftsministeriums (GA) mehr als nur ein Arbeitsplatz – sie ist ein Ort, an dem Purpose, Analyse und zukunftsorientierte Gestaltung zusammenkommen. Der Autor hat viele Jahre hier gearbeitet, als Diplom-Betriebswirt mit Bankhintergrund und breitem wirtschaftlichem Erfahrungshorizont. Rückblickend kann er sagen: Ein guter Resonanzraum für differenziertes Denken und nachhaltige Wirkung. Austausch und Reflexion In der GA treffen wirtschaftspolitische, wissenschaftliche und praxisnahe Perspektiven aufeinander. Es geht nicht nur um das Tagesgeschäft, sondern um die Beratung zu langfristigen, evidenzbasierten und strategischen Weichenstellungen des Strukturwandels. Dafür sind ein offenes Mindset, Lösungsorientierung und Innovation gefragt. Interdisziplinäre Zusammenarbeit wird im Team gelebt. Hier finden Ökonomen ein Umfeld, in dem das Denken zählt – mehr als Hierarchie. Exzellenz durch Vielfalt und Vernetzung Die volkswirtschaftliche Perspektive und betriebswirtschaftliche …
Stiftungen sind viel mehr als ein steuerbegünstigtes Konstrukt – sie sind ein Stück gesellschaftliche Infrastruktur. Doch während Milliardenbeträge intergenerationell verwaltet werden, steht der Stiftungssektor unter Druck: Sichtbarkeit, Legitimation, Professionalisierung. Tobias Karow – Gründer von stiftungsmarktplatz.eu, Veranstalter von #sokoms (18.11. – 19.11.2025, Leipzig), #vtfds und langjähriger Beobachter der Stiftungslandschaft – spricht mit Markus Hill von FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE im Interview über das, was viele nur hinter vorgehaltener Hand diskutieren: Brauchen wir Stiftungen überhaupt noch? Und: Warum reden wir über „Zombiestiftungen“?Karow plädiert für mehr Mut und ein neues Selbstverständnis. Sein Credo: Stiftungen müssen ihr „Gelingen“ sichtbar machen. Kommunikation ist kein Nebenthema, sondern die Brücke zwischen Wirkung und Wahrnehmung. Digitalisierung, KI, Storytelling – das sind Werkzeuge, um Relevanz zu schaffen. Gleichzeitig fordert er: Stiftungsvermögen muss professioneller gemanagt werden. Hier können Family Offices als Vorbild dienen: bessere Asset Allocation, klarere Ziele, strategischere Auswahl von Asset Managern. Hill: Welche Themen stehen Ihrer Ansicht nach bei Stiftungen aktuell oben auf der Agenda? Karow: Also was ich derzeit beobachte, und was mich auch anfasst, ist sicherlich, dass der Stiftungssektor, „mein Sektor“, sich mit harten Fragen seine Existenz betreffend auseinandersetzen muss. Brauchen wir Stiftungen eigentlich? Reden wir von einem Stiftungssektor oder einem Stiftungssumpf? Sprechen wir bei einer großen Zahl von Stiftungen von „Zombiestiftungen“? Abgesehen davon, dass Deutschland seine Erfolgsbranchen nur zu gerne zerbröselt sieht, siehe Banken-, Energie- und Automobilsektor, ist dies letztlich ein Angriff auf unser Gemeinwesen an sich, denn Stiftungen gehören zur DNA des deutschen Gemeinwesens wie die schlechte Laune zum deutschen Frühstückstisch. Was ich verstehe ich, dass aus der geringen Aktivität mancher und der geringen Sichtbarkeit vieler Stiftungen abgeleitet wird, wir alle würden dem Stiftungssektor das Steuerprivileg umsonst vergeben, würden dafür nichts zurückbekommen. Und auch die Diskussion um effektiveres Geben speziell aus der Erbengenration kann ich nachvollziehen, was ich jedoch nicht verstehe ist, dass der Stiftungssektor mit einigen Ausnahmen weitestgehend schweigt. Genau da müssen wir ansetzen, wir müssen das Gelingen der Stiftungen und auch der Vereine sichtbar machen. Markus Hill FINANZPLATZ FRANKFURT & Tobias Karow, STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU Hill: Stiftungen & Kommunikation, Sokoms im November in Leipzig – welcher Gedanke steckt hinter der Veranstaltung? Karow: Wir möchten das kommunikative Gelingen voranbringen, dass eben jenes tagtägliche Gelingen von Stiftungen und Vereinen zeigt. Der Sektor muss inspiriert und informiert werden, es braucht den lebendigen Austausch rund um Stiftungskommunikation, digitale Werkzeuge für die Stiftungspraxis und KI, es muss sich hier Vieles in Stiftungen und im Sektor verändern- Daher gehen wir mit #sokoms25 auch nach Leipzig, meine Geburtsstadt, die nicht zuletzt ob der Geschehnisse im Herbst 1989 als Stadt für Veränderung steht. Stiftungskommunikation muss aus dem Regal auf den Schreibtisch der Stiftungsverantwortlichen, wenn jede Stiftung mehr über sich erzählt, ihr Gelingen in tolle Geschichten verpackt, dann wird der Sektor im öffentlichen Diskurs sichtbar, damit relevanter und niemand stellte dann noch die Frage nach der Legitimation. Aber das ist ein Schwungrad, das wir auch mit unserem #sokoms25 Festival in Bewegung bringen möchten. Hill: Welche Themen halten Sie an den beiden Tagen für besonders wichtig? Karow: Einmal natürlich Basishandwerk, was braucht es, um eine Geschichte toll lebendig und auf der Höhe der Zeit zu erzählen und zu verbreiten. Einem Redakteur heute einen handschriftlichen Brief zu schicken, mit der Bitte daraus einen Artikel zu machen, mit dem Hinweis, man sei verreist und könne keine weiteren Fragen beantworten, das funktioniert sicherlich von heute an nie mehr. Dabei haben Stiftungen und Vereine diese tollen Geschichten, eben jene Geschichten des Gelingens, welcher Sektor kann da schon so in die Vollen gehen. Das Thema KI in der Stiftungspraxis wird uns befassen, was ist es, was kann es, was muss ich damit ich es sauber einsetze, das werden die Kernfragen sein. Aber auch digitale Charaktere werden wir thematisieren, mit Inken Paland werden wir hier die Möglichkeiten diskutieren, denn diese sind bereits heute mannigfaltig. Aber auch Themen wie digitales Personalmanagement und digitaler Datenhaushalt einer Stiftung treiben uns um, eben der digitale Werkzeugkasten, den sich jede Stiftung, ob groß oder klein, zu Nutze machen kann. Da gibt es heute so viel, was Prozesse vereinfachen und damit verbessern kann, und Stiftungen würden hier in unseren Augen überproportional profitieren, so sie diese einsetzten. Hill: Wie sieht generell die Bedeutung der Digitalisierung in der Stiftungspraxis aus? Karow: Naja, digitale Stiftungspraxis beginnt heute und malt die Stiftungszukunft bunt aus. Heute wird eine Stiftung digital, morgen bleibt sie dafür bunt im Sinne von handlungsfähig. Für uns sind die 20er Jahre jetzt Jahre der Veränderung für den Sektor, Stiftungen werden nach 25 Jahren gemütlichen Booms, erstmals von innen UND außen herausgefordert. Ich finde das gut, die Frage ist, was der Sektor draus macht. Auf Veränderung kannst Du als Wagenburg reagieren, oder mit offenem Visier. Zwischen diesen Polen wird es sich entscheiden, der anstehende Generationswechsel in vielen Stiftung, die in den Sektor in den kommenden 15 Jahren einströmende Erbmasse und die Verschiebung der Vermögensstruktur des deutschen Stiftungssektor durch Fusionsdruck bei kleinen und Kleinststiftungen lassen mich vermuten, wie es am Ende ausgeht. Entscheidend ist, dass Stiftungen am Ende dieser Phase mit ihrem relevanten Gelingen ein vitaler Teil unseres Gemeinwesens sind, dass man ihre Aura und ihr Gewicht in unserer Gesellschaft spürt – und dass sich Fragen nach ihrer Existenz damit erübrigt haben. Und natürlich werden wir über unsere Umfrage „StiftungenDigital“ berichten sowie den #sokoms25 Award für vorbildhafte Stiftungskommunikation vergeben, Kathrin Succow und Birgit Hubner sind hier schon in den Startlöchern. Hill: Welche Themen stehen bei Ihnen in 2026 auf der Agenda? Karow: Neben #sokoms26, das wir am 3ten und 4ten November erneut ausrichten werden, steht mit dem #vtfds26 das zweite Festival am 16ten und 17ten Juni ante portas. Stiftungsvermögen machen viele Stiftungsverantwortliche nicht so gerne, das macht häufig irgendjemand einfach mit, aber was Du vorne nicht verdienst, kann du hinten nicht ausgeben. Das Stiftungen mitgegebene Vermögen muss gemanagt werden, es muss als Pool der Möglichkeiten für die Ausgabenseite gesehen werden. Beim #vtfds26 werden wir ebenfalls in Leipzig drüber sprechen, warum Stiftungsvermögen in vielen Stiftungen „anders muss“, was es braucht damit das passiert. Der #vtfds26 (www.vtfds.de) entwickelt sich vom TV-Format zum Festival, das freut uns natürlich sehr, aber es ist auch die …
„Zur Erkenntnis der Dinge braucht man nur zweierlei in Betracht zu ziehen, nämlich uns, die wir erkennen, und die Dinge selbst, die es zu erkennen gilt“ (René Descartes). Markus Hill sprach für FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE mit John O’Donnell, Gründer & Partner der VIRIATO GmbH, über die aktuellen Herausforderungen als Family Office für Stiftungen in den Bereichen Manager Selektion, Risikomanagement, Alternative Investments, Report und Controlling. Thema des Gespräches waren zudem die Bedeutung von Fondsboutiquen, „Asset Manager & Exit“, Business Judgement Rule sowie Rugby und Schriftstellertum. John O’Donnell, Gründer & Partner der VIRIATO GmbH Hill: Welche Bedeutung hat die Auswahl von Asset-Managern für Stiftungen bei Ihnen?O’Donnell: Neben unserer Kernkompetenz im Reporting und Controlling ist die Auswahl von Asset Managern ein zentrales Thema, bei dem wir unsere Kunden ebenfalls beraten. Es gibt viele Asset Manager, die Produkte anbieten, die angeblich für Stiftungen entwickelt wurden. Liest man die Fondsbeschreibungen, sieht man, dass sie alle Schlagworte wie „regelmäßige Dividende, diversifizierte langfristige Investition“ usw. verwenden, die Stiftungen gerne hören möchten. Allerdings finden wir, dass viele dieser Produkte nach dem Prinzip „One-size-fits-all“ arbeiten und die Strategie „Buy & Hold“ verfolgen, was bedeutet, dass es in Phasen, in denen der Markt fällt, kaum Risikomanagement gibt. Zudem haben viele Stiftungen in Deutschland in ihren Anlagerichtlinien eine Heimatmarktpräferenz (Home bias), die von den Asset Managern ebenfalls bedient wird, obwohl dies definitiv nicht im besten Interesse einer Stiftung ist. Ein gut aufgestelltes Portfolio muss geografische und Investment-Style-Diversifikation aufweisen. Wir achten auf solche Details, wenn wir eine Stiftung bei der Auswahl eines Asset-Managers beraten. Letztendlich sind die Stabilität, Erfolg und Fähigkeit der Stiftung, ihre Projekte zu unterstützen, davon abhängig. Hill: Welche Kriterien sind für Sie besonders wichtig?O’Donnell: Der Investmentprozess ist, meiner Meinung nach, der Schlüssel. Wir sprechen mit allen Managern, die wir unseren Kunden empfehlen. Zunächst beobachten wir die Performance des Fonds über einige Jahre, und während dieser Zeit führen wir regelmäßig Gespräche mit den Managern. Wir nehmen auch an Veranstaltungen teil, bei denen die Manager ihre Ansätze präsentieren. Wir möchten konsistente Botschaften hören, was zeigt, dass der Manager Vertrauen in seinen Ansatz hat. Für mich ist der Prozess etwas wichtiger als die Performance. Wenn ein klarer Prozess existiert, wird es sowohl für den Manager als auch für uns einfacher, diesen zu kommunizieren, nachzuverfolgen und zu bewerten. Es hat einen enormen Wert, zu wissen, was man von einem Fondsmanager erwarten kann. Zum Beispiel arbeiten wir mit einem Fondsmanager, der ein 50/50-Mandat hat. Er ist derzeit zu 80% in Anleihen investiert (was innerhalb des Mandats erlaubt ist). Aber er hat eine klare Sichtweise, die sich in seiner Positionierung zeigt. Das schätzen wir. Wir wissen, dass er den Aktienmarkt unterperformen wird, aber wir wissen auch, dass er eine diversifizierte Perspektive in den gesamten Portfolioaufbau einbringt. Er erzielt eine akzeptable Rendite, sodass der Kunde nicht unter seiner vorsichtigen Haltung leidet. Wenn er Chancen bei Aktien sieht, nimmt er Positionen ein.Hill: Spielen Fondsboutiquen bei der Asset-Manager-Auswahl eine besondere Rolle bei Ihnen?O’Donnell: Sie spielen keine große Rolle. Wir haben erfolgreich mit einem Start-up (Anleihenfonds für Sondersituationen) zusammengearbeitet. Wir kannten den Fondsmanager von seinem vorherigen Unternehmen und wussten, dass er besonders geschickt in seinem Investmentprozess war, weshalb wir ziemlich zuversichtlich waren, dass er mit seiner Boutique erfolgreich sein würde. Ansonsten haben wir eine gute Mischung aus großen, etablierten und bekannten Asset Managern und einigen kleineren. Für uns ist wichtig, ist, dass ein Asset Manager, Diversifikation in das Portfolio der Stiftung bringt und ein Thema oder einen Stil abdeckt, den es noch nicht hat. Dann ist es nicht wirklich wichtig, ob es eine Boutique ist oder nicht. Wir schauen uns die Manager genau an, es gibt sehr interessante Talente im In- und Ausland. Hill: Wie genau sieht der Prozess bei der Manager Selection bei Ihnen aus?O’Donnell: Wie bereits erwähnt, verfolgen wir die Manager über mehrere Jahre und führen regelmäßig Gespräche mit ihnen, bevor wir unseren Kunden empfehlen, in ihre Fonds zu investieren. Zusätzlich dazu filtern wir die Fonds selbst und verwenden ein Excel-Format, das wir entwickelt haben. Es ist keine Raketenwissenschaft und wahrscheinlich haben andere ähnliche Werkzeuge, aber wir möchten die Daten selbst sehen und uns nicht auf die Arbeit anderer verlassen. Wenn wir einen Fehler machen, wollen wir, dass es unser Fehler ist und nicht die Ausrede haben, zu sagen: „Es ist ihre Schuld, sie haben die falschen Daten verwendet“. Wir suchen nicht nach Fonds mit der besten Performance, sondern nach solchen, die die Volatilität innerhalb des Fonds in Zeiten, in denen der Markt fällt, steuern können. Das ist selten. Die Korrelation der meisten Aktien mit dem Benchmark steigt, wenn der Markt fällt, da alle gleichzeitig verkaufen. Daher ist es interessant, Manager zu finden, die diesen Rückgang aktiv kontrollieren. Markus Hill, Finanzplatz Frankfurt am Main Hill: Gibt es Kriterien im Stiftungsbereich, auf die Sie besonders achten müssen?O’Donnell: Abseits der Investitionsseite freuen wir uns immer, Asset Manager zu treffen, die Kenntnisse über die rechtlichen und steuerlichen Aspekte haben, innerhalb derer Stiftungen arbeiten müssen. Wir halten es für sehr wichtig, dass die Kostenstruktur offen und transparent ist. Viele Fonds wirken auf den ersten Blick relativ günstig, und Stiftungen investieren aus diesem Grund in sie, ohne die versteckten Kosten zu sehen, die dann die Performance schmälern. Natürlich ist ESG ein sehr wichtiges Thema. Viele unserer Kunden sind Landesstiftungen, und es gibt politische Aspekte, die bestimmte Investitionen nicht zulassen oder die einfach nicht im Sinne der Stiftung sind, selbst wenn es ein gutes Argument für die Investition gibt.Hill: Wie sehen Sie das Themenfeld „Asset Manager & Exit“ bei der Betreuung Ihrer Mandate?O’Donnell: Das gehört zum Job. Wir haben einige Wechsel vorgenommen, aber in diesen Fällen mussten wir Manager austauschen, die die Stiftungen vor unserer Zusammenarbeit ausgewählt hatten. Es gab einige Verhaltensaspekte, die zur Entscheidung führten. Natürlich sprechen wir mehrmals mit den Asset-Managern, bevor wir uns entscheiden, eine Beziehung zu beenden. Wir geben klare Hinweise auf die Elemente, die Probleme verursachten, sodass es keine Überraschung ist, wenn es so weit ist.Hill: Welche Rolle sollten Ihrer Meinung nach Alternative Investments bei Stiftungen spielen?O’Donnell: Das ist ein großes Thema! Es gibt bei unseren Landesstiftungen einen gewissen Kulturkonflikt zu diesem Thema. Zunächst einmal ist es ein sehr wichtiges Thema. Gut gewählte …
FINANZPLATZ FRANKFURT & RESEARCH: Studie „Alternative Investments, Immobilien & ESG“ Markus Hill sprach für FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE & FONDSBOUTIQUEN.DE mit Sebastian Thürmer (artis Institutional Capital Management GmbH) und Dr. Michael König (Primus Valor AG) über die Ergebnisse der Studie „Präferenzen institutioneller Anleger bei Immobilien und Alternative Investments 2025“. Zum einen wurden die allgemeinen Inhalte und Ergebnisse der Studie zu Immobilien, Alternative Investments und ESG erläutert (Immobilien, Infrastruktur, Erneuerbare Energien etc.), zum anderen wurde intensiver über das Thema Investments in Wohnimmobilien in Deutschland und Asset Allocation diskutiert. INSTITUTIONELLE INVESTOREN wurden auch in diesem Jahr bei dieser Befragung wieder zu folgenden Entwicklungen (Bereiche & Stichworte) befragt: Planung zum Ausbau der Immobilienquote, Nutzungsarten, Allokation, Regionen, Alternative Investments (AI)-Quoten, AI Segmente, Private Debt, Erneuerbare Energien, Infrastructure Equity, Private Equity, Attraktivität der Asset-Klassen, Bedeutung & Strategie „Nachhaltigkeit“, ESG – Leitfaden & Analyse, Impact Investing, energetische Sanierungsmaßnahmen bei Immobilien. INFORMATION: https://www.youtube.com/watch?v=UdTVvWW1SWw www.artis-icm.de (Sebastian Thürmer) www.primusvalor.com (Dr. Michael König) Rückfragen zur Studie (Zusammenfassung, Zusatzinformationen, PDF etc.): info@markus-hill.com Institutionelle Investoren erhalten die Studie kostenfrei. Bei Interesse an einer Teilnahme für die Studie in 2026 bitte einfach eine Nachricht an die oben angegebene Mail senden. Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL Foto: Finanzplatz Frankfurt
„Da ich immer wieder von Schweizer Fondsboutiquen gefragt werde, ob ein Markteintritt in Deutschland sinnvoll ist, habe ich mir gedacht: Wer könnte dazu besser Auskunft geben als Markus Hill von MH Services in Frankfurt? Er gilt als ausgewiesener Kenner der deutschen Fondslandschaft – mit einem exzellenten Netzwerk, grosser Marktübersicht und viel Erfahrung im Dialog mit Family Offices. Nicht umsonst wird er in der Branche gerne als «Mr. Family Office» bezeichnet. Mit seinen reichweitenstarken Kanälen zu den Finanzmärkten in Deutschland, der Schweiz, in Liechtenstein und Österreich ist Markus auch auf LinkedIn bestens vernetzt – ein weiterer guter Grund, warum wir sehr glücklich sind, ihn 2026 bei unseren Events in Zürich und St. Moritz erneut dabeizuhaben. Ich freue mich ausserdem jetzt schon auf unseren Kaffee im November in Frankfurt – und auf das obligatorische gemeinsame Foto. Thomas J. Caduff, CEO, Fundplat GmbH Caduff: Herr Hill, Sie kennen die Fondslandschaft im deutschsprachigen Raum wie kaum ein Zweiter – wenn in Zürich Katerstimmung herrscht: Wo sehen Sie aktuell noch Lichtblicke oder gar Grund zur Freude? Markus Hill, MH Services & Thomas Caduff, CEO, Fundplat GmbH Hill: Das Thema Fondsboutiquen ist ein «Dauerbrenner» auf Investorenseite, hier ist immer Langfristdenke angesagt. Fondsboutiquen haben ohnehin einen treuen Fankreis, dies gilt bei liquiden- und nicht-liquiden Ansätzen. Gegenwärtig beobachte ich stark die Diskussion im illiquiden Bereich (AIF etc.), hier positionieren sich zunehmend neue Adressen mit exzellenter Expertise aus dem DACH-Raum. Caduff: Viele Schweizer Fondsboutiquen wollen nach Deutschland – ich bin skeptisch, denn selbst deutsche Anbieter tun sich in der Schweiz schwer. Ist mein Pessimismus unbegründet? Hill: Nischenanbieter mit exzellenter Expertise und Track Record aus der Schweiz stossen auf Interesse. Markus Hill Es kommt auf die ersten Schritte an. Viele Dinge werden gerade bei Fondsboutiquen oft schon zu Beginn bei Markteintritt suboptimal «eingefädelt». Das führt oft dazu, dass das erste halbe Jahr des Eintritts auf dem falschen Gleis erfolgt. Nischenanbieter mit exzellenter Expertise und Track Record aus der Schweiz stossen auf Interesse. Wenn dann noch Added Value im Sinne von Research, Erreichbarkeit und «Fondsadvisor-als-Sparringpartner-Approach» angeboten werden, hat man oft den Fuss in der Tür für ein erstes Gespräch. Gerade Family Offices, nicht nur in Deutschland, schätzen diese Added-Value-Kombination auf der Anbieterseite. Caduff: Aktiv gemanagte ETFs sind in den USA ein Megatrend – viele Anbieter mit fast identischen Produkten jagen nun auch in Europa denselben Erfolg. Die Preise werden purzeln, der Wettbewerb zieht an. Ist das in Frankfurt ebenfalls das grosse Thema – oder bleibt’s bei Lippenbekenntnissen? Hill: Nein. Marketing, Sichtbarkeit, Kosten, Regulierung – alles Bereiche, wo aktive ETFs durchaus für sich punkten können. Kannibalisierung, MeToo-Effekt, Verwässerung des ETF-Gedankens etc. – auch hier sind noch nicht alle Diskussionen beendet. Auf jeden Fall lohnt es sich, dieses Segment auf dem Radar zu haben. Die Fragen stellte Thomas J. Caduff, CEO, Fundplat GmbH“ Link zum Original-Interview: https://fundplat.com/interview/fondsboutiquen-haben-ohnehin-einen-treuen-fankreis-dies-gilt-bei-liquiden-und-nicht-liquiden-ansaetzen/ Markus Hill ist seit Mitte 2005 unabhängiger Asset Management Consultant. Beruflicher Hintergrund sind u.a. Firmen wie SEB Bank (Marketing/Produktmanagement, Investment Banking) und Credit Suisse Asset Management (Vertrieb, Asset Management). Zu seinen Tätigkeitsfeldern gehören die Betreuung von Mandaten im Marketing-, PR-Bereich und Fondsselektion. Als ehemaliger Head of Sales Publikumsfonds bei einer Investmentboutique (Aktien und Renten) und in der externen Zusammenarbeit mit einem Dachfondsmanager stehen kleine- bis mittelgrosse Asset-Management-Firmen im Fokus seines Interesses. Zusätzlich beschäftigt er sich journalistisch mit den Themen Fondsboutiquen (fondsboutiquen.de) und Einsatz von Publikumsfonds bei Institutionellen sowie mit der Thematik Zielfondsauswahl bei Multi-Management-Ansätzen. Zusätzlich liegt ihm der Finanzplatz Frankfurt als Ort des Gedankenaustausches am Herzen (finanzplatz-frankfurt-main.de). Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL Foto: Pixabay Quelle: www.fundplat.com
„Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig“ (Albert Einstein).1. „In einer Zeit tiefgreifender Transformationen gewinnen Fähigkeiten an Bedeutung, die über Fachwissen hinausgehen. Eine Schlüsselkompetenz ist die intellektuelle Neugier: die intrinsische Motivation, neue Informationen zu suchen, Wissen zu hinterfragen, Reflexion & Perspektiven zu erweitern. Doch trotz ihrer zentralen Rolle für Innovation, Anpassungsfähigkeit & lebenslanges Lernen ist sie unterbewertet.Sie beschreibt den Wunsch, Ungewissheiten zu beseitigen & kognitiv herausgefordert zu werden. Sie korreliert mit Offenheit für Erfahrungen – einem der ‚Big Five‘ Persönlichkeitsmerkmale – & mit Lernfähigkeit, kreativem Denken & Problemlösungskompetenz. Diese Eigenschaften sind nicht nur individuell vorteilhaft, sondern besitzen hohe ökonomische Relevanz: Unternehmen, die auf Innovationsprozesse setzen, sind resilienter & anpassungsfähiger.“(Zitat – Beitrag von H.-Joachim Plessentin in FINANZPLATZ DEUTSCHLAND-Gruppe – vollständiger Beitrag: siehe Kommentarfeld)2. Der LinkedIn-Kanal „Finanzplatz Frankfurt am Main“ wurde im Oktober 2020 gestartet. Die Idee war, dass man noch mehr Freude an dem Themenkreis „Frankfurt, Kommerz, Kultur & MORE“ entwickeln könnte. Der Kanal ist von unserem Team freu kuratiert. (Transparenz: INDIREKTE Unterstützung durch diverse Partner der Asset Management-Industrie / Projektpartner etc. – „Kultur-Sponsoring“). Wir hoffen dass der Kanal zum Januar 2026 die 12.000-Follower-Grenze überschreitet & freuen uns darüber, dass die Unterstützer in den letzten Jahren aus ALLEN Gebieten kommen (Kommerz, Kultur, Politik, Hochschulen, Verbände etc.). Die Anregungen, Kontakte, Ideen & der Gedankenaustausch über die Plattform haben wir für uns immer als eine Bereicherung empfunden. Wir DANKEN (!) allen Unterstützern der Finanzplatz-Frankfurt-Community, die uns geholfen haben durch Teilen, Kommentieren und Liken von Beiträgen & für Einladungen zu interessanten Events, Hinweisen auf interessante Multiplikatoren in der RheinMainRegion. Input, Ideen und Anregungen zu dem oben genanntieten sind immer willkommen, gerade der Gedankenaustausch mit anderen Finanzplätzen der DACH-Region ist interessant:info@markus-hill.com(Unsere Webseite greift oft diese Themen ebenso auf).2026 wird es auch wieder einen interessanten LIVE-Gedankenaustausch zu diesen Themen bei „Finanzplatz Frankfurt am Main meets X“, wir freuen uns schon auf die Gespräche in dem Dorf mit Hochhäusern. Markus Hill3. Gruppe „Finanzplatz Frankfurt am Main:https://lnkd.in/edCXVyCrPS: Finanzplatz-Multiplikatoren & DACH-Region – wir werden „nach & nach“ Adressen im Kommentarfeld einfügen. LINK ZUM POSTING AUF LINKEDIN – Zusatzinformation im Kommentarfeld: LinkedIn LINK ZUM ARTIKEL IN DER GRUPPE „FINANZPLATZ DEUTSCHLAND“ – „Die ökonomische Relevanz intellektueller Neugier am Finanzplatz“: LinkedIn Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL Foto: Finanzplatz Frankfurt
„Wer langfristig denkt, kommt bei der Asset Allocation um Wohnimmobilien nicht herum“ Präferenzen institutioneller Investoren, Asseklasse Immobilien, „manage to green“ – Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Dr. Michael König, Primus Valor AG, über den deutschen Wohnungsmarkt und über wesentliche Parameter bei Investmententscheidungen in diesem Segment – Stichworte: Inflation, Regulierung & „Bauturbo“. Dr. Michael König, Primus Valor AG Hill: Vielen Dank nochmals für unsere gemeinsame Panel-Diskussion über die aktuellen Studienergebnisse von Sebastian Thürmer (Präferenzen institutioneller Investoren bei Immobilien und Alternative Investments). „Gewohnt wird immer“ ist ein Bonmot der Immobilienbranche. Trotzdem haben wir in den letzten 3 Jahre deutliche Verwerfungen am Markt gesehen. Wie passt dies zusammen?König: In der Tat stimmt hier beides. Immobilien gelten auf mittlere Frist als Stabilitätsanker, die natürliche Marktschwankungen ausgleichen können. Investitionen in Wohnimmobilien vermeiden zusätzliche Risiken, wie sie bei gewerblichen Immobilien immer wieder auftreten. Denken Sie beispielsweise an „Stranded Assets“ im Bereich Einzelhandel oder nicht mehr passende Büroflächen in peripheren Lagen. Wohnimmobilien werden unabhängig von konjunkturellen Herausforderungen gesucht, manche Statistiken zeigen bereits jetzt bis zu einer Million fehlenden Wohnungen in Deutschland.Hill: Das heißt, Sie gehen davon aus, dass die Wertentwicklung bei Wohnimmobilien wieder ansteigen wird?König: Absolut. Die Nachfrage nach Wohnraum ist hoch. Jeder der einmal versucht, eine neue Mietwohnung zu finden, kennt dieses Problem. Trotz aller politischen Versuche auf die Preisbildung einzuwirken, führt eine solche Überhangnachfrage zwangsläufig zu steigenden Preisen. So sind die Neuvertragsmieten die letzten fünf Jahre um durchschnittlich über 5% pro Jahr angestiegen. Für Vermieter bedeutet dies einen planbar steigenden Ertrag und über das Ertragswertverfahren auch die Erwartung auf wieder steigende Immobilienwerte in den nächsten Jahren. Wer langfristig denkt, kommt bei der Asset Allokation um Wohnimmobilien nicht herum.Hill: 5% pro Jahr nominal klingt ja nicht so viel, wenn man die Inflation berücksichtigt…König: Das Kiel Institut für Weltwirtschaft hat gerade erst evaluiert, dass der reale Anstieg der Mieten, also nach Abzug der Inflationsrate, in den letzten 10 Jahren bei über 13% gelegen hat. Welches andere Asset liefert einen real stetig steigenden Ertrag und schützt Vermögen damit vor den Folgen der Geldentwertung. Markus Hill Hill: Primus Valor nennt seine Fonds „ImmoChance Deutschland Renovation Plus“. Welche Bedeutung hat dieser längere Name?König: Mit dieser Formulierung wollen wir klar und transparent beschreiben, was wir tun. Wir investieren die Kundengelder in Bestandswohnimmobilien in Deutschland, die oftmals Möglichkeiten zur Optimierung eröffnen. Mit einer klaren Value-Add-Strategie identifizieren wir bereits vor Ankauf der Immobilien die Potentiale, beispielsweise im energetischen Bereich durch bessere Dämmung, neue Fenster oder Heizungsanlage. Dies nennen wir „Renovation Plus“. Mit solchen Maßnahmen sind erfahrungsgemäß bis über 50% Heizenergieeinsparung erreichbar. Eine klassische Win-Win-Win-Situation, da sowohl die Umwelt profitiert, die bestehenden Mieter geringere Heizkosten haben und der Fonds den Mietertrag marktunabhängig steigern kann. Diese Strategie ist Grundlage der Einstufung als Artikel 8 Fonds der EU-Offenlegungsverordnung.Hill: Man liest oft, dass energetische Sanierungen sehr teuer geworden wären. Wie sehen Sie dies?König: Vor allem durch die zunehmende Regulierung sind die Baukosten insgesamt in den letzten Jahren deutlich stärker gestiegen als die Inflationsrate. Dies führt derzeit – neben den höheren Zinskosten – dazu, dass immer weniger Neubau umgesetzt werden kann und sich der herrschende Wohnungsmangel nicht lösen kann. Hier wäre eine Entschlackung der Vorschriften wünschenswert. Wir sind bei Primus Valor über 10 Jahren aktiv bei der Sanierung von Wohnimmobilien, auch im energetischen Bereich. Neben umfassenden Erfahrungen profitieren wir dabei von langjährigen Partnern im Handwerk, die uns diese Maßnahmen kostengünstig und qualitativ umsetzen können. Dazu ein aktuelles Beispiel: Bei unseren jüngsten Ankäufen in Bayern planen wir für die nächsten Jahre zusätzliche Renovationskosten von durchschnittlich 12% bezogen auf den Ist-Kaufpreis. Vor allem die energetische Effizienz werden wir optimieren und die gut 70 Jahre alten Gebäude damit zukunftsfester aufstellen.Hill: Bisher hat Primus Valor ausschließlich Publikumsfonds aufgelegt. Jetzt erwägen Sie den Einstieg in den institutionellen Bereich. Was ist der Auslöser?König: Seit 2007 haben wir 13 Fonds für Privatkunden aufgelegt und davon bereits sechs mit einem durchschnittlichen Ergebnis von über 8% pro Jahr wieder aufgelöst. Als Marktführer im Bereich Value-Add-Wohnimmobilienfonds sprechen wir für Transaktionen auch viel mit institutionellen Investoren. Meist wollen die sich von älteren Objekten trennen, da man sich den Aufwand einer umfassenden Renovation nicht zumuten möchte. In vielen Gesprächen wurden wir gefragt, ob wir nicht auch einmal einen Fonds für institutionelle Anleger auflegen könnten, mit denen diese ganz gezielt diese „manage to green“ Strategie, die einen Beitrag zur CO2-Reduktion im Gebäudebereich leistet, umsetzen könnten. Daher prüfen wir derzeit, wie ein solches Konzept ergänzend zum Publikumsfonds passen könnte.Hill: Wir hatten mit „gewohnt wird immer“ begonnen. Die neue Regierung will jetzt den „Bauturbo“ zünden, um mehr Wohnungen zu schaffen. Kommt damit der Wohnungsmarkt perspektivisch unter Druck?König: Überhaupt nicht. Wir haben derzeit gut 43 Millionen Wohnungen in Deutschland und einen Mehrbedarf von bis zu einer Million. Selbst wenn der Turbo funktionieren würde, ist nicht absehbar, dass diese Lücke geschlossen werden könnte. Hierzu müssten über mehrere Jahre jeweils mehr als 320.000 Wohnungen gebaut werden, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung errechnet hat. Mit den bisher durchschnittlich 18.000 monatlich genehmigten Wohnungen im Jahr 2025, also grob 200.000 Wohnungen im Jahr, wird diese Lücke nicht zu schließen sein, sondern eher weiter wachsen. Daher bleibt eine vermietete Wohnimmobilie weiterhin der Stabilitätsanker für viele Investoren, mit durchaus attraktiven Renditen, wie unsere bereits aufgelösten Fonds zeigen.Hill: Ich danke Ihnen für das Gespräch. www.primusvalor.de Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL Foto: Pixabay Quelle: IPE D.A.CH
Standpunkt: Asset Management, Fondsboutiquen und ChatGPT – Trend „Siechtum Public Relations“ versus Chance für Networking? „Inmitten der Schwierigkeit liegt die Möglichkeit“ (Albert Einstein). Künstliche Intelligenz zur Unterstützung und Steuerung im Bereich Asset Management ist mittlerweile kaum wegzudenken. Noch immer wird hier geforscht, getestet und auch praktisch Portfolio Management betrieben. Im Bereich der Kommunikation (Fachjournalismus und PR) zeigen sich mittlerweile auch die ersten Anzeichen von konstruktiver Disruption (Effizienzsteigerung) – Schlagworte: ChatGPT, OpenAI, maschinelles Lernen, Bots. Welche interessanten Folgen könnten sich aus dieser aktuellen Entwicklung für die Kommunikation im Segment Asset Management ergeben? Markus Hill FachjournalismusDas Internet hat hier bereits in der Vergangenheit einen Prozess des professionellen „Siechtums“ eingeleitet. Ohne Wertung, eher mit Bedauern betrachtet: Verlage sind Wirtschaftsbetriebe mit angeschlossener Redaktion und unterliegen dem immer härter werdenden Druck, profitabel zu sein, das Modell „Gatekeeper“ ist nicht mehr aktuell. Disruption im Datensegment führt hier zu Atomisierung des Marktes und Steigerung der Wettbewerbsintensität – die Markteintrittshürde für neue Journalisten kann durch die aggressive Nutzung von ChatGPT zusätzlich gesenkt werden. Journalisten mit fachlicher Expertise und Netzwerk, die zudem in der Branche selbst als Center of Competence wahrgenommen werden, haben hier weit weniger zu befürchten als Neueinsteiger im Fachjournalismus. Für die Newcomer im Journalismus wird es womöglich schwieriger werden, hier ein eigenes Profil aufzubauen – wer hat am Schluss selbst den Text geschrieben und redigiert? Was ist Anteil der Maschine? Beispiel: Die Übersetzungs-Software DeepL und die Auswirkungen in der Übersetzerszene sind vielleicht Indikatoren für die Richtung der Entwicklung – nur Added Value wird am Schluss Preissetzungsmacht steigern – was ist der letzte Feinschliff, Muttersprachler-Faktor etc., der dem Auftraggeber wirklich Geld wert ist (Differenzierungsmerkmal: Fachexpertise)?Public Relations & FondsboutiquenAuch dieses Segment (PR-Agenturen) unterliegt einem extremen Wettbewerbsdruck, insbesondere bei Betrieben mit einem „ambitionierten“ Fixkostenblock. Warum kann es hier schwieriger werden? Die Kunden schauen mittlerweile genauer auf die fachliche Verankerung der Agenturen im Zielgruppensegment. Verfügt die Agentur selbst über eine Wahrnehmung in der Fach-Community? Unterschwellig wahrnehmbar bei Kunden ist die Agenda: „Liebe Agentur, wir wollen Brand Building betreiben, visibler werden – eigentlich erwarten wir aber durch das Publizieren mittelbar und unmittelbar Anfragen von Investoren für unsere Produkte“. Viele der Agenturen werden hier in Zukunft Schwierigkeiten haben, lediglich Klickzahlen (KPIs) zu liefern. Diese Klickzahlen lassen sich durch etwas Kreativität von Digital Natives („Juniors“) oft darstellen, doch worin besteht der wahrnehmbare Nutzen für den Unternehmer, der eigentlich fortwährend in der Kategorie Business Development denkt? Chancen ergeben sich hier für Agenturen, die zum Beispiel durch Veranstaltungsformate und Communities („Analog“, Internet, Social Media etc.) den „Prospects“ glaubhaft demonstrieren, dass hier nicht nur fortwährend PR-Mitteilungen „in die Breite geschossen werden“ (O-Ton von Fondsadvisor) – in der Hoffnung, dass die Meldung auf irgendeiner Webseite erscheint.Natürlich, das „Eine“ schließt das „Andere“ nicht aus – Grundrauschen und Wahrnehmung (Branding) durch Top-PR-Arbeit ist wichtig: Als Grundlage dafür, auf schnellere Weise in einen Dialog mit dem Kunden zu kommen. Die Agenturen, die hier sozusagen „spitz“ demonstrieren können, dass sie von der letztendlich relevanten Zielgruppe wahrgenommen werden, werden durch ChatGPT nicht wirklich bedroht. Im Gegenteil – Vorarbeiten (Research, First Draft etc.) gestalten sich leichter – in Kombination mit PR-Fachleuten ergeben sich hier weiterhin exzellente Aussichten. ChatGPT & more – eine Chance für Qualitätsführerschaft! Dialog & Information: FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – KANAL FINANZPLATZ FRANKFURT AM MAIN auf LINKEDIN – GRUPPE FONDSBOUTIQUEN auf LINKEDIN – KANAL Foto: Finanzplatz Frankfurt Quelle: IPE D.A.CH