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  • „Was wir heute tun, entscheidet darüber, wie die Welt morgen aussieht.“ (Marie von Ebner-Eschenbach) Der Familienunternehmer Florian Riedel, Krebs & Riedel Schleifscheibenfabrik, berichtet im Interview mit Markus Hill über die Themenfelder Impact Investing, Nachhaltigkeit und den Mehrgenerationenansatz. Auch die Gemeinsamkeiten aus Realwirtschaft und Finanzwirtschaft werden aus der Sichtweise des Familienunternehmers geschildert. Hill: Nachhaltigkeit wird in der Finanzbranche derzeit häufig mit „Impact Investing“ gleichgesetzt. Wie sieht das ein Familienunternehmer? Riedel: Impact Investing kann wichtige Akzente setzen, wird aber unsere Welt allein nicht retten. Das liegt schon in der Tatsache begründet, dass Impact Investing nur einen kleinen Teil der Assets, die CO2 emittieren, adressieren kann. Ein kleiner Ziegeleibetrieb in Indien oder ein Kohlekraftwerk im chinesischen Staatsbesitz kann nicht mit Kapitalmarktinstrumenten erreicht werden. Ich bin der Meinung, dass nur Eigentum zu einem pfleglichen Umgang mit der Umwelt, den Ressourcen, mit allem anregt. „Ownership Approach“ und „Skin in the game“ sind Schlagworte, die einem dabei möglicherweise einfallen. Der studierte Volkswirt, was wir ja beide sind, würde von der „Internalisierung externer Effekte“ sprechen. Am Ende geht es immer um das Gleiche: Handle so, als wäre es Dein Eigentum. Und wenn neben „Skin“ auch noch die eigene Gene im Spiel sind, zum Beispiel in Form der eigenen Nachkommen, wird es wirklich nachhaltig. Hill: Was ist das Besondere an einem Familienunternehmen? Riedel: Der Name sagt es eigentlich schon. Es ist der Familien- und Mehrgenerationenansatz. Mehrere Studien belegen, dass Familienunternehmen sehr großzügig in den Ausbau des Geschäfts und in Forschung und Entwicklung investieren, gerade weil der Investitionshorizont nicht nur bis zum Renteneintrittsalter reicht. Der Unternehmer, der sein Unternehmen so aufstellt, dass die folgende Generation es weiterführen kann und das als Kern seiner unternehmerischen Verantwortung begreift, handelt nachhaltig. Darüber hinaus muss er innovativ sein, damit er etwas zum Vererben hat. Bei ihm sind es nicht die Aktienoptionen, die man dem Manager als Anreiz zugesteht, damit er sich nicht wie ein Beamter, sondern wie ein Unternehmer verhält, sondern der Gedanke an die eigenen Kinder. Hill: Wo sehen Sie die Überschneidungen und Synergien zwischen der Finanzwirtschaft & Realwirtschaft? Riedel: Viele Familienunternehmer kennen die Finanzwirtschaft nur über die Hausbank bzw. als Geldanlage des Privatvermögens. Dann ist da der Investor, der das Familienunternehmen als mögliches Übernahmeziel sieht, vielleicht 5 Jahre noch mit dem Unternehmer in einer Minderheitsposition zusammenarbeitet und dann einen Exit macht. Für das Familienunternehmen bedeutet dieser Exit-Druck aber, dass es kein Familienunternehmen mehr ist, sobald klar ist, dass ein Verkauf in der mittleren Zukunft ansteht. Eine aktive Zusammenarbeit zwischen Finanzwirtschaft und Familienunternehmen könnte sehr fruchtbar sein, sofern die Limitierungen von Wunsch nach Kontrolle seitens der Unternehmerfamilie und der Mehrgenerationenaspekt hinreichend gewahrt bleiben. Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Florian Riedl ist Head of International Business, Sales and Finance bei Krebs & Riedel Schleifscheibenfabrik. Krebs & Riedel Schleifscheibenfabrik: www.krebs-riedel.de/ Verwandte Beiträge: Das Single Family Office Investmentkomitee (Gastbeitrag – Markus Schwingshackl, Centro LAW)„Family Office Management vs. Private Wealth Management“, Asset Management, Trusted Advisor, Kunst, Mittelstand & Digitalisierung (Interview – Dr. Maximilian A. Werkmüller, LL.M., Professor für Finance und Family Office Management – Allensbach Hochschule)Finanzplatz Liechtenstein, Family Offices, ESG, CAT Bonds, Kryptoassets, Immobilien und Mezzanine – Sommer, Wandern und der Liechtenstein Weg (Interview – David Gamper, LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband)

  • Als jemand, der seit über 20 Jahren als Investor und Fondsmanager im Rohstoffsektor tätig ist, kommt man kaum herum, dieses hier vorgestellte Buch „THE WORLD FOR SALE“ ((Javier Blas & Jack Farchy) zu lesen. Eigentlich wollte ich es nicht lesen, da man die übliche unqualifizierte Litanei von den bösen Kapitalisten und Ausbeutern im Rohstoffbereich erwarten konnte. Aber weit gefehlt. Das Buch liest sich wie ein Krimi und gibt einen spannenden Einblick in viele Hintergründe der globalen Konflikte und Krisen der letzten Dekaden Aufgrund der eigenen Tätigkeit und als Einwohner eines Kantons, in dem geschätzte 70% der weltweiten Metalle gehandelt werden, hat man doch einige der beschriebenen Minen und Gegenden selbst gesehen, mit CEOs, Betriebsleitern und Bergleuten bei einem Bier (oder zwei) Gespräche geführt. Ebenso gibt es die Geschichten vom Wirt des Stammlokals, wo gewisse Leute jeweils durch den Nebeneingang die Pizzeria betraten – aus Angst vor einem wiederholten Entführungsversuch von CIA / Mossad („Gerüchteküche“). Und in gewissen Jahren hatten Weltstars einen Auftritt im unbedeutenden Samstagabendprogramm des Schweizer Fernsehen. (Der Grund des Besuchs war der Auftritt am jährlichen Betriebsfest in einer Turnhalle in der Schweizer Provinz). Anbei einige „wilkürliche“ Betrachtungen, Gedankensplitter, Impressionen zum Inhalt des Buches, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Introduction – Impressionen – The last swashbucklers Benghazi 2011. Der libysche Bürgerkrieg ist im vollen Gange, den Rebellen geht jedoch der Treibstoff aus. Auf Bitte von den Quatari fliegt der CEO von Vitol ins Kriegsgebiet. Die Rebellen benötigen Cash. Theoretisch stellte es kein großes Problem dar. Vitol könnte den Treibstoff über das Mittelmeer zum Hafen von Benghazi liefern und erhielte im Gegenzug als Bezahlung Rohöl von den Ölfeldern welche die Rebellen kontrollierten – dies über eine Pipeline nach Tobruk, nahe der ägyptischen Grenze und weit entfernt vom Kriegsgebiet. Vitol war jedoch auch bereit als Bank für die Rebellen zu agieren. Ein übliches Vorgehen im Rohstoffhandel bei Kunden, welche knapp bei Kasse sind und später die Kredite in physischen Lieferungen tilgen können. Nach einem wohl guten Nachtessen mit dem Prime Minister at 10 Downing Street geschah es mit dem Einverständnis der Politik: Washington garantierte ein Sanktionsverzicht und erlaubte US-Firmen Libysches Öl von Vitol zu kaufen. Und natürlich gab es da auch eine Nato-Drohne. Zwar unterstütze London und Washington die Mission von Vitol, sie waren aber nicht bereit, im Ernstfall zu intervenieren. Bei der Landung mitten im Kriegsgebiet wusste Ian Taylor, dass er auf sich alleine gestellt wäre. Nach Vitols Intervention verschoben sich die Machtverhältnisse im Konflikt praktisch über Nacht. Die Verfügbarkeit von Treibstoff in den entlegenen Wüsten von Nordafrika war immer ein entscheidender Faktor im Krieg. Aus denselben Gründen scheiterte der Wüstenfuchs Rommel im 2. Weltkrieg. Autor: Urs Marti, Partner bei SIA Funds AG The pioneers Theodor Weisser begann zu zittern, als er sich 1954 der Sowjetischen Grenze näherte. Als Soldat geriet er in Kriegsgefangenschaft und die Erinnerungen an das Lager waren noch lebendig. Trotzdem war er entschlossen, seine in Hamburg begonnene Mission durchzubringen, Öl zu kaufen und nicht ohne ein Geschäft heimzukehren. Es dauert nicht lange, bis die sowjetische Bürokratie auf ihn aufmerksam wurde und ein Nachtessen mit Evgeny Gurov zustande kam. Als Chef von Soyuznefteexport kontrollierte dieser Mann den ganzen sowjetischen Ölhandel. Weisser’s Firma Mabanaft verkaufte Treibstoff in Westdeutschland, verlor Geld und brauchte Öl. Es war der Beginn einer langwährenden Geschäftsbeziehung. Weisser war ein Pionier. Nach Jahren der Depression, Krieg und Stagnation begann eine Ära von Prosperität und Wachstum. Überall öffneten sich Handelsrouten. Nationalismus und Protektionismus machten Platz für Freihandel und globale Märkte. In New York hatte Ludwig Jesselson ähnliche Visionen. Ein junger Metallhändler, der aus Nazi Deutschland geflüchtet war. Seine Firma Philipp Brothers würde es später mit den größten Banken von Wall Street aufnehmen und die globalen Rohstoffmärkte dominieren.In Minnesota würde ein Getreidehändler seine Firma Cargill zur größten privat gehaltenen US-Firma ausbauen. Die Geschichte des Rohstoffhandels geht zurück auf die Zeit als die Menschen zu siedeln begannen. Über Jahrhunderte konnte man die Kaufleute und deren Firmen wohl als fliegende Händler und Abenteurer bezeichnen. Man bereiste die Welt auf der Suche nach wertvollen Gütern um sie zu Hause zu verkaufen. Die größte Erfolgsgeschichte dieser Art war die East India Company, welche Indien über Dekaden kontrollierte. The Godfather of oil In den 70igern würde die OPEC den Ölmarkt und die Weltwirtschaft auf den Kopf stellen. Die Dominanz der Seven Sisters (Standard Oil Jersey, Shell, Anglo-Persian oil (BP), Standard Oil New York, Standard Oil California, Gulf, Texaco) endete, Rohöl wurde ein handelbares Gut und die Macht verschob sich zu den Händlern. Ein junger Händler bei Philipp Brothers erkannte diese Entwicklung, die Weisser vor ihm erkannt hatte. Sein Name war Marc Rich. The last bank in town In den frühen 80igern war Jamaica faktisch bankrott. Bald konnte man kein Öl mehr kaufen und die Erinnerungen an die Aufstände aufgrund der Ölkrise in den 70er Jahren waren noch allgegenwärtig. Niemand war mehr bereit dem Land die Kreditlinien zu erhöhen. Marc Rich & Co hatten bedeutende Investitionen auf der Insel. Jamaica war einer der größten Bauxit- und Alumina-Produzenten der Welt. Übers Wochenende, 24 Stunden bevor Jamaica das Öl ausging, organisierte Rich 300000 Barrels zur Löschung in Kingston. Ein Tanker auf dem Weg zur US-Ostküste legte einen Zwischenstopp ein. Vorher wurde nicht einmal ein Vertrag unterschrieben. Die Regierung von Jamaica würde diesen „Gefallen“ nie vergessen und die Insel würde ein Profitquelle für Dekaden werden. (Weitere lesenswerte Kapitel, Titel:  Paper Barrels, The Fall of Marc Rich, The Biggest Closing-Down Sale in History, Communism with Capitalist Influences, Big Bang, Petrodollars and Kleptocrats, Destination Africa, Hunger and Profit, The Billionaire Factory, Merchants) Neben zahlreichen weiteren Beispielen wird auch die Entstehung und Wachstum einiger Firmen wie Glencore, Trafigura, Guvnor, Vitol, Cargill beschrieben. In einer Bar in Moskau in den 80igern spielten zwei polnische Musiker Gitarre und Piano. Die zwei hatten ein kleines Geschäft, aktiv im Handel von Weißwaren. Bei einem Besuch in einer entlegenen Ölstadt in Sibirien (wahrscheinlich Surgut) erhielten sie den Vorschlag eines Kunden: „Wollen sie nicht in den Ölhandel einsteigen?“. Die beiden besaßen eine Exportlizenz, ein knappes Gut damals. Eigentlich wollten sie nicht in dieses Segment, da

  • VERANSTALTUNGSHINWEIS „SUSTAINIBILITY CONGRESS 2021“ 1. Kommt nach dem „E“ nun das „S“? (2.9.2021, 9.30 Uhr) Warum lag der Fokus nachhaltiger Investments zu Beginn so stark auf dem Klima- und Umweltschutz? Und was lässt soziale Aspekte nun stärker in den Vordergrund rücken? Auf welche sozialen Parameter achtet man und wie misst und bewertet man sie im Zuge seiner Anlageentscheidungen? Wie weit ist die Soziale Taxonomie der EU? Wir sprechen nicht nur, aber auch über Arbeitsbedingungen, Stakeholder-Relations, den Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung, sowie Gender- und Biodiversität. Moderation: Paul Barthels (DRESCHER & CIE AG) Panelisten: Rainer Unterstaller (ACATIS Fair Value Investment AG), Raha Anssari (Ampega Investment GmbH), Eric Pedersen (Nordea Asset Management), Martina Macpherson (ODDO BHF AM), Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl (Universität Augsburg), Prof. Dr. Konrad Ott (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel) Information / Anmeldung: Kommt nach dem „E“ nun das „S“? 2. Zielkonflikte nachhaltiger Fonds (3.9.2021, 12.45 Uhr) Wie bringen Vermögensverwalter die unterschiedlichen Vorstellungen von Nachhaltigkeit Ihrer Kunden auf einen gemeinsamen Nenner? Gilt tatsächlich der Grundsatz je strenger die ESG Kriterien desto besser? Sollte man die größten CO2 Emittenten wirklich kategorisch ausschließen? Haben Nestle, Newmont oder Zementhersteller einen Platz in ESG Fonds? Die Vorstellungen von ESG sind so facettenreich wie die Menschen selbst. Wir möchten einige der wichtigsten Zielkonflikte aufzeigen und ESG Strategien präsentieren, die diesen Rechnung tragen. Referent: Stefan Rehder (Value Intelligence Advisors GmbH) Information / Anmeldung: Zielkonflikte nachhaltiger Fonds www.ampega.de / www.via-value.de SUSTAINIBILITY CONGRESS 2021 (30.8. – 10.9.2021): „An 10 Event-Tagen warten insgesamt 12 Diskussionsrunden und 28 Workshops auf Sie! Freuen Sie sich auf ein umfassendes und spannendes Programm, begleitet von einer Riege namhafter ExpertInnen. Melden Sie sich jetzt für die Programmpunkte Ihrer Wahl an und seien Sie live dabei!“ www.sustainibility-congress.com Value Investing, „Wert versus Preis“ und die Bedeutung von Family Offices als Investoren (Interview & Webinar, 7.5.2020 – Stefan Rehder)Fondskonzepte, Fondsselektion, Marketing und ESG (Daniel Knoerr – Interview)

  • „Gute Beziehungen schaden nur dem, der keine hat“ Luxemburg ist bekannt als Hub für Business, Fortschritt und Innovation. Es zeichnet sich nicht nur durch seine außergewöhnlich starken politischen, kulturellen und geschäftlichen Beziehungen zu den Nachbarländern aus, sondern auch durch ein hohes Maß an Internationalität. Auf Grund seiner wirtschaftlichen Stabilität wurde Luxemburg auch in diesem Jahr als weltweit einziges Großherzogtum erneut mit einem AAA-Rating von Moody’s ausgezeichnet. Aber nicht nur die ökonomischen Rahmenbedingungen machen das „Ländchen“ als Standort für national sowie international agierende Unternehmen so attraktiv. Es ist vor allen Dingen der einfache Zugang zu einem breiten und vielfältigen Netzwerk, dass für den Unternehmenserfolg unerlässlich ist. Wer hier sein Business aufbaut, profitiert nicht nur von kurzen Wegen, sondern auch von zahlreichen Initiativen und Events, die für alle zugänglich sind. Um auch während der Pandemie neue Kontakte zu knüpfen und Business Möglichkeiten auszuloten, wurden – neben den zahlreichen physischen Events – auch verschiedenste digitale Veranstaltungskonzepte ins Leben gerufen. Ein perfekter Nährboden für Netzwerker. Doch wo fängt man an? Welche Organisationen beschäftigen sich mit den für mich relevanten Themen und wo finde ich die entsprechenden Events? Nachfolgend geben wir einen kurzen Überblick – vom Finanzsektor bis zur Startup Szene. Finanzbranche Luxemburg ist nicht nur weltweit der Finanzplatz mit dem höchsten Grad an Internationalisierung, sondern auch der größte Fondsstandort in Europa. Organisationen wie der Fondsverband ALFI (Association of the Luxembourg Fund Industry) und die Agentur zur Förderung des Finanzplatzes Luxembourg for Finance bieten zahlreiche Events, um den Austausch innerhalb der Branche zu fördern und leisten einen enormen Wissenstransfer. Dabei bündelt LuxFLAG, der Label Verband für nachhaltige Finanzprodukte, alle wichtigen Infos zum Thema Sustainable Finance im Großherzogtum. Mittlerweile sind dort über 125 Banken aus über 25 Ländern ansässig und auch die Anzahl der FinTechs steigt kontinuierlich. Sie begünstigen den Transfer von Knowhow und tragen mit ihren Produktideen dazu bei, den steigenden Bedarf der Banken an Innovation und Digitalisierung zu decken. Das LHoFT (Luxembourg House of Financial Technology) als zentraler FinTech Hub fördert die enge Zusammenarbeit von Finanz-, Technologieinstituten und FinTechs, um innovative Lösungen, Ressourcen sowie die richtigen Ansprechpartner zusammen zu bringen. Das LHoFT ist außerdem Schnittstelle zu Venture Capital Firmen, Investoren, Finanzdienstleistern und Verbänden, um die gegenseitigen Interessen zu vertreten und Partner mit gleichen Ambitionen zusammen zu bringen. Hier geht’s zur aktuellen Eventübersicht. Die Autorin: Sonja Becker, Sales & Business Development Manager bei Zortify Startup Szene Die Luxemburger Startup Szene bietet neben den FinTechs noch viel mehr. Das Ökosystem floriert mit über 350 Startups in den Bereichen ICT, Raumfahrt, FinTech, HealthTech, CleanTech und Cybersecurity. Insgesamt gibt es über 15 Inkubatoren, Acceleratoren und Innovationshubs. Das House of Startups (HoST) vereint neben dem LHoFT auch den Luxembourg-City Incubator (LCI) unter einem Dach und ist eine Initiative der luxemburgischen Handelskammer. Förderprogramme wie Fit4Start stellen jährlich die vielversprechendsten Startups und ihre Ideen vor und verschaffen Banken, Business Angels und Venture Capital Investoren einen guten Einblick in die florierende Gründerszene. 2021 ging die neue Plattform Startup Luxembourg live. Sie bündelt alle wichtigen News rund um das dynamische Ökosystem. Das Portal ist eine öffentliche Initiative des Wirtschaftsministeriums und Luxinnovation, der nationalen Innovationsagentur. Es bringt die wichtigsten Akteure zusammen, angefangen von Gründer:innen über Unternehmen bis hin zu Investor:innen. Internationalisierung – Luxemburg baut Brücken Das Networking findet nicht nur lokal statt, sondern auch über die Ländergrenzen hinaus. Gerade in Zeiten der Pandemie ist es umso wichtiger, die Geschäftsbeziehungen im Ausland aufzubauen und zu pflegen. Das umfangreiche Programm der Chambre de Commerce (z.B. Go International oder GET2Know Your Neighbours) bietet eine optimale Möglichkeit, auch digital und remote neue Märkte zu erschließen und Kontakte zu knüpfen. Verschiedene Business Clubs in den umgrenzenden Nachbarländern Deutschland, Belgien und Frankreich geben die Möglichkeit, einen Blick über die Ländergrenze hinaus zu werfen. Die Wirtschaftsclubs fördern den Erfahrungs- und Interessensaustausch der Unternehmen aus verschiedenen Geschäftsbereichen. Wem die EU noch nicht weit genug ist, der kann z.B.  von der ausgezeichneten und langjährigen Beziehung von Luxemburg und China profitieren. Neben den oben genannten Organisationen, fördert auch CHINALUX die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern. Diese Initiative bringt Menschen mit unterschiedlichem sprachlichem und kulturellem Hintergrund zusammen und schafft ein gemeinsames Verständnis – die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Hier geht’s zur Eventübersicht. „Kein Mensch ist eine Insel“… (John Donne) … und das gilt nicht nur im Privatleben, sondern auch im Business. Niemand kann allein erfolgreich sein. Es sind die Menschen, die uns auf unserem Weg dorthin begleiten, prägen, inspirieren, fördern und/oder motivieren. Der Erfahrungsaustausch mit unterschiedlichen Personen aus verschiedenen Bereichen bringt nicht nur eine willkommene Abwechslung zum Arbeitsalltag, sondern bietet auch frische Ideen und hilft dabei, Themen von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten. Authentizität ist der Schlüssel zum Erfolg. Dabei gilt: Netzwerken ist keine Einbahnstraße und funktioniert immer in zwei Richtungen. Let’s make it happen. Sonja Becker ist Sales & Business Development Manager bei Zortify, ein Luxemburger Tech Unternehmen, das innovative KI-basierte Produktlösungen für eine bessere Entscheidungsfindung im HR und Investment entwickelt. Zuvor war sie bei Hauck & Aufhäuser im Business Development tätig und verfügt über 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen Vertriebsunterstützung, Neukundenakquise, Corporate Communication und Projekt- und Eventkoordination.  Zortify: www.zortify.com Verwandte Beiträge: „Für die Fondsbranche ist Frankfurt anders als Luxemburg der Standort schlechthin für Produktentwicklung, Fondsmanagement und Vertrieb“ (Interview – Thomas Richter)Family Offices, Fonds­initia­toren und der Faktor „Brennende Leiden­schaft“ (Interview – Markus Hill, Thomas Caduff)Kommentar: Family Offices und Fondsboutiquen – ESG, Kryptowährung und die Rolle von Kapitalverwaltungsgesellschaften als Inkubatoren (Markus Hill) Quelle: LinkedIn Foto: www.istock.com/sabinoparente

  • Im Gegensatz zu institutionellen Akteuren haben nicht alle Family Offices ein Investmentkomitee. Die individuelle Anlagestrategie hingegen ist das Herzstück eines Single Family Offices, um die Ausrichtung auf den Vermögenszweck der Familie sicherzustellen. Letztlich müssen die finanziellen Ziele die Werte und den Vermögenszweck der Familie im Rahmen der Family Office Governance kohärent ergänzen. Da eine Strategie nur so gut ist wie ihre Ausführung, beleuchtet dieser Beitrag den Prozess der Gründung eines Family Office Investmentkomitees. Wie bei Anlagestrategien sollte man auch hier nicht Standardansätzen folgen. Es empfiehlt sich ein massgeschneidertes System, das auf die individuellen Bedürfnisse des Single Family Offices eingeht. Die wesentliche Grundlage und der Fahrplan des Investmentkomitees ist die Anlagestrategie. Diese definiert den Zweck und die Ziele, Standards, Prozesse, Überprüfungs- und Berichtsverfahren sowie Praktiken zur Behebung von Performance Missverhältnissen. Was ist ein Family Office Investmentkomitee? Die Antwort kann kurz gehalten werden, da dies für einige wahrscheinlich schon zum Basiswissen gehört: Das Family Office Investmentkomitee ist der Hüter des Familienvermögens und führt die Anlagestrategie im besten Interesse der Familie aus und setzt sie um, wobei es Interessenkonflikte vermeidet und handhabt. Es überwacht die Anlageoptionen zur Diversifikation und zum Risikomanagement in einem umsichtigen und disziplinierten Anlageprozess. Der Autor: Markus Schwingshackl, Rechtsanwaltskanzlei Centro LAW Brauchen Single Family Offices ein Investmentkomitee? Dies ist die wichtigste Frage, die man sich stellen muss. Mit einer soliden und präzisen Anlagestrategie kann die Ausführung, Überwachung und Kontrolle vollständig an externe Dienstleister ausgelagert werden, da interne Strukturen einen speziellen Rahmen erfordern, der mit Kosten verbunden ist. Unabhängige Dienstleister, die keine Zugehörigkeit zu Vermögens- und Investmentmanagern haben, bieten kosteneffiziente Lösungen, die die Funktionen des Family Office Investmentkomitees replizieren und Interessenkonflikte vermeiden. Neben der Unabhängigkeit sollte man hier gezielt auf den Auswahlprozess der Investmentmanager und die Qualität der Berichterstattung achten. Regelmäßige Berichte liefern der Familie und dem Family Office die erforderlichen objektiven, operativen und finanziellen Informationen, um die Ergebnisse im Lichte der Ziele der Anlagestrategie zu bewerten. Diese Daten sollten zu klaren Erkenntnissen zu Kosten, Performance und Strategieabgleich über alle Anlageklassen und Investmentmanager hinweg führen. Je nach Komplexitätsgrad der Strategie kann das Outsourcing Modell die Kontrolle und die Grundlage für fundierte Entscheidungen zu attraktiven Kosten bieten. Angenommen ein Single Family Office verfügt über spezifische Kompetenz in einer Anlageklasse, z.B. alternative Anlagen, und die Anlagestrategie ist aufgrund der besonderen Ausrichtung auf die Anlageklasse ausgesprochen komplex. In diesem Fall ist ein komplettes Outsourcing möglicherweise nicht die ideale Lösung, um solche Nischenanforderungen zu bewältigen. Stattdessen kann man ein Governance Modell in Erwägung ziehen, das in das Family Office eingebettet ist, aber eine Mischung aus internen und externen Investmentkomitee Mitgliedern vorsieht. Schließlich kann das Investmentkomitee nur aus internen Mitgliedern bestehen, wobei die anspruchsvollste Option ein Fondsmodell ist, bei dem eine juristische Person das Vermögen im Rahmen einer institutionellen Governance verwaltet. Dieser erste Teil des Prozesses erfordert eine detaillierte Analyse der Lücken, die mit dem Investmentkomitee zu schließen sind, und eine Beurteilung der Kosten und Vorteile der möglichen Lösungen. Das Ergebnis der Analyse kann Defizite bei der Investitionsauswahl, dem Monitoring, der Kontinuität der Funktionen oder dem Risikomanagement aufzeigen. Basierend auf diesen Erkenntnissen kann das geeignete Investmentkomitee Modell definiert werden, um die Ziele der Anlagestrategie umzusetzen. Die Rolle des Single Family Office Investmentkomitees Bei allen potenziellen Modellen gilt es hier, ein Hauptprinzip zu beachten: Das Investmentkomitee ist kein Investmentmanager, sondern interpretiert, steuert und überwacht konsequent die Umsetzung der Anlagestrategie. Damit stellt es die Diversifikation des gesamten Portfolios innerhalb der vorgegebenen Risiko- und Ertragsparameter sicher. Seine Kernaufgabe ist die Auswahl der Investmentmanager und Berater sowie die Durchführung aller notwendigen Kontrollen und Überprüfungen der Strategieausrichtung, der Performance und der Kosten. Nur eine strikte Trennung von Investment Management und Aufsicht ermöglicht eine disziplinierte, langfristige Strategieumsetzung. Wenn das Investmentmanagement zu einem gewissen Grad intern durchgeführt wird, sollte man diesen Teil wie alle anderen externen anlagebezogenen Dienstleistungen behandeln, um die Kongruenz der gesamten Anlageoptionen beurteilen zu können. Da eine Family Office Strategie die Werte, die Vision und den Vermögenszweck der Familie widerspiegeln sollte, muss das Investmentkomitee bei seinen anlagebezogenen Entscheidungen und Bewertungen, die Ziele und die Vision der Strategie mit konsistenten Risikoparametern in einem diversifizierten Portfolio in Einklang bringen. Das zugrundeliegende Management des Investitionsprozesses beinhaltet eine regelmäßige Bewertung der Investitionsstrategie und eventuelle Empfehlungen zur Anpassung der Risiko- und Ertragsvorgaben. Der Governance Rahmen des Investmentkomitees wird auf die Bedürfnisse des Family Offices und die Komplexität und Grösse des verwalteten Vermögens zugeschnitten. Es gibt zwar keine Standardanzahl für Mitglieder, eine ungerade Anzahl ist allerding für die Entscheidungsfindung hilfreich. Es kann stimmberechtigte und nicht stimmberechtigte sowie permanente und gelegentliche Mitglieder geben. Neben den Rollen und dem erwarteten Verhalten sollten die Mitglieder des Komitees klare Richtlinien für den Entscheidungsprozess und die Dokumentationsanforderungen haben. Für die Auswahl und Überwachung der Investmentmanager sollten die Leistungsparameter und Ziele bereits in der Anlagestrategie definiert worden sein. Der Governance Rahmen legt den Schwerpunkt auf die Aufgaben und Prozesse des Investmentkomitees. Er ist dabei vergleichbar mit einem Verhaltenskodex, der Loyalität, Objektivität und Handeln im besten Interesse der Familie, angemessene Kosten, Überwachung und Kontrolle, Vermeidung und Handhabung von Interessenkonflikten sowie das Verhindern von ungesetzlichen oder verbotenen Transaktionen sicherstellt. Richtlinien regeln dann den Prozess und das Vorgehen, einschließlich formaler Anforderungen für die Auswahl, Überwachung und Kontrolle der Investmentmanager. Typische Fallstricke In der praktischen Umsetzung der Governance lassen sich häufig zwei typische Fallstricke beobachten: Dominanz der Familie und formale Überlastung. Ein Investmentkomitee benötigt die delegierte Autorität, um die Anlagestrategie umzusetzen. Obwohl die Familie ein aktives Interesse an den Aktivitäten des Komitees haben soll und muss, kann es heikel sein, wenn Familienmitglieder formale Rollen einnehmen. Dies kann die Objektivität der anderen Mitglieder des Komitees beeinträchtigen und sogar die potenzielle Haftung verwässern, wenn die Dinge schief laufen sollten. CEOs von Single Family Offices sind oft eine solide Alternative mit Investment Fähigkeiten, um ein solches Mandat auszuführen und die Vertretung der Familie sicherzustellen. Sollte man die Teilnahme eines Familienmitglieds für unerlässlich halten, könnte eine Mitgliedschaft ohne Stimmrecht das Problem lösen. Der Governance Rahmen sollte prägnant und klar sein, mit Richtlinien und Prozessen, die es dem Investmentkomitee ermöglichen, seine Ziele und Pflichten zu erfüllen, anstatt die Ausführung übermässig

  • Europa im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen machen es sich bei der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft nicht leicht. So allgemein akzeptiert die Nachhaltigkeitsziele der UN, so sehr die Worte Ecological – Social – Governance (kurz: ESG) in aller Munde sind, so weit auseinander gehen die Haltungen und Handlungen, wie diese erreicht werden sollen. Insbesondere in Deutschland ist der Wille immens, die gesteckten Ziele in allen Bereichen und auf die bestmögliche Weise zu erfüllen – technischer Fortschritt soll egalitär, demokratisch und datenschutzkonform sein; die Energiewende die Umwelt schützen, ohne das Wirtschaftswachstum zu gefährden. Zielkonflikte und Grenzen, an die wir so zwangsläufig stoßen, versuchen wir mit viel (technischem) Know-how und noch mehr Kapitaleinsatz zu lösen und zu überwinden. Im Bereich der Digitalisierung und ihrer dahinterliegenden Infrastruktur wird die Ambivalenz noch deutlicher. Einerseits ist diese ein Schlüsselbaustein für ESG: sei es der Ersatz der Dienstreise durch ein virtuelles Meeting, der Online-Zugang zu Bildungszwecken auf dem Land oder die im Internet frei zugänglichen Informationen zum Handeln der öffentlichen Hand – um nur drei Beispiele zu nennen. Auf der anderen Seite verbraucht Digitalisierung große Mengen an Ressourcen, sei es Strom für Rechenzentren oder Seltene Erden für Batterien und Geräte. Auch setzt sie neue Hürden in sozialer und beruflicher Teilhabe und steht durch die Datensammlung und -analyse, vor allem durch (amerikanische) Großkonzerne, in der Kritik. AUTOR: Michael Jakobi, LL.M. ist Berater und Projektmanager im Bereich digitale Innovation & Infrastruktur bei der contagi Digital Impact Group – www.contagi.ch Die „Lösung“ dieses Spannungsverhältnisses läuft leider oft auf Stillstand hinaus – regulatorische Anforderungen verprellen Investoren, NIMBY (Not in my Backyard) Proteste verhindern oder verzögern kritische Projekte und Prozesse werden „aus Datenschutzgründen“ nicht digitalisiert. Das damit am Ende weder dem Klima noch der Gesellschaft geholfen ist, scheint zweitrangig zu sein. Gerade in Frankfurt, einer Stadt, die sich von der Banken- zur Daten-Hauptstadt der EU entwickelt (hat), zeigt sich die Herausforderung in der Praxis: so befindet sich die Stadt am Main, trotz fraglos vorhandenem Kapital, Know-how und Infrastruktur, weder auf Smart City Level (Hamburg) noch bei den Start-ups (Berlin/ Rhein-Ruhr/ München) an der bundesdeutschen, geschweige denn europäischen Spitze. Auch mit der Rolle als (weltweit größter) Internetknoten und bedeutender Rechenzentrumsstandort hadert die Stadt – schwierige Energieversorgung, ungenutzte Abwärme, verdrängtes Gewerbe – um nur einige Kritikpunkte zu nennen. Die neue Regierungskoalition im Stadtparlament ist bestrebt, durch eine Digitalisierungsstrategie auf der einen und regulatorische Anforderungen auf der anderen Seite Abhilfe zu schaffen und nimmt dabei die Betreiber der Rechenzentren in die Pflicht, z.B. beim Thema Abwärme. Hier gibt es mit dem neuen Telehouse Datacenter in der Kleyerstraße auch schon einen Piloten, bei dem in Zusammenarbeit mit der Mainova Rechenzentrums-Abwärme ein Neubaugebiet beheizen soll. Dieses – sehr positive – Beispiel ist jedoch keine Patentlösung, sind die Bedingungen an anderen Standorten doch weit weniger optimal, von der Wirtschaftlichkeit bei der Umrüstung bestehender Infrastrukturen ganz zu schweigen. Von daher wird sich auch Frankfurt der Herausforderung stellen müssen, ganzheitliche Konzepte in Sachen Digitalisierung und digitaler Infrastruktur zu entwickeln – auf Basis fundierter Daten und unter Einbeziehung nicht nur der Rechenzentren, sondern auch einer Vielzahl anderer Stakeholder vom Start-up bis zum Hyperscaler (AWS, Google, Microsoft & Co). Das sich diese Akteure in Frankfurt und im gesamten Rhein-Main Gebiet auf geografisch engstem und doch international vernetztem Raum befinden, ist dabei eine wichtige Komponente, die menschlich wie technisch Vorteile bringt. Während also Unternehmensserver mit niedriger Latenz Daten austauschen und Großrechner den Einsatz künstlicher Intelligenz ermöglichen, können menschliche Entscheidungsträger und Spezialisten physisch zusammenkommen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Das die Thematik in den nächsten Jahren an Komplexität und Bedeutung verliert, glaubt niemand. Im Gegenteil, vor dem Hintergrund schwindender Ressourcen und fortschreitendem Klimawandel, sozialer Ungleichheit und politischen Spannungen, benötigen wir die Digitalisierung mehr denn je – für mehr Effizienz und soziale Teilhabe, schlankere Verwaltung und schnellere Prozesse im Allgemeinen. Der nun endlich in vollem Gange befindliche Glasfaserausbau, zusammen mit 5G und seinen Möglichkeiten, vorhandenen Ansätzen wie IoT, KI, M2M usw. zum Durchbruch zu verhelfen, sind hier wichtige Bausteine, ebenso wie Clouds und Applikationen. Zusammenfassend lässt sich feststellen: Erst wenn man Rechenzentren und die dort laufenden Applikationen als Teil eines komplexen Ökosystems, als Teil des gesellschaftlichen Wandels und der Energiewende betrachtet und deutlich mehr Akteure einbindet, kann das Versprechen einer „ESG – positiven“ Digitalisierung eingelöst werden. Ob in Frankfurt, in Deutschland oder Europa, ergibt sich so die historische Chance, digitalen Wandel menschen- und klimafreundlich, frei und demokratisch zu gestalten. AUTOR: Michael Jakobi, LL.M. ist Berater und Projektmanager im Bereich digitale Innovation & Infrastruktur bei der contagi Digital Impact Group – www.contagi.ch Quelle: LinkedIn ZUSATZINFORMATION / QUELLEN: Bitkom Smart City RankingBorderstep/ eco, Hintemann/ Hinterholzer RECHENZENTREN IN EUROPA – CHANCEN FÜR EINE NACHHALTIGE DIGITALISIERUNGBundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, BreitbandatlasDatacenter-Insider zu „Grünen“ RechenzentrenDigitalstrategie Frankfurt a.M.Internetknotenpunkt Frankfurt – DE-CIXKoalitionsvertrag Frankfurt a.M. 2021-2026Mainova zu RZ Abwärmenutzung Telehouse FrankfurtPwC, Deutscher Start up MonitorUnited Nations – Sustainable Development – The 17 Goals Digitalisierung & „Asset-Klasse Rechenzentren“ – Immobilien, REITs und ESG (Gastbeitrag – Michael Jakobi, contagi Digital Impact Group) Quelle: www.finanzplatz-frankfurt-main.de Foto: www.istock.com/jotily

  • Wagner & Florack bietet mit seinem Unternehmerfonds Zugang zu „robusten Gewinnmaschinen“, die stark und verlässlich wachsen, selbst in Krisenzeiten! Tresides setzt ohne Indexvorgaben auf dividenden- und wachstumsstarke Unternehmen, um sowohl von steigenden Aktienkursen als auch von laufenden Erträgen zu profitieren. Long Term Value evaluiert Qualitätsunternehmen mit attraktiven Bewertungsparametern und nachweislich hoher Managementqualität für werthaltige, profitable Investments.   www.ampega.de Dividenden, Value versus Growth, Stiftungen und „Asia 2030“ (Interview – Bernd Maisch, TRESIDES)Quant & ESG – Singularitätentheorie, Fondsselektion, Seed Money & „Spiegel des Licht“ (Dr. Oliver Klehn, Interview & Literaturhinweis)Künstliche Intelligenz, Asset Management 4.0 & Hockey (Harald Schnorrenberg, GET Capital)Value Investing, Aristoteles, Fondsselektion & Ownership Approach (Interview & Webinar, 23.4.2020 – Dominikus Wagner) Foto: www.iStock.com/querbeet

  • In der deutschen Literatur der Romantik, die um das Jahr 1800 beginnt und sich in ihren Ausläufern bis weit ins 19. Jahrhundert hinein parallel zu anderen kulturgeschichtlichen Strömungen erstreckt, wird erstmals in nennenswertem Umfang der Themenkomplex Ökonomie und Vermögen diskutiert. Zuvor hatten Diskurse über die Bedeutung und Funktion von Reichtum und Vermögen und die Darstellung ökonomischen Wissens wenig bis keinen Raum. Dies verändert sich in der deutschen Romantik, in der unter anderem die Antithese von Kunst und Ökonomie aufgeworfen wird. Exemplarisch lassen sich die Funktionen von monetärem Reichtum und Fragen von Wirtschaft und Wohlstand an drei beispielhaften Texten von Joseph von Eichendorff, Ludwig Tieck und Richard Wagner zeigen. Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts Joseph von Eichendorffs Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts gehört zu den bekanntesten und wertvollsten Texten der deutschen Romantik. Der Taugenichts ist der eher arbeitsscheue Sohn eines Müllers, der hinaus in die Welt geschickt wird. Er fällt als Romantiker und (Lebens-)Künstler auf, der optimistisch und mutig in die Zukunft blickt, das Leben wander- und abenteuerlustig auf sich zukommen lässt und am Ende trotzdem sein Glück findet. Diese Haltung hat er mit anderen Figuren der Romantik gemein und strebt dabei nach Individualität und Freiheit und distanziert sich von den vorgegebenen Verhaltensmustern der arbeitenden bürgerlichen Gesellschaft. Er versucht seine ‚romantische‘ Haltung im Alltag umzusetzen und sich von den Fesseln einer auf Erwerbsstreben, Ökonomisierung und Absicherung eines bürgerlichen Lebensstils konzentrierten Gesellschaft zu lösen (vgl. Peters, 2020, 106). Zwar träumt der Taugenichts von einer bürgerlichen Existenz, „Geld zu sparen wie die anderen, und es mit der Zeit gewiß zu etwas Großem in der Welt zu bringen“ (Eichendorff, 2007, S. 469), jedoch taugt seine charakterliche Disposition nicht dazu. Der Taugenichts offenbart eklatante Schwächen im Umgang mit Zahlen und der ihm anvertrauten Verantwortung; mangelnde kaufmännische beziehungsweise ökonomische Kompetenz erschweren ihm den dauerhaften Eintritt in die bürgerliche Erwerbswelt. Seine romantische Grundhaltung steht im völligen Gegensatz zu den Erwartungen und Ansprüchen der sich ökonomisierenden Gesellschaft, ökonomisches Wissen lässt sich nicht mit dem Charakter des Romantikers vereinbaren. Welchen Funktionen werden also ökonomischem Besitz und Wissen zugesprochen? Zunächst erscheint es als ausgemacht, dass diese Eigenschaften als originär für die bürgerliche Sphäre angesehen werden. Der Taugenichts als ausgemachter romantischer Charakter scheint selbst mit den einfachsten Berechnungen überfordert, weil er sich allzu leicht von den Zahlen ablenken lässt. Diesen spricht er gänzlich andere Eigenschaften zu, als sie mathematisch-kaufmännisch haben. Aus den Zeichen für bestimmte Werte und ökonomische Größen werden ulkige Symbole und Personifizierungen, um die Sache erträglich zu gestalten. Ihren ursprünglichen Sinn haben sie völlig eingebüßt, ihre Bedeutung für ökonomische und kaufmännische Vorgänge wird völlig genommen. Die Entökonomisierung der Zahlen steht für die romantische Grundhaltung des Taugenichts und dessen Unmöglichkeit, sich in der bürgerlichen Welt zurecht zu finden. Der Umgang mit Zahlen und Besitz wird als unvereinbar mit der romantischen Lebensart empfunden. Ludwig Tieck: Der Runenberg In Der Runenberg (1812) von Eichendorffs Zeitgenossen Ludwig Tieck wird ein junger Mann durch fremdes Gold verdorben und verfällt dem Wahnsinn und Verfolgungswahn. Zunächst gelingt der Hauptfigur Christian alles in der Geldanlage (ökonomische Kompetenz!), die Familie wird reich und angesehen. Aber Christian gerät zunehmend in einen negativen Strudel. Er spricht „irre, vorzüglich des Nachts, er träume schwer, gehe oft im Schlafe lange in der Stube herum, ohne es zu wissen, und erzähle wunderbare Dinge“, spricht immer von dem „Fremden“ und traut sich nicht mehr auf Feld und in den Garten hinaus. Christians einzige Sorge ist, dass der Fremde, der ihm das Gold hinterlassen hat, sein Geld zurückfordern könnte, und auf der Suche nach mehr Reichtum verschwindet Christian im titelgebenden Runenberg. Zwar kommt er später noch einmal zurück, aber nach dem letzten Abschied verliert sich seine Spur. Seine Familie und das Vermögen gehen daran zugrunde. Der Runenberg ist unter wirtschaftspsychologischen beziehungsweise wirtschaftspsychiatrischen Gesichtspunkten sehr interessant. Wie Othmar Hill (2011, S. 182) schreibt: „Es heißt: Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Wir wissen aber aus der Glücksforschung, dass dem gar nicht so ist. Viele unter uns verwechseln in dieser Frage Ursache und Wirkung. Wer Geld besitzt, verliert keinesfalls seine Existenzängste, sondern umgekehrt: Wer Ängste akkumuliert, dessen Lebensgier steigert sich und er/sie verlangt nach immer mehr Geld. Dieses beruhigt nicht, weil Geld keine therapeutische Wirkung hat, sondern nur als Symptom-Pflaster wirkt. Aus diesem Blickwinkel kann es schlicht und einfach nicht stimmen, dass ein Mangel an Geld die Ursache für all unser Unglück sein soll.“ Man findet diese Einschätzung bei Ludwig Tieck im Runenberg wieder. Aus dem Erwerb des Goldes erwachsen große Verlustängste, sodass Christian nach immer mehr Gold strebt, um diesen Sorgen zu begegnen. Dass dies nicht gelingt, sondern Held und Familie in den Untergang führt, zeigt das Märchen eindrücklich. Christian erscheint als pathologischer Fall, der an seiner „Lebensgier“ (Hill, 2011, S. 189) völlig untergeht! Die Funktion des Geldes ist also die der psychologischen Erschütterung. Tieck macht das neu erworbene Gold zur Ursache allen Übels, das eine freundliche, kleinbürgerliche Familie in ihren Grundfesten erschüttert und nach einer kurzen Phase an der gesellschaftlichen Spitze in den Abgrund führt. Vermögen hat keine positive Rolle, es verspricht kein Glück, sondern ist der Katalysator des Schlechten, denn aus dem eigentlich romantischen Charakter Christians wird ein völlig gebrochener, aber vom Gold bis zuletzt berauschter. Die romantische Lebenswelt wird durch das erworbene Vermögen völlig aus den Fugen gehoben. Wie im Taugenichts ist materieller Besitz der Widerspruch schlechthin zum romantischen Ideal. Der Autor: Prof. Dr. Patrick Peters Richard Wagners Tetralogie Ring des Nibelungen verbindet die mittelalterliche Nibelungensage mit der nordischen Mythensammlung Edda und hat die Nibelungensage zum deutschen Nationalepos gemacht. Im ersten Teil Das Rheingold eröffnet Wagner den Diskurs über die korrumpierende Macht des Reichtums: Der Ring des Nibelungen ist Teil eines legendären Schatzes, der nur Unheil und Verderben für alle Beteiligten mit sich bringt und letztlich die gesamte Handlung bestimmt. Die Gold-Thematik beeinflusst alle handelnden Personen in Das Rheingold direkt oder indirekt. Die Rheintöchter Wellgunde, Woglinde und Floßhild bewachen das legendäre Rheingold. Sie weisen den Zwerg Alberich ab, der um sie wirbt, sodass Alberich der Liebe abschwört und mit dem Rheingold einen Ring zur Unterwerfung der Welt

  • Finanzplatz Liechtenstein – Asset Management, Fondsauflage und der Liechtenstein Weg. Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit David Gamper, LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband, über Themen wie Diversifikation, Digitalisierung, ESG, Family Offices, Kryptoassets, CAT Bonds, Immobilien und Mezzanine-Finanzierungen. Interessant waren zusätzlich die Informationen zu Innovationskraft und Rating des Standortes, abgerundet wurde das Gespräch durch einen interessanten Hinweis zu Liechtenstein, Ernährung und Wandern. Hill: In welchen Assetklassen werden in Liechtenstein derzeit besonders viele Fonds aufgelegt? Gamper: Im Gegensatz zu den Domizilen Luxemburg und Irland, wo die grossen Asset Manager dominieren, ist der Fondsplatz Liechtenstein auf Private Label Fonds spezialisiert. Das gesamte Ökosystem ist darauf ausgerichtet und auch beim Verband ist es das Hauptthema. Ganz typisch dafür ist, dass es keine besonderen Schwerpunkte gibt, sondern die Assetklassen sehr breit gestreut sind. Es ist eben ein Standort für Boutiquenfonds. Eines ist allerdings sehr auffällig, es werden viele nachhaltige Fonds aufgelegt. Immer mehr Fondsinitiatoren legen Wert darauf, dass Ihre Produkte als sogenannte hellgrüne (Art. 8 Offenlegungsverordnung) oder dunkelgrüne Produkte (Art. 9 Offenlegungsverordnung) eingestuft werden. Es wird immer deutlicher erkennbar, dass Nachhaltigkeit keine Nische mehr ist, sondern Mainstream. Das ist gut für die heimische Fondsbranche, denn Liechtenstein ist aus meiner Sicht in Bezug auf Nachhaltigkeit schon relativ weit fortgeschritten. Ich denke da z.B. an den Vermögensmanager-Test der FUCHS | RICHTER Prüfinstanz im letzten Jahr, oder die führende Stellung des Landes bei der Solarenergie und Bio-Anbaufläche sowie die vielen nachhaltigen Projekte. David Gamper, Geschäftsführer des LAFV Liechtensteinischer Anlagefondsverband Hill: Wodurch erklären Sie sich diese breite Diversifizierung bei den Assetklassen? Gamper: Ausgangspunkt für die breite Diversifizierung bei den Assetklassen ist das breitgefächerte Know-how. Es gibt in Liechtenstein sehr viele Family Offices und Stiftungen, die sich seit Jahrzehnten mit der Verwaltung und Strukturierung der verschiedensten Assetklassen auf allen Kontinenten beschäftigen. Dieses Wissen ist natürlich auch in den anderen Finanzsektoren und bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) vorhanden. Dazu kommt, dass man sich auch mit neuen Assetklassen beschäftigt, wenn das vom Kunden gewünscht wird. Das gilt sowohl für die Marktteilnehmer als auch für den Regulator. Gerade individuelle Lösungen sind eine Stärke des Finanzplatzes. Als Beispiel seien hier nur die Kryptoassets genannt. Immerhin wurde der erste Fonds dieser Art vor über drei Jahren in Liechtenstein gegründet und es gibt schon ein sehr gut ausgebildetes Ökosystem für diese Fondskategorie. Es gibt auch bereits Fondsanteile auf Tokenbasis.Auch bei anderen Assetklassen, die eher Randthemen sind, aber oft eine niedrige Korrelation zu den traditionellen Anlageprodukten haben, sind viele Fondsinitiatoren erstaunt, mit welchem Fachwissen an gewisse Themen herangegangen wird, weil die Erfahrung bereits vorhanden ist.Ein markantes Merkmal Liechtensteins ist generell die liberale Grundeinstellung. Auch bei der FMA ist man im Gegensatz zu der restriktiven Einstellung anderer Länder offen für Neues, aber verbunden mit der notwendigen Sorgfalt. Ein Fondsinitiator hat es einmal folgendermassen ausgedrückt: «Liechtenstein als Fondsstandort ist aus unserer Sicht sehr innovationsfreudig, gleichzeitig aber sehr solide aufgestellt. Diese Kombination haben wir gesucht.»Die Kombination aus Innovation, Erfahrung und liberaler Einstellung führt dazu, dass hier auch Fondsprojekte umgesetzt werden, die nicht alltäglich sind. Dazu gehören unter anderem Kryptoassets und Trendfolgestrategien auf Kryptoassets, CAT Bonds, Physische Edelmetalle sowie Mezzanine-Finanzierungen. Letztere stellen eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital dar und dienen als Eigenkapitalersatz für Immobilienentwickler. Setzt dieser neben seinem Eigenkapital auch Mezzanin-Kapital ein, so kann er seinen Eigenkapitaleinsatz reduzieren und mit den freiwerdenden Mitteln weitere Projekte finanzieren. Hill: Welche anderen Themen beschäftigen den Verband derzeit? Gamper: Eine möglichst kurze Time to Market ist eine zunehmende Anforderung von Fondsinitiatoren und gleichzeitig eine der grössten Stärken des Fondsdomizils Liechtenstein. Kürzlich hat mir ein Fondsinitiator mitgeteilt, bei ihm hätte der ganze Prozess vom Erstkontakt bei der Fondsgesellschaft, bis zum zugelassenen Fonds, einen Monat gedauert. Das ist schon extrem schnell, da hat die Fondsgesellschaft mit Höchstgeschwindigkeit gearbeitet, was sicher nicht immer möglich ist. Aber nichtsdestotrotz ist die Time to Market in Liechtenstein für einen regulierten Fonds sogar kürzer als bei unregulierten Fonds in anderen Jurisdiktionen. Allerdings arbeiten wir auch laufend an der Optimierung der Prozesse.Als Verband informieren wir über den Finanz- und Fondsplatz Liechtenstein. Für den Herbst planen wir mit den Bankenverband und dem Verein unabhängiger Vermögensverwalter Roundtable Gespräche in Düsseldorf und München. Neben den Möglichkeiten am Finanzplatz informieren wir immer wieder darüber, dass Liechtenstein europäisches Recht und somit auch Fondsrecht übernimmt, bezüglich Steuerkonformität und Transparenz seit 2015 die gleiche Einstufung wie Deutschland hat und die FMA Liechtenstein Vollmitglied in den europäischen Aufsichtsbehörden ist. Fakten, die oftmals noch nicht bekannt sind. Nächstes Jahr ist dann, sofern es die Lage zulässt, ein grösseres Event in Frankfurt geplant.Immer aktuell ist das Thema Steuern. So haben wir kürzlich ein Steuerinformationsblatt für deutsche, österreichische und Schweizer Anleger in liechtensteinische Fonds erstellen lassen.Wir investieren auch in die Weiterbildung im Fondssektor. Die Schwerpunkte liegen derzeit im Bereich von Nachhaltigkeit und Compliance. Neben der Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung war die Einhaltung internationaler Sanktionen Thema der letzten Workshops. Gerade der letzte Punkt ist im Fondsbereich viel tiefgründiger als es auf den ersten Blick zu sein scheint.Wir sind gerade in der Startphase eines Digitalisierungsprojektes, um die Datenlieferung und Datenaufbereitung für unsere Fonds zu optimieren. Einer der Gründe ist die steigende Nachfrage von Datenprovidern, da das Interesse an liechtensteinischen Fonds zunimmt. In Liechtenstein haben wir die einmalige Situation, dass der Interessenverband per gesetzlichem Auftrag, das offizielle Publikationsorgan ist. Somit findet man alle relevanten Informationen über die hier ansässigen Fonds auf der Webseite des LAFV. Hill: Jenseits der Fondsbranche – gibt es andere Felder, bei denen sich in Liechtenstein viele interessante Dinge entwickeln? Gamper: Einer der aktivsten Bereiche ist wohl die Blockchain Technologie. Liechtenstein hat (ja) als erstes Land umfassende gesetzliche Regelungen und damit Rechtssicherheit geschaffen. Das zieht Unternehmen und Dienstleister an, die sich mit dem Thema beschäftigen. Die Stabstelle für Finanzplatzinnovation (SFI) der Regierung organisiert regelmässig das Blockchain & Innovation Circle (BIC). In den derzeit virtuellen Vorträgen werden nicht nur neueste Entwicklungen vorgestellt, sondern auch Themen wie Steuerliche Behandlung, Sorgfaltspflichten und Rechtsvorschriften. Die Uni Liechtenstein organisiert die Veranstaltungsreihe Blockchain in Finance und bietet einen Zertifikatsstudiengang Blockchain und FinTech an.Ganz aktuell hat die internationale Ratingagentur S&P Global in ihrem Research Update vom 31. Mai 2021 das liechtensteinische

  • “Las Vegas is busy every day, so we know that not everyone is rational.” – Charles Ellis Eine Frage, die uns herumtreibt seit es Börsen gibt, ist das Zustandekommen der Entscheidungen am Kapitalmarkt. Der Rationalismus brachte einige unserer zentralen Größen hervor und stellt eine zentrale Strömung der Philosophie dar. Vereinfacht betrachtet soll der Mensch sich zur Entscheidungsfindung seines Verstandes bedienen und somit ausschließlich rationale Entscheidungen treffen. Der Aspekt der „perfekten Rationalität“ sowie die Lehre des homo oeconomicus wurde bereits durch Adam Smith 1776 aufgegriffen und findet bis heute breite Anerkennung in der Literatur (Standard Finance), auch wenn es dem Praktiker bei dem Gedanken an einen ausschließlich rational denkenden Menschen die Haare sträuben mag.Wo sich nun die Lehre vom homo oeconomicus und dem „Märchen“ von der perfekten Rationalität erschöpft, kommt die Behavioral Finance und Neuronal Finance ins Spiel. Behavioral finance führt die Entscheidungsfindung auf psychologische, kognitive, kulturelle und soziale Faktoren zurück (siehe Abbildung 1) und erweist sich dadurch als wesentlich praxisnäher. Diese Einflüsse auf unsere Entscheidungsfindung sind evolutionär bedingt, haben sich über Jahrtausende bewährt und unter anderem zum Überleben der Menschen beigetragen. Abbildung 1Quelle: Victor Ricciardi, Helen K. Simon (2000). „What is Behavioral Finance“ Business, Education and Technology Journal Fall Zwar können diese Einflüsse auf den Finanzmarktakteur nicht ausgeschaltet werden, dennoch erweist es sich als vorteilhaft, mit den Einflüssen auf die Entscheidungsfindung vertraut zu sein. Denn unsere Entscheidungsfindung ist ganz elementar von der Wahrnehmung und Bewertung von Chancen & Risiken sowie vom Umgang mit Verlusten, aber auch Gewinnen beeinflusst. Der Mensch tendiert dazu, sich und seine persönlichen Fähigkeiten sowie seine Aussichten auf Gewinne höher einzuschätzen, als diese tatsächlich sind. Dies führt zu einer verzerrten und teilweise falschen Wahrnehmung von Risiken. Insbesondere Männer unterliegen dem Phänomen der „Overconfidence“. So zeigen zahlreiche Untersuchungen, dass Männer eine höhere Risikobereitschaft aufweisen sowie statistisch betrachtet deutlich häufiger traden. “Overconfidence is a very serious problem. If you don’t think it affects you, that’s probably because you’re overconfident.” – Carl Richards Hand in Hand mit Overconfidence geht das Phänomen der Confirmation Bias. Confirmation Bias ist die Neigung, Informationen zu ignorieren oder geringer zu gewichten, die nicht zur Meinung oder Entscheidung des Händlers passen. Beispiel: Kaufen wir eine Aktie suchen und selektieren wir vor allem solche Informationen, die die Kaufentscheidung der Aktie unterstützen. Denn Menschen suchen stets nach Konsistenz in ihrem Verhalten – zeigt sich eine Inkonsistenz bzw. Dissonanz, probieren wir diese zu reduzieren. Die Lösung bei aufkommender Dissonanz ist daher eine selektive und verzerrte Wahrnehmung und Gewichtung von Informationen („Subtraktion“).Dies kann sogar so weit gehen, dass ganze Handels- und Investmentstrategien, denen der Anleger sich ursprünglich unterworfen hatte, aufgegeben werden, um die getroffene Investmententscheidung im Nachgang zu rechtfertigen (Financial Cognitive Dissonance). Verluste wiegen schwerer als Gewinne „Trade out of a fucking position” ist eine der grundlegenden Faustregeln, die jeder Händler kennt. Und dennoch stellt sich bei schlecht laufenden Positionen regelmäßig erneut die Frage: verkaufen oder doch halten? Aber warum fällt uns diese Entscheidung eigentlich jedes Mal auf‘s neue so unglaublich schwer? Vor mehr als 35 Jahren fanden Kahnemann (Nobelpreisträger 2002) und Tsversky im Rahmen ihrer Prospect Theory heraus, dass die Bewertung von Verlusten und Gewinnen unter Unsicherheit nicht rational oder linear erfolgen und damit wesentlich von ma­­thematischen Modellen abweichen. Denn: Verluste wiegen schwerer als Gewinne und haben mit zunehmender Größe abnehmende Grenzerträge der Bewertung (siehe Abbildung 2). Abbildung 2Quelle: Wikimedia Commons Man sollte meinen, dass die Bewertung der Szenarios „gewinne 50€“ der Bewertung des Szenarios „gewinne 100€, verliere 50€“ entsprechen sollte, da das Ergebnis, also ein Gewinn von 50€, den gleichen Wert hat. Verluste wiegen aber zwei bis dreimal so schwer wie Gewinne, weshalb sich Szenario 2 statistisch schlechter anfühlt. Wir tendieren also dazu, unsere Verluste nicht rational in Geldeinheiten zu bemessen, sondern in Bedauern („Regret)“. Je größer der (Buch-)Verlust desto größer der Regret. Je größer der Regret ausfällt, desto schwieriger wird die Verkaufsentscheidung fallen. Durch den Konflikt zwischen Verkaufen oder Halten entsteht ein innerer Konflikt, den wir als Individuum nach Möglichkeit vermeiden möchten. Die Lösung: Das Halten von sehr schlechten Positionen zur Vermeidung von Regret, sodass im Ergebnis im Portfolio besonders schlecht laufende Positionen gehalten werden.Zusätzlich bedeutet der Verkauf einer schlecht gelaufenen Position die Realisierung von Verlusten und gleichzeitig das Eingeständnis einer schlechten Investmententscheidung in Verbindung mit einem möglichen Reputationsverlust innerhalb des sozialen Umfelds (Herding). Diesen hohen emotionalen Schwellen beim Verkauf schlechter Positionen führen zu einer Asymmetrie innerhalb der Portfolios (disposition effect). Entgegen der Theorie werden Gewinner zu früh verkauft während Verlierer zu lange gehalten werden. Was bedeutet das für die Finanzwelt? Nach diesem Exkurs in die Psychologie und Soziologie müssen wir also feststellen, dass menschliche Entscheidungen stark von vielen nicht kontrollierbaren Parametern abhängig sind und sicherlich nicht rational sind – die Entscheidungsfindung ist folglich anfällig für Fehler, unabhängig ob Fondsmanager oder Privatanleger. Der heutige Erkenntnistand zeigt, dass die Fehlerteufel der Behavioral Finance reduziert oder vermieden werden können, wenn feststehende Handelsprozesse etabliert werden oder Algorithmen, KI oder weitere technische Hilfsmittel den Entscheidungsprozess begleiten. “The investor’s chief problem – and even his worst enemy – is likely to be himself.” – Benjamin Graham Bereits heute gibt es einige Fondsboutiquen, die neuartige Ansätze für sich entdeckt haben. Gerade Fondsboutiquen mit ihrer vergleichsweise großen Agilität und Affinität für Zukunftstrends ermöglichen Institutionellen- wie auch privaten Anlegern Zugang zu Finanzprodukten, die dazu geeignet sind, die Einflüsse der Behavioral Finance zu minimieren. Gerade bei Privatanlegern zeigen diverse Studien, dass diese Gruppe ganz besonders den Einflüssen der Behavioral Finance und anderen Heuristiken unterliegt – insbesondere problematisch in einer zunehmend demokratisierten Finanzwelt, die im Zuge der Coronakrise immer mehr Privatanleger für sich entdecken. Lösung gibt es nur eine: Finanzbildung, und zwar bereits im frühen Jugendalter. Deshalb liegt uns die Finanzbildung auch ganz persönlich am Herzen, sodass wir versuchen, innerhalb unseres persönlichen Netzwerks unseren Beitrag zu leisten. Die beiden Autoren Mats und Matti Wolk befinden sich jeweils kurz vor Abschluss ihres Studiums der Betriebswirtschaftslehre bzw. des Wirtschaftsrechts und besitzen ein großes Interesse für alle Themen rund um die Finanzmärkte und der Finanzbildung.Seit Beginn des Jahres unterstützen sie Vater Norbert Wolk, der Anfang 21‘ mit dem Barbarossa

  • „In einer Stadt wie Frankfurt befindet man sich in einer wunderlichen Lage, immer sich kreuzende Fremde deuten nach allen Weltgegenden hin und erwecken Reiselust“ (Johann Wolfgang von Goethe). Wien – Frankfurt – Wien: Markus Hill sprach für FINANZPLATZ-FRANKFURT-MAIN.DE mit Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH, über seine privaten und beruflichen Eindrücke aus 16 Jahren Frankfurt-Aufenthalt. Weltoffenheit, Investmentbanking, Family Office, Fondsmanagement und Schnitzel sind zur einige Stichworte des Gedankenaustausches. (Veranstaltungsmitteilung SCOPE & FUND FORUM INTERNATIONAL – 8.6. & 16.6.2021). Hill: Herr Friedrich, Sie sind Österreicher und leben in Wien, kennen aber auch Frankfurt sehr gut. Woher kommt das? Friedrich: Nun, ich habe die meiste Zeit meines Berufslebens in Frankfurt verbracht. Ich bin 2002 nach Deutschland gekommen und habe fast 16 Jahre lang am Finanzplatz Rhein/Main gearbeitet. In dieser Zeit hat sich die Stadt sehr entwickelt. Als meine Frau und ich 2002 hierherzogen, war Deutschland so stark von der internationalen Wirtschaftsflaute betroffen, dass es als der „kranke Mann Europas“ galt. Ich erinnere mich noch daran, dass es anfangs praktisch unmöglich war, am Wochenende etwas zu kaufen, da die meisten Geschäfte samstags gegen Mittag schlossen. Selbst Restaurants waren oftmals am Sonntag geschlossen. Heute ist Frankfurt eine ganz andere Stadt. Es ist wesentlich weltoffener geworden, und wir haben Freunde gefunden, die wirklich aus aller Welt kommen. Leider ist ja im Moment alles zu, aber vor dem Lock-down habe ich gerne am Leben in Frankfurt teilgenommen, und nicht nur die Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung, sondern auch das Sport- und Freizeitangebot sehr geschätzt. Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH Hill: Warum sind Sie ursprünglich nach Frankfurt gekommen? Was hat Sie später zurück in die Heimat gezogen? Friedrich: Bevor ich nach Frankfurt kam, hatte ich in London gearbeitet, für die US-amerikanische Investmentbank Morgan Stanley. Der unmittelbare Anlass für meinen Umzug war rein beruflich bedingt: Damals wurde entschieden, dass meine Beschäftigung, die Betreuung von Fondsmanagern in Deutschland, besser von Frankfurt aus erledigt werden konnte. Ich bin also quasi meiner Arbeitsstelle gefolgt. Die Situation war dem Brexit nicht unähnlich, sie fand nur 20 Jahre früher statt. Nach meiner Tätigkeit bei Morgan Stanley habe ich bei einem Multi Family Office in Bad Homburg, HQ Trust, gearbeitet. Die angenehme Zeit dort zähle ich natürlich auch zu meinen Frankfurter Jahren, zumal sie auch professionell gesehen eine gute Vorbereitung für den Wechsel nach Wien war. Der Anlass war wieder beruflich: Lansdowne Partners Austria bot mir die Möglichkeit, meinen eigenen Fonds auf Basis der von mir entwickelten Anlagestrategie aufzulegen. Hill: Wo haben Sie sich in Frankfurt am liebsten aufgehalten? Welche sind Ihre schönsten Erinnerungen? Friedrich: Drei Orte fallen mir spontan ein: zum ersten haben wir natürlich das Angebot an guten Restaurants sehr genossen; an einem schönen Sommerabend saßen wir zum Beispiel gerne auf der Terrasse der Alten Oper. Auch im Restaurant Salzkammer in der Weißadlergasse waren wir oft – es ist nur einen Steinwurf vom Goethe-Haus entfernt und bietet ausgezeichnete österreichische Küche! Am Wochenende sind wir dann häufig auf den Feldberg gewandert; als Österreicher zieht es uns ganz automatisch in die Berge, wie es scheint. Ich erinnere mich, dass es einmal in jedem Winter ein Hundeschlittenrennen rund um den Feldberg gab. Das fand ich sehr schön. Letzlich will ich nicht verschweigen, dass ich ein leidenschaftlicher Golfspieler bin. Und der Frankfurter Golfclub – der 2013 hundert Jahre alt geworden ist – ist wirklich ein Juwel. Dort am 18. Abschlag zu stehen und den Blick auf die Skyline zu genießen, ist für mich immer etwas Besonderes gewesen.  Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Quelle: www.finanzplatz-frankfurt-main.de Quelle: LinkedIn VERANSTALTUNGSHINWEISE (8.6. & 16.6.2021) ScopeExplorer Manager Conferences“Nach der Rallye der vergangenen 12 Monate liegt der Fokus vieler Investoren auf Aktien. Keine Zweifel: Aktien gehören in jedes Multi Asset Portfolio. Aber welche Assetklassen gehören noch hinein? Und vor allem: Wie viel davon? Multi-Asset Stratege und Portfoliomanager Martin Friedrich erklärt im Gespräch mit André Haertel, warum der Lansdowne Endowment Fund neben Aktien noch in über 15 andere Assetklassen investiert, und wie Rendite- und Risiko-Aspekte dabei bestmöglichst austariert werden.“ (ZITAT: Scope Group, Lansdowne Partners – ZUSÄTZLICHE INFORMATION: LINK)Fund Forum International VirtualAlternative markets outlook in choppy waters – Macro updates, demands and megatrends: what can we expect from global and Europe’s alternative markets ahead of 2021? Economic shifts and key trends that could impact the industry and asset allocations. Moderator: Martin Friedrich, Head of Economic and Market Research and Portfolio Manager, Lansdowne Partners, Austria  Randall Kroszner, Deputy Dean for Executive Programs and Norman R. Bobins Professor of Economics, The University of Chicago Booth School of Business LINK: Fund Forum International Virtual – 16th June, CET 14:00 – 14:30) Verwandte Beiträge: Finanzmärkte, Volatilität & Spekulation – Emerging Markets ante portas! (Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)Inflation & Fiskalpolitik – Simbabwe ante portas? (Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)Behavioural Finance & Cat Bonds (Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)Family Offices, Cat Bonds, Fondsselektion & „In Nature’s Casino“ (Interview – Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH) Inflation, Asset Allocation, „SPACs & Neuer Markt“, Simbabwe (Interview – Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)Family Offices, Think Tanks, Ökonomie & „Manias, Panics, and Crashes“ (Interview – Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)Family Offices, Managerauswahl, Inkubatoren & „Evolution statt Revolution“ (Interview – Martin Friedrich, Lansdowne Partners Austria GmbH)

  • Die Schweiz wird oft als das Center of Competence im CAT Bond-Segment betrachtet. «Big is ugly» – Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Dirk Schmelzer, Plenum Investments AG, über strategische Erfolgsfaktoren für Asset Manager in diesem «Nischenmarkt». Der Marktanteil von Naturkatastrophenrisiken im CAT Bond-Markt beträgt ungefähr USD 33 Mrd. beziehungsweise 68% gemessen am Gesamtmarkt (USD 48 Mrd.). Der CAT Bond-Fondsmarkt (UCITS) hält CAT Bonds im Wert von USD 8 Mrd., wobei die drei grössten Fonds USD 6 Mrd. auf sich vereinen. Es stellt sich die Frage nach der optimalen beziehungsweise maximalen Fondsgrösse. Hill: Ist der CAT-Bond-Fondsmarkt Ihrer Meinung nach optimal diversifiziert? Schmelzer: Zwar weist der CAT-Bond-Markt durch die Vielzahl der verfügbaren unabhängigen Risiken einen hohen Diversifikationsgrad auf, jedoch besteht durch den starken Fokus auf US-Risiken, die wiederum durch Konzentration in wenigen Regionen geprägt sind, ein stark einseitiges Risikoprofil, welches Investoren insbesondere zu US-Hurrikanrisiken exponiert. Während eine Diversifikation weg von Hurrikanrisiken nur beschränkt umsetzbar ist, da das Angebot an diversifizierenden Risiken nicht ausreichend ist, ist eine Risikostreuung innerhalb des US-Hurrikan-Segments sehr wohl möglich und auch geboten. Hill: Inwieweit treibt die Risiko-Ertragspositionierung eines Fonds seine maximale Anlagekapazität? Schmelzer: Grundsätzlich lässt sich mit CAT-Bond-Anlagen ein sehr breites Spektrum an unterschiedlichen Risiko-/Ertragspositionierungen umsetzen. Sehr konservative, aber auch sehr dynamisch orientierte Risiko-/Renditeziele führen aber unweigerlich zu einer Einschränkung des investierbaren Universums. Liegt der Fokus darüber hinaus auf der Vermeidung von Risikokonzentrationen und der damit einhergehenden Reduktion von potentiellen Verlusten bei Extremereignissen (Tail-Risikoreduktion), so verkleinert sich das Anlageuniversum nochmals, da CAT Bonds mit einem hohen Grad an Risikoüberlappung ausgeschlossen, oder zumindest stark reduziert allokiert werden müssen. Solche selektiv investierende CAT-Bond-Strategien sind nur mit einer Limitierung des Anlagevolumens umsetzbar. Dirk Schmelzer, Plenum Investments AG Hill: Wie groß ist das Risiko von Verwässerung, wenn man die optimale Fondsgröße überschreitet? Schmelzer: Performanceseitig ist das Risiko der Verwässerung relativ klein, wir erachten die Implikationen auf das Risikomanagement als schwerwiegender. Es besteht die Gefahr, dass CAT Bonds mit hoher Korrelation zu bestehenden Positionen gekauft werden müssen, um das Anlagevolumen zu platzieren. Dies führt zu unerwünschten Risikokonzentrationen im Portfolio. Hill: Welche Anlagekapazität sehen Sie bei Anlagefonds, die den Markt replizieren? Schmelzer: Hier stellt sich die Frage vor allem in Bezug auf die Liquidität, die Investoren in solchen Vehikeln angeboten wird. Letztlich ist auch die Zusammensetzung der Fondsinvestoren ein wichtiger Faktor. Die Frage lässt sich also nicht allgemein beantworten, aber aus unserer Sicht sollten solche Fonds ein Anlagevolumen von ca. 5% des ausstehenden CAT Bond-Marktes nicht überschreiten. Mit anderen Worten liegt das derzeitige kritische Fondsvolumen bei ca. 1,5 Mrd. US-Dollar. Hill: Wie beeinträchtigt die Fondsgröße das Diversifikationsverhalten? Schmelzer: Je größer ein Fonds, desto größer ist der Druck in alle ausstehenden CAT Bonds investieren zu müssen, um die Kundengelder zu platzieren. Damit sind hohe Risikokorrelationen in diesem stark auf US-Risiken fokussierten Markt kaum zu vermeiden, was die Verlustrisiken bei US-Schadensereignissen ansteigen lässt. Hill: Ist der Broker nicht in einer besseren Situation, wenn er weiß, dass große Fonds innerhalb kurzer Frist nachzeichnen müssen, da sie aufgrund der wiederkehrenden Erneuerungsrunde rund ein Drittel pro Jahr nachkaufen müssen? Schmelzer: Ich denke, hier reden wir über gegenseitige Abhängigkeiten. Zwar ist der Fondsmanager darauf angewiesen, dass er entsprechende Zuteilungen erhält, um seinen Anlagebedarf zu decken. Aber auch der Broker ist darauf angewiesen, dass er seine Neuemissionen platzieren kann, dabei nehmen Großinvestoren eine wichtige Rolle ein. Der Platzierungsdruck bei großen Fonds ist daher stärker ausgeprägt als bei kleineren Fonds. Hill: Welche Optimierungen stehen im Raum, wenn man marktähnliche Renditen anpeilt? Schmelzer: Da der Naturkatastrophenmarkt an sich nicht effizient diversifiziert ist, stellt sich die Frage, wie man Effizienzgewinne realisieren kann. Diese Frage spiegelt sich in unserem „Quality-Concept“ wider. Der Effizienzgewinn basiert auf dem Fokus der Pro-Ereignis Deckungen (per occurrence), also der Vermeidung von sogenannten „All natural perils“-Deckungen auf schadensaggregierender Basis und hoher regionaler und globaler Diversifikation bei geringer Überlappung der pro Bond versicherten Risikoregionen. Wir gewichten dadurch tiefrentierliche Bonds mit geringem Diversifikationsnutzen unter, die bei großen Ereignissen ebenso ausfallen, wie höherrentierliche Anlagealternativen. Dies ermöglicht es, den durchschnittlichen Expected Loss und damit die absolute Risikoentschädigung anzuheben, ohne das Risiko großer Ausfälle (Tailrisiko) zu erhöhen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen wir auf strikte Selektion und eine Beschränkung auf wenige, jedoch untereinander schwächer korrelierte Einzelpositionen. Da diese Einzelpositionen näher am Risiko sind, steigt ihre Sensitivität gegenüber kleineren Versicherungsschäden. Dies gilt insbesondere für schadensaggregierende und zu so genannten Sekundärgefahren exponierte Transaktionen. Wir legen daher im Selektionsprozess einen starken Fokus auf Pro-Ereignis-Deckungen und reduzieren substanziell schadensaggregierenden Strukturen für meteorologische Risiken. Kurzum: Wir sollten das ähnliche Tail-Risikoverhalten erhalten wie der Index bei erhöhter Rendite. Hill: Welchen Einfluss hat das „Quality-Concept“ auf das optimale Fondsvolumen? Schmelzer: Die Aufrechterhaltung der Qualität von Fonds, welche marktähnliche Renditen anpeilen, bedingt eine wesentliche Beschränkung der Anlagekapazitäten, um das begrenzte Angebot an geeigneten Positionen im CAT-Bond-Markt nutzen zu können. Es ist somit kein Trick, sondern lediglich die logische Konsequenz. Denn wer in eine Anlagenische, zu der CAT Bonds eindeutig zuzuordnen sind, investiert, sollte sich, was das „Fassungsvermögen“ eines CAT-Bond-Fonds anbetrifft, selbstbeschränken, es sei denn, man möchte ein Marktportfolio aufbauen, welches aus unserer Sicht nicht effizient ist. Die Kapazitätsfrage verschärft sich zusätzlich, wenn einem aufgrund der gesetzten Anlageziele nicht das gesamte Anlageuniversum zur Verfügung steht. Lange Rede, kurzer Sinn: Aus heutiger Sicht sehen wir für das „Quality Concept“ eine maximale Anlagekapazität von 400 Mio. US-Dollar. Kurz und knapp ausgedrückt: Big is ugly – die Anlagekapazitäten im CAT Bond-Fondssegment stellen einen kritischen Erfolgsfaktor dar! Hill: Vielen Dank für das Gespräch. Dirk Schmelzer ist seit 2010 bei Plenum Investments als Senior Portfolio Manager für Insurance-Linked Securities (ILS) angestellt. Von 2005 bis 2010 war er verantwortlicher Leiter des Bereichs ILS bei der Falcon Private Bank (ehemals AIG Private Bank), Zürich und verantwortlicher Portfoliomanager für ILS Fondsprodukte und Vermögensverwaltungsmandate. Zuvor war er stellvertretender Leiter des Fondsresearchs des VZ VermögensZentrums. Herr Schmelzer hat einen Hochschulabschluss als Diplom-Wirtschaftsingenieur der Technischen Universität Braunschweig und hält die Titel als Chartered Alternative Investment Analyst (CAIA) und Hedgefunds-Advisor (EBS/BAI). Link zu Plenum Investments AG: www.plenum.ch Quelle: LinkedIn Verwandte Beiträge: Insurance-Linked Securities – Versicherungsnachränge, Expertise, Chancen & «Langeweile» (Interview – Rötger Franz, Plenum Investments AG)ESG, SRI, „Blitze & Erleuchtung“ – Shareholders for Change, CAT Bonds und Amazonas (Interview – Tommy

  • Venture Capital (VC) als Anlageklasse ist in den letzten Jahren zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses verschiedenster Anleger gerückt. Im Jahr 2018 wurde alleine in der Schweiz erstmalig mehr als 1 Mrd. CHF, im Jahr 2019 sogar 2,3 Mrd. CHF in VC veranlagt. VC ist für Investoren attraktiv geworden, da mittels derartiger Anlagen Portfolios diversifiziert, das Risiko-/Ertragsprofil verbessert und direkt in Innovationen investiert werden kann. Um VC Investitionen erfolgreich umzusetzen gilt es jedoch, einige wichtige Punkte zu beachten und zu verstehen. Innovationstheorie Gemäß Schumpeters Innovationstheorie ist zwischen der Erfindung (Generierung von Ideen, Produkten oder Prozessen), der Innovation (Übersetzung dieser neuen Ideen in marktgängige Produkte oder Prozesse), der Verbreitung (weitverbreitete Annahme der Produkte und Prozesse im Markt) sowie der schöpferischen Zerstörung (Industrielle Transformation durch radikale Innovation) zu unterscheiden. Der besondere Reiz an Investitionen in VC liegt darin, dass die Einführung revolutionärer Produkte und Dienstleistungen wohl die grundlegende Antriebskraft für ein nachhaltiges und langfristiges Wirtschaftswachstum darstellt, aber gleichzeitig kurzfristig die Bedeutung und Macht fest etablierter Institutionen und Organisationen zerstören kann. Beherrschung der Innovationsdynamik Dies wurde unter anderem auch von James M. Utterback, Professor für technologische Innovation und Innovation am MIT, aufgezeigt. Er stellte fest, dass sich bestehende Organisationen konsequent von früheren Erfolgen verabschieden und der Innovation zuwenden müssen – auch wenn diese sogar ihre traditionellen Stärken untergräbt. Diesbezüglich wurden von Utterback drei Phasen von Innovation – Entstehung, Übergang und Reife – unterschieden. Der Innovationsgrad fällt in Bezug auf das Produkt über die Zeitachse kontinuierlich, während sich die Prozessinnovation dazu invers verhält. Die Schnittmenge stellt in der Regel das „Dominante Design“ dar. Hierzu wäre beispielsweise das Model T von Ford Anfang des letzten Jahrhunderts in Bezug auf die Automobile zu nennen. In der später folgenden Reifephase stellen hingegen Standardisierung, Integration und insbesondere Prozessoptimierungen die zentralen Elemente dar. Ralf Konrad, Liechtensteinischer Anlagefondsverband & VP Fund Solutions S-Kurven vs. Gauss Demzufolge denken VC Investoren auch nicht in Form der Gaussschen‘ Glockenverteilung, sondern vielmehr in S-Kurven, welche von Everett M. Rogers, dem Vater der Diffusionstheorie geprägt wurden. Mittels einer S-Kurve werden progressive Innovationen dargestellt, die erforderlich sind, um den erzielten Marktanteil angesichts des neu aufkeimenden Wettbewerbs zu halten, sobald die Glockenkurve ihren Höhepunkt erreicht und wieder zu fallen beginnt. Allgegenwärtige Disruption Viele Forscher, Autoren und Berater verwenden den Begriff Disruption, um jede Situation zu beschreiben, in der eine Branche erschüttert wird und zuvor erfolgreiche Marktteilnehmer beginnen zu straucheln. Disruption erklärt nicht Innovation oder Erfolge im Geschäftsbereich und wird dies auch niemals alleinstehend tun. Demnach müssen neue Produkte nicht zwingend disruptiv sein, um einen entsprechenden wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen. Bei erfolgreichen Investitionen sind viele verschiedene Kräfte im Spiel, von denen jede einzelne massgeblich ist – oftmals auch jene, die nicht auf den ersten Blick als entscheidend erscheinen mögen. Mit Venture Investments können attraktive Renditen erzielt werden In den vergangenen 15 Jahren konnten gemessen am CA Global Venture Capital Index mit VC Investments 11,8% Rendite p.a. erzielt werden. Mit Investments in den beiden oberen Quartilen der Vergleichsgruppe konnten sogar 18% p.a. generiert werden. Im gleichen Zeitraum konnte der S&P 500 Index hingegen „nur“ 8,8% p.a. zulegen. Darüber hinaus haben sich die Investitionsmöglichkeiten im VC Segment in den letzten Jahren bedeutend verbessert. Neuen Investmentmanagern gelingt es zunehmend Top Performance mit einer bemerkenswerten Konsistenz zu erzielen. Die Performancedispersion ist zwar weiterhin relativ hoch aber insgesamt im Vergleich zu früher bedeutend gefallen. Waren Venture Investments im Zeitraum von 1991 bis 2001 während der Tech Bubble zudem von einer hohen „Loss Ratio“ von 51,5% und einem „Impairment Ratio“ von 65,6% geprägt so haben sich diese Werte in der Phase 2002-2015 auf 20% bzw. 40,9% vermindert. (Quelle: Cambridge Associates LLC) Obwohl sich, wie geschildert, wichtige Kennzahlen bedeutend verbessert haben, brauchen VC Investoren aufgrund der Illiquidität der zugrundeliegenden Investments einen langen Atem und Geduld. Obgleich eine „Loss Ratio“ von 20% gegenüber früheren Zeiten eine bedeutende Verbesserung darstellt ist dies dennoch ein relativ hoher Wert. Im Globalen Private Equity Bereich liegt die „Loss Ratio“ z.B. bei nur 8,6%. Spannende Renditen gehen somit auch in diesem Fall mit einem höheren Risiko einher.    Insgesamt hat sich somit das Chance/Risiko Verhältnis für VC Investments in den letzten Jahren erheblich verbessert. Dadurch werden solche Anlagen auch für neue Anlegerkreise interessant, die aufgrund der Risiken VC früher nicht in Betracht gezogen haben. Da die Digitalisierung in vielen Geschäftsfeldern erst begonnen hat und gleichzeitig der Venture Bereich gemessen mit ca. USD 340 Mrd. weniger als 0,5% der globalen Aktienmarktkapitalisierung ausmacht, sollte es trotz grösserer Zuflüsse in diesem Segment für talentierte Investmentmanager weiterhin reichlich interessante Anlagechancen geben. Strukturierung und Abwicklung mittels Fonds Aufgrund des verbesserten Risiko/Ertragsprofils von VC Anlagen erfreuen sich diversifizierte Produkte, die in diese Anlageklasse investieren – namentlich Private Label Funds (PLFs) – zunehmender Beliebtheit bei Investoren. Neben der Diversifikation und Streuung der Risiken auf mehrere Anlagen und Investoren haben PLFs weitere, entscheidende Vorteile für die in der Fondskonstruktion beteiligten Parteien. Hierbei ist die professionelle Erbringung von Dienstleistungen von der Beratung hinsichtlich der Strukturen bis hin zur Unterstützung im Tagesgeschäft durch den AIFM zu nennen. Diese sind nach der erfolgten Selektion von Investitionen durch den Fondsmanager elementar für den Investitionserfolg bei der Veranlagung in VC. Abgesehen davon ermöglichen PLFs in Zusammenarbeit mit einem versierten und erfahrenen AIFM eine kosteneffiziente Erfüllung von Regulierungsvorgaben, um diese Anlagen für Investoren zugänglich zu machen. Ergänzend werden mittels PLFs grundlegende Investorenbedürfnisse wie Berichterstattung, Haftungsrisiken, eine effiziente Steuerverwaltung sowie die Partizipation an vorhandenem Wissen, Prozessen und Systemen ermöglicht. Die Dienstleistungen und Expertisen, welche durch PLFs für VC Investoren zugänglich gemacht werden, können somit einen signifikanten Mehrwert darstellen. Für den Erfolg ausschlaggebend sind in der Folge jedoch die Einbeziehung und vollständige Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse dieser speziellen Anlageklasse. Unter anderem sind unabhängige Geschäftsprozesse, eine gute Governance sowie eine verlässliche, flexible und erweiterbare Infrastruktur, die den aktuellsten Entwicklungen vollumfänglich Rechnung trägt, unerlässliche Erfolgsfaktoren im Bereich von VC. Fazit Innovation sollte aufgrund spannender Ertragsmöglichkeiten und verbesserter Risikokennzahlen ein Bestandteil bei der Vermögensanlage eines diversifizierten Portfolios sein. Nichtsdestotrotz gilt es jedoch zu verstehen, was Innovation ist, wie sie funktioniert und was erforderlich ist, um mit Investitionen in Innovation

  • Schweiz, Asset Management und Rohstoffe – der Finanzplatz bietet ein vielfältiges Angebot in Sachen „Center of Competence & Networking“. Markus Hill sprach für FONDSBOUTIQUEN.DE mit Alex Rauchenstein, SIA Funds AG, über Trends im Bereich Value Investing und Rohstoffe. Hintergrund der Ausführungen waren die eigene Eventreihe zu diesem Themenkreis im Mai diesen Jahres (Letzter Termin: 27.5.2021, 11.00 Uhr), bei denen unter anderem Punkte wie Inflation, „5-Sigma-Event“, ESG, Öl und Uran angesprochen wurden. Zusammen mit seinen Kollegen Prof. Dr. Carlos Jarillo, Urs Marti und Marcos Hernandez wird sein Team auch wieder in diesem Jahr einen Rohstofftag in der Schweiz (10.9.2021) durchführen und in Frankfurt am Main (14.9.2021) diesen Themenkreis mit institutionellen Investoren vor Ort diskutieren. (Ein aktueller Lesehinweis zu dem Themenkreis von Urs Marti: „The World for Sale“ – Autoren: Bloomberg-Journalisten, Javier Blas & Jack Farchy). Hill: Sie hatten letzte Woche mit Ihrem Kollegen ein Webinar zum Thema Value Investing & Rohstoffaktien. Was war das Feedback auf Ihre Veranstaltung, welche Themen sind auf besonderes Interesse gestoßen? Rauchenstein: Wir stellen ganz klar fest, dass die Investoren sich für das Rohstoffthema interessieren und dass sie ihre Portfolien gegen mögliche Inflationsrisiken schützen möchten. In unseren Augen gehört in ein gut diversifiziertes Portfolio auch ein Teil Rohstoffaktien, denn dies ermöglicht eine Erhaltung der Kaufkraft auch bei steigenden Preisen. Die Bewertungen vieler dieser Unternehmen sind so attraktiv, dass nicht einmal ein Rohstoffpreisanstieg nötig ist. Da wir aber aufgrund eines knapp bleibenden Angebots für viele Rohstoffe diesen Anstieg erwarten, betrachten wir Rohstoffaktien als sehr attraktiv. Anders formuliert: Mit einer Anlage in Rohstoffaktien hat man eine gute Absicherung gegen eine mögliche Inflation, diese Absicherung kann aber zudem auch sehr gewinnbringend sein. Alex Rauchenstein, SIA Funds AG Hill: Bei Ihrem Vortrag haben Sie einen interessanten Gedanken zum Thema Value Investing und „5-Sigma-Event“ dargestellt. Was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Rauchenstein: Vergleicht man das Ratio Value / Growth seit Lancierung dieser Indices 1975 und wertet diese ganz einfach statistisch mit dem Mittelwert und + / – 2 STD (Standardabweichungen, oder Sigma) aus, stellt man fest, dass vor dem Platzen der TMT-Blase dieses Ratio bei + 2 STD stand bevor eine Renaissance für Value Aktien begann. Im letzten Herbst stand dieses Ratio bei + 5 STD, ein absolutes Extremevent (siehe Chart unten). In unseren Augen spricht dies für eine Renaissance der Value Aktien. Hill: Diese Woche werden Sie und Ihr Team am 27.5. nochmals ein Webinar durchführen. Wer wird dieses Mal mit dabei sein und welche Themen werden zusätzlich besprochen an diesem Termin? Rauchenstein: Ja, am Donnerstag, 27.5. findet noch unser Kunden-Webinar in Englisch statt, an dem alle unsere Partner der SIA Funds AG teilnehmen werden – das heißt Prof. J. Carlos Jarillo, CIO Marcos Hernandez, Urs Marti und ich. An diesem Anlass werden wir zusätzlich im Detail auf die Entwicklung unserer Fonds, den Long Term Investment Funds Classic (Global Value) und den Long Term Investment Fund Natural Ressource eingehen. Hill: Jenseits der Webinar-Termine betrachtet – planen Sie derzeit bereits auch wieder „Live-Anlässe“ mit Ihren Investoren? Rauchenstein: Ja, wie im letzten Jahr gehen wir davon aus, dass im Herbst grundsätzlich wieder „Live-Anlässe“ möglich sein sollten. Entsprechend haben wir am Freitag, den 10. September, in Zürich unseren diesjährigen Rohstofftag geplant. Diesen führen wir bereits zum vierten Mal, auch mit externen Fachspezialisten von Einzelunternehmen in diesem Bereich, durch.Ebenso wird am Dienstag, den 14. September, unsere diesjährige Lunchpräsentation im MainNizza in Frankfurt bereits zum neunten Mal stattfinden. Unser ganzes Team freut sich bereits wieder sehr darauf auch Präsenzveranstaltungen durchzuführen. Es würde uns freuen, Sie wieder bei uns begrüßen zu dürfen. Hill: Vielen Dank für das Gespräch und Ihre Einladung. Auch im September wird sich bestimmt wieder eine Gelegenheit zu interessanten Gesprächen in Frankfurt ergeben. Zusatzinformation „Veranstaltungsreihe Rohstoffe 2021“: redaktion@fondsboutiquen.de Value Investing & Rohstoffaktien (Videoaufzeichnung) https://youtu.be/_gNvFM4KLp8 Value Investing & Rohstoffe (Abbildung: Frankfurt-Event 2020 – Team, SIA Funds AG, SAVE THE DATE: 14.9.2021 – ZUSATZINFORMATION FOLGT): SIA Funds AG: www.s-i-a.ch Quelle: LinkedIn Verwandte Beiträge: Value Investing und Rohstoffaktien, Schweiz & Asset Management – „It’s the energy, stupid!“, Öl, Metalle & G. E. Lessing (Webinar, 27.5.2021, 19.05. & 20.5.2021 – Alex Rauchenstein, Urs Marti, SIA Funds AG)Value Investing, Rohstoffe, ESG – China, Öl, Kernenergie & General Patton (Interview – Urs Marti, SIA Funds AG)China, Geopolitik, Rohstoffe, Value Investing und Südtirol (Interview – Urs Marti, SIA Funds AG)Rohstoffe, Value Investing, Family Offices und Hugo Stinnes (Interview – Urs Marti, SIA Funds)Value versus Growth, Rohstoffe, Indien, Jugend und die innere Ruhe (Interview – Alex Rauchenstein, SIA Funds AG)„Zu unseren treuesten Kunden zählen häufig Family Offices, dies ist uns über die Jahre immer stärker aufgefallen“ (Interview – Prof. Dr. J. Carlos Jarillo)„Die langfristige Unternehmensrentabilität steht im Vordergrund für die Investmententscheidung, nicht der täglich veröffentlichte Aktienkurs“ (Interview – Prof. Dr. J. Carlos Jarillo) Foto: www.iStock.com/bluejayphoto

  • »Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt« (Gotthold Ephraim Lessing). Viele konzernunabhängigen Fondsmanager (Fondsboutiquen) in den Bereichen Value Investing und Rohstoffe mussten in den letzten Jahren Geduld beweisen. Gerade diese unabhängigen Häuser haben bewiesen, dass man dem eigenen Stil treu bleiben kann und nicht nur aus Prinzip prozyklisch agiert. Natürlich, gegenwärtig gibt es „Rückenwind“ bei den institutionellen Investoren, diese Chance wird genutzt –  Stichworte: Niedriegzins-Szenario, „Anlagenotstand“, Inflation, Konjunktur und Diversifikation im Portfolio. In der Schweiz gibt es viele interessante unabhängige Asset Manager in diesen Segmenten. Die SIA Funds AG, Alex Rauchenstein und Urs Marti, laden zu einem Webinar am 27.5.2021 ein (INVITATION ONLY, INSTITUTIONELLE INVESTOREN) – Themen: Ausgangspunkte für Value- und RohstoffaktienDenken & Handeln wie ein EigentümerWas ist ein gutes UnternehmenPortfoliokonstruktion, erwartete Renditen und Eigentümer-ReportingMakroökonomische BetrachtungenAusgangslage für ÖlSIA Fonds AG & „Rohstoffaktien-Philosophie“ (Ansatz) Interviews: Value Investing, Rohstoffe, ESG – China, Öl, Kernenergie & General Patton (Interview – Urs Marti, SIA Funds AG)Value versus Growth, Rohstoffe, Indien, Jugend und die innere Ruhe (Interview – Alex Rauchenstein, SIA Funds AG) Datum: 19.5. & 20.5.2021Uhrzeit: 11.00 Uhr Datum: 27.5.2021Uhrzeit: 11.00 Uhr The purpose of this call is to inform you on the development of our funds since the beginning of the year.The following people will present: •             Prof. J. Carlos Jarillo, Founding Partner•             Marcos Hernandez, CIO/Partner•             Urs Marti, Partner•             Alex Rauchenstein, CEO/Partner Rückfragen zu der deutschsprachigen Veranstaltung (19.5. & 20.5., Einladung, Link zum Webinar – Zugangscode / Einwahldaten, Zusatzinformationen zu Folgeveranstaltungen – 27.5.2021: Einladung, Link zum Webinar, Zugangscode / Einwahldaten / SAVE THE DATE – Frankfurt am Main: 27.9.2021 etc.):  redaktion@fondsboutiquen.de Zusatzinformationen zur Folgeveranstaltung vom 27.5.2021 PS: Input, Ideen und Informationen zum Thema „Schweiz, Asset Management & Fondsboutiquen“ sind immer willkommen.  Urs Marti, SIA Funds AG Alex Rauchenstein, SIA Funds AG Information zu SIA Funds AG: www.s-i-a.ch FINANZPLATZ SCHWEIZ & ASSET MANAGEMENT: „Um der steigenden Bedeutung des Asset Managements Rechnung zu tragen, werden die Asset Management Plattform Schweiz und die Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA im Herbst 2020 zusammengeführt. Mit diesem Schritt wird die konsequente Ausrichtung auf das Asset Management noch stärker zum Tragen kommen und die volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Disziplin unterstrichen. Weiteres Ziel bleibt unverändert die Schaffung und Erhaltung eines günstigen politischen und regulatorischen Umfelds für die Branche in der Schweiz.“: www.am-switzerland.ch Quelle: LinkedIn Verwandte Artikel: Stiftungen, Volkswirtschaft, Digitalisierung & ESG – Frankfurt als Center of Competence (Interview – Tobias Karow, STIFTUNGSMARKTPLATZ.EU)„Family Office Management vs. Private Wealth Management“, Asset Management, Trusted Advisor, Kunst, Mittelstand & Digitalisierung (Interview – Dr. Maximilian A. Werkmüller, LL.M., Professor für Finance und Family Office Management – Allensbach Hochschule)Family Offices, Fonds­boutiquen und die Schweizer Expertise (Interview – Markus Hill, Thomas Caduff)ESG, Cat Bonds, Branche & Kooperation, „Tail-Risks“ und Asset Management (Interview – Nico Rischmann, Plenum Investments AG) Foto: www.iStock.com/AleksandarGeorgiev


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